Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Verschärfung der US Sanktionen gegen den Iran

Ölpreispolitik und Prognose zu den Ölpreisen

23. April

Mit der neuen Entscheidung Washingtons über eine Verschärfung der Iran-Sanktionen reagierten die Ölbörsen Anfang dieser Woche mit einem Preisausbruch nach oben. Die Rohöl-Future-Kontrakte stiegen am Montag sogleich um rund 3 Prozent.

Die US Regierung hatte den Ölmarkt mit der Ankündigung einer Aufhebung des Sanktionsverzichts mit Termin 2. Mai überrascht. Die acht Länder, die im vergangenen Jahr sechsmonatige Freistellungen gewährt erhielten, hatten gehofft, weitergehende Ausnahmen zu erhalten. Aber Trump hat sich für "maximalen Druck" auf Teheran entschieden. Dabei hat sich Washington bei Saudi-Arabien und den VAE zuvor rückversichert, dass diese Länder die entstehende Versorgungslücke schließen werden. Die Saudis werden allerdings nicht präventiv handeln, sondern reaktionsbereit zunächst abwarten. Das ist ein 'bullischer' Faktor, für die nächsten Wochen oder Monate.

Irans beiden Hauptabnehmer, Indien und China, könnten sich den Sanktionsandrohungen teils widersetzen. Die iranischen Ölexporte werden nicht wirklich die Null erreichen, sagten die Analysten der Eurasia Group in einem Analysebericht. China importiert etwa 500.000 Barrel/Tag an iranischem Öl und dürfte diese Importe in den nächster Zeit stark verringern. Für Peking hat die Sicherung des Handelsabkommens mit den USA die oberste Priorität. In Indien haben sich die Raffinerien bereits in den Vorwochen hinsichtlich zukünfitger Lieferugen umorientiert, weitgehend weg vom iranischen Öl.
 

Russland und das Dilemma der Saudis

Rohölförderung Opec und Russland

18. April

Die Förderquoten Opec-Plus Gruppe sind noch bis Jahresmitte festgeschrieben. Russland möchte aber die Ölhähne wieder aufdrehen. Die Entscheidung der Drosselungspartner darüber wird Ende Juni fallen. Denkbar ist, dass man die Quoten halbiert oder diese nur um drei Monate weiter verlängert oder auch dass nur Saudi-Arabien die Mengen wieder erhöht, weil die Saudis freiwillig weit unter ihrer Quote produzieren. Der saudische Ölminister Al-Falih hat noch einmal deutlich gemacht, dass sein Land entschlossen sei, den Ölmarkt knapp zu halten und die globalen Ölbestände weiter herunterzubringen. Preisziel ist wohl 75 - 80 USD/Barrel.

Nach Ansicht Moskaus riskiert man mit dieser Strategie aber eine neuerliche Preisüberreizung und Preiseffekte wie im Vorjahr, mit hohen Preisbergen und möglichem tiefen Rücksturz. Bei 'Gazprom Neft' geht man davon aus, dass das Abkommen zwischen der OPEC und den Plus-Partnern, wie Russland, zur Jahresmitte ausläuft, weil das Ziel erreicht sei. Russland und die OPEC könnten mit der US Schieferölbranche um Marktanteile kämpfen. Dieses Vorhaben würde die Rohölpreise wahrscheinlich schnell drücken.

Die OPEC steht in einem gewissen Dilemma. Soll man bei Quotenfortführung den boomenden US Schieferölförderern die sich in Zukunft auftuenden Marktanteile überlassen? Oder soll man die Drosselungen beenden und durch mehr Ölangebot das Preisniveau soweit senken, dass es die Investitionen der Amerikaner ausbremst? Unbestreitbar sind die Produktionskosten für Schieferöl höher als bei der traditionellen Ölproduktion. Mindestens trifft das für die arabischen Länder der OPEC und für Russland zu.
 


 

US Schieferölregion

Ölproduktion und Lagermengen

21. April:

Für die US Schieferölförderung zeichnet sich für den Sommer eine hohe Mengensteigerung ab. Neue Pipelines stehen vor der Fertigstellung. Die Zahl der Ölarbeiter in der boomenden Schieferölregion in Westtexas wurde in den letzten Monaten kräftig erhöht, um zusätzliche Förderanlagen an bereits im Vorfeld gebohrten Förderlöchern auszubauen.

16. April:

Die EIA hat die Erwartung für die Schieferöl-Fördermengen in den USA für April nach unten korrigiert. Im Mai sollen diese dann wieder zulegen. Offenbar hat sich aber der euphorische Boom etwas beruhigt. Man muss abwarten, ob der für die zweite Jahershälfte vorhergesagte Produktionssprung wirklich in dem Maße eintritt.

Chevron hat Mitte April dem Schieferölproduzenten Anadarko Petroleum Corp. gekauft. Ein Mega-Deal von 33 Milliarden Dollar!

15. April:

Die die Anzahl der gebohrten, aber nicht fertig erschlossenen Ölquellen (DUC) wurde mit 8.500 Ölquellen angegeben. Hierin besteht ein enormes Steigerungspotential für die US Ölförderleistung. Für Februar wurde die DUC Anzahl rückwirkend um 72 nach unten korrigiert. Der Ausbau ist etwas ins Stocken geraten.

8. April:

Ab Juli ist damit zu rechnen, dass die Schieferöltransporte durch zusätzliche Pipelines in Richtung Golfküste um 0,5 bis 0,6 Mio. B/T zulegen werden. Kurzfristig ändert das noch nichts an der knappen Versorgungslage. Laut Platts Analytics werden bis Ende 2020 aber Pipelineleistungen von 3 Millionen Barrel/Tag neu 'online' erwartet, was die Gesamtkapazität auf dann etwa 6 Mio. Barrel/Tag erhöht. Das könnte einen weiteren Produktionsschub bewirken, weil die Schieferölproduzenten dann spürbar bessere Margen haben werden.

5. März:

Die US Ölmultis Exxon und Chevron werden in den nächsten Jahren starke Investitionen im west-texanischen Schieferölgebiet 'Permian Basin' tätigen. Chevron kündigt an, seine Ölproduktion dort verdoppeln zu wollen. Die Fördermengen Chevrons sollen in den nächsten fünf Jahren um 900.000 Barrel/Tag erhöht werden. Exxon teilte mit, dass man bis 2024 um über 1 Mio. Barrel/Tag steigern wolle. Es heißt, dass eine Mengenrally losgetreten wird.
 

Preiserwartungen für 2019

Ölproduktion, Fördermaximum, Ausblick 2019, 2020

Die Marktbeobachter von Citi Group erwarten für Quartal II in der Ölmarktbalance ein Versorgungsdefizit von 800.000 Barrel/Tag. Im dritten Quartal soll sich die Unterversorgung sogar noch auf 900.000 Barrel/Tag vergrößern. Allerdings wird das auch stark davon abhängen on Die Opec-Plus Gruppe die Ölhähne weiterhin zugedreht belässt.

Die Bank of America Merrill Lynch (BAML) sieht bei BRENT Rohöl noch weiteres Aufwärtspotenzial. In jüngster Prognose erwartet man die Future-Kontrakte der Leitsorte bis Ende Juni auf bis zu 82 Dollar/B ansteigend.

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben ihre Ölpreisprognose für 2019 deutlich angehoben. Man erwartet die BRENT-Notierungen im zweiten Quartal nun bei durchschnittlich 72,5 Dollar/Barrel. Die vorrausgegangene Prognose von 65 USD/B wurde damit erheblich nach oben revidiert. Eine Preisrallye, die die BRENT-Kontrakte jüngst auf über 70 Dollar getragen hat, lässt auf einen knapp versorgten Ölmarkt schließen. Das Angebotsdefizit sei offenbar größer als zuvor erwartet. Die Produktionskürzungen der OPEC+ Gruppe, die bessere Wirtschaftsentwicklung sowie die strafferen US Sanktionen gegen Iran und Venezuela würden die Angebotsseite in 2019 weiter verknappen.

Laut einer vom Wall Street Journal kürzlich durchgeführten Umfrage von 12 Investmentbanken wird Brent-Rohöl in diesem Jahr im Durchschnitt bei etwas mehr als 68 USD je Barrel gesehen. Das ist um einen Dollar höher als bei der vorausgegangenen Abfrage vor einem Monat.
 

Fördermengen u. Marktversorung

Entwicklung, Fakten u. Prognose Ölpreise

10. April:

Saudi-Arabien ist einmal mehr das Land, dass die Produktionskürzungen anführt. Dort soll die Förderung nun auf rund 9,8 Mio. B/T, einem 4-Jahrestief, gesunken sein. Saudi-Arabien hatte bei dem Deal vom Dezember eine Kürzung auf 10,3 Mio. B/T versprochen und somit mehr als doppelt so viel Rohöl wie angekündigt vom Markt genommen. Nigeria und Irak haben ihre Förderung zwar leicht erhöht, doch Venezuelas Ölproduktion soll dafür im März um etwa 150.000 B/T zurückgegangen sein und bei nur noch 740.000 B/T liegen.

Russland hat seine Drosselungszusage inzwischen spät erfüllend erreicht und wird diese Quote einige Monate beibehalten. Ab September will man aber wieder steigern.

Die für den 25/26. Juni anberaumte nächste Opec-Konferenz rückt langsam in Sichtweite. Es herrscht aber nicht vollumfängliche Einigkeit in den Standpunkten. Dennoch darf man wohl erwarten, dass die bestehenden Förderquoten, die zunächst bis zum 30. Juni vereinbart sind, um ein halbes Jahr verlängert werden. Nigeria hat sich im Vorfeld für eine Fortführung ausgesprochen und unterstützt damit die Position von Saudi-Arabien.

Opec-Monatsreport:
Die OPEC hat ihren Ölausstoß im März weiter verringert. Der Rückgang wurde mit rund 530.000 auf 30,0 Mio. Barrel/Tag beziffert. Saudi-Arabien hat etwa 320.000 B/T weniger gefördert. Der Rest ist den Exportrückgängen von Venezuela und dem Iran geschuldet.
In Zahlen:
• Ölproduktion der Opec im März: 30,02 Mio. B/T  (-0,53)
• Globale Ölnachfrage 2019: 99,9 Mio. B/T (+1,2 Mio. B/T)
• Ölproduktion weltweit Februar: 99,3 Mio. B/T
Der Ölmarkt ist im Defizit, sodass sich die Überbestände in den nächsten Monaten weiter abbauen werden.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

Ölproduktionsmengen der USA

Ölproduktion in den USA
Ansteigen der US Rohölproduktion - [Click for Zoom]

 
Dieses Chart zeigt den Anstieg der US-amerikanischen Ölförderleistung für die letzten 24 Monate.

In der Rohölproduktion sind die USA seit 2018 klar die Nummer 1, weit vor Russland und Saudi-Arabien. Dieser Abstand wird sich in den nächsten fünf Jahren noch weiter vergrößern, bis dann die Schieferölproduktion wohl ihr Maximum so langsam erreicht haben wird.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

Ölexportmengen der USA

US Ölausfuhrmengen
Anstieg der amerikanischen Ölexportmengen - [Click for Zoom]

 
Das Chart zeigt den bemerkenswerten Anstieg der US-amerikanischen Ölexportmengen.

Die USA sind der weltgrößte Ölverbraucher der Welt und sind neben China auch der größte Rohölimporteur.

Dennoch entwickeln sich die USA parallel auch zunehmend zum Ölexporteur! Einer der Gründe dafür ist, dass das leichte, hochqualitative Schieferöl gefragt ist und dass die US-Sorten einen klaren Preisvorteil gegenüber der Leitsorte BRENT haben.

Anmerkung der TECSON-Redaktion zum Chart der EIA:
Die Mengenangabe an der X-Achse ist falsch (zu hoch). Dennoch stimmt aber die eindrucksvolle Tendenz!

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