Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Monatsberichte von IEA und OPEC

Ölproduktion, Fördermaximum, Ausblick 2018, 2019

IEA-Monatsbericht:

Trotz des Rückgangs der weltweiten Ölproduktion im November bleibt der globale Ölmarkt bestens versorgt. Die OECD Rohölbestände nahmen in den letzten Monaten zu und liegen zum ersten Mal seit März wieder über dem 5-Jahresschnitt.
Prognosezahlen der IEA (Paris):
• Ölproduktion der OPEC im November: 33,0 Mio. B/T
• Ölnachfragewachstum für 2019 (global): +1,4 Mio. B/T
• Ölförderzuwachs außerhalb der OPEC: +1,5 Mio. B/T

OPEC-Monatsbericht:

• Globale Ölnachfrage 2019: 100,1 Mio. B/T
• Globale Ölförderung 2019  100,6 Mio. B/T

Im Monatsbericht des Ölkartells korrigiert man die Nachfrage nach Opec-Öl für 2019 nach unten. Interessant ist dabei vor allem, dass der erwartete Bedarf 2019 mit 31,4 Mio. B/T etwa 1,5 Mio. B/T unter der Produktionsmenge vom Oktober mit 33,0 Mio. B/T liegt. Dies ist deutlich mehr als die beschlossene Kürzung von 0,8 Mio. B/T, sodass die Opec selbst bei Quoteneinhaltung faktisch mit einem Überangebot von 0,7 Mio. B/T rechnet.
 

Markteinschätzungen

Entwicklung, Fakten u. Prognose Ölpreise

16. Dezember

Die Marktanalysten von Barclays sind preisoptimistischer die von anderen. Man erwartet die BRENT-Kontrakte im ersten Quartal 2019 auf 71 Dollar/Barrel ansteigend. Für das Gesamtjahr 2019 sieht Barclays für BRENT einen Mittelpreis von 72 Dollar und für WTI von 65 Dollar/B.  Barclays begründet seine Prognose damit, dass die Lagerbestände laut Dezemberzahlen bereits jetzt wieder rückläufig sind, noch bevor die Opec-Drosslungen im Januar aktiv werden.

14. Dezember

Capital Economics korrigiert die Preisprognose für 2019 nach unten. Die Kombination aus einem langsameren globalen Wirtschaftswachstum und dem zu erwartenden weiteren Anstieg der US Schieferölförderung sollte zu mehr Preisdruck führen. Vor allem für die USA wird für das zweite Halbjahr 2019 eine spürbare Verlangsamung des Wirtschaftswachstum gesehen. Capital Economics sieht die BRENT-Kontrakte Ende 2019 bei 55 Dollar je Barrel. Das ist fünf Dollar niedriger als in der zurückliegenden Schätzung.

11. Dezember

Marktteilnehmer bezweifeln mehrheitlich, dass der neue Förder-Cut der Opec-Plus Gruppe das Überangebot auf dem Ölmarkt schnell und nachhaltig senken wird. Die Analysten von Morgan Stanley haben daher ihre Ölreisprognosen um 10 Dollar/B gesenkt. Für das zweite Quartal 2019 erwartet man einen ausbalancierten Ölmarkt und zur Jahresmitte die BRENT Rohölpreise bei etwa 67,50 Dollar/Barrel. Diese Prognose ist immerhin um 10 Dollar niedriger als die Vorausgegangene.

Ähnlich schätzt Goldman Sachs die Situation ein, indem man für die erste Jahreshälfte 2019 von einem ausgeglichenen Ölmarkt ausgeht. Die Ölexporte des Iran werden durch die US Sanktionen reduziert. Auch für den Ölausstoß Venezuelas muss mit weiterem Rückgang gerechnet werden. Zudem meint man, dass das globale Nachfragewachstum für 2019 unterschätzt werde. Im letzten IEA Monatsreport wurde der Weltölverbrauch für 2019 mit einem Anstieg von +1,4 Mio. B/T abgeschätzt. Die Analysten sehen durchaus eine Verknappung und wieder anziehende Ölpreise, korrigierten ihre für Preiserwartung gegenüber der letzten mal aber etwas nach unten.

"S&P Global Platts" erhebt monatlich eine Umfrage unter den namhaften Investmentbanken hinsichtlich der künftigen Preiserwartung am Ölmarkt. Im November war für 2019 ein prognostizierter BRENT-Mittelpreis von 75,50 USD pro Barrel ermittelt worden. Diese Zahl wird aktuell abwärts redvidiert, wobei die jüngsten Prognosen immer noch deutlich höher liegen als die derzeitigen Spotpreise.
 

Ölinvestments in den USA

Ölproduktion und Lagermengen

13. Dezember

Die Produktionsprognosen für die Ölboom-Region 'Permian Basin' in Westtexas sind robust. Ein jüngster Prognose-Report von IHS Markit zeigt, dass die dortige Schieferölproduktion bis 2023 um 2,0 Mio. Barrel auf 5,4 Millionen Barrel pro Tag an Schieferöl ansteigen dürfte. Die EIA prognostiziert zwar lediglich eine Steigung von 3,4 auf 4,0 Millionen Barrel pro Tag, aber auch das wäre eine bedeutende Menge. Derzeit werden Abtransport-Pipelines gebaut, was die Investitionen dort stark unterstützt. Im Herbst 2018 ist die US Schieferölförderung extem stark ausgebaut worden. Die USA sind zum größten Ölförderland aufgestiegen. Nach 11,9 Mio Barrel/Tag in der Spitze im Oktober liegt die Förderung derzeit bei gut 11,7 Mio. B/T.

In 2019 wollen die US Ölfirmen 124 Milliarden Dollar an weiteren Investitionen tätigen. Das wäre eine Steigerung um 10%. Bei 50 USD/B ist man profitabel. Der CONOCO Ölkonzern wird besonders in den Schieferölregionen Permian Basin (Westtexas) und Bakken (North Dakota) sein Engagement in 2019 um weitere 25% erhöhen, nachdem in 2018 um 35%& gesteigert wurde.

Die EIA rechnet für 2019 mit einer Steigerung der US Ölproduktion, weil neue Pipelines und ein Ölterminal an der Golfküste für Großtanker im Bau sind. Die Produktionsmarke von 12 Mio. B/T soll im April geknackt werden. Ende 2019 wird eine US Ölförderleistung von 12,3 Mio. B/T erwartet. Die USA bauen Ihre Position 1 gegenüber Russland und Saudi-Arabien weiter aus, während diese drosseln (Cut-Deal).
 


 

Cut-Deal der OPEC steht

Das OPEC-Kartell in Nöten

Freitag, 7. Dez., 15:30 Uhr:

Nach "großem Poker" bei den Drosselungsverhandlungen gab es am Freitagnachmittag eine Einigung.

Die OPEC-Plus Gruppe wird die Tagesölproduktion ab Januar um 1,2 Millionen Barrel verringern. Dieser schwer errungene Beschluss rettet die OPEC und dürfte die Überversorgung des Weltölmarktes glattstellen. Wie wirkungsvoll diese Maßnahme letztlich ist, wird das erste Quartal 2019 zeigen. Saisonal ist dann die Ölnachfrage am geringsten. Man darf die BRENT Notierungen in den nächsten Wochen bei 60 - 70 Dollar/Barrel erwarten. Das hieße Preisstabilisierung.
 

Chinas Öldurst

Ölproduktion, Ölexortmengen, Ölfördermengen

10. Dezember

Der Wirtschaftsriese China hat im November die zurückgefallenen Rohölpreise für eine weitere Aufstockung seiner Öllager genutzt. Ein strategisches Vorgehen unter Ausnutzung des Preisvorteils. Man kann davon ausgehen, dass Chinas auch im Dezember weiter große Ölmengen einlagert. Die chinesischen Importe aus dem Iran hat man deutlich reduziert und importiert stattdessen erheblich mehr Rohöl aus Russland. Das ist zum Vorteil beider Länder und festigt die strategische Bindung zwischen Moskau und Peking - nicht zuletzt auch in Opposition zum Vorgehen Washingtons.

Die IEA prognostiziert, dass China die USA als der größte Ölkonsument der Welt etwa zum Jahr 2030 überholen wird.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China sind allerdings schwach ausgefallen. Zum Teil wohl eine Folge des Handelskriegs.
 

Öl-Sanktionen gegen IRAN:

Ölmarkt, Ölproduktion, Welthandel

Entwicklung und Stand:

5. November

Von heutigem Montag sind weitere harte Sanktionsschritte Washingtons gegen den Iran in Kraft. Vor allem die Ölindustrie, aber auch Finanzsektor (Zahlungsabwicklung beim Ölkauf) und die Ölexporthäfen werden stark betroffen sein. Trump will dem Regime in Teheran die Ölexporteinnahmen entscheidend abkappen. Allerdings erhalten nach aktuellem Informationsstand acht Länder Ausnahmen zum Import von Rohöl aus dem Iran. Darunter sind Indien, China, Japan, Südkorea, die Türkei und der Irak die wichtigsten Ausnahmeländer.

26. Oktober

Peking hat seine staatlichen Ölkonzerne CNPC und Sinopec angewiesen, den Kauf von Öl aus Iran zu stoppen, was mit auf Druck der USA geschieht. Diese Anweisung mag vorrübergehend sein, abhängig vom Ausgang der laufenden komplexen Verhandlungen Pekings mit Washington. Importeure, die weiterhin iranisches Rohöl kaufen, nachdem die Sanktionen am 5. November in Kraft treten, laufen Gefahr, vom amerikanischen Finanzsystem abgeschnitten zu werden.

23. Oktober

Stand der iranischen Ölexporte:  Mittlerweile sind die Ölexporte aus dem Iran auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken. Jüngste Zahlen geben die Ausfuhren mit noch 1,1 Mio. B/T an. Der Rückgang gegenüber dem Jahresbeginn beträgt etwa 1,6 Mio. Barrel. Viele Importländer iranischen Öls haben dem Druck Trumps nachgegeben. Das ist ein unerwartet steiler Rückgang im Vorfeld der Sanktionsphase II gegen den Iran, die erst Anfang November voll in Kraft tritt.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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