Ölpreise aktuell

Entwick­lung der Ölpreise.
Aktuelle Markt­themen und Preis-Trend.

Diagramm für die Rohöl­preise der letzten Jahre:

Preisbezug des Rohöl-Charts...
  • Diese Ölpreis-Seite liefert täglich die aktuellen News zum Ölmarkt und zur Preis­ent­wicklung von Rohöl und Gasöl.✅ Rohöl­preise sind Börsen­preise und verändern sich stündlich!✅ Die Ölnotie­rungen werden stark durch spekulative Options­käufe und durch Absicherungs­geschäfte (Hedging mit Future-Kontrakten) bestimmt.✅ Außerdem reagieren die Ölpreise äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbe­sondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölver­brauchs­länder, wie die USA oder China betreffen.✅
     
  • Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotter­dam bestimmt maßgeblich die Mine­ral­öl­preise für Deutsch­land und Mittel­europa. Diese Spotmarkt­preise stehen dabei in Relation zu den Crude Oil Future Notierungen an den Waren­termin­börsen, mit den Leitbörsen in SINGAPUR, LONDON und NEW YORK. Mit Abstand größter und umsatz­stärkster Ölmarkt sind die USA. Zudem haben die USA die stärkste Ölindustrie, mit weltweit agierenden Ölfirmen. Die US Lagerzahlen und die dortigen Ölmarkt-News haben globalen Preiseinfluss.✅
     
  • Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Ölpreis auch die zurück­liegende Preis­ent­wick­lung auf dem Ölwelt­markt. Die Preis­kurven geben den errech­neten Mitte­lpreis für einen Sorten­mix von Nord­seeöl BRENT, der US Leitsorte WTI und dem Mittel­preis für Rohöl der Golf­staaten wieder. Zudem sind die Spotmarkt­preise mit berück­sichtigt, allerdings mit geringerer Gewichtung.✅
     

Obiges Diagramm zeigt den Mittel­preis der Rohöl-Leit­sorten.

Ölpreise: Ölmarkt­si­tua­tion Montag 20. Juli

  • Im Wochenstart setzt sich die Preisrally fort.
  • Eskalation im Iran-Konflikt geht immer weiter.
  • Massive Luftangriffe der USA auf diverse Ziele.
  • Straße von Hormus ist inzwischen nicht mehr passierbar.
  • Zwei Öltanker scheinen auf Seeminen gefahren zu sein.

Situation am Ölmarkt – News

An den Ölbörsen sind die Future-Kontrakte zu Montag­morgen kräftig geklet­tert. Vor dem Wochen­ende standen am letzten Handelstag der Woche für Brent und WTI steile Teue­rungen von etwa +3,8% zu Buche. Im frühen Handel des heutigen Montags erfolgte dann ein weiterer Preis­an­stieg um +2,9%. Parallel sind auch die Gasöl­kon­trakte geklet­tert, aller­dings etwas verhal­tener.

Preis­treiber ist abermals die mili­tä­ri­sche Eska­la­tion im Iran-Konflikt. Die Inten­sität der gegen­sei­tigen Angriffe hat noch mal zuge­nommen. Zudem erfolgen kaum noch Schiffs­pas­sagen durch die Straße von Hormus, weil es einfach zu riskant ist. Der Streit um die Straße von Hormus zwischen den USA und Iran gerät in eine Eska­la­ti­ons­spi­rale immer mehr außer Kontrolle. Auf Montag kam es die neunte Nacht in Folge zu gegen­sei­tigen Angriffen. Beide Seiten drohen, noch weiter zu eska­lieren.

Die Ölno­tie­rungen am Montagmorgen
Brent Rohöl 90,7 $/bbl  (+2,6)
WTI Crude Oil 84,6 $/bbl  (+2,1)
Opec-Basket (Vortag) 84,2 $/bbl  (+0,8)
Gasöl (dollarbereinigt) 1051 €/Tonne (+21)

US-Streit­kräfte bombar­dierten iranische Über­wa­chungs­an­lagen, unter­ir­di­sche Waffen­lager und andere mili­tä­ri­sche Infra­struktur. Iranische Medien sprachen dagegen erneut von Angriffen auf zivile Infra­struktur. Dabei seien Brücken, ein Flughafen und Infra­struktur der Seefahrt getroffen worden. Nahe der Millio­nen­stadt Isfahan haben die USA mit extrem schweren Bomben eine der Nukle­ar­auf­be­rei­tungs­an­lagen des Iran ange­griffen.

Im Gegenzug hat der Iran Vergel­tungs­schläge auf US-Stütz­punkte in den Nach­bar­staaten ausge­führt. Aus Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien und Jordanien wurden Explo­sionen gemeldet. Die Länder beher­bergen US-Mili­tär­stütz­punkte. In Kuwait wurde erneut eine Anlage zur Strom­erzeu­gung und Meer­was­ser­ent­sal­zung getroffen. Außerdem bringt Tehe­ran nun das andere Nadelöhr der Handels­schiff­fahrt ins Spiel, nämlich die Meer­enge 'Bab al-Mandab' vor der Küste des Jemen. Dort könnten die mit dem Iran verbün­deten Huthies eine neue Front aufmachen, mit der Gefahr, dass damit das Rote Meer zum Indischen Ozean hin abge­schnitten wird. Für die Ölexporte Saudi-Arabiens könnte das fatale Auswir­kung haben und für die globalen Fracht­lie­fe­rungen mit den Liefer­ketten eben­falls. Der Führer der Huthies droht zudem damit, saudi-arabische Ölanlagen und Pipelines anzu­greifen.

Fakten, Preis­pro­gnose, Markt­ana­lyse

Ölmarkt, Preisentwicklung, Hintergründe

 

US-Ölmarkt

In den USA ist die Anzahl der aktiven Ölbohr­an­lagen um +7 auf 452 Oil Rigs gestiegen. Zum Vergleich waren vor einem Jahr 422 Oil Rigs in Bohr­be­trieb gewesen. Der aktuelle Trend zeigt nach oben. Es wird von der Ölbranche in den USA wieder deutlich mehr inves­tiert. Die US Rohöl­pro­duk­tion bewegt sich derzeit auf Rekord­ni­veau bei über 13,86 Mio. Barrel am Tag.

Während im Pazifik die Hurrikan-Saison so langsam anläuft, ist es in der Karibik und im Golf von Mexiko mit Juli noch ruhig. Ein tropi­sches Tief zieht im Golf vor der US-Südküste westwärts. Hurri­kan­stärke dürfte das System nicht er­rei­chen.

Wirt­schaft und Finanz­märkte

  • Kurs US-Dollar: (Chart  EUR/USD)
    •  1,144 $ = 1 EUR  |  0,874 € = 1 USD
  • DE Teuerungsrate (12 Monate):
    •  Erzeugerpreise  +1,8%  (Vormonat +2,2%)
  • In der Straße von Hormus sind in der Nacht auf Sams­tag zwei Öltanker auf iranische See­minen gefahren. Es gab größere Explosionen. Mindestens einer der Tanker treibt dort manövrierunfähig. Die Meldungen zu dazu sind noch widersprüchlich.
  • Der IWF und die IEA befürchten, dass ein erneuter umfangreicher Ausfall des Angebots aus dem Nahen Osten der weltweiten Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen werde.

Gasoel­preise

  • Gasöl ist ein an der Börse gehandeltes Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Gasöl bestimmt in hohem Maße die Preis­ent­wicklung beim Heizöl und ist damit ein wichtiger Preispfeiler.
  • Gasöl ist ein Mitteldestillat bei den Raffinerie­prozessen und wird an den Waren­termin­börsen gehandelt. Die Leitbörsen sind die IPE (London) und die NYMEX (New York). Mit der Verfüg­barkeit der stünd­lichen Kontrakt­notier­ungen ist Gasöl ein wichtiger Preis­in­di­kator für die Miner­alöl­branche.

Gasöl Tages­preis / Preis­ent­wick­lung

Das obige Diagramm stellt den jähr­li­chen Verlauf der Gasöl­notier­ungen dar. An den Ölbörsen werden die Gasoil Future Kontrakte in Dollar notiert. Das Tecson-Chart für Gasöl ist per 'Tab' im Währ­ungs­bezug um­schalt­bar zwischen US-Dollar und €uro und bezieht sich auf den gehan­delten Preis für 1 Tonne Gasöl des aktuellen Front­monats. Der Tab 'Gasöl in EUR' ist die wich­tigste preis­vorge­bende Notierung für die tages­aktuelle Preis­ent­wick­lung beim Heizöl in Deutsch­land bzw. der Eurozone. Die Heizöl­händler orien­tieren sich bei ihrer tägli­chen Preis­findung stark am morgend­lichen Gasöl­preis.


Ölmarkt­ba­lance


Ukraine-Krieg: Raffi­ne­rie­schäden, Kraft­stoff­knapp­heiten

In der Nacht auf Samstag haben die ukrai­ni­schen Vertei­diger im Asowschen Meer 21 Tank­schiffe und 7 weitere Schiffe ange­griffen. Ziel ist es, das mili­tä­risch-wirt­schaft­liche Potenzial Russlands weiter­ge­hend und nach­haltig zu schwächen. Neben Öltankern wurden vier Schlepper, ein Bagger­schiff und zwei Fracht­schiffe mittels Drohnen ange­griffen. Dabei konnten 73 Treffer gezählt werden. Außerdem wird beinahe jeden Tag wieder eine russische Raffi­nerie von ukrai­ni­schen Drohnen getroffen. Am Samstag war es zum wieder­holten Mal die wichtige Raffi­nerie in Samara, in der Brände ausbra­chen. In der Auswir­kung herrscht dieser Gesamt­be­schä­di­gung herrscht in Russland eine eklatante Kraft­stoff­knapp­heit vor. Tank­stellen, die noch nicht leer­ge­fallen sind, ratio­nieren die Abga­be­mengen stark.

Auf der anderen Seite greift Russland in massiver Weise die ukrai­ni­sche Hautstadt Kiew mit ballis­ti­schen Raketen und mit schweren Gleit­bomben an. Diese Waffen haben eine extreme Explo­si­ons­kraft. Da die Ukraine derzeit über kaum noch Patriot-Abwehr­sys­teme verfügt, ist man hier unsäglich schutzlos ausge­lie­fert. Parallel nimmt Russland das Tank­stel­len­netz­werk in der Ukraine ins Visier. So wurden mitt­ler­weile etwa 200 der 1080 Tank­stellen in der Ukraine getroffen und außer Betrieb gesetzt.

Wieder­her­stel­lung der Ölpro­duk­tion der Golf­staaten

Bekannt­lich produ­zieren die Ölex­port­länder am Persi­schen Golf derzeit nur in einge­schränktem Umfang ihre Ölmengen. Die Blockade der Straße von Hormus zwingt dazu. Zudem wurden in mehreren Ländern Ölför­der­an­lagen, Raffi­ne­rien und Ölhäfen vom Iran mit Raketen und Drohnen ange­griffen und beschä­digt.

Beispiels­weise wurden in Katar, dem welt­größten LNG-Liefe­ranten, die Produk­ti­ons­an­lagen in schwerer Weise getroffen. Die Reparatur der Schäden wird nicht Monate sondern Jahre benötigen. Dagegen teilte 'Vitol Bahrain' mit, dass die Raffi­ne­rien am Golf ihre Auslas­tung innerhalb von 40 - 60 Tagen auf 90% ihrer Kapazität wieder hoch­fahren könnten. Die verblei­benden viel­leicht 10% bräuchten aller­dings deutlich länger für die Reparatur und Wieder­her­stel­lung.

Welche Länder haben den größten Ölver­brauch:

Die zwanzig Länder mit dem größten Ölbedarf ver­brau­chen 80% des global produ­zierten Öls. In 2024 stieg die Menge noch mal relativ moderat um +0,7%, trotz des ver­lang­sam­ten Wachs­tums und der Zunahme grüner Energie­quellen. Öl bleibt weltweit die wich­tigste Energie­quelle.

 #  Land  Barrel/Tag  Anteil Weltverbrauch
1 USA 19,0 Mio. 18,7 %
2 China 16,4 Mio. 16,1 %
3 Indien 5,6 Mio. 5,5 %
4 Saudi-Arab. 4,0 Mio. 3,9 %
5 Russland 3,8 Mio. 3,8 %
6 Japan 3,2 Mio. 3,2 %
7 Südkorea 2,9 Mio. 2,9 %
8 Brasilien 2,6 Mio. 2,5 %
9 Kanada 2,3 Mio. 2,3 %
10 Deutschland 2,1 Mio. 2,0%

Ölver­brauch 2024 in Mio. Barrel/Tag, laut Energy Institute

Obige 10 Länder verbrau­chen 61% des jährlich produ­zierten Öls. Dabei verzeichnet Indien den stärk­sten Bedarfs­an­stieg. Aufgrund seiner zuneh­menden Wirt­schafts­kraft wird auf Indien mindes­tens in den nächsten 5 Jahren der größte Ölnach­frage­zuwachs ent­fallen.

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