Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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OPEC und Quoten

Opec-Quoten für 2021

Die OPEC+ Interessengemeinschaft hält weitergehend an den Drosselungen fest. Dieser Entschluss von 4. März überraschte die Marktteilnehmer und führte sogleich zu einem nächsten Preissprung. Die Opec-Plus Partner verlängerten bisherigen Quoten, abgesehen von einem leichten Produktionszunahme für Russland und Kasachstan aufgrund saisonaler Konsummuster. Sogar Saudi-Arabien hat für sich beschlossen, seine freiwilligen Kürzungen von 1 Mio. Barrel/Tag einen Monat länger beizubehalten. Das sind absolut bullische Fakten.

Der von der OPEC im Februar veröffentlichte Monatsreport war leicht 'bullisch' ausgefallen. Folgenden Prognosezahlen wurden genannt:

• Globale Ölnachfrage 2021: 96,05 Mio. B/T im Mittel
• Globaler Ölnachfragezuwachs: +5,79 Mio. B/T
• Ölproduktion weltweit derzeit bei 93,12 Mio. B/T

Daraus ergibt sich ein knapper Ölmarkt. Der Plus-Partner Russland hält 60 Dollar je Barrel für das richte Preisniveau. Das ließe für die US Schieferölfirmen kein neues Boomen zu, so ein Einschätzung Moskaus.
 

Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

Die Analysten von IHS Markit gehen insgesamt davon aus, dass das weltweite Ölangebot nicht mit der steigenden Nachfrage wird mithalten können, sofern Saudi-Arabien seine Ölhähne nicht umfänglich wieder aufdreht. Der voraussichtlich schnelle Wiederanstieg der Ölnachfrage in den nächsten sechs Monaten dürfte für weiter kletternde Ölpreise sorgen. Dabei wird für den Sommer ein Preisniveau von 70 - 80 Dollar je Barrel gesehen. Zum Jahresende werden 100 Dollar je Barrel nicht undenkbar.

Laut einem Bericht der Investmentbank Morgan Stanley war der Ölweltmarkt in den ersten sieben Wochen des neuen Jahres mit bemerkenswerten 2,8 Mio. Barrel/Tag unterversorgt. Damit könnte sich in der Balance das knappste Quartal seit zwanzig Jahren ergeben. Die globalen Überbestände bauen sich rasant schnell ab. Morgen Stanley hat deshalb seine Ölpreis­prognosen nach oben revidiert und erwartet BRENT zum dritten Quartal bei 70 Dollar je Barrel. Zuvor hatte bereits Goldman Sachs die Preiserwartung auf 75 Dollar/B hochgesetzt.

Die großen US Ölkonzerne haben laut einer Analyse von Energy Intelligence für die Zukunft ihre Ölförderpläne in den Schieferölregionen um insgesamt 2,4 Mio. Barrel nach unten revidert. Die Änderung der Strategie bedeutet, dass man sich eher auf kurz- bis mittelfrsitige Cash-Generierung konzentriert als auf ein langfrsitiges Produktionswachstum beim Schieferöl. Für den Ölweltmarkt ist das langfristig unterschwellig preisstützende Nachricht.

Laut Einschätzung von Price Futures Group scheint es einen "Paradigmenwechsel" auf dem Ölmarkt zu geben. Man hat den Eindruck, dass die Flut der Ölüberbestände schneller abgebaut wird als irgendjemand es für möglich gehalten hätte.
 

IEA Monatsreport

Ölproduktion und Marktsituation

Die IEA (Paris) hat in ihrem jüngsten Monatsbericht vom 11. Februar die Unsicherheiten um die Ölnachfrage stärker in den Vordergrund gerückt. In neuester Prognose korrigiert die IEA für 2021 die Weltölnachfrage um -0,2 Mio. B/T nach unten, während man die Ölförderung außerhalb der OPEC stärker erwartet. Hier hat man die Prognose um +0,4 Mio. B/T angehoben, da die gestiegenen Ölpreise mit Profitaus­sichten die Investitionen in die Ölförderanlagen wieder anschieben dürften. Trotz der kurzfristigen Schwäche sehen die Aussichten für die Wirtschaft und die Ölnachfrage im Jahr 2021 recht gut aus. Für die zweite Jahreshälfte wird mit raschen Bestandsab­bauten gerechnet.

Generell hat sich die Ölmarktsituation allerdings verbessert, betont die IEA. In 2021 dürften etwa 60% der in 2020 verloren gegangene Nachfrage­mengen wieder zurückkehren. Die globalen Ölbestände werden letztendlich fallen, insbesondere nach dem Sommer. Das wird die OPEC+ in die Lage versetzen ihre Produktions­quoten merklich zu lockern.
 


 

EIA Report

Ölproduktion, Lagermengen, Energiesektor, erneuerbare Energien

Die EIA erwartet, dass die USA in 2022 ihre Rohöl­import­mengen um 62% werden erhöhen müssen, weil die inländischen Investitionen der Ölbranche nur noch sehr zurückhaltend getätigt werden. Die vielen Konkurse von mittelständischen US Ölfirmen in 2020 und der neue Hype hin zu erneuerbaren Energien lassen die Investoren umdenken und umschwenken.

Februarbericht:

Die EIA (US Energieministerium) sieht in ihrem aktuellen Monatsreport ein etwas geringeres Angebots­defizit für 2021. In der Prognose wird für 2021 ein um 0,2 Mio. B/T geringeres Nachfragewachstum auf +5,4 Mio. B/T gegen Vorjahr erwartet. Auf der anderes Seite wird ein um 0,2 Mio. B/T höheres Produktionswachstum auf +3,1 Mio. B/T gegenüber 2020 gesehen. Das Angebotsdefizit 2021 dürfte also etwas geringer ausfallen. Dass die höheren Ölpreise auch die US-Ölproduktion rasch wieder ansteigen lassen, davon geht die EIA nicht aus. In den kommenden Monaten dürfte die US Ölförderleistung eher auf 10,9 Mio. B/T leicht sinken. Im Januar lag die US Ölproduktion bei 11,0 Mio. Barrel Rohöl am Tag.
 

Enwicklungen und Fakten

Ölförderung der Opec-Plus Gruppe

Laut Rystad Energy war das Jahr 2020 wohl das schlechteste Jahr für den US-amerikanischen Ölsektor in der Geschichte. Viele Firmen mussten sich immens verschulden aufgrund der zu niedrigen Ölpreise, die kaum einen Profit zuließen. Die Zahl der Insolvenzen und Ausstiege in der Ölförderbranche und bei den Ölfeldausrüstern ist hochgeschnellt. Mittlerweile erhöht sich in den USA aber die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen wieder. Laut Rystad Prognose könnten die täglichen Ölfördermengen der USA bis zum Jahresende um gut 300.000 Barrel wieder zunehmen, nachdem sie von in der Spitze 13,1 Mio. auf 11,0 Mio. Barrel/T gesunken sind.

Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) war das Jahr 2020 "das wahrscheinlich schlimmste Jahr in der Geschichte der Ölindustrie". Ölkonzerne wie Exxon, BP, Shell und viele andere fuhren Milliardenverluste ein. Zahlreiche Förderunternehmen, vor allem in der US Schieferölbranche, fielen in Insolvenz.

Russland beginnt sein Megaprojekt Wostok in der Arktis. Der Rosneft Konzern geht davon aus, dass in einem Jahrzehnt Investitionen von 170 Milliarden Dollar dafür nötig sind. 400.000 Arbeiter werden beschäftig, 15 neue Industriestädte werden geschaffen und 800 km neue Pipelines werden dafür gebaut. Die Wostok-Projekte sollen bis 2024 bereits etwa 600.000 Barrel Rohöl pro Tag produzieren. Im Vollausbau sollen 2 Mio. Barrel am Tag gefördert werden.

Laut Prognose von Rystad Energy wird die Covid19-Pandenie den Peak Oil Zeitpunkt, also den Wendepunkt der höchsten Weltölnachfrage um viele Jahre nach vorne ziehen. Demnach soll die weltweite Ölnachfrage in den Jahren 2028 - 2030 mit 102 Millionen Barrel pro Tag ihren Spitzenwert überschreiten. Die Grünen Energien sind beschleunigt auf dem Vormarsch.
 

Längerfristiger Ausblick

OPEC Kürzungen

Indien wird in den nächsten zwei Jahrzehnten das weltweit stärkste Wachstum an Energiebedarf haben. Von derzeit 5,0 Mio. Barrel/Tag könnte der Ölbedarf Indiens bis 2040 auf 8,7 Mio. B/T anwachsen, schätzt die IEA. Indien wird die EU als drittgrößter Energiever­braucher der Welt is 2030 ablösen.

Chinas Rohölimporte nehmen in außerge­wöhnlichem Umfang zu. Zwar befinden sich derzeit noch Teile des Landes im Lockdown, was die Reisetätigkeit zum chinesischen Neujahrsfest ausbremst, aber die Zuversicht ist wegen der sinkenden Infektionszahlen groß. So ist zurzeit eine Rekordzahl vollbeladener Öltanker auf dem Weg nach China. Damit könnten im Februar bis zu 250 Mio. Barrel Rohöl beim weltgrößten Ölimporteur eintreffen. Diese Mengen erklären auch den knapperen Ölmarkt und den überdeutlichen Preisanstieg der Rohöl-Kontrakte an den Ölbörsen.

Sieben große europäische Energiekonzerne haben sich auf Übergangs­grundsätze zur Reduzierung der Luftemissionen verständigt. Dazu zählen die Energieunternehmen BP, Royal Dutch Shell, Total, ENI, Equinor, Galp und Occidental Petroleum. Sie wollen das Pariser Klimaabkommen aktiv unterstützen. Zu den Arbeitspunkten zählen: Reduzierung der eigenen Betriebsemis­sionen, Zusammenarbeit mit Interessen­gruppen und Investoren, aktive Unterstützung von Emissions­senkungen, Kohlenstoffab­scheidung, Offenlegung der Klimarisiken und die Unterstützung durch das Mitwirken in Fachverbänden.

Auch erwartet die IEA, dass sich die Wind- und Solarkapazitäten in den nächsten fünf Jahren weltweit verdoppeln werden. Bis 2023 werden die Solar- und Windkapazitäten Erdgas überholen und bis 2024 auch die auf Kohle basierende Energie­erzeugung übertreffen. Durch die Covid19-Pandemie wurde ein Großteil des Energiesektors schwer getroffen, aber die erneuerbaren Energien zeigen sich hierbei als widerstandsfähiger. Die IEA hat ihre Prognose für 2020/2021 für erneuerbare Energien um +18% revidiert. Erneuerbare Energien verzeichnen starke Zuwächse. Solar wird der neue König der Strommärkte werden. Bis 2030 werden erneuerbare Energien bei neuen Stromer[]zeugungs­projekten 80% ausmachen, so die IEA.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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