Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle widergegeben und diskutiert:

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Ölverbrauch und Ölförderprognose

Ölförderug in USA. Förderleistung

16. Oktober:
 
Die Ölimporte Chinas waren im Monat September mit 9,0 Mio. Barrel/Tag um 1 Mio. B/T höher als vor einem Jahr. Die Volksrepublik China legt einen gewaltigen Öldurst an den Tag und hat die USA als größter Ölimporteur der Welt längst angehängt. In 2017 lagen die Ölexporte bislang im Mittel bei 8,5 Mio. B/T. Das sind beachtliche 12% mehr als im Vorjahr.

Der Iran plant, seine tägliche Ölförderleistung in den nächsten sechs Jahren von derzeit knapp 4 auf dann 6 Millionen Barrel/Tag kräftig zu erhöhen. Dafür ist es erforderlich, dass die Förderanlagen an den Ölfeldern erheblich ausgebaut und modernisiert werden. Dieses Vorhaben zu Produktionserhöhung könnte durch neuerlich erwogene US-Sanktionen torpediert werden. Das Nachbarland Irak, die Nr. 2 der OPEC, will gleichfalls die Ölproduktion stark ausbauen. Die anderen Golfstaaten der OPEC werden diese Vorhaben nicht begrüßen.

Die zweite Oktoberwoche war eine interessante Woche am Ölmarkt. Es wurden die Monatsberichte von der EIA, der OPEC und die IEA (Paris) veröffentlicht. Der Datenflut ist zu entnehmen, dass der Quoten-Deal der OPEC im dritten Quartal funktioniert hat. Global haben die Öllager Bestandsabbau erfahren, was ja das Ziel war. Für 2018 muss dennoch weiter an den Förderbegrenzungen konsequent festgehalten werden, will man die Ölpreise nachhaltig auf 60 Dollar/Barrel anheben. Der in 2018 weiter ansteigende Weltölbedarf wird durch Fördersteigerungen von den USA, Kanada, Brasilien und Kasachstan abgedeckt werden, so die Prognosen. Die Deal-Partner müssen also länger noch im Quotenboot stillhalten. Auf dem fragilen Kahn sind die Saudis der Steuermann und der Maschinist zugleich.

Saudis preschen weiter vor!

Prognaoe Ölfördermengen USA

10. Oktober

Saudi-Arabiens Megakonzern ‘Saudi Aramco‘ hat angekündigt, im November tiefgreifende Kürzungen seiner Öllieferungen vorzunehmen. Das soll bewirken, dass sich die globalen Lagerbestände schneller reduzieren und der Ölmarkt zügiger in ein normales Gleichgewicht zurückgeführt wird.

‘Saudi Aramco‘ wird im nächsten Monat Lieferkürzungen von 560.000 Barrel/Tag vornehmen. Damit werden die Saudis lediglich 7,15 Mio. Barrel/Tag liefern, obwohl die Bestellungen mit 7,7 Mio. B/T in erheblich höherer Menge vorliegen. Saudi-Arabien beweist damit einmal mehr seine außerordentliche Führungsrolle bei der Re-Balancierung des Weltölmarktes. Bei dieser angekündigten Maßnahme werden weniger die Fördermengen, als vielmehr die tatsächlichen Liefermengen, also die Exporte beschnitten. Der Liefer-Cut der Saudis für den November entspricht einer zusätzlichen Reduzierung von 290.000 Barrel/Tag gegenüber den 486.000 Barrel/T aus dem Output-Abkommen. Das summiert sich für den OPEC-Leader auf knapp 800.000 Barrel/T an tatsächlicher Verringerung auf.

Die Saudis setzen dabei voraus, dass die Quotendeal-Partner nicht torpedieren und jeder Quotenpartner seine Drosselungszusage zu 100% umsetzt und aufrecht erhält. Allerdings drängen der Irak und der Iran durchaus in diese Lieferlücke. Im September haben sie ihre Ausfuhren deutlich erhöht und Marktanteile in China und den USA gewonnen. Die Ölexporte des Irak liegen inzwischen bei 4,0 Mio. Barrel/T. Das sind immerhin 60% der saudischen Ölexportmenge. Die Verschiebungen zeigen deutlich die Schwierigkeiten, die das OPEC-Kartell hat um alle Mitglieder bei der Fortsetzung der Quoten im Boot zu halten. Die Schritte der Saudis zeigen aber eine unbeirrbare Entschlossenheit - Und das wird bei den Öltradern bullischen Eindruck machen...
 

Diskrepanzen bei Ölmarktentwicklung

Öllager. Ölmarkt außer Balance.

28. September

Die Nachrichtenlage am Ölmarkt war im September „bullisch bullisch bullisch“. Ein Hauptthema war der Major Hurrikan ‘Harvey‘, der die Ölraffinerien an der US Golfküste schwer traf. Hinzu kamen Mitte September die Monatsberichte von EIA (US Energieministerium) und IEA (Paris). In den Prognosen der Reports wurde die Weltölnachfrage für Quartal IV und für 2018 deutlich nach oben geändert. Der Ölverbrauch wird nunmehr um 400.000 Barrel/Tag höher prognostiziert als vorher. Zudem ist die Erwartung vieler Ölmarktexperten nicht eingetroffen, dass die Quotendisziplin der Öllexportländer zunehmend wegbröckeln würde. Das ist in keinster Weise eingetreten.

Folglich war es logisch und sehr konsequent, dass die Ölpreise im dritten Quartal so deutlich angezogen haben. (Im Nachhinein ist diese Analyse logischerweise sehr einfach.) Jedenfalls ist die OPEC "kein zahnloser Tiger". Saudi-Arabien hält das Ölkartel zusammen. Die OPEC fällt nicht auseinander, vielmehr ist „die Macht durchaus wieder mit ihnen“.

Wo bleiben die Schieferölförderer?
Wurde vor Monaten noch erwartet, dass die US Ölförderer den Marktüberschuss aufrecht erhalten könnten, so hat sich auch dieses Bild verändert. Im September ging der ‘US Oil Rig Count‘ zurück. Auch mit Investitionen in die Ausrüstung der gebohrten Ölförderlöcher hält man sich zurück. Das ist sehr überraschend! Würden die US Ölförderer für 2018 die WTI Barrelpreise bei 55 - 60 Dollar erwarten, so müsste dort an sich boom-artig investiert werden. Das passiert aber derzeit nicht. Ist der Preisanstieg eventuell doch nicht so fundiert?!

Beachtenswert ist in jedem Fall, dass sich die globalen Überbestände gegenüber dem Fünfjahresmittel um die Hälfte abgebaut haben. Dieser Prozess wird sich im vierten Quartal fortsetzen, danach aber verlangsamen. Wenn die USA tatsächlich die Förderleistung auf 10,0 Mio. Barrel/Tag erfolgreich steigern können, schaffen sie in dem Fall ein Gegengewicht zum von der IEA prognostizierten Nachfrageanstieg von 400.000 B/T.
 

Oil Rig Count vs. gebohrte Förderlöcher

Oil Rig Count und gebohrte Förderlöcher

23. September

Seit sechs Wochen sind die Ölbohraktivitäten in den USA rückläufig, zumindest scheinbar. Der ‘Oil Rig Count‘ hatte Ende Juli die Anzahl von 766 aktiven Bohranlagen erreicht. Mitte September ist deren Anzahl inzwischen auf 744 wieder gesunken. Auf der anderen Seite ist aber die Anzahl der fertig gebohrten Förderlöcher, die noch nicht im Förderbetrieb sind, im August auf bemerkenswerte 7.048 angewachsen. Das sind 231 Förderlöcher mehr als im Juli. Das entspricht einem Zuwachs von über 7 Förderlöchern jeden Tag!

Die Ölförderfirmen warten derzeit auf bessere Barrel-Preise, bevor sie dann die Bohrlöcher für den Förderbetrieb ausrüsten. Mit der eintretenden Mehrförderung werden aber gleichzeitig die Aufwärtsspielräume an den Ölbörsen limitiert. Die Ölförderer 'hedgen', sobald ein auslösendes Preisniveau erreicht ist. Der Verkaufsdruck nimmt durch das Hedging zu - und mit einigen Monaten Verzögerung schnellt dann auch die Ölproduktion nach oben. Das führt die Marktsituation in eine Sättigung und zwangsweise folgt der Preisrückgang. Das US Energieministerium erwartet, dass die Ölförderleistung der USA Ende September auf gut 9,5 Mio. und im Oktober auf 9,6 Mio. Barrel/Tag ansteigen wird. Die Schieferölförderer haben dabei einen Anteil von 6,1 Mio. Barrel/T. Laut Prognosen soll in 2018 die durchschnittliche Ölfördermenge der USA auf 9,8 bis 10,0 Mio. B/T ansteigen. Das mag die Ölpreise neuerlich unter Druck bringen. Andererseits scheint die OPEC unbeirrt und entschlossen den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Sie hat auch keine andere Möglichkeit. Und im dritten Quartal hat es bestens funktioniert.
 

Ölbohraktivitäten in den USA

 
'Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Oil Rig Count
US Oil Rig Count laut 'Baker Huges' - [Klick for Zoom]

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