Ölpreise aktuell
Entwicklung der Ölpreise.
Aktuelle Marktthemen und Preis-Trend.
Diagramm für die Rohölpreise der letzten Jahre:
- Diese Ölpreis-Seite liefert täglich die aktuellen News zum Ölmarkt und zur Preisentwicklung von Rohöl und Gasöl.✅ Rohölpreise sind Börsenpreise und verändern sich stündlich!✅ Die Ölnotierungen werden stark durch spekulative Optionskäufe und durch Absicherungsgeschäfte (Hedging mit Future-Kontrakten) bestimmt.✅ Außerdem reagieren die Ölpreise äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbesondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer, wie die USA oder China betreffen.✅
- Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotterdam bestimmt maßgeblich die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa. Diese Spotmarktpreise stehen dabei in Relation zu den Crude Oil Future Notierungen an den Warenterminbörsen, mit den Leitbörsen in SINGAPUR, LONDON und NEW YORK. Mit Abstand größter und umsatzstärkster Ölmarkt sind die USA. Zudem haben die USA die stärkste Ölindustrie, mit weltweit agierenden Ölfirmen. Die US Lagerzahlen und die dortigen Ölmarkt-News haben globalen Preiseinfluss.✅
- Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Ölpreis auch die zurückliegende Preisentwicklung auf dem Ölweltmarkt. Die Preiskurven geben den errechneten Mittelpreis für einen Sortenmix von Nordseeöl BRENT, der US Leitsorte WTI und dem Mittelpreis für Rohöl der Golfstaaten wieder. Zudem sind die Spotmarktpreise mit berücksichtigt, allerdings mit geringerer Gewichtung.✅
Obiges Diagramm zeigt den Mittelpreis der Rohöl-Leitsorten.
Ölpreise: Ölmarktsituation Samstag, 18. April
- Im Wochenschluss Brent um 8 Dollar/B gefallen (-8,5%).
- Freitagnachmittag: Iran gibt die Hormus-Passage frei.
- Samstagmorgen: Rückzieher. Hormus doch nicht geöffnet.
- Größte Unklarheiten und Unsicherheiten.
- Samstagabend: 2 Öltanker bei versuchter Durchfahrt getroffen.
Situation am Ölmarkt – News
Die Meldung des Monats: Der Iran hat am Freitagnachmittag seine Blockade der Straße von Hormus aufgehoben. Und zwar für die Dauer der laufenden Waffenruhe., so die Mitteilung. Washington hingegen hält seine Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen bedienen, aufrecht. Die Ölpreise stürzten sogleich um 10 Dollar je Barrel talwärts. Etwa zwanzig Öltanker und Frachtschiffe trauten sich die Meerenge relativ nahe der omanischen Küste vorsichtig zu durchqueren.
Leider folgte zu Samstagmorgen dann die Meldung, dass Teheran die Öffnung der Straße von Hormus rückgängig macht. Man vollführt einen Rückzieher und verweist dabei auf die USA, die ihrerseits die Blockade des Schiffsverkehrs von/zu iranischen Häfen aufrecht hielten. Entsprechend kehren die Frachtschiffe nun vor Hormus wieder um. Möglicherweise bleibt bis auf weiteres alles beim Alten.
| Die Ölnotierungen im Wochenschluss | |
| Brent Rohöl | 90,4 $/bbl (-7,6) |
| WTI Crude Oil | 83,0 $/bbl (-9,4) |
| Opec-Basket (Vortag) | 104,8 $/bbl (+0,2) |
| Gasöl (dollarbereinigt) | 874 €/Tonne (-128) |
Am Samstagnachmittag hat der Iran zwei große Öltanker, die unter indischer Flagge fahren und mit Rohöl aus dem Irak geladen sind, beschossen und getroffen. Damit ist man bei der Lösungsannäherung zurückgeworfen auf Status von vor einer Woche. Eine Hormus-Passage bleibt für die Frachtschiffe zu gefährlich.
Was die Verhandlungen und die Positionen zwischen den USA und dem Iran angeht spricht Teherans Führung von einer erheblichen Kluft. Man sei von einer endgültigen Einigung mit den USA weit entfernt. Auf der anderen Seite erweckt US-Präsident Trump immer wieder den Eindruck, als stünde ein Abkommen mit dem Iran unmittelbar bevor. Zwar wurden wieder zwei Öltanker beschossen, doch laut Trump läuft es 'sehr gut'. Mit der Blockade der Straße von Hormus, dem größten Trumpf der Iraner, führen die Mullahs Trump quasi vor.
Ukraine: Moskau könnte sein Kriegsziel zurückschrauben
Der Kreml-Sprecher Peskov deutete vor einigen Tagen an, dass im territorialen Streit zwischen Russland und der Ukraine der Kreml gewisse Abstriche machen könnte. Es seinen weniger als 18% der Fläche der vier Provinzen im Südosten der Ukraine noch zu erobern. Damit hätten die Kampfeinheiten dann die Verwaltungsgrenzen erreicht und die Kriegshandlungen könnten enden, sagte Peskov.
US-Ölmarkt
Die wöchentlichen DOE-Zahlen der KW15 in Mio. Barrel:
(Bestandsveränderungen in den USA zur Vorwoche)
• Rohöl -0,9
• Heizöl/Diesel -3,1
• Benzin -6,3
Die offiziellen US-Ölmarktdaten vom DOE zeigen ein anderes Bild als die vom API im Vorfeld gemeldeten Zahlen, die 'bärisch' ausgefallen waren. Das DOE hingegen gibt starke Lagerrückgänge der Benzinbestände an und untermauert das mit einem Rückgang der Ölimporte und gleichzeitiger Zunahme der Ölexporte von jeweils rund 1 Mio. Barrel am Tag. Der Report dürfte die Ölnotierungen an den US Terminbörsen stützen.
Wirtschaft und Finanzmärkte
- Kurs US-Dollar: (Chart EUR/USD)
• 1,176 $ = 1 EUR | 0,850 € = 1 USD
• Der Dollar steht relativ schwach, was Ölkäufe aus der EU begünstigt. - EU Teuerungsrate (12 Monate):
• Verbraucherpreise +2,6% (Vormonat +1,9%)
• Kern-Verbr.preise +2,3% (Vormonat +2,4%) - Industrieproduktion (12 Monate):
• USA: -0,5% (Vormonat +0,7%)
• China: +5,7% (Vormonat +6,3%) - US Arbeitsmarkt, Anträge auf Arbeitslosenhilfe:
• Erstanträge 207.000 (-12.000)
• Folgeanträge 1,818 Mio. (+31.000)
Gasoelpreise
- Gasöl ist ein an der Börse gehandeltes Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Gasöl bestimmt in hohem Maße die Preisentwicklung beim Heizöl und ist damit ein wichtiger Preispfeiler.
- Gasöl ist ein Mitteldestillat bei den Raffinerieprozessen und wird an den Warenterminbörsen gehandelt. Die Leitbörsen sind die IPE (London) und die NYMEX (New York). Mit der Verfügbarkeit der stündlichen Kontraktnotierungen ist Gasöl ein wichtiger Preisindikator für die Mineralölbranche.
Gasöl Tagespreis / Preisentwicklung
Das obige Diagramm stellt den jährlichen Verlauf der Gasölnotierungen dar. An den Ölbörsen werden die Gasoil Future Kontrakte in Dollar notiert. Das Tecson-Chart für Gasöl ist per 'Tab' im Währungsbezug umschaltbar zwischen US-Dollar und €uro und bezieht sich auf den gehandelten Preis für 1 Tonne Gasöl des aktuellen Frontmonats. Der Tab 'Gasöl in EUR' ist die wichtigste preisvorgebende Notierung für die tagesaktuelle Preisentwicklung beim Heizöl in Deutschland bzw. der Eurozone. Die Heizölhändler orientieren sich bei ihrer täglichen Preisfindung stark am morgendlichen Gasölpreis.
Unterschätzt: LNG-Gigant Katar fällt lange aus!
Iranische Raketen- und Drohnenangriffe haben Katars LNG-Produktionsanlagen schwer getroffen. Die Reparatur der Schäden wird nicht Monate sondern Jahre benötigen. Damit hat die Welt diesen März ihren größten LNG-Lieferanten für lange Zeit verloren.
Da parallel die Europäer ihre Gasvorräte zu diesem Frühjahr auf tiefste Reserven heruntergefahren haben, hat man als LNG-Käufer jetzt ein äußerst massives Problem. Die Käufer können mit dem Wiederaufstocken nämlich nicht warten. Sie brauchen das LNG-Gas jetzt. Man ist in der Mengenbilanz mit ca. 140 Cargoes im Minus.
Einspringen kann einzig die USA. Die Staaten haben die Gasvorkommen, haben die Infrastruktur und haben das nötige Kapital die erforderlichen LNG-Projekte umzusetzen. Das sind die entscheidenden Punkte. Und trotz dieser Aussicht respektive Lösungsmöglichkeit werden sich die Gaspreise die nächsten Jahre auf sehr hohem Preisniveau bewegen. Wichtiger ist aber, dass das Gas dann überhaupt verfügbar ist. Die Abnehmer werden händeringend suchen.
Ausblick 2050: Energiebedarf + Energieerzeugung
Laut einer McKinsey Studie werden die 'fossilen Brennstoffe' auch in 2050 die globale Energieerzeugung dominieren. Öl, Gas und Kohle werden den weltweiten Energiemix noch auf Jahrzehnte anführen (müssen), da der Strombedarf in schnellerem Tempo steigt als die Umstellung auf erneuerbare Energien. Die Reduzierung der fossilen Brennstoffe ist aber von immenser Wichtigkeit für das Begrenzen der globalen Klimaerwärmung und Verhinderung des Umkippens.
Der weltweite Strombedarf wird vor allem aufgrund des Mehrbedarfs in der Industrie und im Gebäudesektor von 20 - 40 % bis 2050 ansteigen. Nordamerikanische Rechenzentren tragen dabei am meisten zu diesem Anstieg bei.
Die Nutzung von Erdgas zur Stromerzeugung wird voraussichtlich stark zunehmen, während die Kohlenutzung ebenfalls auf hohem Niveau verharren mag. McKinsey geht davon aus, dass fossile Brennstoffe im Jahr 2050 etwa 41 - 55 % des weltweiten Energieverbrauchs ausmachen werden. Das ist zwar weniger als die heutigen 64 %, aber höher als frühere Prognosen. Der Strombedarf von Rechenzentren wird bis 2030 jedes Jahr stark ansteigen, in den USA um etwa 25 %, global um etwa 17 %.
Welche Länder haben den größten Ölverbrauch:
Die zwanzig Länder mit dem größten Ölbedarf verbrauchen 80% des global produzierten Öls. In 2024 stieg die Menge noch mal relativ moderat um +0,7%, trotz des verlangsamten Wachstums und der Zunahme grüner Energiequellen. Öl bleibt weltweit die wichtigste Energiequelle.
| # | Land | Barrel/Tag | Anteil Weltverbrauch |
| 1 | USA | 19,0 Mio. | 18,7 % |
| 2 | China | 16,4 Mio. | 16,1 % |
| 3 | Indien | 5,6 Mio. | 5,5 % |
| 4 | Saudi-Arab. | 4,0 Mio. | 3,9 % |
| 5 | Russland | 3,8 Mio. | 3,8 % |
| 6 | Japan | 3,2 Mio. | 3,2 % |
| 7 | Südkorea | 2,9 Mio. | 2,9 % |
| 8 | Brasilien | 2,6 Mio. | 2,5 % |
| 9 | Kanada | 2,3 Mio. | 2,3 % |
| 10 | Deutschland | 2,1 Mio. | 2,0% |
Ölverbrauch 2024 in Mio. Barrel/Tag, laut Energy Institute
Obige 10 Länder verbrauchen 61% des jährlich produzierten Öls. Dabei verzeichnet Indien den stärksten Bedarfsanstieg. Aufgrund seiner zunehmenden Wirtschaftskraft wird auf Indien mindestens in den nächsten 5 Jahren der größte Ölnachfragezuwachs entfallen.

