Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle widergegeben und diskutiert:

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Oil Rig Count vs. gebohrte Förderlöcher

Oil Rig Count und gebohrte Förderlöcher

23. September

Seit sechs Wochen sind die Ölbohraktivitäten in den USA rückläufig, zumindest scheinbar. Der ‘Oil Rig Count‘ hatte Ende Juli die Anzahl von 766 aktiven Bohranlagen erreicht. Mitte September ist deren Anzahl inzwischen auf 744 wieder gesunken. Auf der anderen Seite ist aber die Anzahl der fertig gebohrten Förderlöcher, die noch nicht im Förderbetrieb sind, im August auf bemerkenswerte 7.048 angewachsen. Das sind 231 Förderlöcher mehr als im Juli. Das entspricht einem Zuwachs von über 7 Förderlöchern jeden Tag!

Die Ölförderfirmen warten derzeit auf bessere Barrel-Preise, bevor sie dann die Bohrlöcher für den Förderbetrieb ausrüsten. Mit der eintretenden Mehrförderung werden aber gleichzeitig die Aufwärtsspielräume an den Ölbörsen limitiert. Die Ölförderer 'hedgen', sobald ein auslösendes Preisniveau erreicht ist. Der Verkaufsdruck nimmt durch das Hedging zu - und mit einigen Monaten Verzögerung schnellt dann auch die Ölproduktion nach oben. Das führt die Marktsituation in eine Sättigung und zwangsweise folgt der Preisrückgang. Das US Energieministerium erwartet, dass die Ölförderleistung der USA Ende September auf gut 9,5 Mio. und im Oktober auf 9,6 Mio. Barrel/Tag ansteigen wird. Die Schieferölförderer haben dabei einen Anteil von 6,1 Mio. Barrel/T. Laut Prognosen soll in 2018 die durchschnittliche Ölfördermenge der USA auf 9,8 bis 10,0 Mio. B/T ansteigen. Das mag die Ölpreise neuerlich unter Druck bringen. Andererseits scheint die OPEC unbeirrt und entschlossen den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Sie hat auch keine andere Möglichkeit. Und im dritten Quartal hat es bestens funktioniert.
 

IEA Monatsreport

Ölmarkt, Ölproduktion, Fördermengen

15. September

Nach den Monatsberichten von EIA und OPEC folgte am 13.09. der Monatsreport der International Energy Ageny (IEA, Paris). Darin korrigiert die IEA die globale Ölnachfrage für 2017 um +100.000 auf 1,6 Mio. Barrel/Tag nach oben. Das ist eine nicht unerhebliche Steigerung. Im Juni war die IEA noch von plus 1,3 Mio. B/T ausgegangen. Zudem konnten die Ölexportländer der OPEC im August ihre Quotenumsetzung verbessern. Das Ölkartell erreichte 82% der Drosselungs-Zielquote, während die Non-OPEC Deal-Partner sogar 100% Quotentreue erreichten. Im August hat sich das globale Ölangebot mit minus 0,72 Mio. B/T spürbar verringert, sodass sich der Ölmarkt knapper zeigt, mit einer Marktbalance im Minus. Die globalen Lagerbestände verringerten sich im Monat August um rund 30 Mio. Barrel. Der IEA-Report erzeugte an den Ölbörsen eine Preisunterstützung, wodurch die Rohölleitsorten ein 15-wöchiges Preishoch anpeilten. Die Gasölnotierungen erreichten sogar ein Zwei-Jahren-Hoch, weil in den USA durch die Hurrikanauswirkungen Produktknappheiten auftraten.

Auch der OPEC-Monatsreport geht von einer insgesamt höheren Weltölnachfrage aus. Mit der guten Quoteneinhaltung sieht sich die OPEC im eingeschlagenen Weg bestätigt. Hinter den Kulissen diskutieren die Ölexportländer derzeit über die Verlängerung des bis Ende März 2018 laufenden Drosselungsabkommens. Eine Deal-Verlängerung um weitere drei Monate oder sechs Monate ist vorgeschlagen. Die wichtigen Player Russland und Saudi-Arabien scheinen einig. Die Saudis versuchen, die anderen mit im Boot zu halten. Schwierige Partner sind der Irak und Kasachstan.
 

Förderquoten kontra Bohrlöcher

Ölmarkt, Ölproduktion, OPEC Strategie

31. August
 
Für die Quotenstrategie der OPEC und OPEC-Partner gilt es, die Fördermengen nicht im nächsten Frühjahr sofort wieder über die Maßen hochschnellen zu lassen. Auch muss die OPEC die Schieferölförderer in den USA in irgendeiner Weise möglichst kurz halten.

Ende August wurde bekannt, dass Russland und Saudi-Arabien bei dem Treffen in St. Petersburg im Juli konkret über eine mögliche Verlängerung der gemeinsamen Drosselungsquoten bis Ende Juni 2018 gesprochen haben. Sollten beide Länder eine Verlängerung des Quoten-Deals forcieren, so werden die anderen Produzenten sicherlich mitziehen. Das nächste Berichtstreffen des JMMC-Komitees zur Quotenüberwachung findet am 22. September statt. Die nächste Quotenkonferenz der OPEC am 30. November.

Angolas Ölminister kommentierte: "Es ist besser, das Niveau der Ölproduktion zu reduzieren und die Gewinne durch den Ölpreisanstieg mitzunehmen, anstatt auf dem Höchstniveau zu produzieren und das Rohöl zu knirschend niedrigen Preisen im gesättigten Markt zu verscherbeln". Aus anderer OPEC-Quelle hieß es: "Die OPEC schaut nicht auf eine "Ausstiegsstrategie". Die OPEC nimmt eine "Kontinuitätsstrategie" ins Visier. Es wird nicht so kommen, dass jedes OPEC-Mitglied seinen eigenen Weg gehen wird."

Die EIA prognostizierte kürzlich, dass die US Schieferölförderung im Monat September um 117.000 B/T gegenüber dem August ansteigen wird. Damit würde die Förderleistung auf über 6,1 Mio. Barrel/Tag anwachsen. Die amerikanische Ölproduktion befindet sich in steilem Aufwind, trotz der inzwischen stagnierenden Anzahl an Ölbohranlagen. Allerdings ist die Anzahl der heruntergebohrten aber noch nicht zum Förderbetrieb ausgerüsteten Bohrlöcher allein im Monat Juli um weitere 208 angestiegen. Damit gibt es bereits über 7.000 Ölförderlöcher, die darauf warten in Betrieb genommen zu werden. Das Potenzial für weitere Produktionssteigerungen ist also enorm groß. Die US Förderbranche boomt  -  Allerdings warf der Hurrikan Harvey auch die Schieferölbohrer in der 'Eagle Ford' Region in Texas ein Stück weit zurück.
 

Revolution der EVs

Ölmarkt, Ölproduktion, Revolution der EVs

23. August
 
Die Analysten der Investmentbank JP Morgan warnen davor, dass es in der Wirtschaft viele Verlierer geben wird, wenn die REVOLUTION der Elektrofahrzeuge beherrschend ins Rollen kommt. Nach Einschätzung des amerikanischen Bankhauses werden die Elektrofahrzeuge (EVs) bis 2025 einen Anteil von 35 Prozent der Neuwagenzulassungen erreichen. Bis 2030 könnten sogar 50 Prozent erreicht werden.

Autohäuser und Werkstätten werden mit die Verlierer sein, weil die Instandhaltung deutlich weniger aufwändig ist. Auch die Automobil-Zuliefererindustrie läuft in Probleme, weil ein E-Motor viel weniger Motoranbauteile hat als ein Kraftstoffmotor. Auch das Volumen der Fahrzeugverkäufe wird nach und nach zurückgehen, weil EVs eine längere Lebensdauer haben werden als bisherige Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Und natürlich werden die Ölkonzerne und die Ölbranche einer der großen Verlierer sein. Bis 2035 könnte sich die globale Ölnachfrage um 15 Prozent verringern. JP Morgan sieht eine mögliche Todesspirale für die Ölpreise, da die Ölproduzenten versuchen, die Erdölmilliarden ihrer Ölfelder noch zu monetarisieren. Sie werden so viel Öl wie möglich produzieren und werden versuchen es im schrumpfenden Markt noch abzuverkaufen.

Die gesamte Entwicklung muss letztlich nicht schlecht sein. Aber sie hat in jedem Fall auch gravierende negative Seiten. Aufhaltbar wird der Prozess nicht sein! - Aber wie wird die Weltwirtschaft das verkraften?
 

Ölbohraktivitäten in den USA

 
'Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Oil Rig Count
US Oil Rig Count laut 'Baker Huges' - [Klick for Zoom]

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