Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Monatlicher Ölverbrauch in 2020

Rückgangs Ölbedarfs durvh Corona-Folgen
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Die Grafik zeigt den durch die Corona-Pandemie und die Wirtschaftskrise verursachten Rückgang der Weltölnachfrage, jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat. (Quelle EIA)

Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

Reuters Umfrage:

In der monatlichen Umfrage von Reuters unter 43 Analysten und Investmentbanken rechnet man damit, dass die Rohölpreise in 2020 letztlich etwas höher liegen werden, als noch im Vormanat erwartet. So ergibt sich die Prognose jetzt mit 41,50 Dollar/Barrel für BRENT Rohöl, also einen Dollar höher. Für 2021 wird der Durchschnittspreis für BRENT bei 49,85 USD/B erwartet. Dabei geht man davon aus, dass die Ölnachfrage weltweit im laufenden Jahr um 7,2 bis 8,5 Mio. B/T niedriger sein wird als 2019.

Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im 2. Quartal wegen der Corona-Pandemie trotz gewaltiger Konjunkturpakete dramatisch eingebrochen. Von April bis Ende Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um beängstigende 33% zusammen. Das war der tiefste Quartalseinbruch seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Juni bei 11,1%. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5% gelegen. All das wird auch die Ölnachfrage weiterhin dämpfen. Washington hat seit Beginn der Krise bereits Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen US-Dollar beschlossen. Das entspricht mehr als 10% des jährlichen BIP.

Die Analysten von Rystad Energy haben ihre Prognose zur Entwicklung der globalen Ölnachfrage nach unten angepasst. In den Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie werden die Lockdowns in Europa zwar immer weiter gelockert und geben gute Wachstums­spielräume für die Wirtschaft, in anderen Ländern mit einem großen Ölverbrauch sieht die Lage allerdings sehr viel kritischer aus. Hier sind die USA, Indien und Brasilien zu nennen. Für Juli rechnet man bei Rystad Energy daher mit einer Ölnachfrage von 90,2 Mio. Barrel/Tag, bevor sich der Bedarf im August/September auf 90,6 Mio. B/T erholt. Zum Jahresende könnte der Weltölbedarf bei 94 - 95 B/T liegen. Damit bleibt die Ölnachfrage weiter um 4 - 5 Mio. B/T niedriger als Ende 2019. Auch in 2021 wird sich die Ölnachfrage zwar weiter erholen, aber unter dem Niveau von vor der Krise verbleiben. Erst Ende 2022, wenn sich der Flugverkehr wieder vollständig erholt hat, soll die Ölnachfrage das Level von 2019 wieder erreichen. Und das ist noch optimistisch projiziert.
 

Situation der Ölbranche in USA

Ölproduktion und Lagermengen

Der Ölriese Exxon meldete die tiefsen Umsatzeinbrüche in der Firmengeschichte, da die globale Ölnachfrage derart eingebrochen ist.

Der Chevron Ölkonzern meldete das schlechteste Geschäftsquartal der letzten 30 Jahre und warnt vor den fortdauernden Negativ-Effekten durch die Covid-19 Pandemie. Außerdem erwartet man auch langfristig kein starkes Aufwärts­potenzial bei den Ölpreisen. Man müsse sich darauf einrichten, dass die Ölpreise noch lange auf niedrigem Niveau verbleiben werden und die Ölfirmen um eine schwarze Null kämpfen müssen. Ganz sicher bleiben viele Arbeitsplätze auf der Strecke.

Der Raffineriekonzern Marathon Petroleum plant wegen der anhaltend niedrigeren Kraftstoff­nachfrage zwei Raffinerien dauerhaft zu schließen, nämlich die Raffiniere in Martinez (Kalifornien) und die in Gallup (New Mexico). In dem Zuge werden 800 Jobs verloren gehen.


Von der Frakingbranche wird gemeldet, dass die Produktion wieder etwas gesteigert wird. Rohölpreise im Bereich von 40 USD/Barrel lassen das zu. Während im Juni nur an 325 Fracking-Bohrlöchern gefördert wurde, was einem Tiefststand entsprach, sollen es im Juli laut Schätzung von Rystad Energy inzwischen 400 Bohrlöcher sein. Zumindest in der Region Permian Basin nimmt auch die Ölbohraktivität wieder zu. Im ehemaligen Frackingboom-Gebiet Bakken (North Dakota) sieht es hingegen unverändert düster aus.

Laut aktueller Erhebung von 'Haynes & Boone' gab es in der amerikanischen Öl- und Gasbranche im zweiten Quartal 18 Firmenpleiten. Das war die höchste Anzahl seit 2016. Die jüngste Insolvenz von Chesapeake Energy war dabei die schwerwiegendste Firmenpleite. Die 'Texas Railroad Commission' bestätigte 312 neue Öl- und Gas-Bohrvorhaben im Juni. Im Mai waren es noch 1000 Bohrprojekte gewesen. Seit 2015 haben insgesamt bereits mehr als 200 Schieferölfirmen Insolvenz angemeldet. Das zeigt das desaströse Marktgeschehen. Deshalb wird man künftig vorsichtiger und mit weniger Euphorie herangehen.
 


 

OPEC und Quoten

Ende Juli:

Die Interessengemeinschaft der Opec-Plus Gruppe hat sich auf eine erste Wiederan­hebung der Ölfördermengen verständigt.  Ab dem 1. August wird die Gruppe ihre offiziellen Förderkür­zungen von aktuell -9,6 auf -7,7 Mio. B/T anpassen. Hierbei ist der Monat Oktober 2018 die Bezugsgröße. Da allerdings einige Mitglieder bislang ihre Quoten unzureichend umgesetzt haben, müssen diese Länder noch Quoten nachholen. Deshalb werden aus der Bruttoanhebung von +1,9 Mio. Barrel/T netto nur 1,1 Mio. Barrel/T. Die Quotenab­weichler Irak, Nigeria, Angola und Kasachstan sagten zu, ihre Verfehlungen durch zusätzliche Kürzungen möglichst schnell ausgleichen zu wollen. Marktexperten sehen den Opec-Schritt als richtig und in der Größe als angemessen, um die Ölpreise im Bereich von 45 USD/B zu stabilisieren.

Das Opec-Mitglied Irak scheint weiterhin seine Zusage zum Opec-Plus Abkommen nicht einzuhalten, indem es seiner Quotenein­haltung nicht nachkommt. Hier könnte Ärger vorprogrammiert sein. Man wird das nicht durchgehen lassen.

Der OPEC Monatsreport:

In ihrem Mitte Juli veröffentlichten Monatsbericht hat die OPEC ihre Prognose zur Ölnachfrage 2020 leicht angehoben und das Angebot nach unten korrigiert. Man rechnet also mit einer knapperen Marktlage, als noch im Vormonat. Das Ölkartell hat seine Produktionskürzungen strikter umgesetzt, denn die Förderleistung ging im Juni um -1,9 auf 22,3 Mio. B/T zurück.

• Globale Ölnachfrage '20:  90,7 Mio. B/T (-9,0)
• Globale Ölnachfrage '21:  97,7 Mio. B/T (+7,0)

• Globales Ölangebot Juni:  86,3 Mio. B/T (Mai -3,6)

Derzeitige Ölproduktion der Opec-Mitglieder:

• Saudi-Ar.  7,6 Mio. B/T
• Irak         3,7 Mio. B/T
• V.A.E.      2,4 Mio. B/T
• Kuwait     2,1 Mio. B/T
• Iran         2,0 Mio. B/T
• Nigeria     1,5 Mio. B/T
• Angola     1,2 Mio. B/T
• Algerien    0,8 Mio. B/T
• Venezuela  0,4 Mio. B/T
• Kongo       0,3 Mio. B/T
• Gabun       0,2 Mio. B/T
• Libyen       0,1 Mio. B/T
• Äq.Guinea  0,1 Mio. B/T
 

Aspekte/Auswirkungen Covid-19

Wiederanstieg der Corona-Infektionen in den USA:  Regierungsberater Fauci warnte bereits vor Wochen eindringlich vor einer zweiten Welle, die die USA überrollen könnte. In der Spitze wurden über 70.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Es besteht große Sorge, dass man großflächiger in einen zweiten Lockdown gehen muss. Das würde der US Wirtschaft neuerlich immens zusetzen. Anfang Augsut wurden 50.000 Neufälle Pro Tag gemeldet.

Die WHO warnt vor einer neuen und gefährlichen Phase der Pandemie. In den letzten Tagen hat es weltweit gesehen so viele Neuinfektionen wie noch nie zuvor gegeben. Die Größenordnung liegt bei über 200.000 Neuinfektionen pro Tag. Aus dieser Sicht erfährt die Pandemie sogar noch eine Beschleunigung. Die Epizentren der Ansteckungen haben sich nach Nord-, Mittel- und Südamerika sowie den indischen Subkontinent verlagert. Unterdessen hat die WHO eingestanden, Schweden zu Unrecht als Risikoland eingestuft zu haben.

Die globale Ölnachfrage wird nur langsam wieder zunehmen. Der Ölverbrauch wird sich voraussichtlich schleppender als bisher angenommen von den Auswirkungen der Coronapandenie erholen, obwohl der Ölverbrauch nicht ganz so tief eingebrochen ist, wie in den schlimmsten Szenarien befürchtet. Die weltweite Ölnachfrage wird bis Ende 2021 aber immer noch unter dem Niveau von vor der Pandemie liegen, so die übereinstimmenden Prognosen.

US Arbeitsmarkt:  Die Corona-Krise vernichtete in den USA an die 45,7 Millionen Jobs. So viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. In der weltgrößten Volkswirtschaft herrscht Massenarbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote stieg auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Es erscheint fraglich, ob in den kommenden Jahre alle wieder eine neue Arbeit finden werden.
 

Rückgänge

OPEC Kürzungen

Die Ölexporte des Iran sind unter dem Druck der US Sanktionen auf unter 0,2 Mio. Barrel/Tag gesunken. Im April 2018 lagen die Ölexporte des Opec-Mitglieds noch bei 2,5 Mio. B/T. Mit der Corona-Krise sind die Ölexporte des Iran nun nochmals gesunken. Im Jahresergebnis sind die Einnahmen des Landes von 120 Milliarden Dollar vor 10 Jahren auf jetzt unter 9 Milliarden Dollar weggebrochen.

Der Ölkonzern Shell muss im zweiten Quartal eine gewaltige Summe abschreiben. Das könnten 15 - 22 Mrd. Dollar werden. Der Grund ist ein Absatzeinbruch von 40% wegen der Corona bedingten Einschränkungen des Verkehrs, verbunden mit dem geringeren Kraftstoffbedarf.

Der Ölkonzern BP wird 10.000 Arbeitsstellen streichen. BP plant den Abbau von 10.000 Stellen. Da entspricht 14 Prozent der BP-Belegschaft. Der Schritt folgt ähnlich großen Kürzungen des US Ölkonzerns Chevron. Auch die Royal Dutch Shell spricht in größerem Umfang Entlassungen aus. Die Ölfirmen geben seit Wochen viel, viel mehr Geld aus als reinkommt. Laut BP-Chef Looney sind das jeden Tag Millionen von Dollar.

Laut Rystad Energy werden die Öl- und Gaskonzerne in diesem Jahr voraussichtlich 1 Billion Dollar weniger Umsatz machen.

Das Ölexportland Norwegen senkt die Ölproduktion um 13%. Im Juni wird Norwegen seine Ölförderleistung um 250.000 Barrel/T verringern.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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