Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Ölnachfrage im Jahr 2026 ihren Höhepunkt erreichen wird. Auch geht der BP Konzern davon aus, dass es keine größeren Nachfrage­zuwächse mehr geben wird. Indes glaubt Interna­tionale Energie­agentur (IEA, Paris), dass der Höhepunkt Anfang der 2030er Jahre eintreten könnte. Auch erwartet die IEA für die Gasindustrie eine schwierige, preislich turbulente Zukunft.

Capital Economics bewertet die Entscheidung der Opec-Plus als "bedacht vorsichtig" und geht davon aus, dass der Ölweltmarkt weiterhin ein Angebotsdefizit aufweisen wird.

Auch bei Wood Mackenzie sieht man die Schritte des Ölkartells ebenfalls eher 'bullish'. Die Ölnachfrage dürfte anziehen und zu Bestandsab­bauten führen. Für die USA sieht man mittelfristig eine solide Markterholung und für die globale Ölnachfrage erwartet man im Jahresmittel 2021 einen Wiederanstieg um 6,2 Mio. Barrel/Tag.

Die großen US Ölkonzerne haben laut einer Analyse von Energy Intelligence für die Zukunft ihre Ölförderpläne in den Schieferölregionen um insgesamt 2,4 Mio. Barrel/T nach unten revidert. Die Änderung der Strategie bedeutet, dass man sich eher auf kurz- bis mittelfrsitige Cash-Generierung konzentriert als auf ein langfrsitiges Produktionswachstum beim Schieferöl. Für den Ölweltmarkt ist das langfristig unterschwellig preisstützende Nachricht.
 

Globale Themen und Einflussfaktoren

im Fokus: Krisenfelder, Weltwirtschaft, Konfrontationen

Große Sorgen macht die sich beängstigend entwickelnde Corona-Lage in Indien. Man kämpft dort mit täglich 0,35 - 0,4 Millionen Neuinfektionen. Dabei ist das Schwellen­land der drittgrößte Ölimporteur der Welt. Daten von Anfang Mai zeigen, dass Indiens Tagesver­brauch an Benzin und Diesel um 15% gesunken ist und dass sich der Absatz von Gasöl (Zwischenprodukt) von 6,4 auf 5,9 Millionen Tonnen verringert hat. Die Rückgänge sind auf dem interna­tionalen Ölmarkt spürbar und begründen die Preisun­sicher­heiten bei den Öl-Future-Kontrakten.

Neuer Nuklear-Deal mit dem Iran? Die Gespräche sind erfolgver­sprechend angelaufen. Sollte es bei den Verhandlungen in Wien zwischen dem Iran und den USA über eine Neuimplemen­tierung eines Nuklear-Deals recht schnell zu einer Einigung kommen und die Sanktionen aufgehoben werden, so bräuchte der Iran gut drei Monate um seine Ölförder­leistung auf das angestammte Mengenniveau wieder hochzufahren.

Der Welthandel erholt sich offenbar schneller als gedacht. In 2021 soll die Wirtschaft laut WTO um +8,8% zulegen. Das ist ein sehr hoher Wert, der die bisherigen Prognosen deutlich übertrifft. Chinas Wirtschafts­kraft wird in den kommenden Jahren einen Großteil des Zuwachses der Weltwirtschaft ausmachen. China und die USA werden die Zugpferde nach den Pandemie­jahren sein!
 

Quotenbeschluss für das II. Quartal

Opec-Quoten für 2021

Das Opec-Plus Format hat sich auf der Ölminister­konferenz am 1. April auf höhere Fördermengen, also eine Herab­setzung der Förderquoten geeinigt. Für die Monate Mai, Juni und Juli werden die 23 wichtigen Ölexport­länder der Allianz ihre Ölproduktion etwas erhöhen. Im Mai und Juni sollen 350.000 Barrel am Tag mehr gefördert werden als bislang. Und ab Juli sollen es dann 400.000 Barrel am Tag mehr sein. Zudem lässt Saudi-Arabien seine Extra-Drosselungen stufenweise bis Juli auslaufen, sodass dadurch schrittweise weitere 1 Mio. Barrel/T an Rohöl auf den Markt gelangen. Das war allerdings sogar frühzeitiger erwartet worden. Marktex­perten sehen durchaus die entsprechende Nachfrage ­entwicklung am Ölmarkt für die beschlos­senen Lockerungen der Förder­beschrän­kungen.

Eingangs der Quoten­konferenz hatte sich Saudi-Arabien wegen der anhaltenden Corona-Pandemie und der schwer kalkulierbaren wirtschaftlichen Folgen noch für die Beibehaltung der restriktiven Ölmengen­politik eingesetzt. Russland verwies dagegen auf die sich aufhellende Weltkon­junktur und sprach sich für angemessene Förder­erhöhungen aus. Russland hält 60 Dollar je Barrel für das richtige Preisniveau. Das ließe für die US Schieferöl­firmen kein neues Boomen zu, so die Einschätzung Moskaus.
 


 

Situation der Ölbranche in den USA

US Ölmarkt

Am 8./9. Mai erfuhr in wichtige Colonial Pipeline einen schweren Cyber-Angriff. Diese Pipeline verbindet die an der US Golfküste befindlichen großen Raffinerien mit den verbrauchs­starken Regionen im Südosten der USA. Die Pipeline transportiert sonst täglich etwa 2,5 Millionen Barrel Benzin und Diesel. Das sind etwa 45% der im Südosten benötigten Kraftstoffe. In mehreren Bundesstaaten von Alabama über Florida bis Virginia wurden Knappheiten an den Tankstellen gemeldet, nicht zuletzt wegen hamsterliches Tanken der Autofahrer. Sorgen macht den Marktteilnehmer, ob so etwas sich nicht in Zukunft jederzeit vielleicht wiederholen kann.

Der US Ölmarkt ist auf auf Erholungskurs. Mit Fortschreiten der Impfkam­pagnen und weiterge­henden Öffnungen nimmt auch die Mobilität in den USA wieder zu. Laut Raffinerie­betreiber Valero liegt die Benzin­nachfrage inzwischen wieder bei 93% des Vorkrisen­niveaus und die von Diesel sogar bei fast 100%. Auch könnte es einen Nachholbedarf an Reisen und Urlaub geben, was der Kraftstoff­nachfrage einen Schub versetzen könnte. Für Kerosin liegt die Nachfrage in den USA derzeit bei 81%, Tendenz schnell zunehmend.

In der wichtigsten Schieferölregion der USA, dem Permian Basin in Westtexas, hatte man vor einigen Jahren das Problem, dass unzureichende Pipeline-Kapazitäten zur Verfügung standen. Jetzt hat man dort das gegenteilige Problem, nämlich zu viele Pipelines und zu wenig Rohöl.
 

Mai-Report con EIA und OPEC

Ölproduktion, Lagermengen, Energiesektor, erneuerbare Energien

Die jümgsten Monatsberichte seitens der EIA sowie von der OPEC vom 11. Mai tragen eher 'bullische' Noten. Der Opec-Report bekräftigt die sich erholende Ölnachfrage und dass der Ölmarkt die jüngsten Mehrmengen gut aufnehmen kann. Die EIA korrigierte ihre Vorhersagen zum Nachfrage­wachstum für 2021 zwar leicht nach unten, prognostiziert aber für 2022 kräftige Steigerungen. Für 2021 sieht die EIA den Weltöl­verbrauch etwas höher als im Bericht davor, trotz der starken Corona-Welle in Indien. Beide Reports unterstützen das Preisniveau, wobei die BRENT Kontrakte die 70-Dollar-Marke ins Visier nehmen.
 

IEA Monatsreport

Ölproduktion und Marktsituation

Die IEA (Paris) hat in ihrem jüngsten Monatsbericht vom 17. März ein gemischtes Erwartungsbild gezeichnet. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet man mittlerweile mit einem Nachfragewachstum von +5,5 Mio. B/T auf 96,5 Mio. Barrel/Tag. Damit wird der Nachfragerückgang von 2020, dem ersten Corona-Jahr, jedoch erst zu etwa 60 Prozent wieder aufgeholt. Mit einer Rückkehr zum Volumen der Weltölnachfrage von 2019 rechnet die IEA erst in 2023.

Indes hegt die IEA immer noch von einer guten Versorgungslage aus. Zwar seien die Ölbestände im Januar bereits den sechsten Monat in Folge gesunken und dürften auch im zweiten Halbjahr deutlich weiter abnehmen, vorerst seien aber die Rohöllagerbestände immer noch mehr als solide. Zudem hat die OPEC allein noch eine Förderkapazität von etwa 7,7 Mio. Barrel/T in Reserve und die Nicht-OPEC Förderländer von weiteren 1,6 Mio. Barrel/T. Diese Kapazitäten können bei Bedarf binnen kurzer Zeit aktiviert werden. Der IEA-Monatsbericht erscheint über alle Aspekte gesehen recht neutral.
 

 

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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