Ölpreise aktuell
Entwicklung der Ölpreise.
Aktuelle Marktthemen und Preis-Trend.
Diagramm für die Rohölpreise der letzten Jahre:
- Diese Ölpreis-Seite liefert täglich die aktuellen News zum Ölmarkt und zur Preisentwicklung von Rohöl und Gasöl.✅ Rohölpreise sind Börsenpreise und verändern sich stündlich!✅ Die Ölnotierungen werden stark durch spekulative Optionskäufe und durch Absicherungsgeschäfte (Hedging mit Future-Kontrakten) bestimmt.✅ Außerdem reagieren die Ölpreise äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbesondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer, wie die USA oder China betreffen.✅
- Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotterdam bestimmt maßgeblich die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa. Diese Spotmarktpreise stehen dabei in Relation zu den Crude Oil Future Notierungen an den Warenterminbörsen, mit den Leitbörsen in SINGAPUR, LONDON und NEW YORK. Mit Abstand größter und umsatzstärkster Ölmarkt sind die USA. Zudem haben die USA die stärkste Ölindustrie, mit weltweit agierenden Ölfirmen. Die US Lagerzahlen und die dortigen Ölmarkt-News haben globalen Preiseinfluss.✅
- Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Ölpreis auch die zurückliegende Preisentwicklung auf dem Ölweltmarkt. Die Preiskurven geben den errechneten Mittelpreis für einen Sortenmix von Nordseeöl BRENT, der US Leitsorte WTI und dem Mittelpreis für Rohöl der Golfstaaten wieder. Zudem sind die Spotmarktpreise mit berücksichtigt, allerdings mit geringerer Gewichtung.✅
Obiges Diagramm zeigt den Mittelpreis der Rohöl-Leitsorten.
Ölpreise: Ölmarktsituation Montag 19.01.2026
- Eskalation um Grönland:
Trump erlässt Strafzölle gegen die Europäer. - Ölbörsen: Rohölkontrakte etwas leichter.
- Iran: Unruhen flammen wieder auf. US-Angriff nicht vom Tisch.
- EU setzt den Preisdeckel für russisches Öl im Februar herab.
Situation am Ölmarkt – News
Der Interessenskonflikt um Grönland ist am Wochenende eskaliert. US-Präsident Trump hat für Februar Strafzölle gegen acht wichtige europäische Länder angeordnet, wenn sie sich einer Übernahme Grönlands durch die USA in den Weg stellen. Die Europäer beraten über die geeignete Antwort und Reaktion darauf. Schließlich ist es ein Konflikt unter Nato-Partnern, sofern man davon noch sprechen kann.
Auf Trumps Zolldrohung will die EU einig und koordiniert antworten. Dafür wird nun ein Sondergipfel angesetzt. Letztlich könnten dabei Gegen-Strafzölle in Höhe von 93 Milliarden Euro beschlossen und zum 6. Februar in Kraft gesetzt werden. Auch steht in dieser Woche das Weltwirtschaftsforum in Davos an, an dem Trump teilnehmen will.
| Die Ölnotierungen am Montagmorgen | |
| Brent Rohöl | 63,7 $/bbl (-0,2) |
| WTI Crude Oil | 59,1 $/bbl (-0,3) |
| Opec-Basket (Vortag) | 62,9 $/bbl (+0,3) |
| Gasöl (dollarbereinigt) | 558 €/Tonne (+5) |
Iran: Ein militärisches Eingreifen der USA im Iran noch nicht vom Tisch. Teheran lässt das Internet nach kurzer Aktivierung erneut landesweit abschalten.
Das von den USA beschlagnahmte Öl aus Venezuela gelangt jetzt auf den Markt. Unter Kontrolle der USA wurde eine erste Charge für 500 Mio. Dollar verkauft. Weitere Kontrakte der insgesamt 30 - 50 Millionen Barrel sollen schnell folgen. US-Energieminister Wright erklärte, dass die USA für das venezolanisches Rohöl um 30% höhere Preise erzielen als Venezuela zuvor unter Maduro.
Im Rahmen der EU-Sanktionen gegen Russland wird ab 1. Februar der Preisdeckel für russisches Rohöl von derzeit 47,60 auf 44,10 USD/B abgesenkt. Dieser Mechanismus wurde mit dem 18 Sanktionspaket gegen Russland bereits beschlossen.
Wirtschaft und Finanzmärkte
- Kurs US-Dollar: (Chart EUR/USD)
1,163 $ = 1 EUR | 0,860 € = 1 USD - Wirtschaftsdaten aus China:
• CN Industrieproduktion +5,2% (Vormonat +4,8%)
• BIP 4. Quartal +4,5% (Vorquartal +4,8%) - Die EU und das südamerikanische Bündnis Mercosur haben ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Damit ist das Feld für einen der weltweit größten Handelsräume freigemacht.
- Getrieben von den Aussichten auf eine zweite Kältewelle in weiten Teilen Europas legten im Ölbörsenhandel die Mitteldestillate (Heizölvorprodukt) etwas zu. Auch die Gaspreise erhielten dadurch einen Preis-Pusch. Außerdem sind die Gasvorratsspeicher in Deutschland für den Zeitpunkt um den 20. Januar mit 50% äußerst knapp nur gefüllt.
- Meteorologen erwarten ab Wochenmitte einen weiteren großräumigen Kälteeinbruch, vor allem in Ost- und Mitteleuropa.
Fakten, Preisprognose, Marktanalyse
US-Ölmarkt
In den USA ist die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen in der zurückliegenden Woche um +1 auf 410 Oil Rigs marginal gestiegen. Vor einem Jahr lag die Zahl mit 478 noch um 14% höher. Die tägliche US Ölförderleistung bewegt sich derzeit bei gut 13,75 Mio. Barrel Rohöl am Tag.
In den USA begehen die Bürger heute den Martin Luther King Feiertag. Die Börsen bleiben geschlossen.
Geopolitik
Grönland:
Kaum ist es um Venezuela und Iran etwas ruhiger geworden, da steht urplötzlich Grönland im Brennpunkt. In den jüngsten Gesprächen in Washington über die Zukunft Grönlands sind sich die USA und Dänemark nicht näher gekommen. Die Europäer kündigten an, zusammen mit Dänemark die Militärpräsenz auf Grönland zu erhöhen. Allerdings rückt Trump nicht davon ab, dass Grönland ein US-Bundesstaat werden soll.
In Blitzentschluss erlässt Trump ab 1. Februar 10% an Strafzöllen auf US-Warenimporte aus den europäischen Ländern, die Dänemark dabei unterstützen, an Grönland festzuhalten. Die betroffenen Staaten sind Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Finnland, Niederlande.
In erster Reaktion fordert Frankreichs Macron, dass sich die EU großkalibrig wehrt und erstmals das "Instrument zur Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen" einsetzt. Deutschlands Vizekanzler sagt, man dürfe sich nicht erpressen lassen. Den Weg, den Trump einschlägt, könne man nicht mitgehen. Brüssel organisiert zeitnah einen Sondergipfel, der Gegen-Strafzölle von 93 Milliarden Euro möglich macht.
Gasoelpreise
- Gasöl ist ein an der Börse gehandeltes Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Gasöl bestimmt in hohem Maße die Preisentwicklung beim Heizöl und ist damit ein wichtiger Preispfeiler.
- Gasöl ist ein Mitteldestillat bei den Raffinerieprozessen und wird an den Warenterminbörsen gehandelt. Die Leitbörsen sind die IPE (London) und die NYMEX (New York). Mit der Verfügbarkeit der stündlichen Kontraktnotierungen ist Gasöl ein wichtiger Preisindikator für die Mineralölbranche.
Gasöl Tagespreis / Preisentwicklung
Das obige Diagramm stellt den jährlichen Verlauf der Gasölnotierungen dar. An den Ölbörsen werden die Gasoil Future Kontrakte in Dollar notiert. Das Tecson-Chart für Gasöl ist per 'Tab' im Währungsbezug umschaltbar zwischen US-Dollar und €uro und bezieht sich auf den gehandelten Preis für 1 Tonne Gasöl des aktuellen Frontmonats. Der Tab 'Gasöl in EUR' ist die wichtigste preisvorgebende Notierung für die tagesaktuelle Preisentwicklung beim Heizöl in Deutschland bzw. der Eurozone. Die Heizölhändler orientieren sich bei ihrer täglichen Preisfindung stark am morgendlichen Gasölpreis.
Kanada schwenkt bei Öl und Gas weg von USA:
Kanada und China bauen ihre gemeinsamen Energieabkommen aus. Die Regierung von Carney will mehr Öl und Gas an die asiatische Wirtschaftsmacht exportieren und gleichzeitig Investitionen in Batterietechnologie und erneuerbare Energien anwerben. Carney stellte nach seinem Besuch bei Xi Jinping diese Woche in Peking einen konkreteren Rahmen für den zukünftigen Energiehandel vor.
Es wird ein regelmäßiger Ministerdialog für die Möglichkeiten in den Bereichen Öl, Gas, Kernenergie und Erneuerbare Technologien implementiert. Kanadas Bestreben, die Energiebeziehungen zu China zu vertiefen und offen um chinesisches Kapital zu werben, stellt eine deutliche Veränderung zu der diplomatischen Kühle der letzten Jahre dar. Dahinter steht natürlich Trumps globaler Handelskrieg und insbesondere seine Handelsaggressionen gegen den angestammten Grenzpartner im Norden. Trumps Zölle haben Kanada veranlasst, seine Exportmärkte zu diversifizieren und das Land seinem zweitgrößten Handelspartner gegenüber mehr zu öffnen.
Ausblick 2050: Energiebedarf + Energieerzeugung
Laut einer McKinsey Studie werden die 'fossilen Brennstoffe' auch in 2050 die globale Energieerzeugung dominieren. Öl, Gas und Kohle werden den weltweiten Energiemix noch auf Jahrzehnte anführen (müssen), da der Strombedarf in schnellerem Tempo steigt als die Umstellung auf erneuerbare Energien. Die Reduzierung der fossilen Brennstoffe ist aber von immenser Wichtigkeit für das Begrenzen der globalen Klimaerwärmung und Verhinderung des Umkippens.
Der weltweite Strombedarf wird vor allem aufgrund des Mehrbedarfs in der Industrie und im Gebäudesektor von 20 - 40 % bis 2050 ansteigen. Nordamerikanische Rechenzentren tragen dabei am meisten zu diesem Anstieg bei.
Die Nutzung von Erdgas zur Stromerzeugung wird voraussichtlich stark zunehmen, während die Kohlenutzung ebenfalls auf hohem Niveau verharren mag. McKinsey geht davon aus, dass fossile Brennstoffe im Jahr 2050 etwa 41 - 55 % des weltweiten Energieverbrauchs ausmachen werden. Das ist zwar weniger als die heutigen 64 %, aber höher als frühere Prognosen. Der Strombedarf von Rechenzentren wird bis 2030 jedes Jahr stark ansteigen, in den USA um etwa 25 %, global um etwa 17 %.
Welche Länder haben den größten Ölverbrauch:
Die zwanzig Länder mit dem größten Ölbedarf verbrauchen 80% des global produzierten Öls. In 2024 stieg die Menge noch mal relativ moderat um +0,7%, trotz des verlangsamten Wachstums und der Zunahme grüner Energiequellen. Öl bleibt weltweit die wichtigste Energiequelle.
| # | Land | Barrel/Tag | Anteil Weltverbrauch |
| 1 | USA | 19,0 Mio. | 18,7 % |
| 2 | China | 16,4 Mio. | 16,1 % |
| 3 | Indien | 5,6 Mio. | 5,5 % |
| 4 | Saudi-Arab. | 4,0 Mio. | 3,9 % |
| 5 | Russland | 3,8 Mio. | 3,8 % |
| 6 | Japan | 3,2 Mio. | 3,2 % |
| 7 | Südkorea | 2,9 Mio. | 2,9 % |
| 8 | Brasilien | 2,6 Mio. | 2,5 % |
| 9 | Kanada | 2,3 Mio. | 2,3 % |
| 10 | Deutschland | 2,1 Mio. | 2,0% |
Ölverbrauch 2024 in Mio. Barrel/Tag, laut Energy Institute
Obige 10 Länder verbrauchen 61% des jährlich produzierten Öls. Dabei verzeichnet Indien den stärksten Bedarfsanstieg. Aufgrund seiner zunehmenden Wirtschaftskraft wird auf Indien mindestens in den nächsten 5 Jahren der größte Ölnachfragezuwachs entfallen.
