Ölpreise aktuell
Entwicklung der Ölpreise.
Aktuelle Marktthemen und Preis-Trend.
Diagramm für die Rohölpreise der letzten Jahre:
- Diese Ölpreis-Seite liefert täglich die aktuellen News zum Ölmarkt und zur Preisentwicklung von Rohöl und Gasöl.✅ Rohölpreise sind Börsenpreise und verändern sich stündlich!✅ Die Ölnotierungen werden stark durch spekulative Optionskäufe und durch Absicherungsgeschäfte (Hedging mit Future-Kontrakten) bestimmt.✅ Außerdem reagieren die Ölpreise äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbesondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer, wie die USA oder China betreffen.✅
- Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotterdam bestimmt maßgeblich die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa. Diese Spotmarktpreise stehen dabei in Relation zu den Crude Oil Future Notierungen an den Warenterminbörsen, mit den Leitbörsen in SINGAPUR, LONDON und NEW YORK. Mit Abstand größter und umsatzstärkster Ölmarkt sind die USA. Zudem haben die USA die stärkste Ölindustrie, mit weltweit agierenden Ölfirmen. Die US Lagerzahlen und die dortigen Ölmarkt-News haben globalen Preiseinfluss.✅
- Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Ölpreis auch die zurückliegende Preisentwicklung auf dem Ölweltmarkt. Die Preiskurven geben den errechneten Mittelpreis für einen Sortenmix von Nordseeöl BRENT, der US Leitsorte WTI und dem Mittelpreis für Rohöl der Golfstaaten wieder. Zudem sind die Spotmarktpreise mit berücksichtigt, allerdings mit geringerer Gewichtung.✅
Obiges Diagramm zeigt den Mittelpreis der Rohöl-Leitsorten.
Ölpreise: Ölmarktsituation Montag, 19. Oktober
- Rohölpreise nach Freitagsrally am Montag wieder leichter.
- Trump setzt vom Kongress beschlossenen Russland-Zölle vorerst aus.
- Huthi-Angriffe verschärfen die Situation um saudische Öllieferungen.
- Pattsituation USA/Iran sorgt für untragbare Kosten.
Situation am Ölmarkt – News
An den Ölbörsen bewegen sich die Ölkontrakte in den Preisen sehr volatil und in unstetiger Richtung. Im Wochenschluss hatten die Rohölnotierungen einen deutlichen Teuerungssprung im Bereich von +4,2% gemacht, der aber wieder zurückfällt. Geopolitische Nachrichten dominieren. Die zweifelhafte Politik Trumps, wie auch die jüngsten Vorkommnisse im Bereich der Straße von Hormus und der Meerenge Bab al Mandab, wie auch die Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien verunsichern den Ölmarkt. Die Preisrally von Freitag ist bereits wieder beendet, während die Marktrisiken hoch bleiben.
| Die Ölnotierungen am Montagmorgen (geg. Fr.) | |
| Brent Rohöl | 107,8 $/bbl (+2,5) |
| WTI Crude Oil | 99,8 $/bbl (+1,4) |
| Opec-Basket (Vortag) | 108,0 $/bbl (-1,9) |
| Gasöl (dollarbereinigt) | 1264 €/Tonne (+11) |
US-Präsident Trump hat die US-Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte an Öltankern aufgehoben. Außerdem blockiert er das große Sanktionspaket, das der US-Kongress bereits beschlossen hat. Beides mag zu höheren russischen Ölexporten führen, dürfte aber kein Game-Changer für den Angebotsmarkt sein.
Die Europäer und vor allem Kiew sind äußert besorgt über Trumps Russland-Kurs. Der US-Präsident scheint eher an guten Beziehungen zu Moskau interessiert zu sein, als am Frieden in der Ukraine. Selenskyj sieht eine existenziell schwierige Lage. "Ohne die USA können wir nicht überdauern", so seine Feststellung. "Ein Entzug der bisherigen US-Unterstützung für Kiew wäre ein historischer Fehler und eine unsagbare Tragödie".
Weitergehend setzten die vom Iran unterstützten Huthi vom Jemen aus ihre Raketen- und Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien fort. Nachdem zuvor Ölanlagen von Saudi-Aramco sowie Flughäfen und Gebäude in Riad das Angriffsziel von ballistische Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen waren, konzentrieren sich die Angriffe jetzt auf den Ölhafen von Yanbu am Roten Meer. Bislang konnte man diese abwehren. Vermehrt versuchen die Huthi Schiffe, die die Meerenge Bab al Mandab durchqueren wollen, zu beschießen.
In einer Analyse der Eurasia Group heißt es, dass die gegenwärtige Pattsituation im Iran-Krieg für die USA nicht länger tragbar sei. Die USA haben mit Ihren Militäraufwänden für die Flugzeugträgerverbände und ihre Militärbasen im Nahost-Großraum täglich immense Kosten, die davongalloppieren. Deshalb sei davon auszugehen, dass der Konflikt neuerlich eskalieren werde.
US-Ölmarkt
In den USA hat sich die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen vorige Woche um +3 auf 459 Oil Rigs erhöht. In der gleichen Woche des Vorjahres waren 418 Ölbohranlagen in Betrieb gewesen. Die Rohöl-Förderleistung der USA ist auf 13,68 Mio. Barrel/Tag zurückgegangen.
Der DOE-Wochenreport für KW41 war 'bullisch' ausgefallen, indem die US-Rohölbestände um -8,6 Mio. Barrel gesunken sind.
Wirtschaft und Finanzmärkte
- Kurs US-Dollar: (Chart EUR/USD)
• 1,123 $ = 1 EUR | 0,890 € = 1 USD - US Arbeitsmarkt, Anträge auf Arbeitslosenhilfe:
• Erstanträge 199.000 (+1.000)
• Folgeanträge 1,710 Mio. (-4.000) - Wirtschaftsdaten aus China:
• Industrieproduktion +5,5% (Vormonat +5,2%)
• Einzelhandelsumsatz +1,1% (Vormonat +0,4%)
• BIP, 3. Quartal +4,5% (Vorquartal +4,3%) - Gasspeicherfüllstände für Oktober sehr niedrig:
Niedrige Füllgrade der Gasspeicher in DE und in der EU, ausbleibende LNG-Lieferungen und eine hohe Energienachfrage vom asiatischen Markt sorgen für Preisauftrieb auf dem europäischen Gasmarkt. - Frankreich steht unter Schock, nachdem Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten in Brandstiftungen und Plünderungen ausgeartet sind.
Versuch eines Ausblicks für den Herbst
[18. Okt.] Seit September handeln die Ölkontrakte wieder sehr hoch. Und die extrem hohen Ölpreise schüren wiederum weltweit die Inflation. Vielfach sind Raffineriekapazität derzeit nicht verfügbar. Hier sind in erster Linie die beschädigten Anlagen in Russland und in den Opec-Ländern am Persischen Golf zu nennen. Das führt in letzter Zeit zu Knappheiten am Produktmarkt. Wichtige Länder beginnen ihre Kraftstofflager zu horten und untersagen Kraftstoffexporte.

Parallel bemühen sich die USA um einen Deeskalationsplan für den Irankonflikt. Die Blockade der iranischen Häfen und die Finanzsanktionen machen dem Iran mit jeder Woche mehr zu schaffen. Diese Situation wiederum veranlasst die iranischen Revolutionsgarden und die verbündeten Huthi neuerlich Raketen und Drohnen auf Schiffe und auf Ziele in Saudi-Arabien abzufeuern. Teheran zeigt sich bislang als resistent und gibt sich selbstbewusst gegenüber dem bestehenden immensen Druck. Auf der anderen Seite haben die US-Streitkräfte mit jeder Woche nicht mehr tragbare Kosten zu schultern. Deshalb kann der jetzige Zustand nicht mehr von längerer Dauer sein.
Wie sich das Ganze im IV. Quartal weiterentwickelt, "kann nur orakelt werden". Deshalb ist derzeit jede Ölpreisprogose wenig bis gar nicht belastbar.
Hormus-Pendelverkehr sichert Ölfluss aus Persischem Golf
[1. Okt.] Ein teurer Pendelverkehr in der Straße von Hormus sichert der Abnehmerwelt das Öl, allerdings mit hohen Aufwänden und Kosten. Die Ölproduzenten am Golf versuchen trotz des eskalierten Konflikts ihren Exporte halbwegs aufrechtzuerhalten. Es kommt allerdings die Frage auf, ob dieses komplexe und kostspielige Verfahren lediglich eine Übergangslösung oder bereits die neue Normalität für den globalen Energiemarkt darstellt.

Südlich der Meerenge von Hormus hat sich im Golf von Oman ein Frachtumschlagplatz etabliert. Viele Öltanker liegen dort beieinander und pumpen das Öl herüber. Diesbezüglich kann man von einer einen schwimmende Brücke zwischen den Ölfeldern des Nahen Ostens und dem Weltmarkt sprechen. Nach seiner Beladung löst sich der Supertanker und nimmt Kurs auf seinen Zielort, meist ein Ölhafen in Asien. Der Pendeltanker kehrt anschließend durch die Straße von Hormus in den Golf zurück, um erneut beladen zu werden. Die Passagen werden durch die US-Navi geleitet und begleitet, was ein komplexes und teures Unterfangen darstellt.
Gasoelpreise
- Gasöl ist ein an der Börse gehandeltes Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Gasöl bestimmt in hohem Maße die Preisentwicklung beim Heizöl und ist damit ein wichtiger Preispfeiler.
- Gasöl ist ein Mitteldestillat bei den Raffinerieprozessen und wird an den Warenterminbörsen gehandelt. Die Leitbörsen sind die IPE (London) und die NYMEX (New York). Mit der Verfügbarkeit der stündlichen Kontraktnotierungen ist Gasöl ein wichtiger Preisindikator für die Mineralölbranche.
Gasöl Tagespreis / Preisentwicklung
Das obige Diagramm stellt den jährlichen Verlauf der Gasölnotierungen dar. An den Ölbörsen werden die Gasoil Future Kontrakte in Dollar notiert. Das Tecson-Chart für Gasöl ist per 'Tab' im Währungsbezug umschaltbar zwischen US-Dollar und €uro und bezieht sich auf den gehandelten Preis für 1 Tonne Gasöl des aktuellen Frontmonats. Der Tab 'Gasöl in EUR' ist die wichtigste preisvorgebende Notierung für die tagesaktuelle Preisentwicklung beim Heizöl in Deutschland bzw. der Eurozone. Die Heizölhändler orientieren sich bei ihrer täglichen Preisfindung stark am morgendlichen Gasölpreis.
Welche Länder haben den größten Ölverbrauch:
Die zwanzig Länder mit dem größten Ölbedarf verbrauchen 80% des global produzierten Öls. In 2024 stieg die Menge noch mal relativ moderat um +0,7%, trotz des verlangsamten Wachstums und der Zunahme grüner Energiequellen. Öl bleibt weltweit die wichtigste Energiequelle.
| # | Land | Barrel/Tag | Anteil Weltverbrauch |
| 1 | USA | 19,0 Mio. | 18,7 % |
| 2 | China | 16,4 Mio. | 16,1 % |
| 3 | Indien | 5,6 Mio. | 5,5 % |
| 4 | Saudi-Arab. | 4,0 Mio. | 3,9 % |
| 5 | Russland | 3,8 Mio. | 3,8 % |
| 6 | Japan | 3,2 Mio. | 3,2 % |
| 7 | Südkorea | 2,9 Mio. | 2,9 % |
| 8 | Brasilien | 2,6 Mio. | 2,5 % |
| 9 | Kanada | 2,3 Mio. | 2,3 % |
| 10 | Deutschland | 2,1 Mio. | 2,0% |
Ölverbrauch 2024 in Mio. Barrel/Tag, laut Energy Institute
Obige 10 Länder verbrauchen 61% des jährlich produzierten Öls. Dabei verzeichnet Indien den stärksten Bedarfsanstieg. Aufgrund seiner zunehmenden Wirtschaftskraft wird auf Indien mindestens in den nächsten 5 Jahren der größte Ölnachfragezuwachs entfallen.
