Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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IEA Monatsreport

Ölproduktion und Marktsituation

Die Internationale Energieagentur IEA geht in ihrem Juni-Monatsbericht von der weiter­gehend robusten Erholung der Ölnachfrage aus. Eine vollständige Rückkehr dürfte aber noch etwa eineinhalb Jahre dauern. Die IEA fordert die Opec+ Förderländer zu Produk­tionsaus­weitungen auf, um die steigende Ölnachfrage hinreichend bedienen zu können.

Nachdem der Weltölbedarf sich in 2020 um -8,6 Millionen Barrel verringert hatte wird sich die Ölnachfrage in diesem jahr um +5,4 Mio. B/T erholen und dann in 2022 um weitere +3,1 Mio. B/T zulegen. Die OPEC solle jetzt die Ölhähne aufdrehen, um die künftige Weltöl­nachfrage bedienen zu können, so der Appell der IEA (Paris).
 

Opec-Report Juni

Im Monatsbericht Juni der OPEC wurden die Schätzungen zum Nachfrage­wachstum in 2021 bekräftigt. Die Gesamt­nachfrage an Rohöl wird mit 96,6 Mio. B/T prognostiziert, was etwas höher ist als in vorausge­gangenem Report. Damit bestätigt die OPEC die optimistischen Aussichten trotz gestiegener Ölproduktion. Der Opec-Bericht nennt für den Iran eine Ölproduktion von 2,5 Mio. B/T. Gelangt man bei den Nuklear-Verhandlungen noch im Juni zu einer Einigung, so könnte es in den Sommer­monaten zu einem Förder­mengen­anstieg auf etwa 3,5 Mio. Barrel/Tag kommen, was in dem Fall mit der weiteren Produktions­steigerung der Opec-Plus zusammenfällt.

Der Opec-Report beziffert für die OECD-Länder die Öl Bestände April mit 2,96 Mrd. Barrel.
Das sind 25,0 Mio. Barrel weniger als im Vormonat, aber 35,8 Mio Barrel über 5-Jahresschnitt.
 

Markteinschätzungen

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

Rystad Energy ist der Meinung, dass die Opec-Plus Gruppe die Förderquoten auslaufen lassen muss, um eine Überhitzung des Ölmarktes zu vermeiden. Der Druck auf das Ölkartell wird zunehmen, denn der Ölmarkt gerät verstärkt ins Mengendefizit.

Die Marktanalysten von ANZ sehen erheblichen preislichen Spielraum nach oben, obgleich gerade erst die 70-Dollar-Marke geknackt wurde. Bei ANZ sieht man für Q3 bzw. Q4 eine Defizit am Ölmarkt von 0,65 - 0,95 Mio. Barrel pro Tag.

Die IEA (Paris) prognostiziert, dass der Rohölbedarf bis Ende 2021 um weitere 5 Mio. B/T zunehmen wird. Das wären dann 98% des Niveaus von vor der Covid-19 Pandemie. Die Marktstimmung ist 'klar bullisch', denn die Nachfrageerholung in den USA und Europa zeigt sich ausgesprochen robust.

Laut Einschätzung von Rystad Energy steht der Ölmarkt inzwischen vor genau der umgekehrten Situation als vor gut einem Jahr. Die Ölproduzenten um die OPEC haben jetzt die wichtige Aufgabe, genügend Angebot zurückzubringen, um der schnell steigenden Ölnachfrage gerecht zu werden, so die Marktbeobachter. Wenn die Märkte zu knapp werden, könnte ein starker Ölpreisanstieg die Erholung der Weltwirtschaft aus der Corona-Krise erheblich ausbremsen.

Die Analysten der ING Group erwarten in jüngster Prognose die Leitsorte BRENT zum zweiten Halbjahr bei 75 Dollar/Barrel. Bei Goldman Sachs kann man sich auch bis zu 80 Dollar/B vorstellen. Bei Morgan Stanley geht man davon aus, dass sich die Nachfragesituation weiter verbessert und der Ölmarkt auf absehbare Zeit in ein Defizit gerät. Die zusätzlichen Öllieferungen des Irans, im Falle einer Nuklear-Einigung, werde der Markt absorbieren können.

Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Ölnachfrage im Jahr 2026 ihren Höhepunkt erreichen wird. Auch geht der BP Konzern davon aus, dass es keine größeren Nachfrage­zuwächse mehr geben wird. Indes glaubt Interna­tionale Energie­agentur (IEA, Paris), dass der Höhepunkt Anfang der 2030er Jahre eintreten könnte. Auch erwartet die IEA für die Gasindustrie eine schwierige, preislich turbulente Zukunft.
 


 

EIA Monatsreport Juni

Ölproduktion, Lagermengen, Energiesektor, erneuerbare Energien

Die EIA (US Energie­ministerium) sieht in ihrem jüngsten Monatsreport vom 8. Juni das globale Ölnachfrage­wachstum für 2021 bei +5,4 Mio. B/T und für 2022 bei +3,6 Mio. B/T. Demge­genüber wird der Anstieg der globalen Ölförderungen für 2021 mit +2,6 Mio. B/T und für 2022 mit +5,0 Mio. B/T prognostiziert. Den Durch­schnittspreis für BRENT sieht die EIA für 2021 bei 65,2 USD/B und für 2022 bei nur 60,5 USD/B. Das würde Preisrückgang bedeuten.
 

Situation der Ölbranche in den USA

US Ölmarkt

Bei der begonnenen US Fahrsaison zeigt sich die dortige Benzin­nachfrage um 0,7 Mio. B/T schwächer. Vor allem die Tatsache, dass auch der 4-Wochen-Durchschnitt erstmals wieder einen Rückgang der Benzinnachfrage zeigt, enttäuscht die Marktteil­nehmer. Auch in Indien, dem drittstärksten Kraftstoff­verbrauchs­markt, sank die Nachfrage im Mai von 16,8 auf 15,1 Mio. Tonnen. Ein Rückgang von 11,3% gegenüber dem Monat April.

Die Zahl aktiven Ölbohranlagen in den USA hat sich laut Baker Hughes gegenüber ihrem zyklischen Tief von August 2020 bereits mehr als verdoppelt. Die bisher verhaltene Reaktion des Schiefersektors auf die höheren Ölpreise impliziert ein größeres Produktions-Konsum-Defizit später in diesem Jahr, einen schnelleren Abbau der Lagerbestände, höhere Spotpreise und eine größere Backwardation.

Die Opec-Partner und die US Schieferölbranche haben beide ihren Wunsch bekundet, eine Wiederholung der Boom-Bust-Zyklen des ersten Schieferbooms (2011-2014) und des zweiten Schieferbooms (2017-2019) zu vermeiden. Infolgedessen besteht Konsens über die Notwendigkeit eines langsameren Produktionswachstums, höherer Preise und größerer Gewinnmargen. Solange dieser Konsens hält und der Anstieg der US Bohrungen langsam bleibt, werden die Preise weiter steigen.
 

Mengenpolitik der Opec+

Opec-Quoten für 2021

Die OPEC und ihre Partner beschlossen auf ihrer Sitzung am 1. Juni, die geplanten Produktions­erhöhungen für Juni und Juli unverändert umzusetzen. Damit kommen im Zeitraum von Mai bis Juli insgesamt rund 2,1 Mio. Barrel/T an Rohöl an den Markt zurück. Auf Juni entfällt eine Anhebung von +0,70 Mio. B/T und auf Juli von +0,84 Mio. B/T.

Das Ölkartell wird sich das nächste Mal am 1. Juli zusammen­setzen und dann die Markt­balance neu beurteilen. Man hofft dann mehr Klarheit darüber zu haben, wann wie viel zusätzliches Rohöl vom Iran auf der Angebotsseite hinzukommt. In jetziger Prognose rechnet selbst die OPEC in der aktuellen Lage mit einem Angebots­defizit von 2 Mio. B/T für den Zeitraum September bis Dezember.
 

 

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

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