Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreis­ent­wicklung

Ukraine-Krieg und Auswir­kungen

  • Moskau betreibt die Teilmobilmachung seiner Streit­kräfte. "Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht ist, werden wir alle verfüg­baren Mittel einsetzen, um unser Volk zu schützen - das ist kein Bluff", bekräftigt Putin. Gemeint ist die erneute Nuklear­androhung.
     
  • Gleichzeitig ließ Moskau in den Regionen Luhansk und Donezk Referenden (Schein­referenden) über die Zuge­hörigkeit zu Russland durch­führen. Die Ukraine und der Westen werden die 'Ja'-Ergebnisse keinesfalls anerkennen. In der Kriegs­position geschwächt will der Kreml damit schnellst­möglich Fakten schaffen.
     
  • US-Präsident Joe Biden hat dem Kreml mitgeteilt, dass jeder Einsatz von Atom­waffen im Krieg in der Ukraine „katastro­phalste Folgen“ für Russland haben würde. Zuvor hatte Russlands Präsident Putin seine Warnungen vor einer nuklearen Bedrohung erneuert, für den Fall, dass nach der Annektion von Teilen der Ostukraine dort dann russiches Territoirum von der Ukraine angegriffen werde.
     
  • Der Kreml setzt offensichtlich auf weitere Energie-Unruhen in Europa. In Moskau geht man offenbar davon aus, dass es diesen Winter in Europa zu Pro­testen und Wider­ständen kom­men wird, die einige Staats­chefs zum Um­denken im Kriegs­gesche­hen veran­lassen könnten.
     
  • Mehrere Friedensforschungs-Institute befür­worten die Lieferung beson­ders auch schwerer Waffen an die Ukraine. Ernst­hafte und ziel­führende Verhand­lungen, die einen Krieg beenden, werden vor allem dann möglich, wenn die Gegner in einen Patt geraten. Nicht nur deswegen hält das erstellte Friedens­gut­achten 2022 die Waffen­liefer­ungen Deutsch­lands an die Ukraine für richtig. Aller­dings müssen auch die Risiken gesehen werden, vor allem in Bezug auf die Energie­versor­gung.
     

 

Entwicklung Ölmarkt

Ölembargo vs. reduzierte Gaslie­ferung

  • Achtes Saktionsspaket:  Die EU hat ein neues Sanktions­paket gegen Moskau vorge­schlagen, das es europä­ischen Unter­nehmen verbieten würde, russi­sches Öl oberhalb einer inter­natio­nal festge­legten Preis­ober­grenze in Dritt­länder zu liefern. Außer­dem will man ein umfas­sendes neues Import­verbot für russi­sche Produkte imple­men­tieren, das Moskau Ein­nahmen in Höhe von 7 Milli­arden Euro kosten würde. Auch soll der Verkauf von Schlüssel­techno­logien, die dem Militär zugute kommen könnten verboten werden. Zudem soll der digitale Transfer (z.B. via Bitcoin) von russischen Ver­mögens­werten massiv einge­schränkt werden.
     
  • Trotz des Rückgangs der Gas-Spotpreise in Europa bleiben die Kosten für Erdgas immens hoch. Dort wo es Sinn macht, stellt die Strom­erzeu­gungs­branche deshalb im In- und Aus­land von Gas auf Öl um. Raffi­nerien und energie­inten­sive Indus­trien haben im Zuge des Aus­stiegs aus Gas den Ölver­brauch bereits um 350.000 Barrel/T nach oben geschraubt. Laut Platts Analytics könnte dieser Brenn­stoff­umstieg die Ölnach­frage in Q.1 2023 um weitere 300.000 Barrel/­Tag ankurbeln, wenn sich die Gaspreise ange­sichts der einge­schränk­ten russi­schen Liefer­ungen auf ihrem über­stei­gerten Hoch­preis­niveau weiter­bewegen.
     
  • Die Gaspipeline Nord Steam 1 ist seit Anfang September komplett gestoppt. Aus Moskau heißt es dazu, dass Russ­land die Erdgas­liefe­rung erst bei Beendi­gung der Sank­tionen wieder auf­nehmen werde. Nach­legend droht Putin jetzt damit, über­haupt keine Energie­roh­stoffe mehr nach Europa zu liefern. Weder Gas, noch Öl, noch Kohle, solange die EU Sanktionen bestehen.
     
  • Putin bezeichnet die westlichen Sankti­onen als kata­stro­phal für die globalen Energie­märkte. Die Beschrän­kungen der russi­schen Energie­exporte schaden vor allem dem Westen selbst. Russ­lands Energie­wirtschaft habe sich derweil stabi­lisiert und die Ölför­derung steigt wieder an. Die west­lichen Nationen haben einen Fehler gemacht, indem sie Energie­sank­tionen gegen Russ­land ver­häng­ten. Wenn sie weitere Beschrän­kungen erlassen, wird das eine Kata­strophe für die globalen Märkte sein, sagte Putin.
     
  • Monatelang erzielte Russland angesichts der explo­dieren­den Rohstoff­preise einen riesigen Haushalts­überschuss. Doch diese Zeiten sind offenbar vorbei. Im August gab es ein Defizit in Milliarden­höhe.
    Dem Moskauer Wirtschafts­ministerium zufolge sank das russische Brutto­inlands­produkt im Juli im Jahres­vergleich um 4,3 Prozent. Der Inter­nationale Währungs­fonds erwartet eine tiefe Rezession in Russland und geht davon aus, dass die Wirtschafts­leistung dieses Jahr um 6 Prozent schrumpft. Für 2023 rechnet der IWF mit einem Minus von 3,5 Prozent.

     

 

Entwicklung Ölmarkt

Enwick­lungen und Fakten

  • Auf dem globalen Ölmarkt bildet sich ein Bruch aus. Viele Analysten meinen, dass die Ölpreise wieder auf 100 $ steigen werden. Andere sehen die Rohölpreise eher im niedrigen 80 $ Bereich schwanken. Die Ölpreise stehen dabei zwischen Angebotsvolumen und Nachfragevolumen.
    Die drohende Rezession wird die Nachfrage abschwächen, während die Menschen weltweit ihren Gürtel enger schnallen und sich auf zunehmende wirtschaftliche Turbulenzen einstellen müssen. Die durch Putins Krieg in der Ukraine entfachte Energierohstoff-Krise könnte von der zu erwartenden neuen OPEC-Drosselung noch untermauert werden. Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Ölpreisrichtung sich zum Jahresende durchsetzen wird.
  • Wahrscheinlich wird die Opec+ Anfang Oktober beschließen, den Rohöl­ausstoß merklich zu drosseln. Allerdings würde das lediglich von Saudi-Arabien und den VAE umgesetzt werden können. Moskau befürwortet sogar die Verringerung um 1 Mio. Barrel/Tag. (Es beträfe Russland faktisch ja nicht.)
  • Die Unterproduktion der OPEC+ ist immer noch außer­ge­wöhn­lich. Die Kluft zwischen selbstge­setzten Förder­mengen­zielen der OPEC+ und der Realität wird immer größer und erreichte im August bemer­kens­werte 3,6 Mi. Barrel/Tag an Fehl­menge. Vor allem können Russland und Nigeria ihren Vorgabe­mengen bei weitem nicht nach­kommen. Die VAE hingegen wollen ihre Ölproduktion bis 2025 auf tägliche 5 Mio. Barrl steigern und investieren ent­sprechend.
     
  • Saudi Arabien hat im August seine Ölpro­duktion auf über 11 Mio. Barrel/T gesteigert. Das ist die höchste Menge seit April 2020.
     
  • Öko­nomen sehen die Wirt­schaft im Abwärts­sog. Es leiden Konsum, Exporte und Investi­tionen. Die Wachs­tums­aus­sichten für den EU-Raum sind sehr unsicher. Auch um China’s Wirtschaftswachstum sieht es zunehmend düsterer aus.
     
  • Die Zentralbanken auf der ganzen Welt beschleu­nigen ihre Leitzins­erhöh­ungen, um den teil­weise selbst verur­sachten Infla­tions­schub zu dämpfen. Viele Markt­analysten und Banken sehen eine hohe Wahr­schein­lich­keit für eine Rezes­sions­phase bis in 2024 hinein. Die westlichen Notenbanken sagen jetzt: Die Inflations­bekämp­fung ist erheblich wichtiger als BIP-Wachstum.
     
  • Die Europäische Union entwicklet eine ganze Reihe radikaler Pläne, um die außer Kontrolle geratenen Energie­preise zu bängigen und die Strom- und Wärme­erzeugung für Europas Länder gesichert aufrecht­zuer­halten. Die Gefahren von Energie­ausfällen, Ver­sor­gungs­eng­pässe und eine aufkei­mende Lebens­haltungs­krise belasten Produktion und Nach­frage in der EU.
     

 

Embargo für Ölimporte aus Russland


 

 

Marktein­schät­zungen

  • Auf dem globalen Ölmarkt bildet sich ein Bruch aus. Viele Analysten meinen, dass die Ölpreise wieder auf 100 $ steigen werden. Andere sehen die Rohölpreise eher im niedrigen 80 $ Bereich schwanken. Die Ölpreise stehen dabei zwischen Angebotsvolumen und Nachfragevolumen.
    Die drohende Rezession wird die Nachfrage abschwächen, während die Menschen weltweit ihren Gürtel enger schnallen und sich auf zunehmende wirtschaftliche Turbulenzen einstellen müssen. Die durch Putins Krieg in der Ukraine entfachte Energierohstoff-Krise könnte von der zu erwartenden neuen OPEC-Drosselung noch untermauert werden. Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Ölpreisrichtung sich zum Jahresende durchsetzen wird.
  • Die Analysten von Goldman Sachs erwarten die Brent-Rohölpreise im vierten Quartal bei 100 Dollar je Barrel. Das ist im Mittel aber um 15 Dollar teurer gegenüber Ende Spetember. Für 2023 soll es im Jahresmittel unter die 100 Dollar-Marke gehen.
     
  • Die Deutsche Bank and die Citigroup sehen wegen der Leit­zins­anhe­bun­gen und der Energeikriese in Europa eine Wahr­schein­lich­keit von mindestens 50% für eine Rezes­sion der Welt­wirt­schaft.
     

 

Ölmarkt, Ölproduktion und Marktbalance

Geopolitik / Weltordung

  • Nach der von Putin angeordneten Teilmobil­machung Russlands drängt China auf Friedens­­ge­spräche im Ukraine-Krieg. Chinas Außen­­minister forderte zu einer schnellen Verhand­­lungs­­lösung auf, denn der Konflikt dürfe sich nicht weiter aus­weiten oder über­greifen.
     
  • Die Spannungen zwischen China und Taiwan haben kritisch zuge­nom­men. Die Furcht vor einer Eska­lation hat Taiwan dazu bewogen, sein Militär in erhöhte Kampf­bereit­schaft zu versetzen. Vor dem Hintergrund der Kriegsgefahr wird Wash­ington den Insel­staat Taiwan mit umfang­reichen Waffen­liefer­ungen in der Größen­ordnung von 1,1 Milli­arden Dollar unter­stützen, darunter Anti-Schiffs­raketen und Luft­abwehr­raketen. US-Präsi­dent Biden sagte, die USA werden Taiwan bei­ste­hen und ggf. auch mili­tä­risch ver­tei­digen.
     
  • Washington sieht in China mittler­weile die größte Gefahr für die freie Welt­ord­nung, weil Peking lang­fristig die Welt­herr­schaft ihres Systems anstrebt und dies auch artikuliert hat:  China sei das einzige Land, das sowohl die Absicht als auch die wirt­schaftliche, mili­tätische und tech­no­logi­sche Macht hat, die Welt nach deren Ordung umzu­ge­stalten. Peking kündigt das unver­holen als Ziel für Mitte des Jahr­hun­derts an. Wash­ington will keinen neuen kalten Krieg, will diese beäng­sti­gende Ent­wick­lung aber verhin­dern wo es nötig wird.
     
  • Peking bezeichnet die Beziehungen Chinas zu Russ­land als „ein neues Modell“ für die Welt. Dabei würden zwei Nationen nicht auf Kon­fron­tation gehen. Dies­bezüg­lich warnt Wash­ington Peking davor, Russ­lands Angriffs­krieg auf die Ukraine zu unter­stützen. Chinas Außen­minis­terium betont, dass eine wichtige Erkennt­nis aus dem Erfolg der chinesisch-russi­schen Bezie­hungen es sei, dass sich beide Staaten aus dem Modell der mili­täri­schen und politi­schen Bünd­nisse des Kalten Krieges heraus­heben. Man fühle sich verpflichtet, ein neues Modell inter­natio­naler Bezieh­ungen zu ent­wickeln. China sei bereit, mit Russland zusammen­zuarbeiten, um die Weltordnung „in eine gerechtere und vernünf­tigere Richtung“ zu bringen, heißt es offiziell aus Peking.
    Aus Moskau heißt es: Russland unterstütze die "Ein-Land-Politik" Chinas und verurteilt die "westlichen Provokationen" dagegen als ungerecht­fertigte Einmischung.
     

 

Geopolitische Lagerbildung

Ölproduktion und Wirtschaft Russlands

  • Chinas Importe an russischen Energieroh­stoffen sind im August auf den Rekord­wert von 8,3 Milli­arden Dollar gestiegen. Die Zuwächse werden sowohl für Rohöl, Ölprodukte, Gas und besonders auch für Kohle verzeichnet. Beide Seiten profi­tieren.
     
  • Dennoch zeichnet eine offizielle Wirtschafts­analsye für Russ­land ein tief­schwar­zes Bild. Die Abhän­gig­keit von west­licher Techno­logie und fehlende Ein­nah­men in vielen Berei­chen dürften demnach für einen Absturz von Russlands BIP sorgen. Das erscheint unab­wend­bar.
    Der IWF erwartet für Russlands Wirt­schaft eine tiefe Rezes­sion. Im August gab es im BIP einen Rückfall in Milli­arden­höhe.
     
  • Russlands Zentralbank senkt Ende September erneut den Zinssatz. Zum fünften Mal in diesem Jahr senkt die russische Noten­bank die Leitzinsen zur Konjunk­tur­stützung. Wirtschafts­fach­leute rechnen für Russland inzwischen mit einem BIP-Rück­gang in 2022 im Bereich von -6%.
     
  • Laut Bloomberg hat sich die Ölförderleistung Russ­lands im August gehen­über dem Vor­monat um 1,9% verrin­gert. Zudem prog­nosti­ziert die IEA, dass die russi­sche Ölpro­duktion bis Anfang 2023 um 20% zum Vorjahr zurück­geht, weil die Sank­tionen im Dezem­ber zur Wir­kung kommen.
     

 

Big Oil geht weg von Russland


 

 

US Ölmarkt

  • Die US-Raffinerien werden künftig wieder verstärkt Rohöl aus Kanada kaufen. Da die SPR-Mengen­freigaben absehbar auslaufen, ist das saure kanadische Öl, zum Großteil aus den Ölsänden Albertas, wieder attraktiv. Es wird eine Verdop­pelung dieser Import­mengen erwartet.
  • Washington fordert die US Raffinerien auf, ihre Produkt­ver­käufe ins Ausland zu verrin­gern. Bei den Exporten nach Europa und Süd­amerika solle man sich zurück­halten und mit dem Aufbau von Lager­be­ständen begin­nen, denn diese seien zu niedrig und damit preis­treibend.
  • In den USA sind die SPR-Notbe­stände auf den niedrig­sten Stand seit 1987 gesunken auf 427 Mio. Barrel. Das ist der tiefste Stand seit 35 Jahren. Die USA bringen seit April täglich zusätz­liche 1 - 1,5 Mio. Barrel Rohöl aus ihren SPR auf den kommer­ziellen Markt. Die US Bestände an Destil­laten sind auf den nied­rig­sten Stand seit 14 Jahren abgesunken!
     
  • In den USA wächst die Schieferöl­förder­ung nicht so gestei­gert wie erwartet. Da die Bohr­loch­kosten im Jahres­vergleich um 15% gestiegen sind, halten sich die Ölfirmen mit den Investi­tionen zurück. Das Wachstum der US Ölförderung dürfte in diesem Jahr lediglich 500.000 Barrel/T betragen und könnte in 2023 sogar noch geringer ausfallen.
  • "Re-Fracs" ist die neue Strategie der US Schiefer­ölför­derer. Beim Re-Fracking werden Schieferöl-Förder­löcher, die nur noch wenig Förder­leistung bieten und teils aus der Produk­tion genom­men wurden, wieder reak­tiviert. Mit einem Höchst­druck Booster-Schuss kann eine schnelle Stei­gerung eines dürf­tigen Bohr­lochs erreicht werden, bei relativ geringen Kosten. Man versucht mit begrenzter Rein­vesti­tion schnell mehr zu erreichen. Dabei ist ein Re-Frac bis zu 40% billiger als ein neues Bohr­loch. Der Ölfluss aus altern­den Bohr­löchern kann damit verdop­pelt bis ver­drei­facht werden, sagen Schieferöl-Fachleute. Zudem geht es recht schnell, denn die Ölnach­frage ist hoch.
     

 

US Ölmarkt

Doch kein Iran-Atomvertrag?

  • Eine diplomatische Einigung zum Nuklear-Deal kann man inzwischen wohl endgültig abhaken. Irans Präsident Raisi erklärte, er sieht ohne die gefor­derten Sicher­heits­garan­tien der USA keinen Sinn in der Wieder­bele­bung des Atom­abkom­mens von 2015. Im Iran gibt es zudem innere Unruhen gegen die Mullah-Regierung, mit Protest­aktionen und Verhaf­tungen in vielen Städten.
  • Der Iran hat große Mengen geför­dertes Rohöl in eigenen Groß­tank­lagern, in Tank­lagern im Ausland sowie auf zahl­reichen Öltankern zwichen­gebunkert. Die Mengen belaufen sich geschätzt auf 100 Mio. Barrel. Dieses Öl wäre recht schnell markt­ver­fügbar, ohne dass man auf eine Inbe­trieb­nahme von Förder­an­lagen, Pipelines oder anderer Infra­struktur warten muss.
     

 

Ölproduktion Iran

Ölmengen­politik der OPEC+

  • Nachdem die Opec-Plus Gruppe die Ölproduktions­quoten hat auslaufen lassen, werden diese zum Herbst offerbar wieder aufgenommen.
    Für die Opec-Plus Konferenz Anfang Oktober wird wartet, dass das Ölkartell eine Drosselung von -0,5 Mio. Barrel/T beschließt. Der Plus Panter Russland befür­wortet sogar -1,0 Mio. Barrel/T. Was die Ölmen­gen­steige­rung angeht, ist Russ­land praktisch sowieso raus, denn es kann seine zuste­henden Förder­mengen kurz und mittel­fristig bei weitem nicht erfüllen.
     
  • Saudi-Arabien will bis Ende 2022 seine Ölförder­leistung auf die Kapa­zitäts­grenze von etwa 12 Mio. Barrel hochfahren. Bis 2027 soll die Produk­tions­kapa­zität an Rohöl dann auf 13 Mio. Barrel pro Tag ausgebaut werden.
     

 

OPEC, Opec+

Klimage­fahren

  • Anhaltende Rekord-Hitzewellen herrschen in vielen Regionen der Erde vor. Im Juli und August vor allem in Europa, Nord- und Südamerika und in Osten Afrikas.
  • Die Menschheit ist auf dem unverantwortlich kritischen Weg, bis zum Jahr 2030 doppelt so viel an fossilen Brennstoffen zu verbrennen, wie verkraftbar wäre um die Erderwärmung unter +1,5 ° C zu halten. Auch diese Zahl wird bereits gravierende und umwälzende Folgen für das globale Ökosystem mit sich bringen. Diese Auswirkungen sind absolut unumkehrbar und niemals wieder gutzumachen. "Wir sind in einem tiefen Loch - und wir müssen sofort aufhören zu graben", beschwört das unabhängige Stockholm Environment Institute (SEI).
  • Der Weltklimarat schlägt mit seinem jüngsten Bericht Alarm hinsichtlich einer unbestreitbar beschleunigten Klimaer­wärmung. Demnach könnte eine Erderwär­mung um 1,5 Grad bei aktueller Entwicklung bereits bis 2030 erfolgen. Bislang hatte man damit erst etwa zehn Jahre später gerechnet. Und dieses ist weder umkehrbar noch stoppbar. Diese Prozesse können mit größten Anstren­gungen lediglich verlangsamt werden.
  • Die weltweite Kohlenachfrage ist in 2021 um 6% gestiegen. Laut Daten der IEA (Paris) ist die Gesamt­nachfrage nach Kohle in 2021 auf insgesamt 7,9 Milliarden Tonnen gestiegen. Das ist hauptsächlich darauf zurück­zuführen, dass Kraftwerks­kohle aufgrund der steigenden Gaspreise weltweit zu einer noch wichtigeren Strom­erzeugungs­resource geworden ist. Es stellt sich die Frage, wie sollen die Erneuerbaren das in Zukunft überhaupt theoretisch abdecken können?!
     

 

Klima-Krise

 


US Öllager­be­stände

Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllager­bestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variations­bereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoff­börse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detail­lierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwick­lungen von Ölförder­menge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreis­entwicklung.
 

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
USA Rohöllager: 2022 aktuell sowie 5-Jahres-Varianz

 

REDAKTIONELLE RECHTE:

TECSON weist ausdrücklich auf die eigenen redaktio­nellen Rechte hin.
Das Kopieren der Inhalte (auch auszugsweise) und deren Verwendung ist ohne unsere schriftliche Genehmigung nicht gestattet.