Ölpreise aktuell
Entwicklung der Ölpreise.
Aktuelle Marktthemen und Preis-Trend.
Diagramm für die Rohölpreise der letzten Jahre:
- Diese Ölpreis-Seite liefert täglich die aktuellen News zum Ölmarkt und zur Preisentwicklung von Rohöl und Gasöl.✅ Rohölpreise sind Börsenpreise und verändern sich stündlich!✅ Die Ölnotierungen werden stark durch spekulative Optionskäufe und durch Absicherungsgeschäfte (Hedging mit Future-Kontrakten) bestimmt.✅ Außerdem reagieren die Ölpreise äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbesondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer, wie die USA oder China betreffen.✅
- Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotterdam bestimmt maßgeblich die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa. Diese Spotmarktpreise stehen dabei in Relation zu den Crude Oil Future Notierungen an den Warenterminbörsen, mit den Leitbörsen in SINGAPUR, LONDON und NEW YORK. Mit Abstand größter und umsatzstärkster Ölmarkt sind die USA. Zudem haben die USA die stärkste Ölindustrie, mit weltweit agierenden Ölfirmen. Die US Lagerzahlen und die dortigen Ölmarkt-News haben globalen Preiseinfluss.✅
- Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Ölpreis auch die zurückliegende Preisentwicklung auf dem Ölweltmarkt. Die Preiskurven geben den errechneten Mittelpreis für einen Sortenmix von Nordseeöl BRENT, der US Leitsorte WTI und dem Mittelpreis für Rohöl der Golfstaaten wieder. Zudem sind die Spotmarktpreise mit berücksichtigt, allerdings mit geringerer Gewichtung.✅
Obiges Diagramm zeigt den Mittelpreis der Rohöl-Leitsorten.
Ölpreise: Ölmarktsituation Donnerstag, 11. Juni
- Rohöl und Gasöl mit Richtungsdreh nach oben.
- DOE-Zahlen neunte Woche in Folge 'bullisch'.
- Fragile Situation. Chaotische Meldungslage.
- Iran spricht nach 2. Angriffswelle der USA von Hormus-Vollsperrung.
- USA teilt mit, dass mehr Schiffe Hormus durchfahren.
Situation am Ölmarkt – News
An den Ölbörsen ist es Mitte der Woche zu einer Umkehr der Preisrichtung gekommen. Über die jüngsten Entwicklungen im Iran-Konflikt gibt es unterschiedliche Meldungen. Teheran spricht nach einer zweiten Angriffswelle der USA auf mehrere militärische Ziele im Iran nun von einer "Vollsperrung der Straße von Hormus". Washington dementiert das und sagt, dass zuletzt etwa einhundert Schiffe die Meerenge passiert haben, was Schiffstrackingdaten angeblich bestätigen. Dem widersprechend teilte die iranische Militärführung mit, die Streitkräfte des Iran hätten die Straße von Hormus aufgrund der "veränderten Sicherheitslage", die sich durch die neuen US-Angriffe ergeben hat, mit sofortiger Wirkung vollständig gesperrt.
Die Marktteilnehmer haben diese Meldungen, wie auch die Frage ob sich eine Verhandlungslösung tatsächlich anbahnt, irgendwie zu bewerten. Auf Donnerstag war die Preisreaktion aufwärts gerichtet. Die Rohölleitsorte Brent ist dabei um +2,5% und Gasölkontrakte sogar um +4,0% geklettert. Inzwischen hat Trump weitere US-Militäraktionen für Donnerstagnacht angekündigt und droht zudem mit Vorgehen gegen den iranischen Ölsektor.
| Die Ölnotierungen am Donnerstagmorgen | |
| Brent Rohöl | 93,7 $/bbl (+2,5) |
| WTI Crude Oil | 90,8 $/bbl (+2,9) |
| Opec-Basket (Vortag) | 97,2 $/bbl (-1,7) |
| Gasöl (dollarbereinigt) | 924 €/Tonne (+36) |
Die Sorgen hinsichtlich der Ölknappheiten haben ein wenig abgenommen, da die globalen Lagerbestände in den Industrieländern offenbar doch noch eine Weile hinreichen.
Kanada hat den Ausbau seiner Trans-Mountain-Pipeline, die von den Ölproduktionsstätten in Alberta (Ölsände) zu den Pazifikhäfen in Britisch Columbia führt, abgeschlossen. Die Pipeline kann damit 890.000 Barrel am Tag transportieren.
Der neue Monatsreport der EIA ist für das zweite Halbjahr zwar 'bullisch', für 2027 aber 'bärisch' ausgefallen. Die Unterversorgung des Ölweltmarktes wird von der EIA inzwischen als größer angenommen, aber man erwartet in 2027 dann eine schnellere Bestandserholung mit Rückkehr zum Normalzustand. Ein Angebotswachstum von +10,3 Mio. B/T in 2027 soll aus der Unterversorgung von 4 Mio. B/T im laufenden Jahr dann eine Überversorgung von 4 Mio. B/T machen, was die leeren Lager zügig wieder füllen dürfte. Die Prognose basiert allerdings darauf, dass die Tankerpassagen durch die Straße von Hormus in 2027 wieder normales Niveau erreichen.
US-Ölmarkt
Die neuen DOE-Zahlen der KW 23 in Millionen Barrel:
(Bestandsveränderungen in den USA zur Vorwoche)
• Rohöl -7,2
• SPR-Bestände -7,9
• Heizöl/Diesel -0,2
• Benzin +0,2
Die offiziellen US-Ölmarktdaten vom DOE zeigen wie in den Vorwochen starke Abbauten der Rohöllager. Der Report ist die neunte Woche in Folge 'bullisch' zu werten. Die Rohölproduktion in den USA hat sich um 92.000 auf 13,8 Mio. Barrel/Tag erhöht, während die US-Raffinerien mit hoher Durchsatzleistung von hohen 95,3% der Kapazitäten arbeiteten.
Eine Hitzewelle mit bis zu 30 °C hat den gesamten Süden der USA überzogen.
Wirtschaft und Finanzmärkte
- Kurs US-Dollar: (Chart EUR/USD)
• 1,154 $ = 1 EUR | 0,866 € = 1 USD - USA Preisentwicklung (12 Monate):
• Verbraucherpreise +4,2% (Vormonat +3,8%)
• Kern-Verbr.preise +2,9% (Vormonat +2,8%)
Gasoelpreise
- Gasöl ist ein an der Börse gehandeltes Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Gasöl bestimmt in hohem Maße die Preisentwicklung beim Heizöl und ist damit ein wichtiger Preispfeiler.
- Gasöl ist ein Mitteldestillat bei den Raffinerieprozessen und wird an den Warenterminbörsen gehandelt. Die Leitbörsen sind die IPE (London) und die NYMEX (New York). Mit der Verfügbarkeit der stündlichen Kontraktnotierungen ist Gasöl ein wichtiger Preisindikator für die Mineralölbranche.
Gasöl Tagespreis / Preisentwicklung
Das obige Diagramm stellt den jährlichen Verlauf der Gasölnotierungen dar. An den Ölbörsen werden die Gasoil Future Kontrakte in Dollar notiert. Das Tecson-Chart für Gasöl ist per 'Tab' im Währungsbezug umschaltbar zwischen US-Dollar und €uro und bezieht sich auf den gehandelten Preis für 1 Tonne Gasöl des aktuellen Frontmonats. Der Tab 'Gasöl in EUR' ist die wichtigste preisvorgebende Notierung für die tagesaktuelle Preisentwicklung beim Heizöl in Deutschland bzw. der Eurozone. Die Heizölhändler orientieren sich bei ihrer täglichen Preisfindung stark am morgendlichen Gasölpreis.
Angebotsausfälle kumulieren sich
- Im März mehr sind die weltweiten Ölbestände um fast 130 Millionen Barrel gesunken. Im April brachen sie dann um weitere 115 Millionen Barrel ein. Das ist der schnellste Lagerabbau den die IEA für die letzten 50 Jahre festgestellt hat. Und der Monat Mai dürfte für weiteres Stauen sorgen: Bei einer Abbaurate von fast 8,7 Millionen Barrel pro Tag können ein Minus von rund 260 Millionen Barrel herauskommen.
- Die kumulierten Angebotsausfälle seitens der Golfproduzenten haben mittlerweile die Marke von einer Milliarde Barrel überschritten. wobei nach wie vor 12 - 15 Millionen Barrel pro Tag ausfallen. Keine strategische Ölreserve (SPR) auf der Welt wird uns vor dem bewahren können, was da auf uns zurollt.
- Selbst mit der vertraglichen Schließung eines Waffenstillstandsabkommens USA/Iran (vorausgesetzt, ein solches käme tatsächlich wundersam noch zustande) materialisiert sich wie durch ein Wunder) wird das Ölangebot noch lange Zeit zurückhängen. Derweil werden die Schäden an den Ölförderlöchern - verursacht durch monatelange erzwungene Stilllegungen - noch viel Zeit und Auswand benötigen, um die Förderung wieder hochzufahren auf ursprüngliche Mengen.
Wiederherstellung der Ölproduktion der Golfstaaten
Bekanntlich produzieren die Ölexportländer am Persischen Golf derzeit nur in eingeschränktem Umfang ihre Ölmengen. Die Blockade der Straße von Hormus zwingt dazu. Zudem wurden in mehreren Ländern Ölförderanlagen, Raffinerien und Ölhäfen vom Iran mit Raketen und Drohnen angegriffen und beschädigt.
Beispielsweise wurden in Katar, dem weltgrößten LNG-Lieferanten, die Produktionsanlagen in schwerer Weise getroffen. Die Reparatur der Schäden wird nicht Monate sondern Jahre benötigen. Dagegen teilte 'Vitol Bahrain' mit, dass die Raffinerien am Golf ihre Auslastung innerhalb von 40 bis 60 Tagen auf etwa 90 bis 95 % ihrer Kapazität wieder hochfahren könnten.
Auf der anderen Seite könnte das OPEC-Mitglied Kuwait seine Ölproduktion bei Öffnung der Straße von Hormus binnen acht Wochen wieder hochfahren auf 70% der ursprünglichen Mengen, so die Aussage der Kuwait Petroleum Company (KPC). Die verbleibenden 30% bräuchten etwas länger.
Welche Länder haben den größten Ölverbrauch:
Die zwanzig Länder mit dem größten Ölbedarf verbrauchen 80% des global produzierten Öls. In 2024 stieg die Menge noch mal relativ moderat um +0,7%, trotz des verlangsamten Wachstums und der Zunahme grüner Energiequellen. Öl bleibt weltweit die wichtigste Energiequelle.
| # | Land | Barrel/Tag | Anteil Weltverbrauch |
| 1 | USA | 19,0 Mio. | 18,7 % |
| 2 | China | 16,4 Mio. | 16,1 % |
| 3 | Indien | 5,6 Mio. | 5,5 % |
| 4 | Saudi-Arab. | 4,0 Mio. | 3,9 % |
| 5 | Russland | 3,8 Mio. | 3,8 % |
| 6 | Japan | 3,2 Mio. | 3,2 % |
| 7 | Südkorea | 2,9 Mio. | 2,9 % |
| 8 | Brasilien | 2,6 Mio. | 2,5 % |
| 9 | Kanada | 2,3 Mio. | 2,3 % |
| 10 | Deutschland | 2,1 Mio. | 2,0% |
Ölverbrauch 2024 in Mio. Barrel/Tag, laut Energy Institute
Obige 10 Länder verbrauchen 61% des jährlich produzierten Öls. Dabei verzeichnet Indien den stärksten Bedarfsanstieg. Aufgrund seiner zunehmenden Wirtschaftskraft wird auf Indien mindestens in den nächsten 5 Jahren der größte Ölnachfragezuwachs entfallen.
