Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

Zu beachten:
Wir weisen ausdrücklich auf die redaktionellen Rechte von TECSON hin.
Das Kopieren (auch auszugsweise) und das Verwenden dieser Inhalte ist ohne unsere schriftliche Genehmigung nicht gestattet.

Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht nicht davon aus, dass sich die Ölpreise in naher Zukunft deutlich erholen werden. Für 2021 prognostiziert der IWF die Ölpreise in einer Spanne von 40 - 50 Dollar je Barrel.

Opec-Einschätzungen:  Das Technical Committee OPEC-Gruppe, betitelt als 'JTC', rechnet für das kommende Jahr 2021 mit Angebotsüberschüssen auf dem Ölmarkt. Zuvor war man noch von einem Angebotsdefizit ausgegangen. Laut Opec-Generalsekretär Barkindo sei die globale Ölnachfrage als "blutarm" zu bezeichnen.


Die Analysten von Vitol sehen eine Nachfrageerholung auf dem Ölmarkt frühestens im zweiten Quartal 2021 sich etablierend.

Die Analysten von Daman Investments erwarten die Rohölpreise im November in einem Preisbereich zwischen 39 und 45 Dollar/Barrel.

Die Ölmarktexperten von Oanda sehen die Gefahr einer stärkeren Überversorgung des Ölmarktes und meinen, die Opec-Plus Gemeinschaft müsse aktiv werden, wenn Brent die 40 Dollar/B halten soll.

Die Analysten von Vanda Insights sehen für den Herbst und die ersten Wintermonate eine sich nur langsam belebende Ölnachfrage auf dem Weltmarkt. Die weltweit nicht abflauende Corona-Pandemie steht der weiteren Nachfrageerholung entgegen.

Die Analysten von Mercuria Energy Group sehen für die Opec-Plus Gruppe mittelfristig nicht die Möglichkeiten die Förderquoten zu lockern und damit die Ölproduktion anzuheben. Eigentlich will man ab Januar die Drosselungen von derzeit 7,7 Mio. B/T auf 5,8 Mio. B/T weiter zurückfahren. Es ist aber sehr fraglich, ob der Ölmarkt das wird absorbieren können, denn die Ölnachfrage ist weiterhin ein Sorgenkind.

Bei Trafigura gehen die Analysten davon aus, dass sich wieder ein Überangebot am Ölmarkt entwickeln wird und die Preise entsprechend unter Druck verbleiben.

Die Analysten von Citigroup erwarten die Ölpreis Ende 2021 bei 60 Dollar je Barrel. Die Citigroup nimmt einen überraschend bullischen Standpunkt bei der Beurteilung der Ölpreisentwicklung ein. Gerade in der aktuellen Schwächephase prognostiziert man für 2021 einen kräftigen Preisanstieg auf bis zu 60 USD/B.
 

IEA Monatsbericht

Ölproduktion und Lagermengen

Die Internationale Energieagentur (IEA, Paris) gab im Oktober-Report die Einschätzung bekannt, dass die rezessions­bedingte Belastung am Ölmarkt noch lange anhalten wird. Für 2020 rechnet die IEA mit einem Rückgang des Weltölver­brauchs von 8% gegenüber dem Vorjahr.
Bis zu einer vollständigen Nachfrage­erholung wird es bis 2023 dauern, so die Prognose. Und im nächsten Jahrzehnt wird es dann keinen Ölverbrauchs­zuwachs mehr geben, so die IEA.
 
Erneuerbare Energie verzeichen starke Zuwächse. "Ich sehe, dass Solar der neue König der Strommärkte der Welt wird", sagte IEA-Chef Birol. Die IEA kalkuliert, dass Solar in den meisten Teilen der Welt billiger ist als Kohle und Erdgas. Bis 2030 werden erneuerbare Energien 80 Prozent der neuen Stromerzeugung ausmachen, so die Einschätzung.
 

OPEC-Report

 
Nach Einschätzung der OPEC wird die Ölnachfrage wird im nächsten Jahr um 6,54 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf 96,84 Millionen bpd steigen. Die jüngste Ölbedarfsprognose liegt damit um 80.000 bpd unter den vor einem Monat erwarteten Zahlen.


Zahlen von jüngsten Monatsreport:

• Nachfrage nach Opec-Öl 2020: 22,35 Mio. B/T (-0,26 zu vorh. Schätzung)
• Nachfrage nach Opec-Öl 2021: 27,93 Mio. B/T (-0,22 zu vorh. Schätzung)

• Ölangebot weltweit Sept.: 90,71 Mio. B/T (-0,06 Mio. B/T zu Vormonat)
• Opec Ölproduktion Sept.: 24,11 Mio. B/T (-0,05 Mio. B/T zu Vormonat)

Die OPEC hat ihren jährlichen Ausblick für den Ölmarkt veröffentlicht. Das Ölkartell rechnet damit, dass die Wektölnachfrage noch bis 2040 wachsen wird. Für 2020 wird eine konfortable Versorgunglage des Marktes festgestellt. Für 2021 erwartet man allerdings eine Verknappung und hofft, dass man die Tagesförderleistung erhöhen kans, also die Quoten zurückfährt oder im besten Fall abschaffen kann.

An den Ölbörsen geht man zunehmend nicht davon aus, dass die Opec-Plus Gruppe die Ölförder­leistung ab Januar deutlich erhöhen wird. Wahrscheinlicher ist es, dass die Produktions­quoten entweder so beibehalten werden oder maximal um nochmal 2 Mio. Barrel Rohöl/Tag gelockert werden.
 


 

Rückgänge

OPEC Kürzungen

In Venezuela ist der 'Oil Rig Count' auf Null gefallen. Das heißt, es wird zurzeit kein neues Ölförderloch gebohrt, weder onshore noch offshore. Der Ölsektor des Landes befindet sich in einem Zustand des totalen Zusammenbruchs. Anderen Bereichen geht es unter dem Sanktionsdruck der USA nicht besser.

Laut Wood Mackanzie ist derzeit die Hälfte des Cashflows der Ölindustrie negativ. Bei Ölpreisen von 40 USD/B hat die globale Ölindustrie, einschließlich internationaler und nationaler Ölunternehmen, große Probleme. Rund die Hälfte der fünfzig betrachteten Ölunternehmen weist 2020 und 2021 einen negativen Cashflow auf.

Die Ölbohraktivitäten in den USA sind auf den niedrigsten Umfang seit 122 Jahren gesunken. Das zeigt die pessimistische Einschätzung in der Branche. Das Analyse-Institut Rystad Energy rechnet für 2020 mit mehr als 200 Firmenpleiten in der US-amerikanischen Frackingbranche. Im zweiten Quartal registrierte das Institut 19 Konkurse. Acht der Firmen hinterlassen mehr als 1 Milliarde Dollar Schulden. An der Spitze liegt der jahrelange Börsenprimus 'Chesapeake Energy' mit 9,2 Milliarden Dollar Schulden.

Mexikos Ölkonzern PEMEX erwartet einen drastischen Rückgang der Ölexporte. Die Ölfördermengen Mexikos werden in den nächsten drei Jahren rückläufig sein. Zudem ist das schwere Rohöl der Sorte Maya schwieriger zu vermarkten. Bis 2023 könnten Mexikos Erlöse aus dem Ölgeschäft um bis zu 70% zurückgehen, wenn es schlecht läuft.

BP sieht das Ende des Öl-Zeitalters kommen. Künftig will BP weniger in Öl und stattdessen vorrangig in 'grüne Energie' investieren. Der Strategiewechsel wird durch die Corona-Krise beschleunigt. Die globale Ölnachfrage wird laut BP nicht wieder das Niveau von 2019 erreichen. Der Ölkonzern Shell bereitet den Abbau tausender Stellen vor. Der Großkonzern befindet sich zudem in einer umfassenden Umstruk­turierungs­phase. Auch BP richtet sich für die Zukunft auf erneuerbare Energien aus.

Die OPEC muss sich möglicherweise auf einen langfristigen seichten Niedergang einstellen. Einige Opec-Stimmen erwarten, dass die globale Ölnachfrage durch die Corona-Pandemie dauerhaft geschwächt wird. Der Weltölbedarf könnte im betrachteten Szenario seinen Höhepunkt Ende 2019 überschritten haben und nicht wieder voll erstarken. Auch der schnelle technologische Fortschritt hin zu E-Fahrzeugen und Wasserstoff werde einen Teil dazu beitragen, so die verhaltenen Einschätzungen und Äußerungen.
 

Monatsreport der EIA

Ölproduktion und Marktsituation

Die EIA hat in ihrem Monatsreport Oktober die Entwicklung der Ölnachfrage nach unten revidiert, und zwar für 2020 und für 2021. Zwar wurden auch die Erwartungen für die Ölproduktion gesenkt, jedoch nicht in dem Umfang. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet die EIA nunmehr eine Überversorgung von +1,75 Mio. B/T. Das ist 210.000 B/T mehr als noch im letzten Bericht. Für 2021 wir eine Unterversorgung von -0,26 Mio. B/T prognostiziert.

Bei der OPEC hat die EIA wohl wenig Hoffnung, dass diese ihre Produktionseinschränkungen weiter sehr strikt einhält. Hier rechnet man mit einem Anstieg der Förderung von September zu Oktober um +0,73 Mio. B/T und im November mit noch einmal einer Mehrproduktion von +1,04 Mio. B/T. Dies könnte zum einen am Wiederhoch­fahren der Ölförderung in Libyen liegen, aber auch an weiteren Abweichungen mehrerer Mitglieder von den vorgegebenen Produktionsquoten.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

REDAKTIONELLE RECHTE:

TECSON weist ausdrücklich auf die eigenen redaktionellen Rechte hin.
Das Kopieren der Inhalte (auch auszugsweise) und deren Verwendung ist ohne unsere schriftliche Genehmigung nicht gestattet.

Heizölpreise/Ölmarkt

Heizölpreise

Preisrechner

Ölweltmarkt