Entwicklung der Erdölpreise

 
Ölpreisentwicklung auf dem Weltmarkt im Rückblick
 

Langzeit Chart der Ölpreise auf dem Weltmarkt
Entwicklung der Erdölpreise / Rohölpreise im Jahresmittel
  • Die markierten Stützpunkte des Kurvenverlaufs sind der für jedes einzelne Jahr gemittelte Jahresdurchschnittspreis für Rohöl auf dem Weltmarkt.
  • Als Datenbasis wurde das von der IEA (International Energy Agency), von der EIA (Energy Information Administration) und von der OPEC veröffentlichte Zahlenmaterial herangezogen.
  • Ab dem Jahr 1975 sind die Rotterdamer Spotmarkt-Preise für Nordseeöl (North Sea Brent Crude) mit besonderer Gewichtung eingerechnet. Seit den 80er Jahren ist neben der US-Sorte WTI die Rohölsorte BRENT die Leit- und Referenzsorte für die Rohöl-Weltmarktpreise
  • Wegen gewisser Stättigung des US-Ölmarktes, eingetreten durch in den letzten Jahren sehr erfolgreiche Ölförderung aus Ölschiefervorkommen, agiert WTI Light Crude mit rund 20 $/b niedrigeren Börsenbewertungen als BRENT. Damit notieren die WTI-Kontrakte erheblich unter dem globalen Rohöl-Mittelpreis und der Ölweltmarkt orientiert sich derzeit mehr am Preis der BRENT-Sorte.
  • Für 2012 wurde ein mittlerer Weltmarktpreis von 107 US-Dollar je Barrel errechnet. Das ist bis auf Differenzen in den Nachkommastellen der gleiche Preis wie in 2011. Nimmt man allerdings für 2012 den US-Ölmarkt heraus, so war für den Rest der Welt 2012 das teuerste Öljahr.
    In 2010 lag das Jahrespreismittel noch bei 80 Dollar/b und in 2009 bei 62 US-Dollar/Barrel. Folglich waren 2011 und 2012 die mit Abstand teuersten Öljahre in der Geschichte!

 

 
Effektiver Ölpreis in Dollar bzw. Ölpreis in Euro:
 

Effektiver Ölpreis in Dollar und in Euro:
Effektiver Ölpreis in Dollar und in Euro
  • Die rote Kurve zeigt die Entwicklung der Rohölpreise auf dem Weltmarkt in Dollar/Barrel.
    Der US-Dollar ist einzige Handelswährung an den internationalen Ölmärkten und an den Ölbörsen.
  • Die grüne Kurve zeigt die Entwicklung der Ölmarktpreise für EU-Ölkäufe. Der Wechselkurs Euro zu Dollar ist hier eingerechnet. Da der Euro höher bewertet steht als der Dollar, verläuft die grüne Kurve unterhalb der roten.
  • Der Kurvenabstand ist der jeweilige Währungsabstand zwischen $ und € Notierung.

 

Historie / Jährliche Ölpreisentwicklung:

2013

Die ersten Stunden des Jahres 2013 waren in den USA recht dramatisch, denn der US-Regierung drohte die Zahlungsunfähigkeit (Fiskalklippen). Erst am Neujahrstag konnte ein vorläufiger Kompromiss gefunden werden, der Zeitnachschlag bis Mai verschaffte.
Der Ölmarkt hingegen startete verhalten. Die Rohölpreise bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Im März flammte erneut die €urokrise auf. Dieses Mal stand der kleine Inselstaat Zypern vor der Staatspleite. Das schwerlich erreichte Rettungspaket fand starke Kritik und der Wechselkurs der EU-Gemeinschaftswährung wurde nach unten gedrückt...

Im März kam es auch zu eine ersten Rücksturz der überhöhen Rohölnotierungen. Und mit April folgte ein weitergehender Einbruch der Ölpreise. Die USA konnten deren Ölfördermengen nachhaltig und kräftig steigern, so dass der US-Ölmarkt gesättigt war. Im schwächeren Wirtschaftszahlen aus China ging es mit den Rohölpreisen steil nach unten, bis die Leitsorte BRENT Mitte April unter die 100-Dollar Marke abgerutscht war.

In der Erwartung einer sich positiver entwickelnden Weltkonjunktur dürften sich die Rohölwerte im zweiten Halbjahr sicherlich bei 100 Dollar/Barrel behaupten...

 

2012

Das Öljahr 2012 begann teuer und blieb teuer. In Preismittelung der Rohölsorten bestätigte das Öljahr 2012 den Preisrekord des Vorjahres.

Gegen die Atomwaffengefahr aus Teheran agierte der Westen mit Sanktionen und einem Ölembargo, so dass der Iran im Frühjahr in erhebliche Ölabsatzschwierigkeiten lief. Dennoch lenkte der Iran keinen Millimeter ein und führte die Urananreichungen konsequent fort.

Euro-Schuldenstaatenkrise und kein Ende. Das gesamte Jahr hindurch wurde insbesondere in Griechenland und Spanien um immer drastischere Einsparpakete gerungen, als Voraussetzung für weitere Stützungskredite aus dem €uro-Rettungsfond.

Chinas Wirtschaftsmotor verlor Drehzahl. Auch die aufstrebenden Schlüsselländer Brasilien und Indien erfuhren Zuwachsabkühlung. Peking ergriff zügig Maßnahmen zur Stimulation, so dass zum Jahresende dann wieder positivere Wirtschaftszahlen gemeldet wurden und der Optimismus für 2013 zurückkehrte.

In den USA setzten sich unkonventionelle Bohr- und Erdölfördertechnologien durch, dass sog. Hydraulic Fracking. Damit werden gewaltige Ölschiefervorkommen zur Rohölförderung nutzbar. Laut untermauerten Prognosen werden die USA in 5 Jahren keine Rohölimporte mehr benötigen. Das ist auch der Grund, weshalb die US-Rohölsorte WTI gegenüber der Leitsorte BRENT etwa 20 Dollar niedriger gehandelt wurde. Die USA werden Russland und sogar Saudi Arabien in den Ölfördermengen überholen! Kaum zu glauben - aber es wird definitiv so kommen...

2011

Das Öljahr 2011 startete dramatisch.
Aufruhr und Revolten in der arabischen Welt. Die nordafrikanischen Völker rebellierten gegen die alt eingesessenen Dynastiesysteme. Es begann in Tunesien und anschließend in Ägypten. Mubarak wurde letztlich aus dem Amt gejagt. Der Funke sprang über auf Libyen. Gaddafi, dessen Militär ihm treu blieb, führte viele Monate Krieg gegen sein eigenes Volk.

Im März wirkte ein gewaltiges Erdbeben mit einem Jahrhundert-Tsunami auf Japans Küsten ein. Die Atommeiler in Fukushima liefen unaufhaltsam in den GAU. Zur Atomenergie gab es in einigen Ländern eine Umdenke, vor allem in Deutschland.

Die Weltwirtschaft erfreute sich guter Konjunktur, mit China und Deutschland als Wirtschaftslokomotiven. Mit dem Sommer kam trat dann massiv die EU-Schuldenstaatenkrise auf den Plan. Der Euro-Rettungsschirm und der IWF mussten Griechenland vor der Staatsinsolvenz retten. Auch Portugal, Spanien und Italien wurden im Rating heruntergestuft. In den USA musste das absolute Stastschuldenlimit ebenfalls hochgesetzt werden. Zum Herbst verstärkten sich Rezessionsängste und die globalen Aktienmärkte knickten ein. Auch der €uro schloss letztlich quasi im Jahrestief.

Der Atomkonflikt mit dem Iran, unter Sanktionsandrohungen und Säbelrasseln, wurde im Dezember starkes Thema für den Ölweltmarkt.

2010

Drei Hauptthemen beherrschten dieses Öljahr.
- Wiederankurbelung der Weltkonjunktur nach der Bankenkrise von 2008.
- China als Wirtschaftslokomotive.
- Staaten-Überschuldungskrise in der EU.
Griechenland und Irland wurden von der EU-Gemeinschaft zunächst vor der Staatspleite gerettet. Das führte in der Folge zu einer deutlichen Zurückstufung des Euro gegen den US-Dollar. Öl wurde für die EU entsprechend teurer. China glänzte als Weltwirtschaftsmacht und wurde zur Lokomotive für die Weltwirtschaft. China war bester Markt für die EU-Exporte und für die deutsche Wirtschaft. Die Rohölpreise erreichten 90 Dollar/Barrel.

2009

Die Nachwirkungen der Rezession nach der Bankenkrise waren 2009 das vorherrschende Thema am Ölmarkt. Geringe Nachfrage bei gleichzeitig stark überhöhten Lagerbeständen in den USA hielten die Ölpreise unten.
In den Frühlingsmonaten setzte sich Konjunkturoptimismus durch. Man wähnte die Konjunktur-Talsohle als erreicht und im Sommer als durchschritten. Im Herbst kletterten die Rohölpreise dann bereits wieder auf 70 Dollar pro Barrel. Aufkeimende Wirtschaftseuphorie erhielt allerdings Dämpfer. China und Indien meisterten die Krise am besten.

2008

Die Ölpreisblase platzte im Sommer '08.
Das Jahr begann mit dem beherrschenden Thema Rezessionssorgen, insbesondere für die US-Wirtschaft. Dieses führte Mitte Januar zu einem Crash der Aktienmärkte. Anleger flüchteten aus dem Dollar in das vermeintlich rezessionssichere Rohöl. Die Rekordmarke schraubte sich auf 146 Dollar/Barrel. Zur Jahresmitte kippte der Trend. Das überteuerte Öl bremste zunehmend die Weltwirtschaft ein. Es setzte ein beispielloser Down-Trend der Ölpreise ein. Mit Crashs von US-Banken im September fielen die Ölnotierungen unter die 100 Dollar Marke zurück. Auch griff die Bankenkrise auf Europa und Asien über. Weltweite Rezessionssorgen gewannen Oberhand; und die Ölpreise brachen weiter ein. Von Juli bis Dezember reduzierten sich die Rohölpreise um 73 Prozent und schlossen das Jahr bei 40 $/Barrel ab.

2007

wurde zu Jahresbeginn von Marktexperten ein durchschnittlicher Rohölpreis von 50 bis 60 Dollar pro Barrel prognostiziert. Im Jahresverlauf zeigte sich jedoch ein massiver Up-Trend. Die historische Marke von 100 US-Dollar für ein Barrel Rohöl zog die Ölnotierungen wie hypnotisiert an. Der tatsächliche Jahresdurchschnittspreis lag bei 74 Dollar/Barrel.

2006

lagen die Ölnotierungen im ersten Halbjahr weit oberhalb des OPEC-Ziels von 55 Dollar/Barrel, obwohl die OPEC-Länder weitgehend mit voller Leistung förderten. Das Ausbleiben schwerer Hurrikans und eine Beruhigung der Nahost-Lage und des Iran-Konflikts rückten die Befürchtungen von Rohölpreisen um 100 Dollar/Barrel in die weitere Ferne. Im September kippte die allgemeine Markteinschätzung. Zum Winter 2006 / 2007 stellte sich ein gemäßigteres Ölpreisniveau ein. Mit einem Cut-Beschluss blockte die OPEC dann das weitere Absinken der Ölpreise.

2005

zeigten sich die Ölpreise im ersten Halbjahr getrieben von Ölbörsen-Spekulationen. Fonds und Großinvestoren jonglierten massivst mit Ölkontrakten und pushten den Barrelpreis hinauf auf stets neue Allzeit-Höchstwerte. Lediglich im Mai kam es zu Preisschwächen. Die Zeiten billigen Öls wurden für unwiederbringlich erklärt. 50 Dollar/Barrel müssen bereits als wirklich preisgünstig angesehen werden. Auch die OPEC unterstützt dieses Preisniveau aktiv.
In August und September kamen die Hurrikans Katrina und Rita  -  mit verheerenden Folgen für New Orleans und Louisiana und die Förderplattformen im Golf von Mexiko.
In der Folge der Hurrikans wurde allerdings ein Down-Trend bis November eingeleitet.

2004

startete mit niedrigsten US-Bestandszahlen für Rohöl. Die Raffinerien fuhren an unterster Versorgungsgrenze. Voreilige Kürzungsmaßnahmen der OPEC leiteten im ersten Quartal eine nachhaltige Ölverteuerung ein. Die irakischen Öllieferungen blieben wegen fortdauernder Sabotageaktionen niedrig.
Gleichzeitig stieg der Weltölverbrauch unerwartet stark an. China entwickelte einen riesigen Öldurst. Der Ölverbrauch der USA stieg auf ein neues Rekordniveau. Fonds und Spekulanten pushten durch massive Ölkontrakt-Käufe die Rohölnotierungen im Oktober hinauf auf neue Allzeit-Höchstpreise von über 50 Dollar/Barrel. Im November setzte sich dann eine turbulente Down-Bewegung durch, so dass im Dezember ein relatives Preistief bei 40 $/Barrel erreicht wurde.

2003

war in der ersten Jahreshälfte geprägt vom Irak-Krieg. Im Vorfeld des Angriffskrieges der USA (ohne UN-Mandat) waren die Ölpreise erheblich angestiegen. Mit Kriegsbeginn fielen die Notierungen aber schnell auf Normalniveau zurück.
Im zweiten Halbjahr sanken die Öllagerbestände in den USA auf ein kritisch niedriges Level, wodurch die US-Ölpreise auf sehr hohem Niveau notierten. Für Europa schaffte der starke €uro Ausgleich und hielt die Ölpreise noch auf mittelhohem Niveau.
Die OPEC verfolgte in 2003 eine Politik des teuren Öls, so dass sich der Basket-Ölpreis im Jahresmittel auf über 28 $/Barrel errechnete.

2002

begann mit fester notierenden Ölpreisen, gestützt durch die Erwartung einer sich erholenden Weltkonjunktur. Ab März notierten die Rohölpreise wieder innerhalb der OPEC-Wunschspanne von 22 - 28 Dollar/Barrel und wurden während der Sommermonate getrieben von der Kriegsgefahr USA / Irak.
Die OPEC hielt ihre Förderquoten extrem niedrig, allerdings lagen die Ölfördermengen im Herbst um 10 bis 15 % über Soll-Quote.
Ein Ölarbeiter-Streik im OPEC-Land Venezuela ließ die Ölpreise zum Jahresende klettern.

2001

gelang es der OPEC bis zum Monat September das Preisbandziel von 22 bis 28 Dollar/Barrel sehr gut umzusetzen. Man beschloss drei Mal eine Fördermengendrosselung von zusammen 13 %, während gleichzeitig die GUS-Staaten ihre Produktion um 9 % steigerten.
Mit der sich anbahnenden rezessiven Stimmung und schließlich den verheerenden Terroranschlägen vom 11.Sept.2001 ging der Ölverbrauch spürbar zurück.
Die OPEC schob zunächst einen vierten Cut hinaus und suchte nach Cut-Unterstützung durch die freien Ölförderländer, insbesondere um nicht weitere Lieferanteile am Ölweltmarkt einzubüßen. Erst zum Jahreswechsel 2001/2002 konnte eine entsprechende Kürzungsallianz mit Russland, Norwegen und Mexiko vereinbart werden, nachdem die Rohölpreise bereits unter 17 Dollar/Barrel gesunken waren.

2000

erhöhte die OPEC 4 mal die Förderquoten und produzierte schließlich mit der Rekordmenge von 29,5 Mill. Barrel pro Tag. Die durch gute weltwirtschaftliche Konjunktur bedingte hohe Nachfrage zwang die Rohölpreise aber stets wieder in neue Aufwärtsschübe. Nachdem zeitweise sogar die 35-Dollar-Marke übersprungen wurde, erfolgte schließlich eine Einpendelung oberhalb von 30 Dollar. Erst im Dezember 2000 fielen die Notierungen schlagartig wieder steil zurück.

1999

kehrte sich die Situation gänzlich um! Die OPEC entschied sich für deutliche Förderkürzungen und führte das Preisband-System von 22 bis 28 Dollar pro Barrel ein. Die Mitgliedsländer hielten sich diszipliniert an die beschlossenen Quoten. Dadurch kletterten die Weltmarktpreise unaufhaltsam von 10 auf 25 Dollar pro Barrel Rohöl.

1998

Ölschwemme und tiefes Absinken der Ölpreise kennzeichneten das dramatische Öljahr 1998. Das OPEC-Kartell zeigte sich zerstritten. Verstärkt durch die Asienkrise bauten sich übergroße Lagerbestände an Rohöl und Mineralölprodukten auf. Ende 1998 waren die Ölpreise dann auf ein 20-Jahres-Tief eingebrochen und die Margen der Ölindustrie zusammengeschrumpft. Ein Fass Rohöl war für 10 Dollar zu haben.