Infos Ölweltmarkt
Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in ROTTERDAM bestimmt maßgeblich die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa. Diese Spotmarkt-Preise stehen dabei in Relation zu den Oil Future Notierungen an den Rohölbörsen in LONDON und NEW YORK.
Rohölpreise sind Börsenpreise und stündlichen Veränderungen unterlegen. Die Kursnotierungen werden stark durch spekulative Optionskäufe bestimmt. Außerdem reagieren sie äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbesondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer, wie USA oder China betreffen.
Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Rohölpreis auch die zurückliegende Preisentwicklung auf dem Weltmarkt. Die Preiskurven geben den errechneten Mittelpreis für ein Sortenmix von Nordseeöl, arabischem Rohöl und einer US-Leitsorte wieder. Für die Korrektheit der Zahlen und die Verlässlichkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.
Rechts im Chart kann eine Mittelpreislinie für einen bestimmten Zeitraum errechnet und eingeblendet werden. Dabei ist dann der rote Chartbereich der zur Bezuglinie teurere Preisbereich und der Grünbereich der billigere.
18.05.2013
Zum Pfingstwochenende Rohölwerte um weiteren Dollar geklettert. €urokurs tief.
Heizöl um +0,5 ct/l verteuert auf 84,70 ct/l.
Positivere Konjunkturerwartungen für die USA ließen die Rohölnotierungen an der Warenterminbörsen im Freitagsverlauf um etwa einen Dollar klettern. Die Leitsorte BRENT schloss auf 104,6 $/b und die US-Hauptsorte WTI erreichte 96,0 $/b. Der Sortenpreisabstand verringerte sich mittlerweile auf achteinhalb Dollar/Barrel.
An den Finanzmärkte konnte der US-Dollar gegen den €urokurs weiter zulegen. Damit steht der €uro in seinem sieben Wochen Tief.
Zudem ist das Ölpreisniveau im Mai, entgegen einigen bearish wirkenden Faktoren, stark geopolitisch beeinflusst. Während am Mittwoch noch die Nachricht über das neuerliche Scheitern der Verhandlungen im Atomstreit mit dem Iran für weitere Risikoaufschläge sorgte, wird jetzt vermehrt von der Furcht einer Ausweitung des Syrien-Konflikts gesprochen. Russland lieferte Schiffabwehrraketen an Damaskus.
Nach Angaben der IEA geht in 2013 der Ölverbrauch in den europäischen Ländern, die Mitglied der OECD sind, um 2,4% auf 13,4 Mio. Barrel/Tag zurück.
Gewaltiges Ölschiefervorkommen vor Neuseelands Ostküste bestätigt. Neuseeland wird in 2020 ein Ölexportland werden.
Preissituation beim Heizöl
Entgegen dem überlagernden Down-Trend sind die Heizölpeise auf Freitag und zum Pfingstwochenende um zusammen gut 1 ct/l gestiegen. Die aktuellen Lieferpreise liegen nur noch minimal unterhalb dem 1000-Tage Durchschnittspreis (Funktion rechts im Chart).
Daten vom US-Ölmarkt
Das DOE wies für den US-Ölmarkt einen Lagerzuwachs von in Summe +4,3 Mio. Barrel gegen Vorwoche aus.
OPEC-Basketpreis, Dollarkurs, Gasöl
. OPEC-Basket: 100,9 $/b (Vortag 99,7 $/b)
. Kurs US-Dollar: 1,283 $/1€ ; 0,780 €/1$ Chart
. Gasöl (Vorprodukt): 684 €/t (Vortag 674 €/t)
Wegen der gestiegenen Ölnachfrage aus dem asiatischen Raum sind die arabischen OPEC-Länder dabei deren Ölexportmengen zu steigern. Die nächste OPEC-Ölministerkonferenz ist Ende Mai in Wien. Mit Rohölpreisen unter 100 $/b baut sich für die OPEC Handlungsdruck auf, da mehrere Ölförderländer dieses Preisniveau für deren Gewinnerzielung benötigen.
Weltwirtschaft, Finanzmärkte
In den USA macht sich zunehmend Konjunkturoptimismus breit. Das Verbrauchervertrauen ist auf 83,7 Punkte geklettert, was den höchsten Wert seit 2007 darstellt. Auch haben sich der US-Immobilienmarkt und der Arbeitsmarkt haben weiter positiv entwickelt. Auf der anderen Seite wurde der Philly Fed Index niedriger als in der Vorwoche gemeldet, zudem ist die Industrieproduktion im April um 0,5 % gesunken.
Rezession sorgt im €uroraum für gedämpfte Stimmung. Die BIP-Werte wurden schwach gemeldet.
Ungeachtet dessen haben sich die Aktienindizes liquiditätsgetrieben auf neue Rekordmarken hochgeschraubt, dank der expansiven Geldpolitik der Notenbanken.
Japans Wirtschaft konnte aufgrund der massiven Konjunkturspritzen recht deutlich wachsen; so stieg das BIP um +3,5%.
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