Ölpreise aktuell

Entwick­lung der Ölpreise.
Aktuelle Markt­themen und Preis-Trend.

Diagramm für die Rohöl­preise der letzten Jahre:

Preisbezug des Rohöl-Charts...
  • Diese Ölpreis-Seite liefert täglich die aktuellen News zum Ölmarkt und zur Preis­ent­wicklung von Rohöl und Gasöl.✅ Rohöl­preise sind Börsen­preise und verändern sich stündlich!✅ Die Ölnotie­rungen werden stark durch spekulative Options­käufe und durch Absicherungs­geschäfte (Hedging mit Future-Kontrakten) bestimmt.✅ Außerdem reagieren die Ölpreise äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbe­sondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölver­brauchs­länder, wie die USA oder China betreffen.✅
     
  • Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotter­dam bestimmt maßgeblich die Mine­ral­öl­preise für Deutsch­land und Mittel­europa. Diese Spotmarkt­preise stehen dabei in Relation zu den Crude Oil Future Notierungen an den Waren­termin­börsen, mit den Leitbörsen in SINGAPUR, LONDON und NEW YORK. Mit Abstand größter und umsatz­stärkster Ölmarkt sind die USA. Zudem haben die USA die stärkste Ölindustrie, mit weltweit agierenden Ölfirmen. Die US Lagerzahlen und die dortigen Ölmarkt-News haben globalen Preiseinfluss.✅
     
  • Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Ölpreis auch die zurück­liegende Preis­ent­wick­lung auf dem Ölwelt­markt. Die Preis­kurven geben den errech­neten Mitte­lpreis für einen Sorten­mix von Nord­seeöl BRENT, der US Leitsorte WTI und dem Mittel­preis für Rohöl der Golf­staaten wieder. Zudem sind die Spotmarkt­preise mit berück­sichtigt, allerdings mit geringerer Gewichtung.✅
     

Obiges Diagramm zeigt den Mittel­preis der Rohöl-Leit­sorten.

Ölpreise: Ölmarkt­si­tua­tion Freitag 4. Sept.

  • Ölpreise steuern auf stärksten Wochenanstieg seit Juli zu.
  • Ölbörsen: Brent auf Wochensicht über 7 % im Plus.
  • Saudi-Arabien lässt Oktober-Preise für Europa unverändert.
  • Iran-Konflikt hält Risikoaufschlag hoch.

Situation am Ölmarkt – News

Die Ölpreise steuern zum Wochen­schluss auf den stärksten Wochen­an­stieg seit Juli zu. Brent-Rohöl bewegt oberhalb der Marke von 96 Dollar/Barrel und liegt gegenüber der Vorwoche mehr als 7% im Plus. Haupt­grund bleibt die neuer­liche Eska­la­tion zwischen den USA und dem Iran. Die gegen­sei­tigen Angriffe halten an und auch Öltanker in der Straße von Hormus geraten weiterhin ins Visier. Entspre­chend ist ein erheb­li­cher Risi­ko­auf­schlag in den Ölpreisen einge­preist.

Die Ölno­tie­rungen am Freitagmorgen
Brent Rohöl 95,6 $/bbl  (+1,3)
WTI Crude Oil 91,6 $/bbl  (+1,6)
Opec-Basket (Vortag) 98,5 $/bbl  (+0,2)
Gasöl (dollarbereinigt) 1202 €/Tonne (-11)

Eine Entspan­nung ist zur Stunde nicht absehbar. Washington will keine Frie­dens­ge­spräche aufnehmen, solange der Iran seine Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus fortsetzt. Gleich­zeitig droht auch Israel mit einem Eingreifen, sollte Teheran israe­li­sche Ziele angreifen. Etwas beru­hi­gend wirkt dagegen Saudi-Arabien: Für Oktober bleiben die Rohöl-Verkaufs­preise nach Europa weit­ge­hend unver­än­dert. Das deutet darauf hin, dass Riad aktuell nicht mit einer weiteren deut­li­chen Verknap­pung am Ölmarkt rechnet.

Von Seiten der OPEC+ ist zu hören, dass das Bündnis seine Förder­po­litik für Oktober wohl unver­än­dert belassen werde. Am Sonntag wird man die Monats­kon­fe­renz abhalten.

Rohöl­pro­duk­tion Vene­zuelas: Jüngst teilte US-Ener­gie­mi­nister Wright mit, dass sich die Ölpro­duk­tion Vene­zuelas innerhalb weniger Jahre verdop­peln werde. Die Analysten von Goldman Sachs sind da weniger opti­mis­tisch und erwarten nicht, dass Vene­zuelas Ölför­der­leis­tung in den kommenden Jahren über 2 Mio. B/T ansteigen wird.

Fakten, Preis­pro­gnose, Markt­ana­lyse

Ölmarkt, Preisentwicklung, Hintergründe

 

US-Ölmarkt

Der neue DOE-Wochen­re­port für die KW 35 ist klar 'bullisch' ausge­fallen. Die Rohöl­lager gingen um -4,5 Mio. Barrel zurück, auch bei Heizöl/Diesel wurden Abbauten von -1,2 Mio. Barrel gemeldet. Zusätz­lich schrumpften die stra­te­gi­schen Reserven (SPR) um weitere -3,1 Mio. Barrel. Gleich­zeitig liefen die US-Raffi­ne­rien mit rekord­hohen 98,0% ihrer Kapa­zi­täten, während die US-Ölför­de­rung mit 13,86 Mio. Barrel am Tag ebenfalls eine neue Hochmarke erreichte. Trotz der hohen Produk­tion verknappten sich damit die Rohöl­be­stände.

Der Tropen­sturm Edouard hat sich nach schweren Regen­fällen in Louisiana und Texas inzwi­schen aufgelöst. Von der aktuellen Sturmlage gehen derzeit keine zusätz­li­chen Belas­tungen für die US-Ölpro­duk­tion aus. Im Pazifik toben gleich drei Major-Hurrikans, aller­dings ohne Auswir­kung auf den Ölmarkt.

Wirt­schaft und Finanz­märkte

  • Kurs US-Dollar: (Chart  EUR/USD)
    •  1,163 $ = 1 EUR  |  0,860 € = 1 USD
  • DE Ifo-Konjunkturindex:
    •  Ifo-Index +1,4% (Vormonat +0,8%)
  • DE Auftragseingang Industrie:
    •  +2,5%  (Vormonat +3,1%)
  • Bei den Gaspreisen werden sowohl auf dem Termin­markt als auch auf dem Spot­markt aktuell neue Preis­hochs erreicht. Die Gas­kontrakte für das Front­jahr sind mit 52 €/MWh so teuer wie zuletzt vor knapp 3 Jahren. Vieles hängt hier von der Ent­wick­lung im Nahen Osten und beson­ders der Straße von Hormus ab. Parallel wird Nor­wegen nötige War­tungen an seinem Pipe­line­netz durch­führen. Insgesamt scheinen die LNG-Importe auf dem aktu­ellem Niveau zwar gesichert - mehr aber auch nicht.

Ölvorräte täglich um 3,5 Mio. Barrel gesunken

[28. Aug.] In den Monaten März bis August haben sich die geför­derten Ölbe­stände global um täglich 3,5 Mio. Barrel reduziert. Ein Auswir­kung des Iran-Kriegs. Fakt ist aber, dass der Rohöl­markt  während der Hormus-Blockade erstaun­lich gut über den abrupten Wegfall von 20% der welt­weiten Rohöl­lie­fe­rungen hinweg­ge­kommen ist.

Bei den Kraft­stoffen, vor allem beim Diesel, sieht es durchaus anders aus. Der parallele Wegfall der Diesel- und Gasöl­ex­porte Russland, wegen der der Raffi­ne­rie­schäden, ist hierbei ein Multi­pli­kator. Die Preis­ka­priolen wurden durch Kraft­stoff­re­serven aus der Zeit vor dem Konflikt zwar etwas abge­fe­dert – doch dieses Polster ist inzwi­schen weit­ge­hend aufge­braucht. Die US-Diesel­vor­räte befinden sich auf dem nied­rigsten Stand seit drei Jahr­zehnten, während die Benzin­be­stände das nied­rigste saisonale Niveau seit 2012 aufweisen.

Ob es im Iran-Konflikt im Herbst zu einer Verstän­di­gung, Einigung oder gar Lösung kommt, steht in den Sternen. Jeden­falls ist der weltweite Infla­ti­ons­schock durch die über­höhten Öl- und Gaspreise keines­falls über­wunden. Trotz alledem sehen die namhaften Markt­ana­lysten für das Jahr 2027 eine wieder­keh­rende Über­ver­sor­gung des Ölmarktes. Das könnte die Ölpreise auf 60 Dollar je Barrel Rohöl zurück­führen.

Verliert Teheran die Kontrolle über Straße von Hormus?

[26. Aug.]  Die US-Navi geleitet offenbar jede Nacht über 10 Öltanker durch die als blockiert bezeich­nete Hormus-Meerenge. US-Kriegs­schiffe und Kampfjets sichern diesen offenbar minen­freien Korridor ab, der Nahe an der Küste des Oman verläuft. Diese Geleit-Opera­tionen laufen nachts. Die Schiffe fahren mit abge­schal­tetem Schiffs­or­tungs­system. Diese Aktionen werden in enger Koor­di­na­tion mit den Golf­staaten durch­ge­führt.

  Öltanker bei Hormus

Laut Axios gelangen auf diesem Weg etwa die Hälfte der sonst typi­schen Rohöl­mengen aus dem Persi­schen Golf auf den Weltmarkt. Dadurch ist die Versor­gungs­knapp­heit zumindest etwas entschärft. Man muss aber davon ausgehen, dass der Iran versuchen wird, diese Öltrans­porte mit verschie­denen Mitteln zu unter­binden.


Gasoel­preise

  • Gasöl ist ein an der Börse gehandeltes Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Gasöl bestimmt in hohem Maße die Preis­ent­wicklung beim Heizöl und ist damit ein wichtiger Preispfeiler.
  • Gasöl ist ein Mitteldestillat bei den Raffinerie­prozessen und wird an den Waren­termin­börsen gehandelt. Die Leitbörsen sind die IPE (London) und die NYMEX (New York). Mit der Verfüg­barkeit der stünd­lichen Kontrakt­notier­ungen ist Gasöl ein wichtiger Preis­in­di­kator für die Miner­alöl­branche.

Gasöl Tages­preis / Preis­ent­wick­lung

Das obige Diagramm stellt den jähr­li­chen Verlauf der Gasöl­notier­ungen dar. An den Ölbörsen werden die Gasoil Future Kontrakte in Dollar notiert. Das Tecson-Chart für Gasöl ist per 'Tab' im Währ­ungs­bezug um­schalt­bar zwischen US-Dollar und €uro und bezieht sich auf den gehan­delten Preis für 1 Tonne Gasöl des aktuellen Front­monats. Der Tab 'Gasöl in EUR' ist die wich­tigste preis­vorge­bende Notierung für die tages­aktuelle Preis­ent­wick­lung beim Heizöl in Deutsch­land bzw. der Eurozone. Die Heizöl­händler orien­tieren sich bei ihrer tägli­chen Preis­findung stark am morgend­lichen Gasöl­preis.


Ölmarkt­ba­lance


Welche Länder haben den größten Ölver­brauch:

Die zwanzig Länder mit dem größten Ölbedarf ver­brau­chen 80% des global produ­zierten Öls. In 2024 stieg die Menge noch mal relativ moderat um +0,7%, trotz des ver­lang­sam­ten Wachs­tums und der Zunahme grüner Energie­quellen. Öl bleibt weltweit die wich­tigste Energie­quelle.

 #  Land  Barrel/Tag  Anteil Weltverbrauch
1 USA 19,0 Mio. 18,7 %
2 China 16,4 Mio. 16,1 %
3 Indien 5,6 Mio. 5,5 %
4 Saudi-Arab. 4,0 Mio. 3,9 %
5 Russland 3,8 Mio. 3,8 %
6 Japan 3,2 Mio. 3,2 %
7 Südkorea 2,9 Mio. 2,9 %
8 Brasilien 2,6 Mio. 2,5 %
9 Kanada 2,3 Mio. 2,3 %
10 Deutschland 2,1 Mio. 2,0%

Ölver­brauch 2024 in Mio. Barrel/Tag, laut Energy Institute

Obige 10 Länder verbrau­chen 61% des jährlich produ­zierten Öls. Dabei verzeichnet Indien den stärk­sten Bedarfs­an­stieg. Aufgrund seiner zuneh­menden Wirt­schafts­kraft wird auf Indien mindes­tens in den nächsten 5 Jahren der größte Ölnach­frage­zuwachs ent­fallen.

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