Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle wiedergegeben und diskutiert:

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Öllieferungen Saudi-Arabiens, Ölimporte Chinas

Ölproduktion und Drosselungen

19. August

Saudi Arabien zieht sich mit seinen Ölexporten mehr und mehr vom amerikanischen Ölmarkt zurück. Mittlerweile sind diese Exporte auf die niedrigste Menge seit 30 Jahren gesunken. Die Saudis wollen einen knapperen US-Ölmarkt herbeiführen, weil dieser für die weltweiten Warenterminbörsen besonders preisrelevant ist. Die Saudis haben stattdessen den asiatischen Abnehmermarkt verstärkt im Zielblickfeld und stocken in den letzten Monaten ihre Ölexporte nach China deutlich auf. Gegenüber dem Vorjahr wurden die Liefermengen verdoppelt, da die US-Sanktionen die iranischen Exporte nach einschränken.

Allerdings ist die BAML (Bank of America Merrill Lynch) der Überzeugung, dass China künftig wieder verstärkt iranisches Öl kaufen wird. Das Öl aus dem Iran ist wegen der US-Sanktionen kaum absetzbar und deshalb entsprechend günstig. Sollte China künftig respektable Mengen aus dem Iran beziehen, würde dies das Gleichgewicht nachhaltig verändern, da einer der wenigen klaren Faktoren vom Markt genommen würde, so die Ölmarktanalysten der Bank.
 

Monatsberichte zur Ölmarktsituation

Ölmarkt, OPEC Ölproduktion, knapper Ölmarkt.

17. Aug., Monatsreport der OPEC:

Der jüngste Opec-Monatsreport zeigt für Monat Juni eine massive Überversorgung des Ölmarktes. Demnach sollen die Ölbestände in den OECD-Ländern um 31,8 Mio. Barrel angewachsen sein. Das entspricht einer Überversorgung von über einer Million Barrel jeden Tag. Die Vorräte der OECD-Länder liegen damit weit über dem Fünfjahresdurchschnitt.
Vorigen Monat förderte das Opec-Kartell mit 29,6 Mio. B/T, während man für 2020 die Nachfrage nach Opec-Rohöl bei 29,4 Mio. B/T prognostiziert. Die OPEC ist also gezwungen mehr zu tun, will man die Ölpreise in Richtung 70 Dallar/Barrel zurückführen.

11. Aug., Monatsbericht der IEA (Paris):

Die Aussichten für den Ölmarkt sind "zerbrechlich", behauptet die IEA. Die Wahrscheinlichkeit für Ölpreisrückgang ist höher als die für Ölpreisanstieg. Zeitgleich kündigte Saudi-Arabien an, seine Ölexporte auf unter 7,0 Millionen B/T zu kürzen und bespricht mit den Opec-Partnern weitere Preisstüzungschritte. Am Ölmarkt ist die Stimmung nachhaltig 'bärisch'.
Der jüngste Ölmarktbericht der IEA zeigt einige besorgniserregende Zahlen zur Ölnachfrage. Der Verbrauch ging im Mai gegenüber dem Vorjahr um 0,16 Mio. B/T zurück. Zwischen Januar und Mai stieg die Weltölnachfrage nur um 0,52 Mio. B/T, der schwächste Anstieg seit 2008. Insgesamt reduzierte die Agentur das weltweite Nachfragewachstum für 2019 auf 1,1 Mio. B/T. Begründet wird das mit der der konjunkturellen Abkühlung.

7. Aug., Monatsbericht der EIA (Washington):

Die wichtigsten Zahlen des EIA Monatsberichts in der Übersicht:

• Globaler Ölverbrauch 2019:  100,91 Mio. B/T (-0,09 Mio. B/T zu vorh. Schätzung)
• Globaler Ölverbrauch 2020:  102,34 Mio. B/T (-0,06 Mio. B/T zu vorh. Schätzung)

• Globale Ölförderung 2019:  101,02 Mio. B/T (-0,09 Mio. B/T zu vorh. Schätzung)
• Globale Ölförderung 2020:  102,62 Mio. B/T (+0,07 Mio. B/T zu vorh. Schätzung)

Opec-Anteil:
• OPEC Ölförderung 2019:  30,13 Mio. B/T (-0,06 Mio. B/T zu vorh. Schätzung)
• OPEC Ölförderung 2020:  29,79 Mio. B/T (+0,06 Mio. B/T zu Vorjahr)

Preisprognose für 2020:
• BRENT:  65,00 Dollar  (-2,00 Dollar zu vorh. Schätzung)
• WTI:      59,50 Dollar  (-3,50 Dollar zu vorh. Schätzung)
 

US Schieferölförderung

Ölproduktion und Lagermengen

11. August:

Die Pipelines im Permian Basin, dem größten Schieferölfördergebiet der USA, sind fertiggestellt. Bis zu 1,6 Mio. Barrel/Tag Kapazität werden zeitnah online gehen. Weitere 0,9 Mio. B/T an Transportvermögen sollen vor Jahresende in Betrieb in Betrieb genommen werden. Damit wird der Engpass für das Schieferöl behoben. Corpus Christi, an der Golfküste von Texas wird damit direkt angebunden. Man darf erwarten, dass die US Schieferölproduktion in den nächsten Monaten neue Rekorde erreicht, denn viele Förderanlagen können nun wirtschaftlicher ihr Öl arbeiten. Ein 'bärsicher' Faktor.

Nach Fördermengen von 11,8 und 12,2 Mio. Barrel/Tag in Q.I und Q.II rechnet man nun mit einer Steigerung der US Ölförderung auf 12,45 in Q.III und auf 12,8 Mio. B/T im vierten Quartal. Anfang Juni betrug die Förderleistung 12,4 Mio. B/T, was bis dahin ein Allzeitrekord war.

13. Juli:

Die Mengensteigerungen bei der US Schieferölförderung verlangsamen sich. Die großen Schieferölbohrfirmen verringern offenbar ihre Wachstumspläne angesichts von Produktionsproblemen, finanzieller Belastung und Investorenkontrolle. So hat EOG Resources seine Wachstumspläne für 2019 um 3 Prozent zurückgenommen. Man müsse jedes Jahr mehr und mehr ausgeben, um schneller zu wachsen, hieß es in eine Bloomberg-Report. So investierten die Firmen regelmäßig 120 bis 130 Prozent ihres Cashflows aus, ohne dabei Gewinne zu erzielen. Laut Bloomberg hat die US-amerikanische Ölindustrie seit 2012 187 Milliarden US-Dollar zugesetzt. Wahrscheinlich wird der laufende Ölboom mit diesen Erkenntnissen neu bewertet und es wird bei vielen Schieferölfirmen um einen Gang zurückgeschaltet. Darauf deutet auch der sinkende US Oil Rig Count hin.
 


 

Einschätzungen von Investmentbanken

Prognose für die Ölpreise in 2019, 2020

8. Aug.

Der inzwischen weiter eskalierende Handelsstreit zwischen USA und China beeinträchtigt die Entwicklung am Ölmarkt massiv.

Bei der BAML (Bank of America Merrill Lynch) rechnet man damit, dass die tägliche Weltölbedarf durch den Handelskonfikt USA/China um 0,25 und 0,50 Millionen Barrel abnehmen könnte.

Bei Goldman Sachs hat man die Prognose für das Ölnachfragewachstum 2019 nun von zuvor +1,4 auf +1,2 Mio. B/T nach unten korrigiert.

Die Ratingagentur Fitch hat ihre Preisprognose für 2019 auf 67 $/B, für 2020 auf 65 $/B und für 2021 auf nur noch 61 USD/B gesenkt.
Begründung: Schwaches globales Ölnachfragewachstum.
 

Ölverbrauch vs. Ölförderung

Entwicklung, Fakten u. Prognose Ölpreise

5. August

Die Ölproduktion des Opec-Kartells ist auf ein 8-Jahres-Tief gesunken. Sie fiel im Juli auf nur 29,4 Mio. Barrel/Tag, was einem Rückgang von 280.000 B/T gegenüber dem Vormonat Juni entspricht. Freiwillige Kürzungen aus Saudi-Arabien und hohe Rückgänge aus dem Iran bewirkten den Rückgang.

Als ein wichtiger Nettoölimporteur haben die USA zum Ausdruck gebracht, dass erweiterte internationale Ölversorgungsketten geschützt werden müssen. Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat sich das Profil der Ölimporte und -exporte der USA in den letzten fünf Jahren dramatisch verändert. Die Nettoimporte von Rohöl und Produkten sind von 5,6 Mio. B/T im Juli 2014 auf 1,6 Mio. B/T im Juli 2019 gesunken. Das verändert die Ölmarktbalance erheblich. Für 2020 kommt hinzu, das andere Nicht-Opec Ölproduzenten wie Norwegen, Kanada, Brasilien, Guyana zusammen rund 1 Mio. Barrel/T mehr Rohöl auf dem Weltmarkt anbieten werden!

Die Analysten von UVP haben ihre Prognose für den Anstieg der Weltölnachfrage den sechsten Monat in Folge gesenkt. Die UVP führte eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums als Hauptgrund an.
 

Iran im Fokus

Iran konternt Opec-Partnern

Anfang August:

In der Straße von Hormus hat der Iran am 4. August einen weiteren Öltanker festgesetzt. Angeblich wollen die Revolutionsgareden einen Ölschmuggler gestoppt haben. Der Vorfall provoziert neuerlich und verstärkt die Spannungen. in Kommentaren heißt es, dass Teheran offenbar die Geduld und die Aktionsbereitschaft der USA austesten. Die überwiegende Meinung der Medien ist, dass keine der Seiten eine wirkliche militärische Auseinandersetzung anstrebt.
Die Seestraße von Hormus ist ein Nadelöhr für die Ölversorgung für weite Teile der Welt. So bezieht China über 90% seines Öls über diesen Seeweg und ist deshalb extrem abhängig. Bei Japan sind es 62%. Ähnliches gilt für andere Länder.

Der unter Sanktionsdruck stehende Iran produzierte in Juni immer noch über 2 Mio. Barrel/Tag an Rohöl. Allerdings waren die Exporte tief eingebrochen auf nur noch 0,3 Mio. B/T. Folglich geht die Produktion in die Lager, vornehmlich auf Öltanker, ohne dass der Iran das Öl verkaufen kann. Dieser Tage wurde gemeldet, dass die Ölverkäufe des Iran nochmal massiv weiter zurückgegangen sind, möglicherweise auf nur noch 0,1 Mio. B/T. Allerdings ist diese Angabe unbestätigt und zweifelhaft. Die Angaben könnten weiniger ausweisen als tatsächlich erfolgte, und zwar wegen der Sanktionsverletzungen.
 

 

Ölbohraktivitäten in den USA

US Oil Rig Count
'US Oil Rig Count' laut 'Baker Huges' - [Click for Zoom]

 

Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die aktuelle Investitionsbereitschaft und für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

 
Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das ist zum grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich an Beständen in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Ölverbrauch, Importen und Exporten präsentiert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen hat die jeweilige Entwicklung am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

Ölexportmengen der USA

US Ölausfuhrmengen
Anstieg der amerikanischen Ölexportmengen - [Click for Zoom]

 
Das Chart zeigt den bemerkenswerten Anstieg der US-amerikanischen Ölexportmengen.

Die USA sind der weltgrößte Ölverbraucher der Welt und sind neben China auch der größte Rohölimporteur.

Dennoch entwickeln sich die USA parallel auch zunehmend zum Ölexporteur! Einer der Gründe dafür ist, dass das leichte, hochqualitative Schieferöl gefragt ist und dass die US-Sorten einen klaren Preisvorteil gegenüber der Leitsorte BRENT haben.

Anmerkung der TECSON-Redaktion zum Chart der EIA:
Die Mengenangabe an der X-Achse ist falsch (zu hoch). Dennoch stimmt aber die eindrucksvolle Tendenz!

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