Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Omikron-Variante lässt Schlimmstes befürchten

Delta-Variante

An den Ölbörsen erfolgte in der vierten November­woche ein massiver Preis-Crash! Nicht besser erging es den Aktienmärkten. Der Grund dafür ist die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante des Covid19-Virus, die sich zuerst in Südafrika ausgebreitet hat. Die neue Variante B.1.1.529 weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen bei Spike-Protein auf. Das gibt Anlass zu großen Sorgen, auch weil die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen diese Virus­variante noch unklar ist. Jedenfalls soll dieser Typus noch ansteckender sein als die Delta-Variante. Unter diesem Eindruck erfuhren die Rohöl­leit­sorten binnen zwei Tagen Preisab­schläge im Bereich von -12%. Die jüngsten Entwicklungen werfen für den Ölmarkt und die Wirtschaft global eine 'bärisches' Projektion voraus, was Ende November zu massivem Preisdruck auf die Future-Kontrakte an den Ölbörsen führte.
 

Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion und Marktbalance

Omikron hat alles aufgemischt:

Bei Rystad Energy sieht man in jüngster Prognose für die kommenden Monate keine steigenden Ölpreise. Omikron ist das mächtige Schwert über den Märkten. Die Bedrohung für die Ölnachfrage ist real. Eine weitere Welle von Lockdowns könnte dazu führen, dass im ersten Quartal 2022 bis zu 3 Mio. B/T an Ölnachfrage verloren gehen. Ein nicht unerheblicher Teil des Rückgangs rührt dabei vom Luftfahrtsektor her.

Einschätzung von Kotak Securities: Da sich die USA und andere Länder auf eine Freigabe der Notvorräte geeinigt haben, um den Preisanstieg einzudämmen und da die Preise bereits von 85 Dollar auf fast 70 Dollar nachgegeben haben, könnte die OPEC+ ihre Strategie überdenken.

Die Einschätzung einiger Analysten ist, dass auf den Ölmarkt potenziell mehrjährige Balance-Defizite zukommen. In der Folge könnten in den nächsten Jahren deutlich höhere Ölpreise vorherrschend sein. Die Ölindustrie investiert „massiv zu wenig“ in das Förderangebot, um der wachsenden Nachfrage angemessen zu begegnen.

Die weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco warnt davor, dass global die Reserve­kapazi­täten bei der Ölförderung rasant schwinden. Es ist in den letzten Jahren generell und in fast allen Ölexport­ländern viel zu wenig in Ölfeld-Erschließungen und Förder­equip­ment investiert worden. Folglich kann die Förder­leistung in nächster Zeit kaum erhöht werden. Es ist eine große Heraus­forderung die Nachfrage halbwegs zu bedienen.
 

Ölmengenpolitik der OPEC+

Die Opec-Plus Partner diskutieren das Aussetzen der Fördermengen-Steigerungen zunächst einmal für den Januar.

Da die USA Ende November verkündet haben, einen Teil ihrer SPR-Ölreserven für den Markt freizugeben, und einge andere Länder mitziehen, erwägt die Opec-Plus Gemeinschaft das weitere Aufdrehen der Ölförderhähne zu verschieben. Auch die Corona-Variante Omikron macht Sorgen, nicht zuletzt auch hinsichtlich der globalen Wirtschaft.

Mehrere kleinere Opec-Mitglieder erreichten bereits jetzt ihre Mengenvorgabe nicht. Damit wird der Markt klar im Defizit verbleiben. Jeden Monat will die Opec-Plus Gruppe in Summe 400.000 Barrel/Tag mehr auf den Markt bringen. Dieses Schema der Mehrförderung könnte bis September 2022 laufen. Dann wären sämtliche zuvor beschlossenen Förder­begren­zungen in Form der Quoten letztlich abgebaut. Das deckt sich mit der Erwartung der OPEC, dass die Weltöl­nachfrage im zweiten Halbjahr 2022 wieder auf das Nachfrage­niveau von vor der Pandemie zurückkehrt.
 


 

Monatsbericht der IEA

Ölproduktion und Marktsituation

Die Internationale Energieagentur (IEA, Paris) bilanziert in ihrem jüngsten Monatsreport vom 16. Nov. für 2021 eine Erhöhung der globalen Ölfördermengen um +5,5 Millionen Barrel gegenüber dem von Corona dominierten Vorjahr. Für November und Dezember diesen Jahres wird dabei noch ein Anstieg von +1,5 Mio. B/T gesehen. Für das nächste Jahr geht man unverändert von einem Angebots­zuwachs auf dem Ölmarkt von +3,4 Mio. B/T aus. Die Ölbörsen reagierten zunächst eher 'bärisch' auf den IEA-Report.
 

Enwicklungen und Fakten

Ölförderung der Opec-Plus Gruppe

Russland erhöht sein Ziel für die Rohölfördermengen für 2022 deutlich. Der neue Haushaltsentwurf Russlands für 2022 sieht einen Anstieg der nationalen Ölproduktion um 8% gegenüber dem Vorjahr vor. Im nächsten Jahr sollen 560 Millionen Tonnen gefördert werden. Das entspricht über Jahr gesehen 11,2 Mio. Barrel pro Tag. Die Ölexporte will das land auf 230 Millionen Tonnen steigern und damit massiv mehr Einnahmen generieren.

Chinas Ölverbrauch wird im Jahr 2026 mit 16 Milillionen Barrel/Tag seinen Höchwert erreichen. Für den Erdgasverbrauch wird erst ab 2040 eine Mengenumkehr erwartet, so der Prognosebericht von von SINOPEC.

Indien wird in den nächsten zwei Jahrzehnten den weltweit stärksten Zuwachs beim Energiebedarf haben. Von derzeit 5,0 Mio. Barrel/Tag könnte der Ölbedarf Indiens bis 2040 auf 8,7 Mio. B/T anwachsen, schätzt die IEA. Indien wird die EU als drittgrößter Energiever­braucher der Welt bis 2030 ablösen.

Brasilien hat vor seine Rohölproduktion bis 2030 zu verdoppeln. Für den Petrobras Konzern wird im Umfeld schrumpfender internationaler Möglichkeiten für fossile Brennstoffe die Trommel gerührt.

Weltweit werden insgesamt zu wenig neue Ölbohrungen vorgenommen, um in den nächsten Jahren die aktuellen Fördermegen aufrecht zu erhalten zu können. Das Defizit an neuen Bohrungen wird sich bereits im nächsten Jahr in einem Produktionsrückgang bemerkbar machen.

Die Covid19-Pandemie wird den Peak Oil Zeitpunkt, also den Wendepunkt der höchsten Weltölnachfrage um viele Jahre nach vorne ziehen. In den Jahren 2028 - 2030 wird die weltweite Ölnachfrage mit etwa 102 Millionen Barrel pro Tag ihren Spitzenwert überschreiten. Die Grünen Energien sind beschleunigt auf dem Vormarsch.
 

US Ölmarkt

US Ölmarkt

Ölförderleistung in den USA:  Mit 11,5 Mio. B/T liegt die US Ölproduktion Ende Nivember noch immer deutlich unterhalb des Rekord­niveaus von März 2020 mit 13,1 Mio. B/T. Mit den Ölpreisen im Bereich von 80 Dollar/Barrel erholte sich die Schieferöl­produktions­leistung, sodass im Fördergebiet Permian Basin bereits wieder mit neuen Rekord­mengen gepumpt wird. Dortige Schieferöl-Förder­mengen sollen zum Jahresende auf 5,0 Mio. B/T weiter ansteigen, so die Prognose der EIA. Damit würde man das bisherige Maximum von vor eineinhalb Jahren übertreffen. Die Produktions­mengen der klassischen Ölförderstätten in den USA ist rückläufig, auch in Alaska und im Golf von Mexiko (offshore).
 

Klimagefahren

Die Menschheit ist auf dem unverantwortlich kritischen Weg, bis zum Jahr 2030 doppelt so viel an fossilen Brennstoffen zu verbrennen, wie verkraftbar wäre um die Erderwärmung unter +1,5 ° C zu halten. Auch diese Zahl würde bereits gravierende und umwälzende Folgen für das globale Ökosystem mit sich bringen. Diese Auswirkungen sind absolut unumkehrbar und niemals wieder gutzumachen. "Wir sind in einem tiefen Loch - und wir müssen sofort aufhören zu graben", beschwört das unabhängige Stockholm Environment Institute (SEI).

Der Weltklimarat schlägt mit seinem jüngsten Bericht Alarm hinsichtlich einer unbestreitbar beschleunigten Klimaer­wärmung. Demnach könnte eine Erderwär­mung um 1,5 Grad bei aktueller Entwicklung bereits bis 2030 erfolgen. Bislang hatte man damit erst etwa zehn Jahre später gerechnet. Und dieses ist weder umkehrbar noch stoppbar. Diese Prozesse können mit größten Anstren­gungen lediglich verlangsamt werden.
 

 

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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