Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Opec-Monatsreport / Martkbalance

13. August

Nachdem das EIA (US Energieministerium) und die IEA (International Energy Agancy) die Ölmarktsituation im kommenden Jahr jeweils knapper im Vergleich zur Vormonatsschätzung sehen, prognoszierziert die OPEC in ihrem neuen Monatsreport eine verbesserte Bestandslage. Die OPEC hat in ihrem aktuellen Monatsbericht ihre Prognosen zum Ölnachfragefragewachstum 2018 und 2019 überraschend nach unten korrigiert. Die Erwartungen hinsichtlich der Ölproduktion in den Nicht-OPEC Ländern wurde hingegen für beide Jahre nach oben korrigiert. Die globale Ölförderleistung lag laut OPEC bei 98,5 Mio. Barrel/Tag, also um 0,7 Mio. B/T höher als im Vormonat. Die Ölproduktion der Non-OPEC Länder wird für das Gesamtjahr 2018 bei 59,6 Mio. B/T erwartet, eine Korrektur von +80.000 B/T zur vorherighen Schätzung. Für 2019 erwartet man einen Anstieg der seitens der Non-OPEC auf 61,75 Mio. B/T. Der OPEC-Bericht zeigt bärische Aspekte.

Die EIA sieht in ihem jüngsten Monatsbereicht eine Unterversorgung für 2018 von 0,25 Mio. B/T. Für 2019 prognostiziert die EIA ein leichtes Überangebot von 0,28 Mio. B/T. Vor allem in den USA verlangsamt sich der Fördermengenzuwachs, da die Transportkapazitäten nicht so schnell ausgebaut werden können.

11. August


Geopolitische Risiken bleiben Thema an den Ölbörsen (bullisch). Ebenso der Handelskrieg USA/China (bärisch). Zwar zogen die Ölpreise zuletzt spürbar an, aber ein Trendausbruch erfolgte dennoch bislang nicht, siehe Chart Rohölpreise. Für die Rohölnotierungen ist der Seitwärtstrend intakt. Die weltweite Ölnachfrage ist weiterhin solide bis kräftig, während sich die globale Produktionsmenge an Rohöl erhöht hat. Die Situation erscheint diesbezüglich in etwa ausbalanciert.

Die Ölförderquotenregelung der OPEC-Plus Gemeinschaft ist immer noch in Kraft, auch wenn mehrere Opec-Mitglieder und Russland inzwischen deutlich mehr Rohöl fördern als vor zwei Monaten. Rein zahlentechnisch ist die Quotensumme immer noch real und wird gemäß ursprünglichem Plan erfüllt. Der Grund ist, dass die Ölproduktion mehrerer wichtiger Mitgliedsländer weiter zurückgefallen ist, allen voran bei Venezuela und Iran.
 

Beschneidung iranischer Ölgeschäfte

Ölmarkt, Ölproduktion, Welthandel

11. Aug.

Die täglichen Rohölexporte des Opec-Landes Iran sind aufgrund des Sanktionsdrucks der USA in den zurückliegenden zwei Monaten um etwa 400.000 Barrel von 2,6 auf 2,2 Mio. Barrel/T zurückgegangen. Dieser Rückgang war geringer als erwartet. Jüngste Erwartungen zeichnen vor, dass sich die iranischen Ölexporte in den nächsten 10 - 12 Wochen um die Hälfte verringern werden, also von derzeit 2,6 bis 2,4 Mio. Barrel/T auf 1,3 bis 1,0 Mio. Barrel/Tag, je nach Schätzung. Die Gesamtölexporte des OPEC-Kartells, inklusive Iran, sind im Juli um 0,34 auf 32,7 Mio. Barrel/Tag gestiegen. Ein Opec-Sprecher aus Kuwait nennt für das zweite Halbjahr eine Preiserwartung im Bereich von 70 - 75 USD/Barrel.

07. Aug.

Die US-Sanktionen gegen den Iran treten nunmehr schrittweise in Kraft. Die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen sind schwer abschätzbar. An den Ölbörsen könnten diesbezüglich weitere Risiken eingepreist werden. Das Thema wirkt in jedem Fall 'bullisch'.
Die USA drängen darauf, dass "so viele Länder wie möglich von dem Kauf von Rohöl aus dem Iran Abstand künftig nehmen". Der Rückgang der iranischen Ölexporte betrug bei den früheren Sanktionen bis Anfang 2016 etwa eine Million Barrel pro Tag. Im aktuellen Fall dürfte der Rückgang aber deutlich höher ausfallen, was dem angeschlagenen Opec-Land massive Probleme bereiten wird.

04. Aug.

China lehnt den Antrag der USA ab, seine Ölimporte aus dem Iran zu kappen.

Die USA waren nicht in der Lage China davon zu überzeugen, seine Ölimporte aus dem Iran zu kürzen. Dies erklärten zwei mit den Verhandlungen betraute Beamte Washingtons. Trump bemüht sich nach seinem Rückzug aus dem Atomabkommen von 2015 um die Isolierung der Islamischen Republik Iran. Peking hat jedoch zugestimmt, die Einkäufe von iranischem Rohöl nicht weiter zu erhöhen. Das würde Befürchtungen zerstreuen, dass China daran arbeitet, durch den Kauf von überschüssigem iranischem Öl die Bemühungen der USA zu unterminieren. Teams von US-Beamten sprechen derzeit mit den wichtigen Ölimportländern, um den Handel von iranischem Öl zu verhindern. Die Regierung Trump will die iranischen Ölexporte bis zum 4. November auf null reduzieren, was viele Marktanalysten aber für ein kaum erreichbares Ziel halten.

Ölpreisprognosen u. Risiken

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

30. Juli

Prognosen von Markanalysten:

Die Wirtschaftsexperten der US Investmentbank von Goldman Sachs sehen für das zweite Halbjahr tendenziell anziehende Ölpreise. Und das auch im Fall, dass es zu einem ausgeweiteten Handelskrieg kommt. Eine Studie kommt zu der Erkenntnis, dass auch höhe Handelsstrafzölle den Ölpreisanstieg nicht kippen dürften. Für Rohstoffe (auch Öl) werden 10% Verteuerung in den kommenden zwölf Monaten prognostiziert.

Die Analysten von Evercore haben ihre Preisprognose für Rohöl nach oben korrigiert. Zwar hebt die OPEC ihre Fördermengen spürbar an um die Ausfälle aus Venezuela und Rückgänge des Iran aufzufangen, aber in Gesamtheit würden die globalen Ölbestände weiterhin eher abnehmen denn zunehmen, so Evercores Einschätzung. Deshalb sieht Evercore für die mittlere Zukunft eher aufwärtstendierende Rohölpreise. Für die Leitsorte BRENT revidiert man den erwarteten Jahresdurchschnittspreis für 2018 auf 70 Dollar und für 2019 auf 75 Dollar je Barrel. Eine Korrektur von 5 - 10 Prozent nach oben.

Die US Investmentbank JPMorgan hat jetzt ihre Preiserwartung für Rohöl um 5 Dollar/Barrel nach oben revidiert. Man prognostiziert für 2019 einen Rohöl-Durchschnittpreis von 60 USD/B, was vergleichsweise niedrig ist. Allerdings betont man, dass die längerfristige Preiserwartung losgelöst sei von der kurzfristigen Preisentwicklung, wo man für das zweite Halbjahr 2018 ein höheres Preisniveau sieht.

Die Marktbeobachter von Tradition Energy sind der Auffassung, dass sich der Ölmarkt zu stabilisieren versuche und man derzeit eine Phase erlebe, in der sich weitere Produktionssteigerungen und die Aussicht auf zunehmende Ausfälle aus Venezuela und Iran die Waage halten. Inwiefern die von Trump signalisierte Gesprächsbereitschaft mit dem Iran etwas an diesem Gleichgewicht ändern wird, bleibt abzuwarten.

Geopolitik:

Säbelrasseln Washington vs. Teheran. Es wird von beiden Seiten gedroht und sich verwehrt. Die Ölbörsen haben dieses Thema bislang nicht sonderlich mit Risikoaufschlägen eingepreist. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass Trump einen Krieg im Iran anstrebt, mit dem Ziel letztlich das Regime zu stürzen. Am Montagabend kam allerings ein bedingtes Gesprächsangebot Trumps.

Handelskrieg:

Im Außenhandelskrieg zog Trump die nächste Karte. Er droht Peking um Faktor 15 höhere Strafzölle an. Das würde bedeuten, dass sämtliche Importwaren aus China mit Strafzöllen belegt werden. Es deuten sich noch immer keine Verhandlungen der Wirtschaftsministerien beider Länder an. Mit der EU könnte sich die Sache dagegen zum Guten wenden. Junckers und Trump verständigten sich vorige Woche überraschend auf die Absicht, gemeinsam Zollabbau zu betreiben.
 

Förderpolitik der Opec

Prognose Ölpreise. OPEC-Quoten.

22./24. Juni

Beschluss von OPEC und der Opec-PLUS Gruppe:

Die Ölförderländer der sogenannten OPEC+, also die Opec und ihre Quotenpartner, haben sich aktuell auf eine reale Fördermengenerhöhung verständigt. Der Iran verhinderte größere Schritte. Genau genommen ist das Gesamtförderlimit stehen geblieben, wonach die Opec-Länder eine Gesamtproduktion von 32,5 Mio. Barrel/Tag nicht überschreiten sollen. Es erfolgt jetzt ein Ausgleich von Fehlmengen, hin zu den Ländern die Reservekapazitäten haben. Es haben sich praktisch die Quotenzuteilungen verschieben. Die Fehlmengen, die einige Mitgliedsländer nicht erbringen können, werden von anderen Ländern übernommen. Das Nichterreichen der Gesamtzielmenge wird damit korrigiert. Real erhöht die Opec die Förderleistung um 600.000 - 700.000 B/T. Zusammen mit den Quotenpartnern Russland, Mexiko, Oman und anderen dürften es plus 1,0 Mio. Barrel/T werden. Das könnte die derzeitige Unterversorgung des Ölmarktes in etwa ausgleichen. Mehr aber wohl kaum.

Das Ergebnis wurde von den Tradern an den Ölbörsen nicht 'bärisch' interpretiert.
 

Ölfördermengen der USA

Ölmarkt, Ölproduktion, OPEC Strategie

3. März
 
Die nebenstehende Grafik der EIA (Click for Zoom) zeigt die Ölförderleistung der USA vom Jahr 2000 bis heute. In Prognose zeigt die Grafik die Entwicklung bis 2050.  Bis etwa 2022 wird die steile Anstiegsphase fortgeführt werden können. Danach wird sich das Anstiegstempo zwar abschwächen, aber es werden bis 2030 weitere Zuwächse generiert. Mit Abstand am stärksten wird dabei die Ölproduktion in West-Texas anwachsen, und zwar in der Region 'Permian Basin' (braunes Band in der Grafik der EIA).

Die ansteigende Schieferölförderung wird die USA spätestens in 2019 zum Land mit der höchsten Ölförderleistung machen. Gleichzeitig wird die Nachfrage aus den Ländern, die nicht zur OECD gehören, in 2018/2019 um 2,5 - 3 Prozent zunehmen. Das wäre das stärkste Wachstum seit 2013. Die Rohölausfuhren der USA werden sich erhöhen, obgleich die USA weiterhin große Mengen importieren müssen. Die Behauptung, dass die Ölproduktion in den USA boomt, ist eine grobe Untertreibung, so eine ironische Anmerkung de IEA-Chefs.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

 
'Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

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