Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion und Marktbalance

Laut Einschätzung von IHS Markit dürfte der Ölmarkt für den Rest des Jahres im Defizit bleiben, indem die Nachfrage das Angebot übersteigt. In Prognose sieht IHS Markit die Ölpreise in der Spitze auf 90 Dollar/B oder sogar noch etwas höher ansteigen.

Die Analysten von Goldman Sachs heben ihre Preiserwartung für Rohöl weiter an. Im vierten Quartal könnte die Nachfrage um fast 1 Mio. Barrel zunehmen und dadurch das Preisniveau weiter hochtreiben. War das Bankhaus vorher von 80 Dollar/Barrel für das vierte Quartal ausgegangen, so erwartet man jetzt bis zu 90 Dollar/B.

Die Marktexperten von Schneider Electric prognostizieren, dass die Rohöl- und Produktlager in vielen Märkten auf niedrigem Niveau verbleiben, was größere Abwärtsbewegungen einbremst und unterbindet. Damit sich das ändert, müsse der Markt eine anhaltende Phase des Überangebots durchlaufen. Und ist erst zu Beginn des ersten Quartals 2022 ein realistisches Szenario, weil dann Angebotssteigerungen seitens der USA und der OPEC+ erwartet werden.

Bei Strategic Energy & Economic Research ist man der Meinung, dass die Delta-Variante Anlass zur Sorge über die Ölnachfrage gibt. Die dadurch abgeschwächte Nachfrage und die schrittweise vorgesehene Fördermengen­erhöhung seitens der Opec-Plus führt dazu, dass der erwartete Engpass im vierten Quartal weitgehend verschwunden ist. Die Volatilität an den Ölbörsen mag sich aber fortsetzen.

Bei UBS sieht man die Ölpreise im zweiten Halbjahr auf 80 USD/B weiter zulegen, denn man erwartet eine weiter zulegende Ölnachfrage. Weiterhin sind die Investitionen der Ölindustrie sehr niedrig. Das wird die längerfristig die Ölproduktion stagnieren lassen und langfristig das Ölangebot eher knapp halten.
 

Ölfördermengen der OPEC-Plus

Anfang Oktober steht die nächste OPEC-Verhand­lungs­runde auf dem Plan. Allgemein wird mit der Beibehaltung der aktuellen Strategie gerechnet, die Fördermengen monatlich um 400.000 B/T zu erhöhen. Die Einhaltung der Quoten wurde im September mit 109% beziffert. "Der Opec-Plan funktioniert. Der Ölausstoß wird schrittweise erhöht und der Markt nimmt die Mengen problemlos auf", sagte der Ölminister der VAE. Es ist also keine Überraschung vom Opec+ Meeting zu erwarten. Im mittel­fristigen Ausblick erwartet die OPEC die Rohöl­preise im vierten Quartal bei 73 - 76 Dollar/Barrel und für das erste Quartal 2022 etwas leichter bei gut 70 Dollar/Barrel.

Die Opec-Plus Gruppe hat sich Mitte Juli auf schrittweise stetige Erhöhungen des Ölausstoßes geeinigt. Jeden Monat werde man gemeinsam 400.000 Barrel/Tag mehr auf den Markt bringen, beginnend ab August. Dieses Schema der Mehrförderung könnte bis September 2022 laufen. Dann wären sämtliche zuvor beschlossenen Förder­begren­zungen in Form der Quoten letzlich abgebaut. Das deckt sich mit der Erwartung der OPEC, dass die Weltöl­nachfrage im zweiten Halbjahr 2022 wieder auf das Nachfrage­niveau von vor der Pandemie zurückkehrt.
 

Monatsreport von OPEC und IEA

Ölproduktion und Marktsituation

In ihrem Monatsbericht von Mitte September hat die OPEC ihre Nachfrage­prognosen für 2021 und 2022 etwas nach oben revidiert. Für die Angebotsseite auf dem Ölweltmarkt geht man für die nächsten Monate weiter von einer gewissen Unterver­sorgung aus. Faktisch heißt dass, dass sich die Lagerbe­stände weiter reduzieren werden und die Ölpreise sich eher nach oben orientieren mögen. Für die Ölexport­länder der Opec-Plus Gruppe dürfte das bedeuten, dass man die Förder­quoten plangemäß weiter auslaufen lassen kann.

Laut IEA Report bleibt der Ölmarkt vorerst unterversorgt. Die IEA sieht den Ölweltmarkt ab Monat Oktober in seiner Balance zwischen Förder­mengen und Ölnachfrage etwas unterversorgt. Ab Oktober wird eine stärkere Nachfrage­­erholung im Bereich von +1,6 Mio. B/T prognostiziert. Die IEA begründet diese Einschätzung damit, dass der Anstieg der Corona-Neuinfektionen wieder nachlässt. Erst ab Anfang 2022 rechnet die IEA dann mit einem Schwenk in eine Überver­sorgung des Ölwelt­­marktes und mit wieder nachgebenden Kontraktpreisen.
 


 

EIA Montasreport

Ölproduktion, Lagermengen, Energiesektor, erneuerbare Energien

Der September-Monatsreport der EIA ist im Ausblick für den Ölmarkt weitgehend neutral ausgefallen. Das globale Nachfrage­­wachstum für 2021 verringerte die EIA auf knapp unter +5,0 Mio. B/T. Für 2022 werden dann +3,6 Mio. B/T an Zunahme erwartet. Das Produktions­wachstum 2021 wird mit knapp unter +2,0 Mio. B/T beziffert und für 2022 mit +5,3 Mio. B/T prognostiziert. Der Durch­schnitts­preis der Rohöl­leitsorte BRENT wird von der EIA für 2021 bei 68,6 Dollar/B und für 2022 bei 66,0 Dollar/B gesehen. Das ist recht weit weg von 80 Dollar je Barrel. Die wichtigen Ölförderländer werden ihre Ölhähne also nicht aufreißen können.

Welche Auswirkungen der Hurrikan Ida in den nächsten Wochen für den US-Ölmarkt noch haben wird, ist auch 10 Tage nach Ida noch sehr schwer abzuschätzen. Außerdem ist die Hurrikansaison erst zum November vorüber.
 

Nuklear-Verhandlungen mit dem Iran

Angriff auf Öltanker

Bei den Iran-Gesprächen zu einer Rückkehr zum ehemaligen Atom­abkommen gibt es keine Fortschritte. Wie es aussieht stellt die neu gewählte Regierung in Teheran die bisherigen Verhandlungs­ergeb­nisse wieder komplett in Frage. Die US-Regierung bereitet sich unterdessen schon mal auf die Möglichkeit vor, dass die Gespräche, wenn Sie denn überhaupt neuerlich begonnen werden, letztlich scheitern.

Laut Meldung vom 7. September verweigert der Iran nunmehr auch die Zusam­men­arbeit mit der IAEA. Offenbar hat die neue Regierung in Teheran die Produktion von hochan­ge­rei­chertem Uran drastisch erhöht. Gleichzeitig verweigert man die Zusammen­arbeit mit der Interna­tionalen Atomenergie-Behörde. Man lasse keine Inspektoren der IAEA zu den Anlagen. Die IAEA wird diese Sachlage sicherlich dem UN-Sicherheitsrat vortragen.
 

Klimagefahren

Die Menschheit ist auf dem unverantwortlich kritischen Weg, bis zum Jahr 2030 doppelt so viel an fossilen Brennstoffen zu verbrennen, wie verkraftbar wäre um die Erderwärmung unter +1,5 ° C zu halten. Auch diese Zahl würde bereits gravierende und umwälzende Folgen für das globale Ökosystem mit sich bringen. Diese Auswirkungen sind absolut unumkehrbar und niemals wieder gutzumachen. "Wir sind in einem tiefen Loch - und wir müssen sofort aufhören zu graben", beschwört das unabhängige Stockholm Environment Institute (SEI).

Der Weltklimarat schlägt mit seinem jüngsten Bericht Alarm hinsichtlich einer unbestreitbar beschleunigten Klimaer­wärmung. Demnach könnte eine Erderwär­mung um 1,5 Grad bei aktueller Entwicklung bereits bis 2030 erfolgen. Bislang hatte man damit erst etwa zehn Jahre später gerechnet. Und dieses ist weder umkehrbar noch stoppbar. Diese Prozesse können mit größten Anstren­gungen lediglich verlangsamt werden.
 

 

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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