Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle widergegeben und diskutiert:

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OPEC vs "Zweiter Schieferöl-Boom"

15. Februar

Laut Einschätzung der IEA (Paris) wird in 2018 das Angebot auf dem Ölmarkt schneller wachsen als die Ölnachfrage. Zwar seien die globalen Lagerbestände dramatisch zurückgegangen und dem Fünfjahresdurchschnitt bereits ziemlich nahe kommen, aber die Schieferölproduktion in den USA wird die Situation wieder in einen gewissen Fördermengenüberschuss treiben. Dort wächst die Ölproduktion so schnell, dass man von einem zweiten Schieferöl-Boom sprechen muss. Allein der Fördermengenzuwachs in den USA kann das für 2018 prognostizierte globale Nachfragewachstum kompensieren.

Die Prognose der OPEC sieht allerdings etwas anders aus: Laut dem jüngsten Opec-Report wird die tägliche Ölproduktion außerhalb der OPEC in 2018 um 1,4 Mio. Barrel/T ansteigen. Eine Aufwärtsrevision von 250.000 B/T gegenüber der letzten Prognose von Ende 2017. Das ist eine ziemlich große Korrektur. Es bestätigt, dass die Strategie des Ölkartells rund 1,8 Mio. B/T vom Markt fernzuhalten es ermöglicht hat, dass die US Schieferölbranche zukunftsoptimistisch investiert und die Kapazitäten steil hochfährt. Der Präsident der OPEC wies jedoch die vom US-Schieferöl heraufziehenden Warnsignale zurück und erklärte, dass die steigende US-Ölproduktion die Opec-Strategie nicht gefährden würde. Er sagte: "Schieferöl legt stark zu und man erwartet, dass es schneller und stärker als in 2017 zulegen wird“. Das wird die OPEC im Auge behalten - Aber unter Berücksichtigung aller Faktoren glaubt man nicht, dass es die Entwicklung wird kippen können.

Global Platts teilte mit, dass gleich mehrere Opec-Länder ambitionierte Wachstumspläne für ihre Ölförderung haben. Kuwait wird seinen Ölausstoß bis Ende März um 225.000 B/T steigern. Der Iran kann seine Ölproduktion jederzeit um 100.000 B/T erhöhen. Der Irak will bis Ende des Jahres seine Ölförderkapazität auf 5,0 Mio. B/T erhöhen. Und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen bis 2018 um 500.000 B/T steigern. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass die OPEC in diesem Jahr eine Angebotswelle in Gang setzen wird. Aber irgendwann will man seine neuen Kapazitäten, deren Aufbau zig Milliarden gekostet haben, auch ausnutzen. Denn die Investitionen müssen zurückfließen. Bislang hält die OPEC die Förderquoten beeindruckend gut ein.

Russland ist langfristig an guten und kooperativen Beziehungen mit der OPEC. interessiert. Unter Berücksichtigung der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen und Projekte begrüßt Moskau besonders für die Ölmarktpolitik ein abgestimmtes Vorgehen.

 

Chinas Öldurst: +19,4%

Ölproduktion, Ölexortmengen, Ölfördermengen

10. Februar

Im Januar sind die chinesischen Rohölimporte nochmal kräftig gestiegen. Zusammen mit der Außenhandelsbilanz veröffentlichte China auch seine jüngsten Rohölimportzahlen. Im Januar hat der Wirtschaftsriese China im Mittel täglich 9,6 Mio. Barrel Rohöl importiert. Damit lagen die Importe im Berichtsmonat etwa 19,4% über dem entsprechenden Vorjahresmonat. Im Vergleich zu den Rohölimporten von Dezember wurde ein Anstieg der Öleinfuhren von 11,6% festgestellt. Ein beachtlicher Zuwachs.

Das wirkte auch auf die Handelsbilanz Chinas:

• Handelsbilanz Januar:
   Überschuss von 20,3 Mrd. Dollar.
   Vormonat 54,7 Mio. Dollar.

• Importe Januar:
   36,9% höher als vor einem Jahr.
   Zum Vormonat +4,5%.
• Exporte Januar:
   11,1% höher als vor einem Jahr.
   Zum Vormonat +10,9%.

China wird am 26. März einen eigenen Rohöl-Futures-Kontrakt an der Leitbörse in Shanghai auflegen. Das besondere hierbei ist, dass diese Kontrakte nicht auf dem US-Dollar sondern auf dem chinesischen Yuan fundieren. Dieser Schritt wird die chinesische Währung im globalen Finanzgefüge stärken und den Dollar eher schwächen. Auch könnte sich damit ein Konkurrent zu den westlichen Rohölleitsorten WTI und Brent entwickeln, denn China ist der größte Ölimporteur und die zweitgrößte Ölverbrauchsnation der Welt. Allerdings sind noch verschiedene Finanzkontrollhürden aus dem Weg zu räumen. Die für die kommenden Jahre mit Russland ausgehandelten Ölimporte werden bereits seit Längerem in Yuan abgerechnet.

Die IEA prognostiziert, dass China die USA als der größte Ölkonsument der Welt etwa zum Jahr 2030 überholen wird.
 

US Ölförderungen effizienter

Die USA steigern

8. Februar

Effizientere Ölförderung

Der Preisanstieg der letzten Monate dürfte zu starken Förderinvestitionen führen, was sich im Frühjahr im kräftig steigenden Förderzahlen zeigen wird. Die Stärke der US Schieferölbranche ist einer der wichtigsten 'bärischen' Faktoren. Dies führte Anfang Februar zum Rückfall der Ölpreise.
Bei den in den Vorjahren gebeutelten kleineren bis mittleren Ölförderfirmen ist die Auslese inzwischen vollzogen. Mittlerweile sind nur noch die effizient arbeitende Unternehmen aktiv, dafür aber mit umso mehr Engagement. Sollten die Ölpreise oberhalb von 60 Dollar/B bleiben, wird man auf dem Gaspedal stehen bleiben. Die US Fördermengen könnten binnen Jahresfrist um 1 Million auf über 11 Mio. Barrel weiter anwachsen.


Exxon will seine Schieferölproduktion verdreifachen

Der Ölkonzern ExxonMobil will seine Investitionen in die Ölproduktion wieder steigern und sieht damit eine Rückkehr ins große Ölgeschäft. Wie Exxon jetzt mitteilte, will man die eigene tägliche Ölförderung in der Schieferöl-Region 'Permian Basin', das sich über Teile von West Texas und New Mexico erstreckt, bis zum Jahre 2025 verdreifachen. In Teilgebieten davon will man die Produktion sogar auf das Fünffache der derzeitigen Ölfördermenge steigern. Damit würde Exxons Rohölproduktion im 'Permian Basin' auf 600.000 Barrel/Tag anwachsen. Dazu muss auch die Ölinfrastruktur ausgebaut werden. Das Pipelinenetz ist auszubauen und für Öltanker soll ein Verladeterminal am Golf erheblich ausgebaut werden.

Ölfördermengen der USA

In den USA überflügeln die Ölfördermengen jetzt die Förderrekorde von Ende der Sechzigerjahre, Anfang der Siebzigerjahre. Das Barrel Rohöl kostete seinerzeit rund fünf Dollar. Danach folgten zwei Ölkrisen. Knapp ein halbes Jahrhundert später bewegen sich die Ölpreise volatil bei 65 Dollar/Barrel und die Schieferöl-Fördertechnik lässt die US Förderleistung wieder hochschnellen auf neue Rekordwerte. Ende diesen Jahres werden die USA das Ölförderland Nummer 1 sein. Die Konkurrenten Russland und Saudi-Arabien wird man überholt haben, weil sie sich an selbstauferlegte Quoten halten (müssen). Inzwischen fördern die USA bereits über 10 Mio. Barrel/Tag. Die Hälfte des weltweiten Fördermengenzuwachses in 2018 wird auf die USA entfallen. Wie an anderer Stelle bereits gesagt, werden die USA mittelfristig das Ölförderland Nummer 1 sein und werden also zunächst Saudi-Arabien und dann auch Russland überflügeln.
 

Ölpreiseinschätzung an der Wall Street

Preisprognose Ölmarkt 2018

7. Februar

Viele Analysten der namhaften Wall Street Banken sind skeptisch, denn die zurückliegende Abstiegsphase der Ölpreise könnte das Preisniveau zu hoch geschraubt haben. Siebzig Dollar ist sehr viel und es wird eine „Reaktion“ in den USA geben. Das erwartet sowohl die OPEC-Führung als auch Moskau. Man ist nicht hocherfreut über die ‘zu bullische‘ Preisentwicklung. Eine überzogene Drosselungsstrategie könnte fatal nach hinten losgehen.

Die Ölpreisprognosen der meisten Investmentbanken sind zuletzt nach oben korrigiert worden:

- BNP Paribas hat ihre Ölpreisprognose für 2018 um bemerkenswerte 10 Dollar/Barrel nach oben revidiert. Im Jahresmittel sieht man BRENT jetzt bei 65 und WTI bei 60 Dollar je Barrel.

Morgan Stanley sieht die preisgünstigere Leitsorte WTI im Jahresverlauf bei 70 Dollar/Barrel
BAML Merryl Lynch hält für die teurere Rohölsorte BRENT einen Jahresmittelpreis von 70 Dollar/B für unwahrscheinlich.

Von Goldman Sachs kommt die höchste Prognose. Die US Bank erwartet, dass die Ölpreise im zweiten Quartal auf 82,5 USD/Barrel klettern werden, bevor im zweiten Halbjahr dann wieder eine Überversorgung des Ölweltmarktes eintritt.

Die Citigroup hingegen prognostiziert, dass die Zurückhaltung bei den Investitionen der US-Schieferölbranche dem Instinkt der Einnahmensteigerung zum Opfer fallen wird. So könnte sich 2018 ähnlich wie 2014 entwicklen. 2014 startete mit sehr hohen Preisen, bevor die US Schieferölproduktion zu einem Überangebot führte und die Preise letztlich steil herunterfielen.

Wie man sieht, liegen die Einschätzungen weit auseinander und reichen in der Bandbreite von 40 bis 82,5 Dollar/Barrel. Das deutet durchaus auf einen volatilen Preisverlauf in 2018 hin. Und das wiederum eröffnet nicht zuletzt auch dem 'kleinen Heizölverbraucher' Spekulationsmöglichkeiten mit der Chance, einen günstigen Bestellzeitpunkt zu erwischen.
 

 

KLIMASCHUTZ:  China neuer Vorreiter!

Anfang 2018:

Peking macht jetzt ernst in Sachen Luftverschmutzung und Klimaschutz:

Der Wirtschaftsgigant China macht eine Kehrtwende in der Klimapolitik. Seit dem 1. Januar gilt eine neue Steuer. Diese Umweltschutzsteuer legt Unternehmen, die Luft und Wasser belasten und Müll produzieren, erhebliche Mehrkosten auf. Eine einheitliche Umweltschutzsteuer legt Unternehmen, die Luft und Wasser belasten und Abfall produzieren, empfindliche Kosten auf.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft dürften erheblich sein. Wahrscheinlich werden auf chinesische Kohlekraftwerke, Stahlwerke und Aluminiumhütten harte Zeiten zukommen, weil deren Betriebs- und Produktionskosten massiv ansteigen. Außerdem will Peking noch in diesem Jahr ein Emissions-Handelssystem in Kraft setzen, das den CO2-Ausstoß der Industrie begrenzen soll. Vorerst ist nur der Energiesektor betroffen, was dennoch zu einer jährlichen Einsparung von 3,3 Milliarden Tonnen CO2 führt.

China setzt jetzt konsequent auf Umwelttechnologien. Bei der Herstellung von E-PKWs, Solarpanels, Windkraftgeneratoren und neuen Batterietechnologien ist China bereits jetzt führend.

Die Gründe für den rigorosen Umschwenk:

Die weitere Zerstörung des Lebensraums, die Luftverschmutzung und ein ungebremster Klimawandel brächten weit schlimmere Folgen mit sich - sowohl wirtschaftlich als auch sozial. Chinas neue Ausrichtung ist das Gegenteil der Marschroute der USA. Ein weitreichender ideologischer Rollenwechsel. China könnte als neuer Klimaschutzvorreiter sogar die globale Führungsrolle beanspruchen, zumal die USA sich diesbezüglich abgemeldet haben und Europa nicht einheitlich und geschlossen zu agieren vermag.
 

Ölbohraktivitäten in den USA

 
'Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

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