Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Delta-Vriante: Auswirkung, 2 Lager

Delta-Variante

Die Analysten von Moody's sind für die Märkte optimistisch für die letzten fünf Monate diesen Jahres. Man erwartet zum einen nicht, dass die Delta-Variante exponentiell weiter anwachsen wird. Vielmehr erwartet man lediglich stetig und überschaubar weiter kletternde Infektionszahlen. Eine übergroße Welle an Kranken­hausein­weisungen wird nicht erwartet. Die Menschen werden künftig entspannter mit der Situation umgehen und ihr Verhalten nicht großartig mehr ändern.
Mindestens für die USA ist Realität, dass sich die Bevölkerung in zwei Hauptlager gespalten hat. Zum einen sind es die geimpften Personen, die umso mehr zur Normalität zurückkehren wollen. Und zum anderen ist es die große Gruppe derer, die sich gegen eine Impfung entschieden haben. Davon hat ein Großteil wiederum ein geringeres Angstlevel bezüglich Corona. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass keines dieser Lager bereit sein wird in neue Verbote und Lebens­beschrän­kungen zurückzukehren. Das dürfte weder politisch noch wirtschaftlich künftig einen akzeptabel gangbaren Weg mehr darstellen. Nach Stand der Erkenntnisse erscheint dieses auch nicht nötig, Denn die regelmäßig erhobenen Zahlen über die Kranken­hausein­weisungen und Todesfälle zeigen in fast allen von Delta betroffenen Ländern keine beängsti­genden Anstiege.
 

Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

Bei der CBA rechnet man damit, dass die Ölnachfrage das Angebot weiter übersteigen wird und die Leitsorte BRENT bis zum vierten Quartal sogar auf 85 Dollar steigen könnte. Es ist einfach die Ölbalance zu knapp, wird angemerkt.

Bei der DBS Bank gehen die Rohstofffachleute auch davon aus, dass die gute Nachfrageentwicklung in den USA und in Europa die Ölpreise weiter stützen wird.

Die Markanalysten von OCBC erwarten für Ende Juli und in den August hinein eine erhöhte Preisvolatilät bei den Rohölkontrakten. Sie gehen aber davon aus, dass sich die Ölnotierungen unterhalb von 70 Dollar/Barrel nicht lange halten könnten.

Bei der Investmentbank Goldman Sachs äußert man sich in Bezug auf die Ölpreise weiterhin 'bullisch'. Trotz der jüngsten preislichen Abwärtskorrektur hält man die beschlossen Produktionsfreigaben der OPEC+ für „moderat“. Die Erhöhung der Fördermengen werde das vorherrschende Angebotsdefizit nicht vollständig beseitigen, so die Bank. Der Ölmarkt wird knapp bleiben, was latent preisunbterstüzend wirken sollte.

Bei TD Securities erwartet man, dass die Barrel-Preise im dritten Quartal die 80 $-Marke erreichen werden. Allerdings dürften die WTI-Kontrakte in 2022 wieder auf etwa 70 Dollar/Barrel zurück­kommen. Auch werden laut UBS die Ölpreise im zweiten Halbjahr auf 80 USD/B weiter zulegen. Man sieht eine weiter zulegende Ölnachfrage und erwartet, dass sich die Opec spätestens Anfang August zusam­menrauft und einen neuerlichen Preiskrieg verhindern wird. Weiterhin sind die Investitionen der Ölindustrie sehr niedrig. Das wird die Ölproduktion stagnieren lassen und langfristig das Ölangebot negativ beeinflussen.

Die Analysten von JP Morgan gehen davon aus, dass sich die OPEC+ in den nächsten Wochen doch einigen wird. Wahrscheinlich wird man dann die Produktion im Herbst schrittweise erhöhen. Und zwar etwa um die Mengen die letzte Woche von Russland und Saudi-Arabien vorgeschlagen worden war. Vielleicht gibt es für die VAE noch einen kleinen Mengenbonus.

Das Handelshauses Trafigura geht davon aus, dass die Preise gleich über eine ganze Reihe von Rohstoffen hinweg einen nachhaltigen Anstieg vollziehen werden.
 

Künftige Opec-Förderquoten

Die Opec-Plus Gruppe hat sich Mitte Juli auf schrittweise stetige Erhöhungen des Ölausstoßes geeinigt. Jeden Monat werde man gemeinsam 400.000 Barrel/Tag mehr auf den Markt bringen. Den VAE und einigen andere Mitgliedern der Gruppe wurden dabei gewisse Quoten­zugeständ­nisse gemacht. Diese Schema der Mehrförderung könnte bis September 2022 laufen. Dann wären sämtliche zuvor beschlossenen Förder­begren­zungen in Form der Quoten letzlich abgebaut. Das deckt sich mit der Erwartung der OPEC, dass die Weltöl­nachfrage im zweiten Halbjahr 2022 wieder auf das Nachfrage­niveau von vor der Pandemie zurückkehrt.

Der jüngste Monatsbericht der OPEC hat gezeigt, dass die Gruppe ihre Förderung im Juni um 590.000 B/T ausgeweitet hat. Durch weitere Anpassungen der Quoten wird man die Ölfördermangen wohl weitergehend erhöhen. Der Markte kann das sicherlich gut aufnehmen.
 


 

Nuklear-Verhandlungen mit den Iran

Angriff auf Öltanker

Ende Juli:

Bei den Iran-Gesprächen zu einer Rückkehr zum Atom­abkommen von 2018 gibt es Ende Juli keine Fortschritte. Wie es aussieht stellt die neu gewählte Regierung in Teheran die bisherigen Verhandlungs­ergeb­nisse wieder komplett in Frage. Die US-Regierung bereitet sich unterdessen schon mal auf die Möglichkeit vor, dass die Gespräche, wenn Sie denn überhaupt neuerlich begonnen werden, letztlich scheitern. Um mehr Verhand­lungsdruck auszuüben zieht es Washington in Erwägung, die derzeitigen Ölexporte des Iran nach China mit Sanktionen zu unterbinden. Auch spricht man offenbar mit Peking, um sich vielleicht Unterstützung zu holen, was ein fragiles unterfangen ist.
 

Enwicklungen und Fakten

Ölförderung der Opec-Plus Gruppe

Brasilien hat vor seine Rohölproduktion bis 2030 zu verdoppeln. Für den Petrobras Konzern wird im Umfeld schrumpfender internationaler Möglichkeiten für fossile Brennstoffe die Trommel gerührt.

Das Opec-Mitglied Irak will die Produktion des West Qurna 1 Ölfeldes in den kommenden fünf Jahren um 40% auf mehr als 700.000 Barrel/Tag steigern.

Weltweit werden insgesamt zu wenig neue Ölbohrungen vorgenommen, um in den nächsten Jahren die aktuellen Fördermegen aufrecht zu erhalten zu können. Das Defizit an neuen Bohrungen wird sich bereits im nächsten Jahr in einem Produktionsrückgang bemerkbar machen.

Die Delta-Variante wird sich weiter ausbreiten. Und andere Mutationen werden folgen. Das bedeutet, es wird immer wieder ein Aufflammen der Covid19-Infektionen auftreten. Eine hohe Durchimpfung der Bevölkerung dämpft das erheblich ab, verhindert es aber nicht. Auch die Ölnachfrage wird in solchen Fällen zurückgehen. Nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse ist es aber unwahrscheinlich, dass sich die Weltölnachfrage so weit abschwächt, dass sich die derzeige Unterversogung in eine Überversorgung des Ölmarktes dreht, was Lageraufbau bedeuten würde.

Die Covid19-Pandemie wird den Peak Oil Zeitpunkt, also den Wendepunkt der höchsten Weltölnachfrage um viele Jahre nach vorne ziehen. In den Jahren 2028 - 2030 wird die weltweite Ölnachfrage mit etwa 102 Millionen Barrel pro Tag ihren Spitzenwert überschreiten. Die Grünen Energien sind beschleunigt auf dem Vormarsch.
 

IEA Monatsreport

Ölproduktion und Marktsituation

Die Internationale Energieagentur IEA mahnt im Juli-Monatsbericht ein großes Defizit in der Marktbalance an. Laut dem IEA Monatsreport läge die Unterver­sorgung, selbst mit der von der OPEC+ vorgeschlagenen Produktions­steigerung, bis Jahresende immer noch bei rund 1,4 Mio. Barrel jeden Tag. Damit ist der Markt mehr als knapp versorgt und die Rückgang der globalen Lagerbestände ginge in zügigem Tempo weiter. Auf der Nachfrageseite sieht die IEA weiter­gehend eine robuste Erholung der Ölnachfrage. Eine vollständige Rückkehr der Bedarfsmenegn dürfte aber noch etwa eineinhalb Jahre dauern. Die IEA fordert die Opec+ Förderländer zu Produk­tionsaus­weitungen auf, um die steigende Ölnachfrage hinreichend bedienen zu können.

Nachdem der Weltölbedarf sich in 2020 um -8,6 Millionen Barrel verringert hatte wird sich die Ölnachfrage in diesem jahr um +5,4 Mio. B/T erholen und dann in 2022 um weitere +3,1 Mio. B/T zulegen. Die OPEC solle balsmöglichst die Ölhähne aufdrehen, um die künftige Weltöl­nachfrage bedienen zu können, so der Appell der IEA (Paris).
 

Monatsbericht der EIA

Ölproduktion, Lagermengen, Energiesektor, erneuerbare Energien

Die EIA (US Energie­ministerium) sieht in ihrem jüngsten Monatsreport von Juli das globale Ölnachfragewachstum 2021 bei +5,3 Mio. B/T (vorher +5,4) und für 2022 bei +3,6 Mio. B/T (vorher +3,7). Das Produktionswachstum 2021 wird auf +2,5 Mio. B/T (vorher +2,6) und 2022 auf +5,1 Mio. B/T (vorher +4,96) geschätzt. Der Durchschnittspreis der Leitworte BRENT wird für 2021 bei 68,8 Dollar und für 2022 bei 66,6 Dollar je Barrel gesehen.

Prognose:

• Globaler Ölverbrauch 2021: 97,6 Mio. B/T
• Globaler Ölverbrauch 2022: 101,4 Mio. B/T

• Globale Ölproduktion 2021: 96,7 Mio. B/T
• Globale Ölproduktion 2022: 101,8 Mio. B/T
 

 

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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