Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Aufkündigung des Atom-Deals?

Ölpolitik und Prognose Ölpreise

18. April

US-Präsident Trump ist dabei, den Iran neuerlich groß ins Visier nehmen. Es sieht durchaus danach aus, als würden auf den Iran neue Sanktionen der Amerikaner zukommen. Weitergehend könnte von Washington sogar der Atomdeal aufgekündigt werden. Dieses Thema bietet für den Monat Mai ein erhebliches Unsicherheits- und Preisauftriebspotential für die Ölnotierungen.

An sich zeigte sich der Iran nach dem Nukleardeal unter Rhuani gemäßigt und man wolle die Ölproduktion künftig nicht kürzen sondern ausbauen. Derzeit produziert der Iran etwa 3,8 Mio. Barrel Rohöl pro Tag. Die Opec-Quote läge sogar noch um 100.000 Barrel/T höher. In den kommenden drei Jahren beabsichtigt der Iran seine Ölfördermengen um +0,6 auf dann etwa 4,4 Mio. B/T auszubauen, so der iranische Energiemister Zanganeh.

Sollten die USA aber Sanktionen gegen den Iran verhängen, so wird der geplante Ausbau der Förderkapazitäten fast unmöglich. Und sollte der Atom-Deal aufgekündigt werden, so wird Teheran sicherlich sein gestopptes Nuklearprogram wieder anfahren. Und das würde sich auch für den Ölmarkt als Langzeit-Krisenthema etablieren.
 

BRENT oberhalb von 70 Dollar/B

Ölmarkt, Ölproduktion, Welthandel

12. April
In der zweiten Aprilwoche sind die Rohölnotierungen für die Leitsorte BRENT auf über 70 Dollar/Barrel hochgeschnellt. Damit haben die BRENT-Notierungen an nur zwei Handelstagen um 4,5% zugelegt!

Der Grund:  In der Vorwoche gab es durchaus eine Reihe ‘bullischer‘ Meldungen. Diese kamen aber nicht zum Zuge, weil genau ein 'bärisches' Thema die Ölpreise nach unten zwang. Nämlich der verbale Handelskrieg USA vs. China. Bei dieser Ankündigungswelle überholten sich die Strafzollankündigungen gegenseitig. Das ließ für den Außenhandel Schlimmstes befürchten und wurde mit Abschlägen eingepreist.
Zu Beginn der zweiten Aprilwoche drehte sich urplötzlich die Situation. Washington will jetzt verhandeln. Peking streckt dazu die offene Hand aus. Damit sind die Sorgen um einen Handelskrieg schneller gewichen als sie aufkamen. Zumindest ist das der Momentanzustand. Chinas Präsident Jinping kündigte an, die Einfuhrzölle zu senken und Chinas Exportüberschuss abbauen zu wollen. Das Risiko, dass mit Einbrechen des Welthandels auch die Ölnachfrage zurückgeht, ist geschwunden. Damit ist die Preisbremse für die Ölnotierungen gelöst und die Ölkontrakte kletterten steil nach oben.

16. April
Dann trat die Eskalation im Syrienkonflikt auf den Plan. Washington drohte damit, den mutmaßlichen Giftgaseinsatz des Assad-Regimes mit harten Militärschlägen zu vergelten. Russland sieht sich hierbei als Schutzmacht Syriens. Und damit stehen die Weltmächte auch dort gegeneinander. Das trieb mit dem Eskalationsrisiko die Ölpreise weiter nach oben. Am Abend des 13. April kam es durch die US Streitkräfte zu intensiven, aber zeitlich begrenzten Raketenbeschüssen auf drei Produktionsanlagen der Syrer. Das war der Warnschlag Washingtons. Die Situation eskalierte jedoch nicht. Die Ölpreise reagierten ohne Panikkäufe und gaben im nachfolgenden Handel die Risikoaufschläge zu einem Teil wieder ab.
 

Die Methode Trump

Trump und Washington

24. März

Dieser Tage erfolgte in Washington der nächste Rauswurf. Trump ersetzte den gemäßigten Sicherheitschef McMasters durch den umstrittenen John Bolton. Dieser fordert kompromisslose Härte in der US-Außenpolitik gegenüber Russland, Nordkorea und dem Iran.
 
Nach dem erfolgten Besuch des saudischen Kronprinzen Salman teilte Washington mit, dass die USA knapp 6.600 Raketen an Saudi-Arabien liefern werden, und zwar im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar. Der Waffendeal wird verschiedene hochmoderne Raketensysteme umfassen, sowie Hubschrauberwartungen und Komponenten für Bodenfahrzeuge. Die USA stärken Saudi-Arabien militärisch. Das gehört zur neuen Anti-Iran-Politik der US-Regierung.
 

Atomdeal gefährdet

Ölproduktion

21. März

Das Ende des Nuklear-Deals mit dem Iran rückt in Sicht.

In den USA wurde Außenminister Tillerson, der nahostpolitisch einen gemäßigten Weg verfolgte, von Trump aus dem Weg geräumt. Nun ist eine neuerliche Konfrontation Washingtons mit Teheran zu befürchten. Trump wird die Sanktionen gegen den Iran alsbald verschärfen wollen. Wie bekannt, bezeichnet Trump den Atomdeal des Westens mit dem Iran als schlecht für die USA. Hier könnte eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt werden, die mit ersten Schritten der USA demnächst eingeläutet werden dürfe. In der Konsequenz würde Teheran dann sein Atomprogramm wohl wieder aufleben lassen. Und das wird Saudi-Arabien als Counterpart des Iran auf den Plan rufen. Die Saudis werden dann ebenfalls Atomwaffen haben wollen. Der saudische Kronprinz Salman war am 20. März zu Unterredungen in den USA. Er pflichtet Trump bei und bewertet den Atomdeal ebenfalls als schlecht. Hierbei spielt die Rivalität zwischen Teheran und Riad eine große Rolle. Beide Länder stehen indirekt auch bei den Bürgerkriegspartien im Jemen gegeneinander.

Naturgemäß werden bei solchen Entwicklungen Risikoaufschläge bei den Rohöl-Future-Notierungen eingepreist. Sollten die USA Sanktionen gegen Teheran erlassen, so könnten sich die täglichen Ölexporte des Iran dadurch um 250.000 bis 600.000 Barrel verringern.
 

Ölfördermengen der USA

Ölmarkt, Ölproduktion, OPEC Strategie

3. März
 
Die nebenstehende Grafik der EIA (Click for Zoom) zeigt die Ölförderleistung der USA vom Jahr 2000 bis heute. In Prognose zeigt die Grafik die Entwicklung bis 2050.  Bis etwa 2022 wird die steile Anstiegsphase fortgeführt werden können. Danach wird sich das Anstiegstempo zwar abschwächen, aber es werden bis 2030 weitere Zuwächse generiert. Mit Abstand am stärksten wird dabei die Ölproduktion in West-Texas anwachsen, und zwar in der Region 'Permian Basin' (braunes Band in der Grafik der EIA).

Die ansteigende Schieferölförderung wird die USA spätestens in 2019 zum Land mit der höchsten Ölförderleistung machen. Gleichzeitig wird die Nachfrage aus den Ländern, die nicht zur OECD gehören, in 2018/2019 um 2,5 - 3 Prozent zunehmen. Das wäre das stärkste Wachstum seit 2013. Der Hauptanteil dieses Mehrbedarfs wird von der höheren Ölförderung der USA gedeckt werden. Auch dürften die Rohölausfuhren der USA zunehmen, obgleich die USA weiterhin große Mengen importieren müssen. Die Behauptung, dass die Ölproduktion in den USA boomt, ist eine grobe Untertreibung, so eine ironische Anmerkung de IEA-Chefs.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

 
'Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

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