Entwicklung der Erdölpreise

Die Ölpreisentwicklung im Rückblick:

Langzeit Chart der Ölpreise auf dem Weltmarkt
Entwicklung der Erdölpreise / Rohölpreise im Jahresmittel
  • Die markierten Stützpunkte des Kurvenverlaufs sind der für jedes einzelne Jahr gemittelte Jahresdurchschnittspreis für Rohöl auf dem Weltmarkt. Als Datenbasis wurde das von der IEA (International Energy Agency), von der EIA (Energy Information Administration) und von der OPEC veröffentlichte Zahlenmaterial herangezogen.
     
  • Ab dem Jahr 1975 sind die Rotterdamer Spotmarkt-Preise für Nordseeöl (North Sea Brent Crude) mit besonderer Gewichtung eingerechnet. Seit den 80er Jahren ist neben der US-Sorte WTI die Rohölsorte BRENT die Leit- und Referenzsorte für die Rohölpreise auf Weltmarkt.
     
  • In den Jahren 2010 bis 2014 wurde in den USA die Schieferöl-Fördertechnologie erfolgreich weiterentwickelt. Das führte zu einem neuen Öl-Boom in USA und zu einer Sättigung des US-Ölmarktes. Dadurch standen auch die Notierungen der US-Hauptsorte WTI stärker unter Preisdruck, sodass sich über viele Jahre ein Preisabstand von 5 bis 10 Dollar zu BRENT einstellte.
     
  • Die OPEC hatte trotz der Überversorgung des Ölmarktes auf ihrer Konferenz im November 2014 keinen Förder-Cut beschlossen. Dadurch wurde unter Führung von Saudi-Arabien ein Verdrängungskampf eingeläutet. Die Ölpreise fielen von 100 auf unter 30 Dollar je Barrel zurück. Die Ölbohr- und Ölförderfirmen in den USA gerieten dadurch in starke Probleme und stoppen sehr viele neue Ölbohrvorhaben. Genauso litten aber auch alle anderen Ölförderländer unter dem ruinösen Preisdruck, selbst die meisten OPEC-Länder. Dennoch hielt die OPEC-Führung an dieser Überversorgung- und Preiskampfpolitik unbeirrt weiter fest.
     
  • 2015 war als ein extrem billiges Öljahr zu verbuchen. Der Jahresdurchschnittspreis stürzte ab auf 52,30 UDS/bbl. Einen solch starken Preisrückfall binnen eines Jahres hat es niemals zuvor gegeben, siehe obiges Chart. Am Jahresende kostete das Fass Rohöl vielfach nur noch 35 Dollar, das niedrigste Preisniveau seit 10 Jahren.
     
  • Gleich im Januar 2016 gab es einen weiteren Rückfall der Ölpreise. Dabei wurden neue 12-jährige Tiefstpreise markiert. BRENT und WTI sanken unter 30 Dollar/Barrel ab, also auf das Preisniveau von 2004. Zudem wurde das Ölembargo gegen den Iran aufgehoben. Auch haben die USA Ende 2015 ihr Ölexportverbot aufgehoben. Dadurch ist WTI-Rohöl auf dem Weltmarkt wieder kaufbar und lieferbar, was WTI gegen BRENT aufwertet.

    Die Überversorgung des Weltmarktes betrug zu Jahresbeginn 1,7 Millionen Barrel/Tag. Die Weltölnachfrage sollte laut EIA-Prognose um 1,5 Mio. Barrel anwachsen, sodass sich das Überangebot im Laufe von 2016 erheblich reduziert. Das heißt aber auch, dass die Rohöllager mittelfristig berstend voll bleiben. In den Monaten März bis Mai zogen die Ölnotierungen allerdings überraschend kräftig an und verteuerten das Ölpreisniveau um 30% auf 45 - 50 Dollar/Barrel. Unterstützt von den Waldbränden in Kanada sah sich der Ölmarkt im Mai völlig unerwartet mit starken Produktionsausfällen in gleich mehreren Ölexportländern konfrontiert. Dieses ließ die Rohölnotierungen Kurs auf die 50-Dollar-Marke nehmen.

    Auf der OPEC-Konferenz nahm 2. Juni kam keine Kursänderung zustande. Die Positionen lagen dabei weit auseinander. In den Pressemeldungen hieß es, dass die OPEC für den Ölmarkt einen weiteren Rückgang der Überversorgung erwartet, da sich die Weltölnachfrage offensichtlich solide entwickelt.

    Ende Juni entschlossen sich die Briten mit knapper Mehrheit zum BREXIT. Nach einem kurzen Einbruch der Börsen fing sich die Preissituation Anfang Juli kurzzeitig wieder. Im Juli drehte dann die Marktstimmung und die Ölpreise rutschten um 11% auf unter 42 USD/B abwärts. Im August initiierte die OPEC eine neue Diskussion über mögliche Förderbegrenzungen, was die Ölpreise unterstützte.

Globaler Ölverbrauch:

Weltölverbrauch
Weltweite Ölnachfrage 2013 - 2016

Ölförderung vs Weltölbedarf:

Ölproduktion vs Weltölverbrauch
Weltweite Ölnachfrage 2013 - 2016, 2017

Historie / Jährliche Ölpreisentwicklung:

2016

Mit Jahresbeginn 2016 rutschten die Rohölwerte von 37 Dollar auf unter 30 Dollar je Barrel weiter ab. Mitte Januar bestätigte man dem Iran seine Einhaltung des Atom-Deals, sodass nach langen Embargojahren das iranische Öl wieder verstärkt auf den Weltmarkt kommt. Teheran hat entsprechend alle Maßnahmen ergriffen, um die Exportmengen zügig zu steigern. Dadurch wird sich die bestehende Überversorgung des Ölweltmarktes deutlich langsamer reduzieren, wird sich aber klar auf unter eine Million Barrel/T verringern. Die Weltkonjunktur zeigte sich im ersten Halbjahr gedämpft. Vor allem hat Wirtschaftskraft Chinas aus großem Gang zurückgeschaltet.

In den Monaten Februar bis April rangen die Ölförderländer um ein Einfrieren der Ölfördermengen auf Januarniveau. Zwar war Russland ein großer Fürsprecher für einen solchen 'Freeze Deal', aber Saudi-Arabien blockierte und wollte den Preisdruck aufrechterhalten, um die US-Firmen weiter aus dem Markt herauszudrücken. Im April scheiterte dann das in Doha angesetzte 'Freeze'-Meeting am Veto Saudi-Arabiens. Überraschenderweise reagierten die Ölnotierungen nicht 'bärisch' darauf. Vielmehr setzten die Ölpreise zu einem nachhaltigen Preisanstieg an. Viele Marktanalysten sahen diesen schnellen Preiswiederanstieg als verfrüht an, da sehr viel Spekulation mit im Spiel war. In diesen Wochen verhielten sich die Ölpreise nicht rational!

Im Mai drehte das Blatt dann unerwartet. Gleich mehrere wichtige Ölförderländer wie Nigeria, Irak, Venezuela, Kanada und Libyen meldeten Produktionsausfälle. Damit war die Überproduktion binnen kürzester Zeit vom Tisch genommen und die Rohölnotierungen testeten kurzzeitig das Preislevel oberhalb von 50 Dollar je Barrel.

Auf der Juni-Konferenz der OPEC wurde kein Richtungswechsel eingeleitet. Ein von mehreren OPEC-Ländern geforderter Förderbegrenzungsbeschluss kam nicht zustande. Vielmehr erwartete man eine höhere Ölnachfrage in den Sommermonaten und sah die Ölpreise sich in die richtige Richtung bewegend. Manche Analysten werten den OPEC-Nichtbeschluss allerdings 'bärisch' und hielten, anders als die OPEC, einen neuerlichen Ölpreisrückfall für nicht unwahrscheinlich.

BREXIT: Per Referendum haben sich die Briten mit knapper Mehrheit zum Austritt aus der EU entschlossen. Eine Protestwahl, über dessen Ausgang die EU, aber auch sehr viele Briten sich maßlos enttäuscht zeigen. Im Nachgang gewannen die Sorgen hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft Großbritanniens die Oberhand.

Im Juni hat in den USA die Anzahl der aktiven Ölbohrlagen wieder zugenommen. Laut 'Baker Huges' durchschritt der Wert im Mai mit 318 Ölbohranlagen sein historisches Minimum. Im Julimonat kam es zu einem straken Preisabgang, der von 50 auf 41 Dollar/Barrel zurückführte. Die US-Ölförderer sicherten sich gegen diesen Preisrückgang mit über Hedging der Future Kontrakte ab, dass heißt, das in den kommenden 12 Monaten zu fördernde Öl ist bereits über Kontrakte an den Ölbörsen verkauft, wodurch deren Einnahmen abgesichert sind.

In der zweiten Augustwoche überraschte die IEA (Paris) mit der Prognose, dass die Überversorgung auf dem Ölmarkt sich im dritten Quartal unter Umständen ausgeglichen zeigen könnte, bevor die Weltölverbrauch zum Jahresende dann wieder etwas zurückgeht.

Für die nächsten 6 -12 Monate prognostizieren wir eine wellenartige 'Swing' Bewegung der Erdölpreise zwischen 37 und 47 Dollar/Barrel. 

2015

Das Jahr 2015 ist als ein außergewöhnliches Öljahr zu bezeichnen. Gleich der Januar startete mit den niedrigsten Barrel-Preisen seit 2009. Mit dem Fracking und Schieferöl Boom wurden in den USA wieder Ölmengen wie Ende der Siebziger Jahre gefördert. Aufgrund dieser Entwicklung ist die OPEC unter Führung von Saudi-Arabien in einen Ölpreiskampf eingetreten, um hauptsächlich die Ölindustrie in den USA in der Steigerung der Fördermengen einzubremsen. Die tief abgesunkenen Rohölpreise zeigten dann auch Wirkung, denn die Anzahl der aktiven Ölbohrtürme in den USA war im ersten Halbjahr 2015 steil rückläufig, nachdem die Zahl in den beiden Vorjahren extrem hochgeschnellt war. Stichworte: 'Bakken' und 'North Dakota'. Und der Rückgang der Ölbohrtürme hält weiter an. Dennoch konnten die USA die Tagesfördermengen auf dem hohen Level halten. Jüngste technologische Verbesserungen haben die Ölförderkosten verringert, aber bei Ölpreisen unter 50 Dollar/Barrel sind die Profite kritisch dünn.

Bei der Leitsorte BRENT kletterten die Rohölnotierungen von unter 50 USD/B im Januar dann im Februar wieder auf rund 65 USD/B. Dies wurde sehr begünstigt durch die extrem lockere Geldpolitik fast aller wichtigen Industrieländer. Das freie Kapital suchte gewinnbringende Anlagemöglichkeiten, wodurch die Aktienkurse auf Rekordhöhen schnellten und auch die Rohöl-Future-Kontrakte zunächst wieder um 20 Prozent kletterten. Von Monat Mai an gerieten die Rohölwerte zunehmend unter Druck, weil sich zeigte, dass die Überversorgung des Ölweltmarktes unverändert anhält. Besonders in den USA sind die Öllager randvoll. In den US-Rohöllagern bunkern 28 Prozent mehr Öl als vor einem Jahr.

Im Juli kam es im Atomkonflikt mit dem Iran zum erfolgreichen Verhandlungsabschluss, so dass Anfang 2016 die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden. Das iranische Öl wird dann den Weltölmarkt zusätzlich sättigen, während Saudi-Arabien, der Irak und Russland ihre Ölfördermengen auf Rekordwerte steigerten bzw. halten. Auch die Konjunkturprobleme Chinas standen in den Sommermonate im Vordergrund und führten im August zu einem Preissturz bei den Aktien- und Rohstoffwerten.

In 2015 war der Ölmarkt mit im Mittel rund 1,7 Mio. Barrel täglich überversorgt. Die OPEC-Führung hielt und hält unbeirrt an der losgetretenen Preiskampfpolitik fest, auch wenn OPEC-intern inzwischen starke Kritik besteht. Für alle Ölexportländer sind die Öleinnahmen massiv eingebrochen. Auf der Quotenkonferenz der OPEC im Dezember zeigte sich das Ölkartell zerstritten und nicht zu einem Quotenänderungsbeschluss fähig. Das gab den Ölnotierungen nochmals einen kräftigen Preisimpuls nach unten. In der Folge wurden im Dezember die tiefsten Ölpreise seit elf Jahren (2004) markiert. Im Jahresschluss wurde Rohöl bei 36,5 USD/B und teils darunter gehandelt. Das dürfte wiederum positiven Einfluss auf die Weltkonjunktur im kommenden Jahr haben.

2014

Das Öljahr 2014 startete gemäßigt. Der Ölförderboom in den USA sorgte für eine gute Angebotslage auf dem Weltmarkt. Konjunkturell war ein gutes Wirtschaftsjahr für die USA. Chinas Wirtschaft allerdings verzeichnete eine anhaltende Schwächephase.
 
Mit dem Ukraine-Konflikt trat im März ein gewichtiges geopolitisches Thema auf den Plan. Es drohte die Gefahr einer unkontrollierten Sanktionsspirale des Westens gegen Russland und umgekehrt. In September und Oktober entspannte sich die Krisenlage etwas. Allerdings geriet Russland zum Ende des Jahres zunehmend in Wirtschafts- und Finanzprobleme.
 
Im Juni trat im Irak die ISIS auf den Plan. Schnell eroberten die IS-Kampftruppen große Landesteile im Nordwesten des Irak und im Osten und Norden Syriens. Zum Ende des Jahres konnte der weitere Vormarsch der IS im Irak und in Syrien zurückgeschlagen werden.
 
Im Juni erreichten die Ölpreise ein Preishoch, um dann anschließend aber in einen unerwarteten, aber massiven und nachhaltigen Preisabgang zu fallen. Mit dem Ölboom in den USA war und ist der Weltölmarkt erheblich überversorgt. Die OPEC ergriff aber keine Kürzungsmaßnahmen. So rutschten die Rohölpreise in den drei Sommermonaten von 110 Dollar/Barrel steil ab auf nur noch 80 Dollar/Barrel im Oktober. Im November nahm der Preisabgang neuerlich Fahrt auf, so dass die Notierungen Ende Dezember unter 60 Dollar/Barrel fielen.

2013

Die ersten Stunden des Jahres 2013 waren in den USA recht dramatisch, denn der US-Regierung drohte die Zahlungsunfähigkeit (Fiskalklippen). Im März flammte erneut die €urokrise auf. Dieses Mal stand der kleine Inselstaat Zypern vor der Staatspleite. Das schwerlich erreichte Rettungspaket fand starke Kritik und der €uro-Wechselkurs wurde nach unten gedrückt.

Im Februar erkletterten die Rohölnotierungen ihr höchstes Preisniveau für die zurückliegenden 10 Monate, um dann in einen klaren Down-Trend zu drehen. In den Monaten April bis Juni ein Preistal ausgebildet. Als Hauptgrund dafür kann die Rohölschwemme in den USA gesehen werden. Shale Oil in Verbindung mit dem Fracking, als neue erfolgreiche Fördertechnologie, lösten in den USA einen neuen Ölboom aus. Damit gaben der Öl- und Gassektor der US-Wirtschaft entscheidende neue Wachstumsimpulse im zweiten Halbjahr.

Im Juni kam verstärkte Diskussion auf, wann die FED beginnen werde, die expansive Geldmarktpolitik zurückzufahren. Dazu kam es dann erst Ende Dezember mit erster Verringerung der Anleihekäufe. In China dagegen verlangsamte sich das übersteigerte Wirtschaftswachstum auf ein solideres aber wohl nachhaltigeres Steigerungsmaß.

Die Monate Juli und August waren gekennzeichnet von einem Preiswiederanstieg auf eine 16-monatige Hochmarke. Ab September ging es dann wieder seicht abwärts mit den Ölnotierungen.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden im August chemische Kampfstoffe eingesetzt. Obama erwog einen Militärschlag gegen Damaskus. Es wurde in letzter Minute aber beschlossen, dass Assad unter UN-Aufsicht seine gesamten Chemiewaffen vernichtet.

Im September kam es zum Haushaltsnotstand in den USA. Bedienstete wurden in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt, weil die Republikaner eine Etataufstockung über Wochen blockierten.

In September und Oktober entspannten sich geopolitischen Krisenherde. Irans neuer Präsident Ruhani zeigte sich offen und gesprächsbereit hinsichtlich des Atomkonflikts. In Ägypten drückte Militärchef Al-Sissi die Protestaufstände der Muslim-Bruderschaft gewaltsam nieder. Insgesamt beruhigte sich der Nahe Osten und Nordafrika, so dass die Risikoaufschläge auf die Rohöl-Future-Kontrakte von über 10 auf unter 5 Dollar/Barrel reduziert wurden.

In November und Dezember konnten die Rohölwerte wieder zulegen. Hier hatte die wirtschaftliche Entwicklung in der USA unterstützenden Einfluss. Dortige Arbeitslosenquote verringerte sich und die Konjunkturprognosen für 2014 wurden angehoben.

2012

Das Öljahr 2012 begann teuer und blieb teuer. In Preismittelung der Rohölsorten bestätigte das Öljahr 2012 den Preisrekord des Vorjahres.

Gegen die Atomwaffengefahr aus Teheran agierte der Westen mit Sanktionen und einem Ölembargo, so dass der Iran im Frühjahr in erhebliche Ölabsatzschwierigkeiten lief. Dennoch lenkte der Iran keinen Millimeter ein und führte die Urananreichungen konsequent fort.

Euro-Schuldenstaatenkrise und kein Ende. Das gesamte Jahr hindurch wurde insbesondere in Griechenland und Spanien um immer drastischere Einsparpakete gerungen, als Voraussetzung für weitere Stützungskredite aus dem €uro-Rettungsfond.

Chinas Wirtschaftsmotor verlor Drehzahl. Auch die aufstrebenden Schlüsselländer Brasilien und Indien erfuhren Zuwachsabkühlung. Peking ergriff zügig Maßnahmen zur Stimulation, so dass zum Jahresende dann wieder positivere Wirtschaftszahlen gemeldet wurden und der Optimismus für 2013 zurückkehrte.

In den USA setzten sich unkonventionelle Bohr- und Erdölfördertechnologien durch, das sog. Hydraulic Fracking. Damit werden gewaltige Ölschiefervorkommen zur Rohölförderung nutzbar. Laut untermauerten Prognosen werden die USA in 5 Jahren keine Rohölimporte mehr benötigen. Das ist auch der Grund, weshalb die US-Rohölsorte WTI gegenüber der Leitsorte BRENT phasenweise bis zu 20 Dollar/b niedriger gehandelt wurde. Die USA werden Russland und sogar Saudi Arabien in den Ölfördermengen überholen! Kaum zu glauben - aber so soll es kommen...

2011

Das Öljahr 2011 startete dramatisch.
Aufruhr und Revolten in der arabischen Welt. Die nordafrikanischen Völker rebellierten gegen die alt eingesessenen Dynastiesysteme. Es begann in Tunesien und anschließend in Ägypten. Mubarak wurde letztlich aus dem Amt gejagt. Der Funke sprang über auf Libyen. Gaddafi, dessen Militär ihm treu blieb, führte viele Monate Krieg gegen sein eigenes Volk.

Im März wirkte ein gewaltiges Erdbeben mit einem Jahrhundert-Tsunami auf Japans Küsten ein. Die Atommeiler in Fukushima liefen unaufhaltsam in den GAU. Zur Atomenergie gab es in einigen Ländern eine Umdenke, vor allem in Deutschland.

Die Weltwirtschaft erfreute sich guter Konjunktur, mit China und Deutschland als Wirtschaftslokomotiven. Mit dem Sommer kam trat dann massiv die EU-Schuldenstaatenkrise auf den Plan. Der Euro-Rettungsschirm und der IWF mussten Griechenland vor der Staatsinsolvenz retten. Auch Portugal, Spanien und Italien wurden im Rating heruntergestuft. In den USA musste das absolute Stastschuldenlimit ebenfalls hochgesetzt werden. Zum Herbst verstärkten sich Rezessionsängste und die globalen Aktienmärkte knickten ein. Auch der €uro schloss letztlich quasi im Jahrestief.

Der Atomkonflikt mit dem Iran, unter Sanktionsandrohungen und Säbelrasseln, wurde im Dezember starkes Thema für den Ölweltmarkt.

2010

Drei Hauptthemen beherrschten dieses Öljahr.
- Wiederankurbelung der Weltkonjunktur nach der Bankenkrise von 2008.
- China als Wirtschaftslokomotive.
- Staaten-Überschuldungskrise in der EU.
Griechenland und Irland wurden von der EU-Gemeinschaft zunächst vor der Staatspleite gerettet. Das führte in der Folge zu einer deutlichen Zurückstufung des Euro gegen den US-Dollar. Öl wurde für die EU entsprechend teurer. China glänzte als Weltwirtschaftsmacht und wurde zur Lokomotive für die Weltwirtschaft. China war bester Markt für die EU-Exporte und für die deutsche Wirtschaft. Die Rohölpreise erreichten 90 Dollar/Barrel.

2009

Die Nachwirkungen der Rezession nach der Bankenkrise waren 2009 das vorherrschende Thema am Ölmarkt. Geringe Nachfrage bei gleichzeitig stark überhöhten Lagerbeständen in den USA hielten die Ölpreise unten.
In den Frühlingsmonaten setzte sich Konjunkturoptimismus durch. Man wähnte die Konjunktur-Talsohle als erreicht und im Sommer als durchschritten. Im Herbst kletterten die Rohölpreise dann bereits wieder auf 70 Dollar pro Barrel. Aufkeimende Wirtschaftseuphorie erhielt allerdings Dämpfer. China und Indien meisterten die Krise am besten.

2008

Die Ölpreisblase platzte im Sommer '08.
Das Jahr begann mit dem beherrschenden Thema Rezessionssorgen, insbesondere für die US-Wirtschaft. Dieses führte Mitte Januar zu einem Crash der Aktienmärkte. Anleger flüchteten aus dem Dollar in das vermeintlich rezessionssichere Rohöl. Die Rekordmarke schraubte sich auf 146 Dollar/Barrel. Zur Jahresmitte kippte der Trend. Das überteuerte Öl bremste zunehmend die Weltwirtschaft ein. Es setzte ein beispielloser Down-Trend der Ölpreise ein. Mit Crashs von US-Banken im September fielen die Ölnotierungen unter die 100 Dollar Marke zurück. Auch griff die Bankenkrise auf Europa und Asien über. Weltweite Rezessionssorgen gewannen Oberhand; und die Ölpreise brachen weiter ein. Von Juli bis Dezember reduzierten sich die Rohölpreise um 73 Prozent und schlossen das Jahr bei 40 $/Barrel ab.

2007

wurde zu Jahresbeginn von Marktexperten ein durchschnittlicher Rohölpreis von 50 bis 60 Dollar pro Barrel prognostiziert. Im Jahresverlauf zeigte sich jedoch ein massiver Up-Trend. Die historische Marke von 100 US-Dollar für ein Barrel Rohöl zog die Ölnotierungen wie hypnotisiert an. Der tatsächliche Jahresdurchschnittspreis lag bei 74 Dollar/Barrel.

2006

lagen die Ölnotierungen im ersten Halbjahr weit oberhalb des OPEC-Ziels von 55 Dollar/Barrel, obwohl die OPEC-Länder weitgehend mit voller Leistung förderten. Das Ausbleiben schwerer Hurrikans und eine Beruhigung der Nahost-Lage und des Iran-Konflikts rückten die Befürchtungen von Rohölpreisen um 100 Dollar/Barrel in die weitere Ferne. Im September kippte die allgemeine Markteinschätzung. Zum Winter 2006 / 2007 stellte sich ein gemäßigteres Ölpreisniveau ein. Mit einem Cut-Beschluss blockte die OPEC dann das weitere Absinken der Ölpreise.

2005

zeigten sich die Ölpreise im ersten Halbjahr getrieben von Ölbörsen-Spekulationen. Fonds und Großinvestoren jonglierten massivst mit Ölkontrakten und pushten den Barrelpreis hinauf auf stets neue Allzeit-Höchstwerte. Lediglich im Mai kam es zu Preisschwächen. Die Zeiten billigen Öls wurden für unwiederbringlich erklärt. 50 Dollar/Barrel müssen bereits als wirklich preisgünstig angesehen werden. Auch die OPEC unterstützt dieses Preisniveau aktiv.
In August und September kamen die Hurrikans Katrina und Rita  -  mit verheerenden Folgen für New Orleans und Louisiana und die Förderplattformen im Golf von Mexiko.
In der Folge der Hurrikans wurde allerdings ein Down-Trend bis November eingeleitet.

2004

startete mit niedrigsten US-Bestandszahlen für Rohöl. Die Raffinerien fuhren an unterster Versorgungsgrenze. Voreilige Kürzungsmaßnahmen der OPEC leiteten im ersten Quartal eine nachhaltige Ölverteuerung ein. Die irakischen Öllieferungen blieben wegen fortdauernder Sabotageaktionen niedrig.
Gleichzeitig stieg der Weltölverbrauch unerwartet stark an. China entwickelte einen riesigen Öldurst. Der Ölverbrauch der USA stieg auf ein neues Rekordniveau. Fonds und Spekulanten pushten durch massive Ölkontrakt-Käufe die Rohölnotierungen im Oktober hinauf auf neue Allzeit-Höchstpreise von über 50 Dollar/Barrel. Im November setzte sich dann eine turbulente Down-Bewegung durch, so dass im Dezember ein relatives Preistief bei 40 $/Barrel erreicht wurde.

2003

war in der ersten Jahreshälfte geprägt vom Irak-Krieg. Im Vorfeld des Angriffskrieges der USA (ohne UN-Mandat) waren die Ölpreise erheblich angestiegen. Mit Kriegsbeginn fielen die Notierungen aber schnell auf Normalniveau zurück.
Im zweiten Halbjahr sanken die Öllagerbestände in den USA auf ein kritisch niedriges Level, wodurch die US-Ölpreise auf sehr hohem Niveau notierten. Für Europa schaffte der starke €uro Ausgleich und hielt die Ölpreise noch auf mittelhohem Niveau.
Die OPEC verfolgte in 2003 eine Politik des teuren Öls, so dass sich der Basket-Ölpreis im Jahresmittel auf über 28 $/Barrel errechnete.

2002

begann mit fester notierenden Ölpreisen, gestützt durch die Erwartung einer sich erholenden Weltkonjunktur. Ab März notierten die Rohölpreise wieder innerhalb der OPEC-Wunschspanne von 22 - 28 Dollar/Barrel und wurden während der Sommermonate getrieben von der Kriegsgefahr USA / Irak.
Die OPEC hielt ihre Förderquoten extrem niedrig, allerdings lagen die Ölfördermengen im Herbst um 10 bis 15 % über Soll-Quote.
Ein Ölarbeiter-Streik im OPEC-Land Venezuela ließ die Ölpreise zum Jahresende klettern.

2001

gelang es der OPEC bis zum Monat September das Preisbandziel von 22 bis 28 Dollar/Barrel sehr gut umzusetzen. Man beschloss drei Mal eine Fördermengendrosselung von zusammen 13 %, während gleichzeitig die GUS-Staaten ihre Produktion um 9 % steigerten.
Mit der sich anbahnenden rezessiven Stimmung und schließlich den verheerenden Terroranschlägen vom 11.Sept.2001 ging der Ölverbrauch spürbar zurück.
Die OPEC schob zunächst einen vierten Cut hinaus und suchte nach Cut-Unterstützung durch die freien Ölförderländer, insbesondere um nicht weitere Lieferanteile am Ölweltmarkt einzubüßen. Erst zum Jahreswechsel 2001/2002 konnte eine entsprechende Kürzungsallianz mit Russland, Norwegen und Mexiko vereinbart werden, nachdem die Rohölpreise bereits unter 17 Dollar/Barrel gesunken waren.

2000

erhöhte die OPEC 4 mal die Förderquoten und produzierte schließlich mit der Rekordmenge von 29,5 Mill. Barrel pro Tag. Die durch gute weltwirtschaftliche Konjunktur bedingte hohe Nachfrage zwang die Rohölpreise aber stets wieder in neue Aufwärtsschübe. Nachdem zeitweise sogar die 35-Dollar-Marke übersprungen wurde, erfolgte schließlich eine Einpendelung oberhalb von 30 Dollar. Erst im Dezember 2000 fielen die Notierungen schlagartig wieder steil zurück.

1999

kehrte sich die Situation gänzlich um! Die OPEC entschied sich für deutliche Förderkürzungen und führte das Preisband-System von 22 bis 28 Dollar pro Barrel ein. Die Mitgliedsländer hielten sich diszipliniert an die beschlossenen Quoten. Dadurch kletterten die Weltmarktpreise unaufhaltsam von 10 auf 25 Dollar pro Barrel Rohöl.

1998

Ölschwemme und tiefes Absinken der Ölpreise kennzeichneten das dramatische Öljahr 1998. Das OPEC-Kartell zeigte sich zerstritten. Verstärkt durch die Asienkrise bauten sich übergroße Lagerbestände an Rohöl und Mineralölprodukten auf. Ende 1998 waren die Ölpreise dann auf ein 20-Jahres-Tief eingebrochen und die Margen der Ölindustrie zusammengeschrumpft. Ein Fass Rohöl war für 10 Dollar zu haben.

 
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