Entwicklung der Erdölpreise

Die Ölpreisentwicklung im Rückblick:

Langzeit-Chart der Ölpreise auf dem Weltmarkt
Entwicklung der Erdölpreise / Rohölpreise im Jahresmittel
  • Die markierten Stützpunkte des Kurvenverlaufs sind der für jedes einzelne Jahr gemittelte Jahresdurchschnittspreis für Rohöl auf dem Weltmarkt. Als Datenbasis wurde das von der IEA und von der OPEC veröffentlichte Zahlenmaterial herangezogen.
     
  • Ab dem Jahr 1975 sind die Rotterdamer Spotmarkt-Preise für Nordseeöl (North Sea Brent Crude) mit besonderer Gewichtung eingerechnet. Seit den 80er Jahren ist neben der US-Sorte WTI die Rohölsorte BRENT die Leit- und Referenzsorte für die Rohölpreise auf dem Weltmarkt.
     
  • In den Jahren 2010 bis 2014 wurde in den USA die Schieferöl-Fördertechnologie erfolgreich weiterentwickelt. Das führte zu einem neuen Öl-Boom in den USA und zu einer Sättigung des US-Ölmarktes. Dadurch standen besonders die Notierungen der US-Leitsorte WTI stärker unter Preisdruck, sodass sich über mehrere Jahre ein Preisabstand von 5 bis 10 Dollar zu BRENT einstellte.
     
  • Die OPEC hatte trotz der Überversorgung des Ölmarktes auf ihrer Konferenz im November 2014 keinen Förder-Cut beschlossen. Dadurch wurde unter Führung von Saudi-Arabien ein Verdrängungskampf eingeläutet. Die Ölpreise fielen von 100 auf unter 30 Dollar je Barrel zurück. Die Ölbohr- und Ölförderfirmen in den USA gerieten in finanzielle Probleme und stoppten sehr viele neue Ölbohrvorhaben. Genauso litten aber auch alle anderen Ölexportländer unter dem ruinösen Preisdruck, selbst die meisten OPEC-Länder. Dennoch hielt die OPEC-Führung an dieser Preiskampfpolitik unbeirrt fest.
     
  • 2015 war als ein extrem billiges Öljahr zu verbuchen. Der Jahresdurchschnittspreis stürzte ab auf 52,30 UDS/bbl. Einen solch starken Preisrückfall binnen eines Jahres hat es niemals zuvor gegeben, siehe obiges Chart. Am Jahresende kostete das Fass Rohöl nur noch rund 35 Dollar. Das niedrigste Preisniveau seit 10 Jahren.
     
  • Das nachfolgende Öljahr 2016 begann noch 'katastrophaler' für die Ölbranche. Gleich im Januar gab eines weiteren Rückfall der Ölpreise. Dabei wurden neue 12-jährige Tiefstpreise markiert. BRENT und WTI sanken unter 30 Dollar/Barrel ab, also auf das Preisniveau von 2004. Zudem wurde das Ölembargo gegen den Iran aufgehoben. Auch schafften die USA Ende 2015 ihr Ölexportverbot ab. Dadurch ist WTI-Rohöl auf dem Weltmarkt wieder kaufbar und lieferbar, was WTI gegen BRENT aufwertet. Das an sich zerstrittene OPEC-Kartell schloss auf der Septemberkonferenz in Algier überraschend dann eine Beschränkung der Ölfördermengen auf unter 33 Millionen Barrel/T. In schwierigen Verhandlungen konnte man sich Ende November tatsächlich auf neue OPEC-Förderquoten verständigen, die zum Januar implementiert wurden. Der Ölmarkt wurde dadurch ab Januar 2017 um 1,0 bis 1,2 Mio. Barrel entlastet. Zudem sagten die Non-OPEC Ölexportländer einen Drosselungsbeitrag von etwa 0,56 Mio. Barrel/T zu. Beides zusammen sollte in 2017 die Überversorgung vom Markt nehmen.
    Der Jahresdurchschnittspreis für das Barrel Rohöl lag in 2016 bei 44,5 US-Dollar.
     
  • 2017: Mit Jahresbeginn trat der Cut-Deal in Kraft. Vorreiter bei der Drosselungsumsetzung waren Saudi-Arabien und Kuwait. Die Ölpreise fanden bei 55 USD/B ein Gleichgewicht. Im März kippte allerdings das Bild, als sich zeigte, dass der Deal-Partner Russland nicht zusagekonform mitgezogen hatte und bis dahin nur 60% seiner Drosselung umgesetzt hatte. Erst Ende April zog Russland mit seiner Quote vollständig nach. In der Zwischenzeit legten allerdings die Ölfördermengen in den USA kräftig zu und drehten den Markteindruck auf 'bärisch'. Entsprechend rutschten die Ölpreise Anfang Mai auf ihr 5-Monats-Tief ab. Libyen konnte im zweiten Quartal seine Ölproduktion erfolgreich auf über 1 Mio. Barrel/Tag hochfahren. Das veranlasste die OPEC, mit Unterstützung von Russland die Limitierungen der Ölfördermengen bis Ende März 2018 fortzuschreiben.
    Der September war dann der Hurrikan-Monat. HARVEY trat die Raffinerien in Texas und Louisiana besonders stark. Der nachfolgende Major Hurrikan IRMA sorgte u.a. für einen starken Rückgang der Benzinlager. Für die Ölpreise etablierte sich ein Aufwärtstrend. Das im November erreichte Preisniveau von rund 60 Dollar je Barrel wurde von der OPEC befestigt, indem auf der Ölministerkonferenz der Quote-Deal frühzeitig auf Termin Ende 2018 ausgedehnt wurde.

Globaler Ölverbrauch:

Weltölverbrauch
Weltweite Ölnachfrage 2014 - 2017

US Öllagerbestände

Entwicklung der Öllagerbestände in den USA
Rohöllager in den USA: Aktuell und Fünf-Jahres-Werte

Das Chart zeigt mit der blauen Kurve die Entwicklung der US Öllagerbestände im aktuellen Jahr. Das wird zu dem grauen Band in Relation gesetzt. Dieses Band ist der Variationsbereich in den letzten fünf Vorjahren.

Der Ölmarkt in den USA ist der wichtigste nationale Ölmarkt, mit großem Abstand vor China. Die USA verbrauchen rund 19 Mio. Barrel an Öl pro Tag. Mit der NYMEX ist in New York die wichtigste Rohstoffbörse platziert. Außerdem stehen für den US Ölmarkt sehr detaillierte Daten zu Verfügung. Wöchentlich werden gesicherte Zahlen über die jüngsten Entwicklungen von Ölfördermenge, Verbrauch, Importe und Exporte präsentliert und von Analysten bewertet. Aus diesen Gründen haben die jeweiligen Entwicklungen am US Ölmarkt großen Einfluss auf die globale Ölpreisentwicklung.

Historie / Jährliche Ölpreisentwicklung:

2017

Das Öljahr 2017 startete ruhig. Die OPEC-Länder konnten ihr beschlossenes Drosselungs-Ziel im Februar mit über 90% Quoteneinhaltung umsetzen. Saudi-Arabien tat das sogar zu über 100%. Russland setzte seine Quote allerdings mit starker Verzögerung um und erreichte erst Ende April die 100% Quoteneinhaltung. Auf der Quotenkonferenz Ende Mai beschlossen die OPEC und Russland, die bestehende Quotenregelung bis Ende Q1 in 2018 fortzuführen. Man erachtete diesen Schritt als unbedingt notwendig, wolle man die Ölbestände im Markt auf ein Normalmaß reduzieren.

Diesen Drosselungen steht die wiedererstarkende US-Ölförderbranche gegenüber. Die USA werden ihre Ölförderleistung stetig steigern und Ende 2017 dann eine Rekordförderleistung von 9,6 bis 9,8 Mio. Barrel pro Tag erreichen. Entsprechend weniger Rohöl nehmen die USA vom Weltmarkt ab. Die OPEC hatte keine andere Wahl, als die bestehenden Förderquoten zu verlängern. Das wurde als Mindestmaßnahme gesehen. In der Folge blieb dennoch die zu erwartende Preisunterstützung aus. Die USA, Nigeria und vor allem Libyen steigerten ihre Ölförderleistung, sodass bei weltweit schwachem Nachfragemarkt kein physischer Lagerabbau eintrat. Unter diesem Eindruck rutschten die Ölpreise im Juni auf ihr sechsmonatiges Preistief ab. Der kräftige globale Nachfrageanstieg in den Sommermonaten und zwei schwere Hurrikans im September hoben das Preisniveau aber wieder an und hievten die Ölpreise bis Dezember auf über 60 Dollar/Barrel.

Im November wurde festgestellt, dass sich global die Überbestände im Ölmarkt von rund 380 auf 150 Mio. Barrel verringert haben. Dreifünftel des OPEC-Ziels waren erreicht. Für die Monate Dezember bis April erwartet man ein recht ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage; also wenig Lagerabbau. Deshalb hat die OEPC auf der Novemberkonferenz frühzeitig den Beschluss gesetzt, die Quoten neun Monate länger, also bis Ende 2018 implementiert zu lassen. Sollte der Lagerausgleich früher eintreten, so will man entsprechend reagieren. Die OPEC sucht also Preisstabilität bei gut 60 Dollar/Barrel. Man will die Schieferölbranche nicht zu sehr befeuern.

2016

Mit Jahresbeginn 2016 rutschten die Rohölwerte von 37 Dollar auf unter 30 Dollar je Barrel weiter ab. Mitte Januar bestätigte man dem Iran seine Einhaltung des Atom-Deals, sodass nach langen Embargojahren das iranische Öl wieder verstärkt auf den Weltmarkt drängte. Die Weltkonjunktur zeigte sich im ersten Halbjahr gedämpft. Vor allem Chinas Wirtschaftskraft schaltete hat aus großem Gang zurück.

In den Monaten Februar bis April rangen die Ölförderländer um ein Einfrieren der Ölfördermengen auf Januarniveau. Im April scheiterte dann das in Doha angesetzte 'Freeze'-Meeting am Veto Saudi-Arabiens. Überraschenderweise reagierten die Ölnotierungen nicht 'bärisch' darauf. Vielmehr setzten die Ölpreise zu einem nachhaltigen Preisanstieg an. In diesen Wochen verhielten sich die Ölpreise nicht rational.

Im Mai drehte das Blatt dann unerwartet. Gleich mehrere wichtige Ölförderländer wie Nigeria, Irak, Venezuela, Kanada und Libyen meldeten Produktionsausfälle. Damit war die Überproduktion binnen kürzester Zeit vom Tisch genommen und die Rohölnotierungen testeten kurzzeitig das Preislevel oberhalb von 50 Dollar je Barrel. Auf der Juni-Konferenz der OPEC wurde kein Richtungswechsel eingeleitet. Ein Drosselungsbeschluss kam nicht zustande.

Ende September kam dann die Überraschung von Seiten der OPEC. In Algier beschloss das Ölkartell die künftigen Ölfördermengen begrenzen zu wollen. Die Ölpreise kletterten daraufhin. Am 30. Nov. konnte die OPEC ihre internen neuen Förderquoten fixieren. Bis zu 1,2 Mio. Barrel/T sollen 2017 vom Marktangebot genommen werden. Der OPEC-Quotenbeschluss führte zum Jahresende zu einer 'bullischen' Marktreaktion. Die Ölförderländer außerhalb der OPEC beteiligten sich mit einer geplanten Drosselung von zusätzlich -0,56 Mio. Barrel/T. Russland kürzt dabei um 0,3 Mio. B/T. Die Ölpreise schlossen das Jahr 2016 mit den höchsten Ölnotierungen der vorangegangenen 16 Monate ab.

2015

Das Jahr 2015 ist als ein außergewöhnliches Öljahr zu bezeichnen. Gleich der Januar startete mit den niedrigsten Barrel-Preisen seit 2009. Mit dem Fracking und Schieferöl Boom wurden in den USA wieder Ölmengen wie Ende der Siebziger Jahre gefördert. Aufgrund dieser Entwicklung ist die OPEC unter Führung von Saudi-Arabien in einen Ölpreiskampf eingetreten, um hauptsächlich die Ölindustrie in den USA in der Steigerung der Fördermengen einzubremsen. Die tief abgesunkenen Rohölpreise zeigten dann auch Wirkung, denn die Anzahl der aktiven Ölbohrtürme in den USA war im ersten Halbjahr 2015 steil rückläufig, nachdem die Zahl in den beiden Vorjahren extrem hochgeschnellt war. Stichworte: 'Bakken' und 'North Dakota'. Und der Rückgang der Ölbohrtürme hält weiter an. Dennoch konnten die USA die Tagesfördermengen auf dem hohen Level halten. Jüngste technologische Verbesserungen haben die Ölförderkosten verringert, aber bei Ölpreisen unter 50 Dollar/Barrel sind die Profite kritisch dünn.

Bei der Leitsorte BRENT kletterten die Rohölnotierungen von unter 50 USD/B im Januar dann im Februar wieder auf rund 65 USD/B. Dies wurde sehr begünstigt durch die extrem lockere Geldpolitik fast aller wichtigen Industrieländer. Das freie Kapital suchte gewinnbringende Anlagemöglichkeiten, wodurch die Aktienkurse auf Rekordhöhen schnellten und auch die Rohöl-Future-Kontrakte zunächst wieder um 20 Prozent kletterten. Von Monat Mai an gerieten die Rohölwerte zunehmend unter Druck, weil sich zeigte, dass die Überversorgung des Ölweltmarktes unverändert anhält. Besonders in den USA sind die Öllager randvoll. In den US-Rohöllagern bunkern 28 Prozent mehr Öl als vor einem Jahr.

Im Juli kam es im Atomkonflikt mit dem Iran zum erfolgreichen Verhandlungsabschluss, so dass Anfang 2016 die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden. Das iranische Öl wird dann den Weltölmarkt zusätzlich sättigen, während Saudi-Arabien, der Irak und Russland ihre Ölfördermengen auf Rekordwerte steigerten bzw. halten. Auch die Konjunkturprobleme Chinas standen in den Sommermonate im Vordergrund und führten im August zu einem Preissturz bei den Aktien- und Rohstoffwerten.

In 2015 war der Ölmarkt mit im Mittel rund 1,7 Mio. Barrel täglich überversorgt. Die OPEC-Führung hielt und hält unbeirrt an der losgetretenen Preiskampfpolitik fest, auch wenn OPEC-intern inzwischen starke Kritik besteht. Für alle Ölexportländer sind die Öleinnahmen massiv eingebrochen. Auf der Quotenkonferenz der OPEC im Dezember zeigte sich das Ölkartell zerstritten und nicht zu einem Quotenänderungsbeschluss fähig. Das gab den Ölnotierungen nochmals einen kräftigen Preisimpuls nach unten. In der Folge wurden im Dezember die tiefsten Ölpreise seit elf Jahren (2004) markiert. Im Jahresschluss wurde Rohöl bei 36,5 USD/B und teils darunter gehandelt. Das dürfte wiederum positiven Einfluss auf die Weltkonjunktur im kommenden Jahr haben.

2014

Das Öljahr 2014 startete gemäßigt. Der Ölförderboom in den USA sorgte für eine gute Angebotslage auf dem Weltmarkt. Konjunkturell war ein gutes Wirtschaftsjahr für die USA. Chinas Wirtschaft allerdings verzeichnete eine anhaltende Schwächephase.
 
Mit dem Ukraine-Konflikt trat im März ein gewichtiges geopolitisches Thema auf den Plan. Es drohte die Gefahr einer unkontrollierten Sanktionsspirale des Westens gegen Russland und umgekehrt. In September und Oktober entspannte sich die Krisenlage etwas. Allerdings geriet Russland zum Ende des Jahres zunehmend in Wirtschafts- und Finanzprobleme.
 
Im Juni trat im Irak die ISIS auf den Plan. Schnell eroberten die IS-Kampftruppen große Landesteile im Nordwesten des Irak und im Osten und Norden Syriens. Zum Ende des Jahres konnte der weitere Vormarsch der IS im Irak und in Syrien zurückgeschlagen werden.
 
Im Juni erreichten die Ölpreise ein Preishoch, um dann anschließend aber in einen unerwarteten, aber massiven und nachhaltigen Preisabgang zu fallen. Mit dem Ölboom in den USA war und ist der Weltölmarkt erheblich überversorgt. Die OPEC ergriff aber keine Kürzungsmaßnahmen. So rutschten die Rohölpreise in den drei Sommermonaten von 110 Dollar/Barrel steil ab auf nur noch 80 Dollar/Barrel im Oktober. Im November nahm der Preisabgang neuerlich Fahrt auf, so dass die Notierungen Ende Dezember unter 60 Dollar/Barrel fielen.

2013

Die ersten Stunden des Jahres 2013 waren in den USA recht dramatisch, denn der US-Regierung drohte die Zahlungsunfähigkeit (Fiskalklippen). Im März flammte erneut die €urokrise auf. Dieses Mal stand der kleine Inselstaat Zypern vor der Staatspleite. Das schwerlich erreichte Rettungspaket fand starke Kritik und der €uro-Wechselkurs wurde nach unten gedrückt.

Im Februar erkletterten die Rohölnotierungen ihr höchstes Preisniveau für die zurückliegenden 10 Monate, um dann in einen klaren Down-Trend zu drehen. In den Monaten April bis Juni ein Preistal ausgebildet. Als Hauptgrund dafür kann die Rohölschwemme in den USA gesehen werden. Shale Oil in Verbindung mit dem Fracking, als neue erfolgreiche Fördertechnologie, lösten in den USA einen neuen Ölboom aus. Damit gaben der Öl- und Gassektor der US-Wirtschaft entscheidende neue Wachstumsimpulse im zweiten Halbjahr.

Im Juni kam verstärkte Diskussion auf, wann die FED beginnen werde, die expansive Geldmarktpolitik zurückzufahren. Dazu kam es dann erst Ende Dezember mit erster Verringerung der Anleihekäufe. In China dagegen verlangsamte sich das übersteigerte Wirtschaftswachstum auf ein solideres aber wohl nachhaltigeres Steigerungsmaß.

Die Monate Juli und August waren gekennzeichnet von einem Preiswiederanstieg auf eine 16-monatige Hochmarke. Ab September ging es dann wieder seicht abwärts mit den Ölnotierungen.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden im August chemische Kampfstoffe eingesetzt. Obama erwog einen Militärschlag gegen Damaskus. Es wurde in letzter Minute aber beschlossen, dass Assad unter UN-Aufsicht seine gesamten Chemiewaffen vernichtet.

Im September kam es zum Haushaltsnotstand in den USA. Bedienstete wurden in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt, weil die Republikaner eine Etataufstockung über Wochen blockierten.

In September und Oktober entspannten sich geopolitischen Krisenherde. Irans neuer Präsident Ruhani zeigte sich offen und gesprächsbereit hinsichtlich des Atomkonflikts. In Ägypten drückte Militärchef Al-Sissi die Protestaufstände der Muslim-Bruderschaft gewaltsam nieder. Insgesamt beruhigte sich der Nahe Osten und Nordafrika, so dass die Risikoaufschläge auf die Rohöl-Future-Kontrakte von über 10 auf unter 5 Dollar/Barrel reduziert wurden.

In November und Dezember konnten die Rohölwerte wieder zulegen. Hier hatte die wirtschaftliche Entwicklung in der USA unterstützenden Einfluss. Dortige Arbeitslosenquote verringerte sich und die Konjunkturprognosen für 2014 wurden angehoben.

2012

Das Öljahr 2012 begann teuer und blieb teuer. In Preismittelung der Rohölsorten bestätigte das Öljahr 2012 den Preisrekord des Vorjahres.

Gegen die Atomwaffengefahr aus Teheran agierte der Westen mit Sanktionen und einem Ölembargo, so dass der Iran im Frühjahr in erhebliche Ölabsatzschwierigkeiten lief. Dennoch lenkte der Iran keinen Millimeter ein und führte die Urananreichungen konsequent fort.

Euro-Schuldenstaatenkrise und kein Ende. Das gesamte Jahr hindurch wurde insbesondere in Griechenland und Spanien um immer drastischere Einsparpakete gerungen, als Voraussetzung für weitere Stützungskredite aus dem €uro-Rettungsfond.

Chinas Wirtschaftsmotor verlor Drehzahl. Auch die aufstrebenden Schlüsselländer Brasilien und Indien erfuhren Zuwachsabkühlung. Peking ergriff zügig Maßnahmen zur Stimulation, so dass zum Jahresende dann wieder positivere Wirtschaftszahlen gemeldet wurden und der Optimismus für 2013 zurückkehrte.

In den USA setzten sich unkonventionelle Bohr- und Erdölfördertechnologien durch, das sog. Hydraulic Fracking. Damit werden gewaltige Ölschiefervorkommen zur Rohölförderung nutzbar. Laut untermauerten Prognosen werden die USA in 5 Jahren keine Rohölimporte mehr benötigen. Das ist auch der Grund, weshalb die US-Rohölsorte WTI gegenüber der Leitsorte BRENT phasenweise bis zu 20 Dollar/b niedriger gehandelt wurde. Die USA werden Russland und sogar Saudi Arabien in den Ölfördermengen überholen! Kaum zu glauben - aber so soll es kommen...

2011

Das Öljahr 2011 startete dramatisch.
Aufruhr und Revolten in der arabischen Welt. Die nordafrikanischen Völker rebellierten gegen die alt eingesessenen Dynastiesysteme. Es begann in Tunesien und anschließend in Ägypten. Mubarak wurde letztlich aus dem Amt gejagt. Der Funke sprang über auf Libyen. Gaddafi, dessen Militär ihm treu blieb, führte viele Monate Krieg gegen sein eigenes Volk.

Im März wirkte ein gewaltiges Erdbeben mit einem Jahrhundert-Tsunami auf Japans Küsten ein. Die Atommeiler in Fukushima liefen unaufhaltsam in den GAU. Zur Atomenergie gab es in einigen Ländern eine Umdenke, vor allem in Deutschland.

Die Weltwirtschaft erfreute sich guter Konjunktur, mit China und Deutschland als Wirtschaftslokomotiven. Mit dem Sommer kam trat dann massiv die EU-Schuldenstaatenkrise auf den Plan. Der Euro-Rettungsschirm und der IWF mussten Griechenland vor der Staatsinsolvenz retten. Auch Portugal, Spanien und Italien wurden im Rating heruntergestuft. In den USA musste das absolute Stastschuldenlimit ebenfalls hochgesetzt werden. Zum Herbst verstärkten sich Rezessionsängste und die globalen Aktienmärkte knickten ein. Auch der €uro schloss letztlich quasi im Jahrestief.

Der Atomkonflikt mit dem Iran, unter Sanktionsandrohungen und Säbelrasseln, wurde im Dezember starkes Thema für den Ölweltmarkt.

2010

Drei Hauptthemen beherrschten dieses Öljahr.
- Wiederankurbelung der Weltkonjunktur nach der Bankenkrise von 2008.
- China als Wirtschaftslokomotive.
- Staaten-Überschuldungskrise in der EU.
Griechenland und Irland wurden von der EU-Gemeinschaft zunächst vor der Staatspleite gerettet. Das führte in der Folge zu einer deutlichen Zurückstufung des Euro gegen den US-Dollar. Öl wurde für die EU entsprechend teurer. China glänzte als Weltwirtschaftsmacht und wurde zur Lokomotive für die Weltwirtschaft. China war bester Markt für die EU-Exporte und für die deutsche Wirtschaft. Die Rohölpreise erreichten 90 Dollar/Barrel.

2009

Die Nachwirkungen der Rezession nach der Bankenkrise waren 2009 das vorherrschende Thema am Ölmarkt. Geringe Nachfrage bei gleichzeitig stark überhöhten Lagerbeständen in den USA hielten die Ölpreise unten.
In den Frühlingsmonaten setzte sich Konjunkturoptimismus durch. Man wähnte die Konjunktur-Talsohle als erreicht und im Sommer als durchschritten. Im Herbst kletterten die Rohölpreise dann bereits wieder auf 70 Dollar pro Barrel. Aufkeimende Wirtschaftseuphorie erhielt allerdings Dämpfer. China und Indien meisterten die Krise am besten.

2008

Die Ölpreisblase platzte im Sommer '08.
Das Jahr begann mit dem beherrschenden Thema Rezessionssorgen, insbesondere für die US-Wirtschaft. Dieses führte Mitte Januar zu einem Crash der Aktienmärkte. Anleger flüchteten aus dem Dollar in das vermeintlich rezessionssichere Rohöl. Die Rekordmarke schraubte sich auf 146 Dollar/Barrel. Zur Jahresmitte kippte der Trend. Das überteuerte Öl bremste zunehmend die Weltwirtschaft ein. Es setzte ein beispielloser Down-Trend der Ölpreise ein. Mit Crashs von US-Banken im September fielen die Ölnotierungen unter die 100 Dollar Marke zurück. Auch griff die Bankenkrise auf Europa und Asien über. Weltweite Rezessionssorgen gewannen Oberhand; und die Ölpreise brachen weiter ein. Von Juli bis Dezember reduzierten sich die Rohölpreise um 73 Prozent und schlossen das Jahr bei 40 $/Barrel ab.

2007

wurde zu Jahresbeginn von Marktexperten ein durchschnittlicher Rohölpreis von 50 bis 60 Dollar pro Barrel prognostiziert. Im Jahresverlauf zeigte sich jedoch ein massiver Up-Trend. Die historische Marke von 100 US-Dollar für ein Barrel Rohöl zog die Ölnotierungen wie hypnotisiert an. Der tatsächliche Jahresdurchschnittspreis lag bei 74 Dollar/Barrel.

 
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