Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Aspekte/Auswirkungen Covid-19

Brasilien: Das südamerikanische Land ist eines der Haupt-Epizentren des Virus geworden. Ende Mai hat der Virus dort die Ölfelder des Landes erreicht. Gleich fünf Ölkonzerne meldeten eine große Zahl an Infektionen unter den Ölarbeitern, drunter bei Equinor und Royal Dutch Shell. Die Rohölförderung musste an vielen bohrlöchern vorübergehend gestoppt werden. Am 27.05. wurde die Zahl von 544 Erkrankten genannt, weiter steigend.

Flugverkehr in den USA. Daten von TSA zeigen, dass der Passagierdurchsatz auf US-amerikanischen Flughäfen wieder zunimmt. Dennoch bewegen sich die Passagierzahlen bei einem Bruchteil des Normals. Am 25. Mai passierten mehr als 340.000 Menschen amerikanische Flughäfen, fast das Dreifache des niedrigen Niveaus im April. Diese Zahl liegt aber immer noch bei nur 15% des Vorjahresniveaus.

Eine Verdreifachung mag man bejubeln, so wie es die Börsen feiern. Mit 15% ist aber ein keiner Weise ein wirtschafticher Betrieb rechenbar. Das ist ernüchternd und lässt erahnen, auf welch wackeligem Gerüst sich die Börseeuphorie im Mai bewegt.

Laut IHS Markit schleppen sich die US Schieferölförderer bei einem Preisniveau von knapp über 30 Dollar je Barrel WTI mit dünnen Gewinnen dahin. Es kann Jahre dauern, bis das Produktionslevel von 2019 wieder erreicht wird, falls überhaupt. Mehr als 70 Firmen droht bei 30 USD/B über kurz oder lang die Insolvenz.

US Arbeitsmarkt: Die Corona-Krise vernichtete in den USA bislang fast 39 Millionen Jobs. So viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Erneut beantragten 2,4 Millionen Amerikaner nach dem Verlust ihres Jobs staatliche Hilfe. Der Einbruch am Arbeitsmarkt dauert damit an. In der Vorwoche hatte es knapp 2,7 Millionen Neuanträge gegeben. In der weltgrößten Volkswirtschaft herrscht Massenarbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote stieg auf 14,7% und damit auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Die US Notenbank rechnet nicht mit einer baldigen Besserung und hält in den nächsten Monaten eine Arbeitslosenquote von bis zu 20% für möglich.
 

Fakten und Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

Die Ölpreise zeigen weiterhin eine positive Dynamik, da sich der Ölmarkt offenbar schneller als erwartet wieder ins Gleichgewicht zu bringen scheint. Rystad Energy schätzt, dass der Markt im April mit 16 Mio. Barrel/Tag überversorgt war. Bis Juni dürfte sich die Nachfrage jedoch um 4 Mio. B/T erholen. Angebotskürzungen von 12 Mio. B/T werden den Ölmarkt wieder in ein Gleichgewicht bringen, wenn auch auf einem viel niedrigeren Niveau als in der Zeit vor der Pandemie.

Eine Hochrechnung von Vortexa gibt an, dass die auf Öltankern offshore zwischen­gela­gerten Ölmengen im Mai von 277 auf 258 Mio. Barrel gesunken sind. Das entspräche einem Rückgang von etwa 7% vom zuvor erreichten Höchststand. Die Kombination der umfangreichen Produktions­kürzungen der OPEC+ Gruppe von 9,7 Mio. B/T sowie zusätzlichen freiwilligen Kürzungen von Saudi-Arabien, den VAE und Kuwait zeigen Wirkung. Mit dem parallelen Rückgang der US Schieferöl­produktion scheint sich inzwischen das Ölangebot soweit reduziert zu haben, dass die globale Überproduktion beseitigt werden konnte. Alles entscheidend bleibt aber wohl die Entwicklung der Ölnachfrage. Das momentane Gleichgewicht ist fragil und der Preiswieder­anstieg lebt hauptsächlich vom Optimismus der Marktteilnehmer. Eine zweite Coronawelle würde alles zurückwerfen.

IEA: Laut jüngsten Erhebungen hat sich die globale Ölförder­leistung in der ersten Maihälfte auf 90,0 Mio. Barrel/Tag verringert. Das würde heißen, dass immer noch ein starker Produktions­überhang von 10 Mio. B/t bestanden haben muss, denn der Weltölverbrauch ist von der IEA im laufenden Monat auf lediglich 80,0 Mio. Barrel/T kalkuliert worden. Das beduetet, dass noch immer immense Mengen in die Offshore-Lager fließen, also hilfsweise auf Öltanker zwischengelagert werden. Umso erstaunlicher ist die vollzogene frühe Preiserholung, siehe Rohöl-Chart. Die Möglichkeit eines neuerlichen Preisein­bruchs ist nicht vom Tisch. Vielmehr erhöht sich die Wahrschein­lichkeit für einen Preisrücksetzer.

Die Opec-Plus Gemeinschaft verhandelt über eine Fortschreibung der Mai/Juni Quoten bis zum Jahresende. Viele Stimmen wollen die Drosselungen nicht verringern, scheinen sie doch in bester Weise zu greifen und auf das Ölpreis­niveau durchzuwirken. Russland allerdings befürwortet wohl die geplante Reduzierung des Opec-Plus Cuts von -9,7 auf -7,7 Mio. Barrel ab Juli.
 

Pessimismus gibt es auch noch

Ölförderung Russlands

Laut IHS Markit schleppen sich die US Schieferölförderer bei einem Preisniveau von knapp über 30 Dollar je Barrel WTI mit dünnen Gewinnen dahin. Es kann Jahre dauern, bis das Produktionslevel von 2019 wieder erreicht wird, falls überhaupt. Mehr als 70 Firmen droht bei 30 USD/B über kurz oder lang die Insolvenz.

Die pessimistische Haltung der IEA (Paris) im vergangenen Monat ist inzwischen die Konsensmeinung. Die Welt wird im zweiten Quartal etwa 1,7 Milliarden Barrel weniger Öl verbrauchen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und dieser Minderverbrauch wird nicht wieder nachgeholt werden. Für das dritte Quartal hofft man, dass durch weitgehende Aufhebung der Beschränkungen die Ölnachfrage wieder erheblich zunimmt. Käme allerdings eine zweite Coronawelle, so würde der Wiederanstieg geringer ausfallen.

Das namhafte Analysehaus WoodMackenzie skizzierte in einem neuen Bericht mehrere Szenarien, die alle einen pessimistischen Ausblick auf die Ölnachfrage zeichnen. Bis zu einer vollständigen Erholung der Ölnachfrage könne es Jahre dauern. Unter Umständen hält die Durststrecke bis 2026 an.

Die US Notenbank warnt davor, dass der wirtschaftliche Schaden langanhaltend sein wird. FED-Chef Powell warnt vor einer längeren Periode konjunktureller und wirtschaftlicher Beschädigung. Auch könnte der Verlust von Arbeitsplätzen dauerhaft sein und Unternehmen könnten in großer Anzahl scheitern.
 


 

Überversorgung vs. Marktnormalisierung

Preisprognose Ölmarkt 2018

Der Öldurst Chinas soll mittlerweile wieder auf etwa 13 Mio. B/T angestiegen sein. Das ist nur noch geringfügig weniger als der Verbrauchswert von vor einem Jahr mit 13,4 Mio. B/T. Damit hat das Land den katastrophalen Einfluss der Corona-Pandemie relativ schnell wieder aufholen können. Lediglich der Kerosinverbrauch beim Flugverkehr ist noch deutlich geringer als im letzten Jahr.
Allergings wurde auf der Jahressitzung auf eine Konjunkturprognose für das zweite Halbjahr verzichtet, beziehungsweise wurde diese verworfen. Damit wird erstmals seit 1994 keine offizielle Erwartung zum Wirtschaftswachstum abgegeben. Mutmaßlich will man wegen sehr schlechter Daten keine öffentliche Aussage machen. Doch auch das erzeugt starke Verunsicherung der Märkte. Denkbar ist ein Null-Wachstum für 2020.

Die Analysten von Goldman Sachs revidierten ihre Preiseinschätzung für Quartal III auf BRENT-Preise von 30 Dollar und für Quartal IV auf 40 Dollar je Barrel. Das ist ein Preisniveau bei dem die Schieferöl­branche die Förderpumpen wieder anwirft. Für 2021 prognsotiziert man einen durchschnittlichen Ölpreis von gut 55 Dollar/Barrel BRENT. Die niedrigere Rohölproduktion, die aus der geringeren Ölbohraktivität resultieren wird, sowie der Cut der OPEC-Plus Gruppe, zusammen mit einer teilweisen Erholung der Ölnachfrage düften längerfristig auf ein höheres Preisniveau zurückführen.

Laut einer Erhebung von Standard Chartered soll die Überversorgung des Ölmarktes im April bei 21,3 Mio. Barrel/Tag gelegen haben. Dadurch haben sich global die Ölbestände um annähernd 640 Mio. Barrel massivst erhöht. Ab Mai sind die neuen Opec-Kürzungen in Kraft, die aber noch nicht zu einem Gleichgewicht führen.
 

Monatsreports von EIA, Opec u. IEA

Ölproduktion und Marktsituation

Der Monatsreport der IEA (Paris) ist weniger 'bärisch' ausgefallen, als der von Opec und EIA. Die IEA zeichnet ein etwas helleres Bild als noch vor vier Wochen. Dennoch wird die Erholung des Ölmarktes ein sehr langwieriger Weg werden.

Monatsbericht der IEA:

Globale Ölfragefrage geg. Vorjahresmonat:
• April: Rückgang um 25,2 Mio. Barrel/T
• Mai: Rückgang um 21,5 Mio. Barrel/T
• Juni: Rückgang um 13,0 Mio. Barrel/T

• Globale Ölproduktion in 2020: 88 Mio. B/T (-12)
• Ölproduktion der USA in '2020: -2,8 Mio. B/T

• Öllagerung auf See: 123,8 Mio. Barrel (+9,9)

Monatsreport der OPEC:

Die OPEC hat im aktuellen Monatsreport die Prognose für die globale Ölnachfrage noch einmal deutlich nach unten korrigiert. Laut Bericht lag die globale Ölförderleistung auch im April mit 99,5 Mio. B/T noch auf einem sehr hohen Niveau. Zum Vormonat wurde die Verringerung mit lediglich -0,18 Mio. Barrel/T beziffert. Weitere Schlüsselzahlen aus dem Bericht:

• Ölproduktion weltweit, Ø Monat April:  99,5 Mio. B/T
• Globale Ölnachfrageprognose 2020:  90,6 Mio. B/T
• Veränderung der glob. Ölnachfrage:  -9,1 Mio. B/T
• OECD Ölbestände im Monat März:  3.002 Mio. Barrel
   (88,6 Mio. Barrel höher als der 5-Jahresdurchschnitt)

Die wichtigsten Zahlen aus dem EIA Monatsbericht:

• OPEC Förd.  Durchschnitt 2019:  29,3 Mio. B/T
• OPEC Förderung Prognose 2020: 26,6 Mio. B/T
• OPEC Förderung Prognose 2021: 28,4 Mio. B/T

• Globale Ölproduktion 2019: 100,6 Mio. B/T
• Globale Ölproduktion 2020:  95,2 Mio. B/T
• Globale Ölproduktion 2021:  97,7 Mio. B/T

• Globaler Ölverbrauch 2019: 100,7 Mio. B/T
• Globaler Ölverbrauch 2020:  92,6 Mio. B/T
• Globaler Ölverbrauch 2021:  99,5 Mio. B/T

• OECD Ölbestände 2019: 2.890 Mio. Barrel
• OECD Ölbestände 2020: 3.240 Mio. Barrel
• OECD Ölbestände 2021: 3.020 Mio. Barrel

• Brent Durchschnprs. 2019: 64,4 Dollar/B
• Brent Preisprognose 2020: 34,1 Dollar/B
• Brent Preisprognose 2021: 47,8 Dollar/B
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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