Historische Ölpreise

Die Ölpreis­ent­wicklung im Rückblick:

Öljahr 2026:

  • Öl-Schwarzmarkt mit alten Großtankern als Zwischenlager auf See:
    Laut dem globalen Öltrader VITOL lagert eine gewaltige Menge an sanktioniertem Öl auf See. Rund 40 Millionen Barrel russisches Öl wurden allein in den letzten zwei Monaten in die Bäuche alter Tanker verbracht. Dort warten Sie darauf, irgendwie einen Abnehmer zu finden.
    Allerdings steckt der Schwarzmarkt für russisches und iranisches Öl in Schwierig­keiten. In 2025 war der Ölschmuggel so enorm profitabel, dass die Ölmengen ungeachtet der vielen Hinder­nisse, die Washington und Brüssel diesem Schwarz­handel in den Weg legten, weiter­flossen.
  • Im Januar waren Venezuela, der Iran und dann Grönland die geopoli­tischen Krisen­themen. Trump setzt US-Zölle als Rundum-Waffe für alles ein und gegen jeden. Alte Freunde gibt es. Gegenüber Europa gibt es einen tiefen Riss.
  • Laut der US-Bank 'Standard Chartered' zeigt sich Ende Januar am Ölmarkt eine veränderte Stimmung. Die Sorge vor einem global massiven Überan­gebot ist gegenüber geopolitischen Turbulenzen und Risiken in den Hinter­grund getreten. Deshalb hat sich Brent Rohöl binnen eines Monats von 61 auf 69,5 USD/B verteuert.
  • Aufgrund der vielfach verschärften Sanktionen des Westens gegenüber Russland, versuchen die russischen Ölfirmen Rosneft und Lukoil das Rohöl mit den höchsten jemals verzeichneten Abschlägen irgendwie an Käufer zu bringen. Die Preise für die Hauptsorte 'Urals Crude' fielen im Januar auf durch­schnittlich 37,5 Dollar/Barrel. Das ist 42% billiger als die Referenz­sorte Brent, die sich im Januar um die 64,5 USD/B bewegte. Der Druck ergibt sich vor allem aus den Sekun­där­sank­tionen der USA, wodurch sich u. a. Indien als großer Abnehmer russi­schen Öls abwenden musste. Die Kriegs­kasse Putins ist dadurch in massive und nach­haltige Knapp­heiten geraten.
     
  • Zum 1. März haben die USA und Israel gemeinsam den Iran massivst aus der Luft angegriffen. Chamenei und andere Führungs­personen wurden bei der ersten Angriffswelle getötet. Die täglichen intensiven Luftschläge wurden fortgeführt, aber Teheran wehrt sich nach Kräften mit Gegen­angriffen mittels Raketen und Drohnen auf Israel, auf Nachbarländer und vor allem auf die Ölförderstaaten am Persischen Golf.
  • Seit dem 4. März warnt Teheran vor der die Durchfahrt durch die Meerenge von Hormus. Hunderte Tanker für Öl und Flüssiggas stauen sich in beide Richtungen. Auch sind die Ölanlagen der Golfstaaten Angriffsziel der iranischen Drohnen.
  • Mit Beginn des Iran-Krieges schossen die Ölpreise dynamisch nach oben auf ein 4-Jahres Hoch, mit 120 Dollar je Barrel in der Spitze. Gasöl und LNG verteuerten sich entsprechend.
  • Am 11. März sah sich die IEA gezwungen, eine Rekord-Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den SPRs zu genehmigen und anzuraten. Man fürchtet eine Ausweitung des Krieges und eine lange anhaltende Unter­brechung der Ölströme, mit fatalen Auswir­kungen auf die Welt­wirt­schaft und das Markt­gefüge.
     

    Ölmarktpolitik der OPEC  Die OPEC mit der Zentrale in Wien

Weiter­ge­hender Ölmarkt­ausblick:

-  Die Welt scheint nicht bereit, auf Öl verzichten zu wollen  -

  • Die Internationale Energiebehörde (IEA, Paris) hatte einen noch vor 2030 eintretenden 'Oil Peak' (Ölspitzen­verbrauch) vorher­gesagt. In ihrem nächsten World Energy Outlook wird sie das ganz offen­sicht­lich zurück­nehmen müssen. Die Welt ist nicht bereit, den Ölverbrauch drastisch einzu­schränken und das Ruder konsequent herum­zureißen.
  • Entsprechend wird die Ölnachfrage auch in den 2030er Jahren jährlich weiter anstei­gen. Wobei die Angebots­basis dann wackeliger wird und zu höheren Ölpreisen führen dürfte. Goldman Sachs erwartet sogar bis 2040 eine steigende globale Ölnachfrage mit letztlich bis zu 113 Mio. Barrel/Tag. Das entspricht einem Zuwachs von noch mal fast 10 Millionen Barrel an Tagesbedarf.
     
  • Laut Studie der US-Bank 'JP Morgan' ist es möglich, dass die Ölpreis in den nächsten zwei Jahren um 50% Prozent zurückfallen. Grund­legende Markt­kräfte zeigen immer stärker in Richtung fallender Preise. Während der Nach­frage­zuwachs nachlässt steigt das Ölangebot konti­nuier­lich weiter an. Das schafft ein struktu­relles Ungleich­gewicht und belastet den Markt. Die Frage ist, welche strate­gischen und politi­schen Gegen­maß­nahmen überhaupt gegeben ergriffen werden können.
     


Öljahr 2025:

  • Rohöl-Durchschnittspreis für 2025:  67,5 Dollar/Barrel (Vorjahr 78,9 USD/B)
  • Heizöl-Durchschnittspreis für 2025:  91,6 Cent/Liter (Vorjahr 101,7 ct/l)
  • Im Jahreszeitraum 2025 sind die Ölpreise um beinahe 20% gesunken. Hauptgrund dafür war das stark gestiegene Ölangebot.
  • Für den Ölmarkt 2025 stand nahezu alles unter den Ankündigungen, Drohungen und Maß­nahmen von US-Präsident Trump. Trump will für die USA niedrigere Ölpreise und er will die US Wirtschaft schützen und stärken. Allerdings mit äußerst zweifelhaften und strittigen Maßnahmen. Alte Freunde gibt es nicht. Der neue Freund hieß Putin.
  • Die Trump-Regierung scheint Zölle als Waffe zu betrachten, die zu jedem beliebigen Zweck verwendet werden kann, schreibt Bloomberg. Ihr Einsatz für handels­fremde Ziele ist aber gefährlich und könnte das weltweite Ansehen der USA und den Status des Dollars als Basis­währung des Welthandels untergraben.
  • In ihrem Anfang Juli veröffent­lichten 'World Oil Outlook' nahm die OPEC eine pessi­misti­schere Haltung ein. In dem Report verringert die OPEC ihre Erwartung für die globale Ölnachfrage für die nächsten vier Jahre. Davon war man zuvor nicht ausgegangen.
  • Politische Unsicher­heiten, Handels­konflikte, US-Zölle und eine allgemein schwache Nachfrage in USA und China belasteten die Konjunktur und dämpften den Ölbedarf.
  • Das Ölkartell der OPEC+ erhöhte ab Mai mit monatlichen Schritten das tägliche Ölnagebot um zusammen über 2 Mio. Barrel/Tag.
  • Für die globalen Ölmärkte markieren die jüngsten Sank­tionen Wash­ingtons gegen Rosneft und Lukoil eine klare Verschie­bung weg von Über­ange­bots­ängsten hin zu Störungs­risiken. Die Frage tat sich auf, ob Russland diese Ausfälle mittles der Schattenflotte auf andere Ölabnehmer umlenken kann, oder ob der Ölmarkt physisch deutlich kürzer kommt.
  • Die weltweite Ölproduktion im zweiten Halbjahr über­deut­lich an, einerseits bei den Non-Opec Ländern, aber auch bei den OPEC+ Export­ländern. Auch die Kosten für Schiffs­­fracht­­raum kletterten.
     

Öljahr 2024:

  • Der Jahres­durch­schnittspreis für Rohöl in 2024: 78,9 US-Dollar/Barrel
    Der Jahres­durch­schnittspreis für Heizöl in 2024: 101,70 Cent/Liter
  • Nach einem Preisrücksturz Anfang Februar zogen die Ölnotierungen bis Anfang April recht kontinuierlich an. Es wurde ein neues 5-Monats Hoch erklommen. Im Mai und Juni sanken die Preise wieder. Weiterhegend dann im Juni und im September jeweils sogar auf ein 3-Jahres Tief.
  • Die OPEC und ihre Plus-Partner verfügen, wegen der begrenzenden Quotenpolitik der Gemeinschaft, derzeit über große Reserve­kapa­zitäten. Diese schätzt man auf 5,5 Mio. Barrel/T, die aktivierbar wären. Insgesamt stecken die Opec und ihre Plus-Partner in einem Dilemma. Durch die Quotenpolitik hat man erhebliche Marktanteile verloren. Die USA sind mit großem Abstand das Ölförderland Nr. 1.
  • Das ganze Jahr über blieb der Nahe Osten im Fokus der Ölbörsenhändler. Israel geriet wegen seines rücksichtslosen Vorgehens in Gaza in internationale Kritik. Im Herbst war dann der Krieg mit der Hisbollah im Libanon Thema.
  • Im weiteren Ausblick geht die IEA davon aus, dass der weltweite Ölbedarf noch bis 2029 auf ein Maximum von 105,6 Mio. Barrel am Tag zulegen wird. Die weltweiten Ölförderkapazitäten dürften aber deutlich schneller Anwachsen und bis 2030 die tägliche Ölnachfrage um "massive" acht Millionen Barrel übersteigen! Für den Zeitraum 2025 bis 2030 zeichnet die IEA ein düsteres Bild, sprich Preisdruck.
  • Der US Ölindustrie fordert den neu gewählten US Präsidenten Trump zu einem Abkehrschwenk von der Klimapolitik Joe Bidens auf. Und das wird sicherlich geschehen.
  • In den USA kündigt Donald Trump hohe Importzölle für Güter aus China, Kanada und Mexiko an. Das wird eine seiner ersten Amtshandlungen sein. Importe aus diesen Ländern sollen mit 25% Strafzoll belegt werden. Das betrifft auch die Öleinfuhren der USA. Kanada ist der wichtigste Rohöllieferant der USA mit täglich etwa 3,8 Mio. Barrel Rohöl. Mexiko ist mit täglichen 0,46 Mio. Barrel der zweitgrößte Rohöllieferant
  • Die Handlungsgemeinschaft der Opec-Plus hat am 5. Dez. beschlossen, die Wiedererhöhung des Rohölausstoßes um drei Monate weiter nach hinten zu verschieben, also auf Anfang zweites Quartals. Man würde sonst Gefahr laufen, die Ölpreise nachhaltig abwärts zu schicken.
     

 


Weltener­gie­bedarf:

Gobaler Energieverbrauch: Erdöl, Gas, Kohle, Atom, Erneuerbare

Ölförderung vs. Weltöl­ver­brauch:

Ölproduktion vs Weltölbedarf, Prognose 2024, 2025

Die obige Grafik des US Energie­mi­nis­teriums (EIA) zeigt das Verhältnis von Öl­förderung (Production) zu Ölverbrauch (Consumption). Für 2025 u. 2026 zeigt es eine Voraus­be­rechnung.

Seit Mitte 2022 bewegt sich die globale Ölfördermenge klar oberhalb von 100 Millionen Barrel am Tag. Man kann davon ausgehen, dass fast der gesamte im Öl enthaltene Kohlenstoff als CO₂ in die Erdatmos­phäre emittiert wird. Siehe dazu auch die Tecson PTL-Seite, die Alter­nativen deutlich­macht.
 

Fakten, Preisprognose, Marktanalyse

Ölmarkt, Preisentwicklung, Hintergründe

 

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