Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Corona-Virus:

Ölmarkt, Ölproduktion, Ölproduktion

In Chinas sind viele Metropolen verkehrstechnisch isoliert und abgekoppelt. Wirtschaftlich geht in den Industriemetropolen fast gar nichts mehr. Viele Seehäfen lassen keine Passagiere mehr von oder an Bord. Der Ölverbrauch des Wirtschaftsgiganten China ist massiv zurückgegangen. Deshalb können die chinesischen Ölimporteure ihre Kontrakte nicht in vollem Umfang abnehmen. Man beruft sich auf ein Force Majeur durch die Corona-Ausnahmesituation.

Live-Tickrechner:  Infektionen und Tote

Mittlerweile haben sich über 67.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Davon sind außerhalb Chinas 677 Fälle registriert worden. Die Zahl der Todesopfer ist auf über 1500 geklettert. In Auswertung der Zahlen ist zu sehen, dass die Anstiegskurve nicht exponentiell verläuft. Das Maximum ist aber noch nicht erreicht und die WHO gibt keinerlei Entwarnung für die Situation. Außerhalb Chinas ist die Zahl der bestätigten Infektionen vor allem in Japan, Singapur und Hongkong angestiegen.


Der Corona-Virus bringt ähnlich große Gefahren mit sich wie seinerzeit der SARS-Virus. Auch hat der Virus die Grenzen Chinas in viele Richtungen hin überwunden. Sein großflächiges Ausbreiten wird man nur schwerlich unterbinden oder stoppen können.

Auswirkungen:
Die Entwicklung des Corona-Virus hat stärksten Markteinfluss. Die Ölbörsen zeigen sich stark verunsichert und die Future-Kontrakte rutschten steil abwärts. China-Regierung hat ganze Metropolen verkehrstechnisch abriegelt. Für die Mehrzahl der Fabriken gelten verlängerte Neujahrs-Ferien. Zweidrittel der Produktionsleistung Chinas sind gestoppt. Kaum ein Mensch traut sich auf die Straße. Die Millionenstädte geben ein geisterhaftes Bild ab und Chinas Wirtschaft wird hart getroffen werden. Das Wirtschaftswachstum wird eher um 2% als um 1% geringer ausfallen. Und das wird sich zwangsläufig auch auf die Weltwirtschaft und die Ölnachfrage auswirken. Wirklich keine guten Vorzeichen für 2020.
 

IEA Monatsbericht

Ölproduktion und Lagermengen

Der jüngste IEA Monatsreport zeichnet ein 'bärisches' Bild für den Ölmarkt. Zuvor hatten die EIA und die OPEC in ihren Prognose­berichten bereits starke Nachfrage­probleme für den Ölmarkt genannt, wobei die derzeitigen Förderausfälle Libyens die Marktsituation durchaus etwas entschärfen. Dennoch wird unterm Strich eine klare Überversorgung gesehen.
Die IEA sieht diesen Angebotsüberhang, der durch die Covid19-Krise verursacht ist, aber signifikant höher und sieht damit die Situation kritischer und nachhaltiger in seinen Auswirkungen für das Jahr 2020. Chinas Ölimporte haben sich seit Wochen erheblich verringert. Hinzu kommt, dass die die Ölexportländer durch eine Zustim­mungsver­weigerung Russland noch keine angemessenen zusätzlichen Kürzungen beschlossen haben.


 

Klimaerwärmung, CO2-Bepreisung

Ölmarkt, Ölproduktion, Revolution der EVs

Die Menschheit ist auf dem unsagbar zweifelhaftem Weg, bis zum Jahr 2030 doppelt so viel an fossilen Brennstoffen zu verbrennen, wie zulässig wäre um die Erwärmung unter +1,5 ° C zu halten. Auch diese Zahl würde bereits gravierende und umwälzende Folgen für das globale Ökosystem mit sich bringen. "Wir sind in einem tiefen Loch - und wir müssen sofort aufhören zu graben", beschwört Måns Nilsson von Stockholm Environment Institute (SEI).

Die Klimakonferenz von Madrid ging als eine einzige große Enttäuschung zu Ende. Es wurde rein gar nichts erreicht. Die Menschheit wird die Klimakatastrophe nicht aufhalten, weil viele Regierungen nur den kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteil für ihren Staat im Blick haben. Hier sind in erster Reihe die USA, Brasilien und Australien zu nennen. Mit dem Kopf in den Sand gesteckt geschieht ein unumkehrbares Verbrechen an der Natur und der Umwelt und letztlich an der Lebensqualität unseren Enkel.
Siehe auch unsere Seite: PtL und eFuels

In Deutschland haben sich Bund und Länder auf die Nachbesserung des Klimapaketes geeinigt. Für Kraftstoffe und für Heizöl müssen ab 2021 pro Tonne CO2  25,- EUR anstatt 10 EUR bezahlt werden. Das dürfte auf den Liter Öl dann 7 - 8 Cent an Verteuerung bringen. In den Folgejahren soll diese Abgabe weiter ansteigen auf 55 - 65 EUR je Tonne CO2. Ausgleichend wird die Pendlerpauschale angehoben.
 

Schieferölbranche in Problemen

Ölproduktion und Lagermengen

Ende Januar:

Laut Erhebung der EIA verlangsamt sich die Produktionssteigerung bei der UIS Schieferölbranche. In dem neuesten 'Drilling Productivity Report' der EIA wird prognostiziert, dass die Ölförderleistung der USA im Monat Februar nur um 22.000 Barrel/T ansteigen wird. Das ist rückblickend ein erheblich verlangsamtes Steigerungstempo.

Anfang Januar:

In den nächsten zwei Jahren sollen in der Schieferölregion Permian Basin fünf neue Ölpipelines in Betrieb genommen werden. Die Mehrkapazität liegt bei knapp 3,5 Mio. Barrel/Tag. Dieses Angebot wird man aber nicht auslasten können. Im aufkommenden Wettbewerbsdruck werden die Transportkosten je Barrel unweigerlich sinken, weil es zu einem Kapazitätsüberhang kommen wird.
Auch sind hohe Investitionskredite zunehmend fällig. In 2020 werden über 40 Milliarden Dollar zu tilgen sein. Seit 2015 haben bereits mehr als 200 Schieferölförderer Insolvenz angemeldet. Und diese Zahl wird weiter zunehmen. Diese Entwicklung könnte den zweiten Schieferölboom in den USA zum Stillstand bringen.

Status Ende 2019:

Bezüglich der Konstitution der Schieferölbranche in den USA hat sich die Einschätzung und die Erwartungshaltung geändert. Die vorherrschenden Prognosen für das Wachstum entsprechen nicht der Realität, denn sie seien viel zu optimistisch, meinen namhafte Marktbeobachter. Laut 'Unconventional', mit Sitz in Houston, wird das Produktionswachstum bereits in 2020 abflachen. Auch 'Pioneer Natural Resources' sieht „dramatische Veränderungen“ des Verhaltens der Schieferölfirmen. In den letzten Jahren wurde die Situation schöngeredet und man setzte auf den Boom. Mit den in der Realität aber engen Margen und der in 2019 aufgekommenen Zurückhaltung der Banken, ist aus Optimismus nun Ernüchterung geworden. Inzwischen geht selbst in der Vorzeigeregion 'Permian Basin' bereits die Zahl der Arbeitsplätze auf den Bohr- und Förderfeldern zurück. Die Prognosen der EIA (US Ministerium) und der IEA (Paris) zum Schieferölwachstum scheinen zu optimistisch gewesen zu sein.
 

Förderausfälle in Libyen und Venezuela

Ölmarktentwicklung - Prognose

Libyen:

Die libysche National Oil Company (NOC) hat die Ölförderung des Opec-Landes Ende Januar mit nur noch 262.000 Barrel/Tag beziffert. Binnen 10 Tagen ist die Produktionsleistung um fast 1 Mio. B/T eingebrochen. Der Verlust an Einnahmen aus dem Ölgeschäft wird mit über 300 Mio. Dollar angegeben. Mit dem Pipelinestopp sei das große Problem, dass kaum Zwischenlager­kapazitäten verfügbar seien. Nur 37% der Lager seien einsatzfähig. Wenn kein Rohöl mehr aufgenommen werden kann, wird die Ölförderung sogar auf nur noch 70.000 Barrel/T heruntergefahren werden müssen. Im Dezember hatte Libyen noch rund 1,14 Mio. Barrel Rohöl täglich produziert.
In Libyen scheinen die kürzlich in Berlin ausgehandelte Waffenruhe sowie das Waffenembargo nicht zu halten. Es gibt Berichte über weiter vorrückende Truppen General Haftars und über neue Lieferungen an Kriegsgerät.

Venezuela:

Venezuelas PDVSA muss wegen umfangreicher überfälliger Reparatur die letzten beiden in Betrieb befindlichen Raffinerien in Venezuela für einige Zeit schießen. Betroffen sind die Raffinerien Amuay und Cardon. Die Raffinerien in Puerto La Cruz und El Palito sind bereits länger offline. Große Probleme macht der Mangel an leichtem Rohöl als erforderlicher Prozesszugabestoff, weil diese wegen Importsanktionen der USA nicht verfügbar sind. Weiter sind häufige Stromausfälle ein Problem. Venezuela hat die weltgrößten Ölreserven. Allerdings ist die Sortenqualität schlechter und die Förderkosten sind hoch. Die Anlagen sind marode und die Produktionsmengen nehmen immer weiter ab.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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