Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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An den Ölbörsen scheint der Dampf raus zu sein

Entwicklung, Fakten u. Prognose Ölpreise

21. Oktober

Wenig Preisoptimismus an den Ölbörsen. An den Warenterminmärkten sind die Rohölkontrakte in den ersten drei Oktoberwochen um acht bis zehn Prozent gefallen. Der Grund dafür ist, dass die Versorgungslage an Rohöl nicht wie prognostiziert knapper geworden ist, sondern sich sogar verbessert hat. Auch die Aktienmärkte rutschten weiter ab, was zum Großteil auch durch die zahlreichen Sanktionsmaßnahmen Washingtons mitverursacht wurde. 'Bei den Oil Tradern ist der Dampf raus', hieß es. Die Zuversicht auf weiter kletternde Ölpreise in Quartal IV ist gewichen.

Die Analysten von Goldman Sachs halten einen Ölpreisanstieg auf 100 Dollar/Barrel nicht mehr für wahrscheinlich. Ein denkbaren Hochlaufen der Rohöl-Future-Kontrakte in diese Preisregion würde das Eintreten eines nachhaltigen Rückgangs der iranischen Ölexporte auf unter 0,5 Mio. Barrel/T für einen verlängerbaren Zeitraum" erfordern, so die Investmentbank. Danach sieht es aber nicht aus.
 

IEA und EIA Monatsberichte

Ölproduktion und Lagermengen

11. Okt.

Einschätzung der IEA (Paris):

Die IEA hält den Ölmarkt derzeit für angemessen versorgt. Die Angebotsausfälle aus dem Iran, die sich bislang auf 800.000 B/T erhöht haben, seien durch die Produktionssteigerungen der OPEC-Plus Gemeinschaft mehr als ausgeglichen worden. Die Ölproduktion sei seit dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen mit Iran um +1,6 Mio. B/T gesteigert worden. Auch ist die Schieferölproduktion in den USA um fast +400.000 B/T gestiegen, was in etwa die Verringerungen Venezuelas und Mexikos auffängt. Der Report ist eher 'bärisch' den 'bullisch' zu werten.


Eckdaten der Vorausberechnungen der EIA (US-Energieministerium):

• Globaler Ölverbrauch 2018: 100,1 Mio. B/T (+0,01)
• Globaler Ölverbrauch 2019: 101,6 Mio. B/T (-0,09)
• Globale Ölfördermenge 2018: 99,7 Mio. B/T (-0,14)
• Globale Ölfördermenge 2019: 101,7 Mio. B/T (-0,29)

• OPEC Produktionskapazität derzeit 34,02 Mio. B/T
• OPEC Reservekapazität    derzeit  1,34 Mio. B/T

• Preisprognose für WTI-Rohöl 2019: 69,6 Dollar (um 2,2 Dollar erhöht).
• Preisprognose für Brent-Rohöl 2019: 75,1 Dollar (um 1,40 Dollar erhöht.

Die EIA hat die Ölpreisprognose für 2019 leicht nach oben korrigiert, liegt damit aber immer noch deutlich unter den Preiserwartungen anderer Analystenhäuser.

Ölförder-Maximum u. Kapazitätsgrenzen

Ölproduktion, Fördermaximum, Ausblick 2018, 2019

10. Oktober

Russland ist in der Lage, seine tägliche Ölproduktion noch um etwa 100.000 Barrel/T zu steigern. Die Vereinigten Arabischen Emirate VAE haben Reservekapazitäten von 200.000 bis 300.000 B/T aktivierbar. Saudi-Arabien gibt sein Fördermaximum mit 12,0 bis 12,5 Mio. B/T in der Spitze an, doch eine Produktionsleistung deutlich über 11 Mio. B/T sei nicht dauerhaft zu halten. Derzeit produzieren die Saudis 10,7 Mio. B/T, also ein Plus von 300.000 B/T ist gut machbar. Die sinkenden Reservekapazitäten machen das Ölpreisgefüge volatiler und die Risiken sind vor allem in die 'bullische' Richtung zu sehen.

Unterdessen bleibt die globale Ölnachfrage stark. Die IEA schätzt das Wachstum des Weltölbedarfs für 2018 auf 1,4 Mio. B/T und für Mitte 2019 auf 1,5 Mio. B/T. Laut OPEC-Prognose wird der weltweite Ölverbrauch in den nächsten Monaten 100 Mio. B/T erreichen. Diese Marke wird also viel früher erreicht als bisher erwartet. Die Iran-Sanktionen für November werden wahrscheinlich zu weiterem Ölpreisanstieg führen. Aber diese Preisaufschläge sind stark spekulativ begründet und mögen temporär sein. Im ersten Quartal 2019 mag sich der Markt mit saisonalem Verbrauchsrückgang normalisieren in Richtung 80 Dollar je Barrel.
 

Öl-Sanktionen gegen IRAN: Entwicklung u. Stand

Ölmarkt, Ölproduktion, Welthandel

8. Oktober

Stand der iranischen Ölexporte:

Mittlerweile sind die Ölexporte aus dem Iran auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken. Jüngste Zahlen geben die Ausfuhren mit noch 1,1 Mio. B/T an. Der Rückgang gegenüber dem Jahresbeginn beträgt etwa 1,6 Mio. Barrel. Viele Importländer iranischen Öls haben dem Druck Trumps nachgegeben. Das ist ein unerwartet steiler Rückgang im Vorfeld der Sanktionsphase II gegen den Iran, die erst Anfang November voll in Kraft tritt. Diese Phase II der Sanktionen wird als wirkungsvoller angesehen und sie wird in den Medienberichten noch präsenter sein.

Diese Aussichten haben die Spekulanten an den Ölbörsen in den letzten Wochen dazu veranlasst, noch stärker auf die Rohöl-Future-Kontrakte zu spekulieren, also zu kaufen. Das peitschte die Ölpreise im September aufwärts. Sogar die Marke von 100 Dollar/Barrel ist in der Diskussion.
 

Ölpreisprognosen für Q.IV und 2019

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

5. Okt.

Ölmarkt-Imbalance:
Grundsätzlich bleibt die Angebotslage am Ölmarkt weiterhin angespannt. Der Ölexportrückgang von Seiten Venezuelas und des Iran beherrscht seit Wochen die Stimmung an den Ölbörsen und hat die Ölpreise auf das Preisniveau von 2014 steil hochgetrieben. Russland und Saudi-Arabien versuchen offenbar der übertriebenen Entwicklung gegenzusteuern und aktivieren unter vorgehaltener Hand ihre Reservekapazitäten. Das ist aber ein langsamer Prozess. Daher ist erst 2019 damit zu rechnen, dass die Ölpreise von den Preishochs zurückkommen.
Bei Capital Economics geht man davon aus, dass das Angebot der OPEC und Non-OPEC Länder den Rückgang der iranischen Ölförderung letztlich weitestgehend auffangen wird. Auch erwartet man eine Abschwächung der Nachfrageseite. Teureres Öl bremst die Weltwirtschaft und die Ölnachfrage und das Preisniveau kommt zurück. In den kommenden Wochen werden die Ölpreise vermutlich noch weiter anziehen, in 2019 dann aber wieder zurückkommen, so das Analystenhaus.

4. Okt.

Andere Töne von Barclays:
Die Ölmarktanalysten der US-Bank Barclays verfolgen nach den jüngsten Ölpreisentwicklungen einen konträren Ansatz. Andere Marktbewerter hatten in den letzten Monaten immer 'bullischere' Preisprognosen abgeben. Barclays sieht das anders.  Die aktuellen Ölpreise sind mehr als reif für eine Korrektur abwärts. Beim derzeitigen Preisniveau wird die Nachfrage zurückgehen und ein Angebotsüberhang eintreten. Das wird die Preiseuphorie verjagen, so die Prognose von Barclays. Für das vierte Quartal setzt Barclays auf einen Rohöl-Durchschnittspreis für nur 77 USD/Barrel. Derzeit notiert BRENT bei gut 85 USD/B. Im dritten Quartal 2019 erwartet man sogar einen Ölpreisrückgang auf 70 USD/B. (Eine gewagte Prognose.  Man wird sehen.)

26. Sept.

Die Analysen von der US Investmentbank Goldman Sachs prognostizieren im Gegensatz zu anderen Marktbeobachtern keinen so eklatanten Ölpreisanstieg im vierten Quartal. Vielmehr erwartet man eine Konsolidierung auf dem Ende September erreichten Preislevel. Zum Jahresende könnten die Rohölpreise sogar etwas nachgeben, trotz des Iranexportrückgangs. Für die Kontrakte der Leitsorte BRENT erwartet man zum Jahresende eher Notierungen unterhalb als der 80-Dollar-Schwellmarke. Die Prognose ist also weniger 'bullisch'.

24. Sept.

Die US Großbank JP Morgan hat seine Prognose für die 2019er Ölpreise kräftig nach oben abgeändert. Man sehe signifikante Risiken auf der Angebotsseite, so die Begründung. Bei den am 5. November in die nächste Phase eintretenden Sanktionen der USA gegen iranische Ölexporte sieht man eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Marktverknappung und anziehende Ölpreise.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 
'Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

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