Top-Themen am Ölmarkt

Ölmarktinfos, Analyse und Prognose zur Ölpreisentwicklung

Auf dieser Seite bietet TECSON Ihnen aktuelle Informationen zu den derzeit preisrelevanten Themen am Ölmarkt. Die Inhalte werden entsprechend der wichtigen Ölmarkt Themen regelmäßig aktualisiert. Wir berichten und kommentieren hinsichtlich Ölnachfrage und Ölproduktion, wie auch der Entwicklung der Lagerbestände, der Förderaktivität und der Überversorgung des Ölmarktes. Die Preisrelevanz der jüngsten Ölmarkt-Meldungen fließt bewertend ein in unsere Analysen von Preisniveau, Preisentwicklung, Trend und Tendenz der Ölpreise. Die jüngsten Einschätzungen von Ölmarkt-Analysten werden an dieser Stelle widergegeben und diskutiert:

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Cut-Ende der OPEC oder Verlängerung?

Ölproduktion und OPEC-Cut

Mitte Januar:
 
Saudi-Arabiens Energieminister Al-Falih überraschte Mitte Januar mit der Äußerung, dass der schwer errungene Drosselungs-Deal wohl eher nicht verlängert werden wird. Nach seinen Worten kann quasi gesagt werden: "Mission erfüllt". Mit den eingeleiteten Cut-Maßnahmen wird der Ölmarkt zur Jahresmitte in ein Gleichgewicht eintreten. Und mit dem für die zweite Jahreshälfte typischen globalen Nachfrageanstieg wird dann der eigentliche Lagerabbau erfolgen, so seine optimistische Einschätzung.
So wirklich nachvollziehbar ist das Statement Al-Falihs nicht! Bei einer Nichtverlängerung des Drosselungs-Deals werden alle Exportländer, die mitgezogen hatten, sofort wieder auf Maximum Förderleistung umschalten. Und dann wäre es nichts mit dem Lagerabbau. Wir vermuten hinter der Äußerung des OPEC-Leaders eher rhetorisches Kalkül. Das Öljahr 2016 startete 'sehr bärisch' und endete 'sehr bullisch'. Und das neue Öljahr 2017 kann unter Umständen in das genaue Gegenteil umschlagen.
 
Mitte Februar:
 
Die Ölminister von Katar und Iran äußerten sich Mitte Februar deutlich anders. Wenn der Cut-Deal Ende Juni bereits ausläuft, dann würde das die bisherige OPEC-Arbeit zu Nichte machen. Die Minister schlugen vor, die Kürzungen bis Ende 2017 zu verlängern. Nur das würde den Ölmarkt in eine Unterversorgung führen, denn der Anpassungsprozess dauere länger als bei dem Novemberbeschluss abgeschätzt.

Die International Energy Agency (IEA, Paris) erwartet sogar, dass sich die globale Überproduktion an Öl von Januar bis zum Juni in eine Unterversorgung dreht. Wenn man davor ausgeht, dass die OPEC um 1,0 Mio und wichtige NON-OPEC Länder die Tagesproduktion um 0,5 Mio Barrel verringern, wonach es derzeit aussieht, dann könnte Mitte des Jahres ein Lagerabbau von 0,5 bis 0,6 Mio. B/T zu Buche stehen. "We shall wait and see" war ein Schlusskommentar.

Die Ölbranche in den USA

Ölmarkt, Ölproduktion USA

10. Februar


Einfuhrsteuer:
Die Trump Regierung löst die nächste Welle von Erstaunen bis Befürchtung aus:
So erwägt Donald Trump die Rohöleinfuhren der USA mit 20% Importsteuer zu belegen. Das würde der inländischen Ölförderungen einen kräftigen Schub verleihen, würde aber das Angebot auf dem Weltmarkt übersättigen, weil die USA als größter Ölimporteur dann weniger Öl auf dem Weltmarkt abnehmen. Die Rohölpreise der Leitsorten würden sich krass verschieben. WTI würde sich verteuern und die BRENT Notierungen würden auf ein niedrigeres Preisniveau absinken.
 
US-Stahl für die Pipelines:
Über die von Obama gestoppte Dakota Access Pipeline soll in Kürze neu entscheiden werden. Das Pipelineprojekt hat bisher rund 3,8 Milliarden Dollar gekostet, es ist allerdings zum größten Teil fertiggestellt. Mit einem 'GO'-Entscheid könnte die Pipeline vor Jahresmitte in Betrieb gehen. Trump fordert die Fertigstellung. Die größten Hürden bilden allerdings richterliche Verfügungen von Pipelinegegnern.
Auch fordert Trump für den Pipelinebau US-Stahl zu verwenden. Auch Firmen wie TransCanada sollen Pipelinerohre aus den USA verbauen. Die international aktiven US-Firmen im Öl- und Gassektor sind allerdings gegen diese Maßregel, weil das die Herstellungskosten ihrer Pipeline in die Höhe treibt.
 
Offshore/Onshore Ölforderung
Die Schieferölförderung steuert auf einen zweiten Frühling zu, während die Offshore Ölindustrie weiterhin ächst. Auf dem Festland steigt die Ölbohraktivität kräftig wieder an, der Offshore Sektor hingegen benötigt ein höheres Ölpreisniveau, um in Vollkostenrechnung lukrative Profite zu erzielen. Für die Deepwater Projekte ist die Perspektive weiterhin düster. Bei Ölpreisen unter 60 Dollar je Barrel wird vermutig fast ausschließlich in Onshore Projekte weiter investiert werden.
 
Bohrlöcher und Ölproduktion
Die EIA schätzt, dass es in den USA derzeit etwa 5.300 angebohrte aber nicht erschlossene Ölquellen gibt. Eine gewaltige Zahl. Diese warten auf das richtige Ölpreisniveau, um dann mit Tiefenförderpumpen ausgerüstet zu werden und damit in den Ölförderbetrieb zu gehen. Banken erwarten in nächster Zeit einen Schub an Investments auf diesem Sektor, um die Ölförderung in den USA hochzufahren.

Die Ölproduktion in den USA wird nach aktuellster Schätzungen des US Energieministerium (EIA) im nächsten Jahr auf den höchsten Stand seit 1970 ansteigen. Eine sehr 'bärische' Aussage. Dennoch erwartet die EIA, dass es der OPEC gelingt die Überversorgung in diesem Jahr vom Markt zu nehmen, wobei allerdings mit einer Verlängerung des Cut-Abkommens über die Jahresmitte hinaus eher nicht gerechnet wird (EIA Monatsreport).

Marktanteile verteidigen

Ölmarkt, Ölproduktion

08. Februar
 

Am globalen Ölmarkt wird sich der Kampf der Ölexportländer um die jeweiligen Marktanteile in der Zukunft intensivieren. Davon ist auszugehen. Mit dem Drosselungs-Deal der Ölförderländer hat der Wettbewerb um die Weltmarktanteile innerhalb der OPEC und gegen die Exportländer außerhalb des Ölkartells zunächst etwas abgenommen. Das dürfte sich in den kommenden Jahren aber drastisch wieder ändern.

Die technisch förderbaren Ölreserven sind weltweit so reichlich vorhanden, dass der Weltölbedarf bis 2050 zweifach abgedeckt werden kann. Technologische Weiterentwicklungen der Ölbohr- und Ölfördertechniken werden diese Zahl in den kommenden Jahren vermutlich noch weiter erhöhen. Die Ölnachfrage dürfte in 2020 bis 2035 jährlich um rund +0,7% weiter anwachsen. Das technologisch förderbare Erdöl wird am Ende wohl nicht benötigt und nicht aufgebraucht werden. Diese Erkenntnis setzt die Exportländer unter Druck. Kein Land will letztlich auf seinem noch wertvollen Öl sitzen bleiben. Der Exportwettbewerb der Ölförderländer wird sich also frühzeitig intensivieren. Übereinkünfte über abgestimmte Produktionskürzungen werden sich mit den Jahren immer schwerer durchsetzen lassen.

Der iranische Ölminister Zanganeh hat sich für eine Fortführung der OPEC Cut-Quoten über das erste Halbjahr 2017 hinaus ausgesprochen. Auch der Ölminister Venezuelas vertritt diesen Standpunkt. Die Mehrzahl der OPEC-Länder sei mit Ölpreisen von 60 Dollar/Barrel soweit recht zufrieden, hieß es. Im Rahmen des Cut-Deals der OPEC wurde dem Iran eingeräumt, bis seine Ölförderung bis auf 3,9 Mio. B/T weiter zu steigern. Und Venezuela schafft seine Förderleistung aus strukturellen Gründen nunmal nicht. Deshalb ist es naheliegend, dass diese beiden Länder eine Quotenverlängerung befürworten.

Ölbohraktivitäten in den USA

 
'Baker Huges' stellt wöchentlich die Anzahl der aktiven Bohranlagen fest.

Dieser 'US Oil Rig Count' ist ein vielbeachteter Frühindikator für die Entwicklung der zukünftigen Ölfördermengen in den USA.

US Oil Rig Count
US Oil Rig Count laut 'Baker Huges' - [Klick for Zoom]

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