Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Monatsreports und Prognose 2019

Ölproduktion, Fördermaximum, Ausblick 2018, 2019

16. Februar

Die Analysten der US-Bank BAML (Merrill Lynch) erwarten in neuer Prognose, dass die Ölpreise im laufenden Jahr noch deutlich anziehen werden. Die Kombination aus freiwilligen Produktionskürzungen von Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinten Arabischen Emiraten, sowie den unfreiwilligen Ausfällen seitens des Iran und Venezuelas würden das Angebot deutlich senken. Bei Merrill Lynch rechnet damit, dass das Ölangebot der OPEC zum Jahresende um bis zu 2,5 Mio. B/T unter dem des Vorjahres liegen wird. Das ist eine sehr 'bullische' Markteinschätzung von BAML.

Die Analysten von Energy Aspects bezifferten die Ölförderung im letzten Quartal 2018 mit 31,9 Mio. B/T. Für das erste Quartal 2019 erwartet man nur noch eine Produktionsmenge von 30,3 Mio. B/T. Ein sehr deutlicher Rückgang um 1,6 Mio. B/T. Vor allem ist das mehr als sich die OPEC mit dem Quotenbeschluss von Dezember auf die Fahnen geschrieben hat. Dennoch wird die Versorgungslage für den Verlauf des Jahres als komfortabel angesehen.

Dieser Tage warnten die Analysten von Goldman Sachs vor einer bevorstehenden Preisrally. Negative Erwartungen bezüglich des Wirtschaftswachstums hält man für übertrieben. Das OPEC-Kartell hat die Ölproduktion stark verringert und Saudi-Arabien dreht aktuell seine Ölhähne noch weiter zu. Hinzu kommen die Ausfälle von Venezuela und Libyen. Dagegen hält man den Pessimismus bei der globalen Ölnachfrage für überzogen. Entsprechend prognostiziert man bei Goldman Sachs einen Anstieg der Rohölpreise von +5% bis zur Jahresmitte.

14. Februar

Die Monatsberichte von Mitte dieser Woche brachten keine größere Überraschung. Der Report der EIA ist leicht 'bärisch' ausgefallen, aber die Berichte der IEA (Paris) und der OPEC sind durchaus 'preisneutral' zu werten.
Die IEA beispielsweise hat ihre Einschätzung zum weiteren Ölnachfragewachstum zwar um 60.000 B/T nach unten korrigiert, den Mehrbedarf an Öl in 2019 schätzt man aber noch immer bei +1,4 Mio. B/T. Das ist sogar eine Beschleunigung gegenüber dem Vorjahr, indem der Zuwachs +1,3 Mio. B/T betragen hatte. Die Nachfrage wird also als robust gesehen und ist ein starkes Gegengewicht zum Produktionszuwachs seitens der Non-Opec Förderländer. Bereits zuvor hatte die IEA den Abbau des globalen Fördermengenüberschusses als einen "Marathonlauf" bezeichnet.
 

Kommt es zum Deal im Handelskrieg?

Ölproduktion, Ölexortmengen, Ölfördermengen

13. Februar

Trump erwägt eine 60-Tage-Verlängerung für die Deadline bei den Verhandlungen im Außenhandelskonflikt. Er bezeichnete die laufenden Handelsgespräche in Peking als "sehr gut" laufend. Die Unterredungen werden auf Ministerebene geführt. Offenbar muss man den Verhandlungen aber mehr Zeit geben für eine für beide Seiten tragbare Lösung.

7. Februar

Eine Woche vorher kam aus Washington die Aussage, dass es in den Verhandlungen mit Peking noch keinen Durchbruch gegeben hat. Es bestünden noch ziemliche Differenzen, sodass das ins Auge gefasste Treffen zwischen Trump und Xi Jinping zunächst abgesagt wurde oder mindestens verschoben wird. Diese Meldung drückte die Ölwerte sogleich abwärts, obgleich die für den 2. März angekündigte verschärfende Maßnahme einer Steigerung der Importzölle auf chinesische Güter von 10 auf 25 Prozent zunächst einmal verschoben wurde.

2. Februar:

Ende Januar sind die Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und China ein gutes Stück weit vorangekommen. Peking sichert zu, erheblich mehr Waren in den USA kaufen zu wollen. Sollte es in den weiteren Verhandlungen zu einer Einigung kommen, so würden der Weltwirtschaft erhebliche Ängste genommen. Die Börsen könnten mit einem Schub reagieren und der Weltölverbrauch für die nächsten Jahre würde höher eingeschätzt werden. Das wäre ein 'bullisches' Signal.

9. Januar:

US Präsident Trump ist bestrebt, bald einen Außenhandels-Deal mit China zu fixieren, um die Märkte wieder auf einen positiveren Stimmungspfad zu bringen. Die Börsenwerte befanden sich monatelang im Abwärtsgang aufgrund der Besorgnisse über den Handelskrieg.
 


 

Markteinschätzungen

Entwicklung, Fakten u. Prognose Ölpreise

5. Februar

Mehrere Investmentbankhäuser haben ihre Preiserwartung für den Ölmarkt für 2019 um im Mittel 2 Dollar leicht nach unten korrigiert. So erwartet man die Preise für die Leitsorte BRENT nunmehr bei 67 Dollar/B im Jahresdurchschnitt.

Die Analysten von Al Dhabi Capital schätzen die Marktentwicklung allerdings anders ein. Die von Venezuela ausgehenden Preisrisiken seien noch nicht vollständig eingepreist. Die Opec-Plus Gruppe passe sich flexibel und schnell an Veränderungen in der Versorgungslage an und reduziere das Angebot. Die Gruppe werde ihre Förderung so lange senken, bis man die gewünschten Preisniveaus erreiche. Unterm Strich sei das Ölangebot derzeit nicht zu groß, weshalb man BRENT im Durchschnittspreis eher bei 75 Dollar/B erwartet. In Preisspitzen mögen auch 80 Dollar/Barrel erreicht werden.

Bei Goldman Sachs geht man für die erste Jahreshälfte 2019 von einem recht ausgeglichenen Ölmarkt aus. Die Ölexporte des Iran werden durch die US Sanktionen reduziert. Auch für den Ölausstoß Venezuelas muss mit weiterem starken Rückgang gerechnet werden. Zudem meint man, dass das globale Nachfragewachstum für 2019 unterschätzt werde. (Im letzten IEA Monatsreport wurde der Weltölverbrauch für 2019 mit einem Anstieg von +1,4 Mio. B/T abgeschätzt.) Die Analysten von Goldman Sachs sehen im zweiten Halbjahr durchaus eine Verknappung und wieder anziehende Ölpreise. Sie korrigierten ihre für Preiserwartung gegenüber dem letzten Mal etwas nach unten.
 

Drosselungen und Sanktionen

Ölpreispolitik und Prognose zu den Ölpreisen

4. Februar

Drosselungen der OPEC:

Laut einer Erhebung von Bloomberg hat die OPEC im Januar die Ölfördermengen um 930.000 auf 31,0 Mio. B/T verringert. Dabei entfallen -450.000 B/T auf Saudi-Arabien, mit einer derzeitigen  Förderleistung von noch 10,2 Mio. B/T. Im Februar wollen die Saudis weiter reduzieren. Allerdings fördert der Irak, die Nr. 2 der OPEC, mit 4,7 Mio. B/T immer noch 180.000 B/T mehr als vereinbart. Auch der Opec-Plus Partner Russland hat im Januar bislang nur um 50.000 - 60.000 B/T gedrosselt und produzierte 11,4 Mio. B/T.

Iran:

In nächster Zeit dürfte das Thema der Sanktionen gegen den Iran wieder zum einem größeren Einflussfaktor werden. Die Sanktionen der USA gegen die iranischen Ölgeschäfte sind verstärkt seit November in Kraft und haben die Ölexporte des Opec-Landes weiter verringert. Vor einigen Tagen hat Washington nun angekündigt, die Ausnahmegenehmigungen für Ölimporte aus dem Iran gänzlich zu stoppen. Das könnte eine physische Rohölmenge von 0,6 bis 1,0 Mio. Barrel/T vom Markt nehmen. Am Markt wäre das fundamental spürbar und hätte nachhaltig stützenden Preiseinfluss. Das Ölpreisniveau könnte dadurch um 10 Dollar/Barrel klettern.
Allerdings will China seine Ölimporte aus dem Iran mittelfristig ausbauen. Chinas Ölkonzern Sinopec stellt Berichten zufolge aber starke Forderungen an den Iran, da der Iran so gut wie keine Alternativen hat.
 

Investments in Schieferöl-Fördergebieten

Ölproduktion und Lagermengen

3. Februar

Die Partner 'Plains All American' und 'ExxonMobil' bringen den Bau der 'Wink-Webster' Pipeline voran. Diese neue Pipeline wird eine Million Barrel Rohöl vom 'Permian' Schieferölgebiet an die Golfküste von Texas transportieren. Das würde die bestehenden, akuten Abtransportengpässe deutlich verringern und die Erträge der Schieferölförderer anheben. Zudem baut Exxon seine 'Beaumont Raffinerie' in Texas aus.

Das Wall Street Journal berichtete zuletzt, dass US-amerikanische Schieferölfirmen das Produktionspotenzial von Tausenden von Schieferölbohrlöchern zu optimistisch gesehen haben. Zwei Drittel der Projektionen, die die Fracking-Unternehmen zwischen 2014 und 2017 gemacht haben, bleiben in der Förderleistung offenbar unterhalb ihrer Effizienzprognose.

23. Januar

In den USA ist die Anzahl der gebohrten, aber für den Förderbetrieb noch nicht erschlossenen Ölförderlöcher (DUC) um 218 auf 8.594 Ölquellen angestiegen. Das ist eine extrem hohe Anzahl, die ein sehr großes Ölförderpotential darstellt. Dass der Oil Rig Count, die Anzahl der aktiven Ölbohanlagen sich im Januar etwas verringert hat, ist nicht entscheidend. Es würden auch mit weniger Bohranlagen mehr Förderschächte fertiggebohrt werden als auf der anderen Seite an Förderlöchern in den Produktionsbetrieb gehen.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

Ölexportmengen der USA

US Ölausfuhrmengen
Anstieg der amerikanischen Ölexportmengen - [Click for Zoom]

 
Das Chart zeigt den bemerkenswerten Anstieg der US-amerikanischen Ölexportmengen.

Die USA sind der weltgrößte Ölverbraucher der Welt und sind neben China auch der größte Rohölimporteur.

Dennoch entwickeln sich die USA parallel auch zunehmend zum Ölexporteur! Einer der Gründe dafür ist, dass das leichte, hochqualitative Schieferöl gefragt ist und dass die US-Sorten einen klaren Preisvorteil gegenüber der Leitsorte BRENT haben.

Anmerkung der TECSON-Redaktion zum Chart der EIA:
Die Mengenangabe an der X-Achse ist falsch (zu hoch). Dennoch stimmt aber die eindrucksvolle Tendenz!

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