Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Gewaltiger Nachfrageeinbruch

Ölproduktion und Marktsituation

Marktanalysten senken ihre Prognosen für die Weltölnachfrage drastisch:

Die IEA erwartet einen Rückgang des globalen Ölbedarfs von rund 100 Mio. Barrel/Tag zu Jahresbeginn auf 80 Mio. Barrel/Tag im zweiten Quartal. Die Ölschwemme wird wohl noch größer als gedacht. Bislang reagiert die OPEC nicht. Es wäre eh viel zu spät um die Preise oben zu halten.

Bei IHS Markit geht man davon aus, dass allein der tägliche Benzinverbrauch in den USA um über 4 Mio. Barrel einbrechen wird.

Bei VITOL rechnet man mit einer Überproduktion von 15 - 20 Mio. Barrel Rohöl jeden Tag. Solange die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus und des öffentlichen sowie geschäftlichen Lebens weiter verschärft werden, wird sich die Ölnachfrage keinefalls erholen.

Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für die Ölüberversorgung der Märkte von 10 auf 14 Mio. Barrel/T hochrevidiert. Im zweiten Quartal könnte es ein noch nie dagewesenes Überangebot auf dem Weltmarkt geben. Jedes potenzielle Abkommen zwischen Saudi-Arabien, Russland und ggf. den USA über eine Produktionsverringerung, könne das keinesfalls ausgleichen und käme viel zu spät, so das Bankhaus. Ein Preisrückfall auf 20 Dollar/Barrel oder tiefer erachtet man als wahrscheinlich.

Bei Rystad Energy geht man davon aus, dass die Ölpreise noch deutlich weiter abtauchen werden. Der potenzielle Nachfrage­verlust für das zweite Quartal ist beängstigend. Die Analsyten bei Rystat erwarten zwangsweise einen Ölpreiseinbruch auf 20 Dollar/B oder sogar noch tiefer. Auch erwartet man, dass es im zweiten Quartal eine völlige Überlastung der Lagermöglichkeiten für zu viel gefördertes Rohöl geben wird. Bereits jetzt sollen 3/4 der verfügbaren Lagerkapazitäten belegt sein. Gegenwärtig wird täglich an die 10 Mio. Barrel über dem Weltölbedarf gefördert. Auf Jahressicht könnte die Produktion dann um etwa 5 Millionen Barrel über der Nachfrage gelegen haben. Das wären 1,8 Milliarden Barrel Rohöl über Jahr. Das Ölsupertanker als Zwischenlager vor Anker das werden aufnehmen können, ist kaum denkbar.
 

Ausbreitung des Corona-Virus

Einflüsse auf den Ölmarkt

'live' Counter:  Infektionen und Tote

Mit Stand Montagmorgen haben oder hatten sich etwa 723.000 Menschen mit dem Sars-Cov2 Virus infiziert. Die Zunahmerate liegt bei etwa +60.000 Personen pro Tag gestiegen. Global ist die Zahl der Todesopfer auf über 34.000 geklettert. Knapp 151.000 Erkrankte gelten inzwischen als genesen. Die Hauptausbreitung der Pandemie ist von China nach Europa und in die USA übergewandert. China hat inzwischen auch in der Millionenregion Wuhan die Ausgangsbe­schränkungen gelockert und beginnt damit, die Verkehrs­beschän­kungen wieder aufzuheben. In den USA steigen die Infektionszahlen beängstigend schnell an und mit den Lockdowns in vielen Metropolen ist die Arbeitslosigkeit in den USA gewaltig hochgeschnellt.

 
Epidemie-Experten warnen davor, dass bei abnehmenden Zahlen eine voreilige Aufhebung der Beschränkungen schnell wieder zu einem nächsten Schub führen könnte. Üblicherweise verlaufen Virus-Ausbrüche in wiederkehrenden Wellen, bis ein ausreichender Personenanteil (~ 60%) durch eine vorausgegangene Infektion mit dem Erreger oder durch eine bis dahin entwickelte Impfung immun sind. Das könnte ein unsagbar langer Weg werden.

US Präsident Trump hat erneut eine komplette Kehrtwende in der Corona-Krise hingelegt. Er verwies auf eine Mitte März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausgeht, wenn man keine nachhaltigen Maßnahmen gegen die Virusausbreitung ergreife. Trump begründete damit die Verlängerung der Schutzmaßnahmen von Termin 30. März auf den 30. April. Von seiner früheren Aussage einer Rückkehr der USA zum Normalbetrieb ab dem 12. April ist jetzt keine Rede mehr, im Gegenteil.
 


 

Marktverdrängung plus Corona

Ölförderung der Opec-Plus Gruppe

Im März erfolgte ein historischer Preisabgang an den Ölbörsen. An mehreren Tagen ging es gleich um -10% und in der Spitze sogar um -20% talwärts. Dabei hatte BRENT Rohöl die 25 Dollar im Visier, während die US Sorte WTI die 20 Dollar-Marke anpeilte. Im Rohöl-Chart wurde am 18./19. März ein neuer tiefster Preispunkt aller dargestellten Jahre erreicht. Durch Stützungs­maßnahmen Washingtons kam es zwar kurzzeitig zu einer Preiserholung. Diese verpuffte aber bereits am Folgetag.

Auf der Ölweltmarkt ist einer neuer Verdrän­gungswett­bewerb ausgebrochen. Für die US Schieferölfirmen wird das zum Überlebenskampf. In Konterreaktion zu Saudi-Arabien kündigt Russland ebenfalls an, seine Ölfördermengen weiter auszubauen. Das macht deutlich, dass Russland den Preiskrieg mit der OPEC annimmt und fortsetzen wird. Moskau zielt darauf ab, der US Frackingindustrie einen schweren Stoß zu versetzen und dadurch das Ölangebot auf dem Weltmarkt zu verringern. Der Versuch des Irak, der Nr. 2 der OPEC, die Opec-Plus Gruppe mit Russland zu einem Überdenken der Situation zu bewegen, scheint gescheitert. Die Ölpreise, die Mitte März den tiefsten Stand seit 17 Jahren erreichten, werden unter massivem Druck verbleiben. Einige Analysten halten ein Abrutschen auf unter 20 Dollar/Barrel für sehr wahrscheinlich. Auf jeden Fall ist der Preis- und Überlebenskampf jetzt bei den US Ölförderern angekommen. Diese zahlen derzeit bei jedem Barrel drauf. Möglicherweise sind die US Ölförderer sogar zu Mengen­reduzie­rungen bereit. Dann könnten auch die Russen dieser Strategie betreten. Das wäre ein völlig anderes Szenario.
 

Preiskampf statt Förderquoten

Ölmarkt, Ölproduktion, Fördermengen

Der Rohölweltmarkt wird ab Ende März/Anfang April einer Angebotsflut gegenübersehen. Denn zu all den Nachfrage­problemen kommt der Preiskrieg der Ölgiganten hinzu. Saudi-Arabien hatte die Reißleine gerissen und hat die Kampfrüstung angelegt. Russland nimmt die Auseinandersetzung an. Die Standpunkte beider Ölexport­größen haben sich in den vergangenen Tagen sogar noch verhärtet. Möglicherweise hat Putin aber zu hoch gepokert. Die Saudis werden ihren Ölausstoß relativ schnell um 2,5 Mio. Barrel/Tag auf volle Kapazität steigern. Russland kann um 0,5 Mio. Barrel hochfahren. Für die Ölbranche ist das Problem, dass dieses Öl keiner nachfragt. Die Chinesen werden sich freuen und können ihre gigantischen Zwischenlager günstigst randvoll aufstocken.

Bei der Opec-Plus Gruppe ist das 'worst case' Szenario eingetreten: Ein neuer Deal ist wegen des Streits zwischen Russland und Saudi-Arabien gescheitert. Das Ergebnis sieht nun so aus, dass nicht nur keine schärferen Quoten beschlossen wurden - nein, auch die bestehenden Drosselungen von -2,1 Mio. Barrel/Tag werden schon Ende März auslaufen. Zudem ist zweifelhaft ob, das bisherige Bündnis der Opec-Plus Gruppe überhaupt fortgeführt werden wird. Es wurde kein Termin für ein neues Treffen festgelegt. Ob Russland künftig ein Teil der Plus-Gemeinschaft sein wird, ist völlig offen.
Russland und die OPEC konnten sich nicht verständigen. Nach der gescheiterten Konferenz stürzten die Ölkontrakte tief abwärts. Dabei verlor die Leitsorte BRENT binnen Tagen 20 Dollar/B in den Kontraktnotierungen. Ein solcher Preiskollaps ist historisch hoch. Die Situation am globalen Ölmarkt wird ab diesem denkwürdigen Freitag eine völlig neue sein, denn Saudi-Arabien hat Russland den Preiskampf erklärt, nachdem sich die Russen unverhältnsimäßig höhere Marktanteile ergattern wollten. Es spielt aber auch hinein, dass Moskau die erfolgreichen Schieferölförderer in den USA als zu stoppendens Ziel ausgemacht hat. Mit dem Ölpreisabsturz droht dort nun eine siebende Pleitewelle.
 

Wirtschaft u. Außenhandel Chinas

Wirtschaftssorgen, Konjunkturschwäche, Rezessionsängste

Ende März:

Der umfangreichste Produktions-Shutdown seit dem zweiten Weltkrieg trifft China, Europa, die USA und letztlich wohl die ganze Welt unsagbar hart. Sämtliche Industrieländer legen gewaltige Stützungsmaßnahmen auf, um einen Absturz in eine tiefe Rezession zu verhindern.

Mitte März:

Inzwischen hat Europa die VR China als Hauptausbreitungsgebiet der Sars-CoV-2 Pandemie abgelöst.

Für 2020 stehen weltweit größte wirtschaftliche Negativ­auswir­kungen durch die Corona-Krise bevor. Diese werden viele Monate andauern. Die globalwirt­schaft­lichen Folgen werden immens sein.

Situation Anfang März:

Chinas Außenhandel ist vor dem Hintergrund der Corona-Epidemie stark geschrumpft. Dieser Tage hat die Zollverwaltung Chinas erstmals seit Januar wieder Zahlen über den Außenhandel veröffentlicht. Demnach sind Chinas Exporte im Januar und Februar zum Vorjahresmonat um 17,2 Prozent gesunken. Das entspricht einem Warenwert von 292,5 Milliarden Dollar. Die Importe Chinas gingen um vier Prozent auf 299,5 Milliarden Dollar zurück. Insgesamt reduzierte sich der Außenhandel der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt um elf Prozent. Das wird im zweiten Halbjahr nicht wieder aufholbar sein.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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