Ölpreise aktuell
Entwicklung der Ölpreise.
Aktuelle Marktthemen und Preis-Trend.
Diagramm für die Rohölpreise der letzten Jahre:
- Diese Ölpreis-Seite liefert täglich die aktuellen News zum Ölmarkt und zur Preisentwicklung von Rohöl und Gasöl.✅ Rohölpreise sind Börsenpreise und verändern sich stündlich!✅ Die Ölnotierungen werden stark durch spekulative Optionskäufe und durch Absicherungsgeschäfte (Hedging mit Future-Kontrakten) bestimmt.✅ Außerdem reagieren die Ölpreise äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbesondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer, wie die USA oder China betreffen.✅
- Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in Rotterdam bestimmt maßgeblich die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa. Diese Spotmarktpreise stehen dabei in Relation zu den Crude Oil Future Notierungen an den Warenterminbörsen, mit den Leitbörsen in SINGAPUR, LONDON und NEW YORK. Mit Abstand größter und umsatzstärkster Ölmarkt sind die USA. Zudem haben die USA die stärkste Ölindustrie, mit weltweit agierenden Ölfirmen. Die US Lagerzahlen und die dortigen Ölmarkt-News haben globalen Preiseinfluss.✅
- Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Ölpreis auch die zurückliegende Preisentwicklung auf dem Ölweltmarkt. Die Preiskurven geben den errechneten Mittelpreis für einen Sortenmix von Nordseeöl BRENT, der US Leitsorte WTI und dem Mittelpreis für Rohöl der Golfstaaten wieder. Zudem sind die Spotmarktpreise mit berücksichtigt, allerdings mit geringerer Gewichtung.✅
Obiges Diagramm zeigt den Mittelpreis der Rohöl-Leitsorten.
Ölpreise: Ölmarktsituation Dienstag, 9. Juni
- Ölpreise heute abwärts: Brent Rohöl -4,3%, Gasöl -4,7%.
- Fragile Entspannung im Konflikt zwischen Israel und Iran.
- Trump sagt, die Friedensgespräche seien wieder auf Kurs.
- Ukraine hat russischen Pipelineknoten und Öldepot angegriffen.
Situation am Ölmarkt – News
Zu Montagabend und auf heutigen Dienstag gab es kräftige Preisabschläge bei den Ölnotierungen. Die Rohöl-Kontrakte verloren an die 5% in den Werten, die Gasöl-Futures (Heizölvorprodukt) rutschten um etwa 4,7% talwärts. Mit Blick auf das Rohöl-Chart zeigt, dass sich die Preiskurve seit zwei Wochen im Zickzack seitwärts bewegt. Die Schlagzeilen zu der jüngsten Entwicklung im Iran-Konflikt sorgen für Volatilität und Unstetigkeit. Die Sorgen hinsichtlich der Ölknappheiten haben ein wenig abgenommen, da die globalen Lagerbestände in den Industrieländern offenbar doch noch eine Weile hinreichen.
| Die Ölnotierungen am Dienstagmorgen | |
| Brent Rohöl | 92,9 $/bbl (-4,4) |
| WTI Crude Oil | 89,7 $/bbl (-4,7) |
| Opec-Basket (Vortag) | 102,5 $/bbl (+1,9) |
| Gasöl (dollarbereinigt) | 909 €/Tonne (-47) |
US-Präsident Trump sieht erneut ein Ende des Konflikts im Nahen Osten als konkretisierend. Die Gespräche seien wieder auf Kurs gebracht. "Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr gutes Abkommen sein wird", sagte Trump am Montagabend. Und trotzdem wird von allen Seiten gegenseitig gedroht. Beide Seiten drohten jedoch im Fall von Verstößen mit noch härteren Angriffen. Sollte der Iran oder die Hisbollah den Fehler begehen und Israel erneut angreifen, werde man mit aller Härte reagieren, warnt Netanjahu. Israels Konflikt mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz sei noch nicht beendet. Teheran droht in dem Fall noch härtere und vernichtendere Maßnahmen als bisher an.
Die Lage am Persischen Golf und bei der Straße von Hormus bleibt ein Dickicht aus Widersprüchen und Drohungen. Teheran lässt sinngemäß verlautbaren: Die Straße von Hormus bleibt offen, jedoch mit Transitgebühren. Der Iran und Oman werden die Bedingungen festlegen, zu denen auch eine Transitgebühr gehört. Es würden bestimmte Dienstleistungen im Zusammenhang mit dieser Meerenge erbracht, wofür Gebühren erhoben werden müssen.
- Ach so.
US-Ölmarkt
Die neuen API-Zahlen werden heute Abend nach Börsenschluss bekanntgegeben.
In den USA herrscht eine Hitzewelle mit Temperaturen von 30°C, die sich von New Mexico im Süden bis nach Minnesota im Norden ausgeweitet hat.
Wirtschaft und Finanzmärkte
- Kurs US-Dollar: (Chart EUR/USD)
• 1,155 $ = 1 EUR | 0,866 € = 1 USD - DE Außenhandel:
• Importe +1,2% (Vormonat +5,1%)
• Exporte +0,9% (Vormonat +0,5%)
• Überschuss 14,5 Mrd. € (Vormonat 14,3) - Chinas Außenhandel:
• Importe +27,4% (Vormonat +25,3%)
• Exporte +19,4% (Vormonat +14,1%)
• Überschuss 105,4 Mrd. (Vormonat 84,8) - Laut Reuters planen die USA, ihren Verbündeten am Golf iranische Vermögenswerte zu übertragen. Zu verwenden für Wiederaufbau und Reparaturen nach den vom Iran durchgeführten Luftangriffen auf die Golfanrainer. Teherans Außenministerium weist das entschieden zurück. Diese iranischen Vermögenswerte seien keine Kriegsbeute der USA. Vielmehr stelle der Iran Reparaturforderungen wegen der erlittenen Schäden.
(Auch das unterstreicht, dass man von einer Verhandlungslösung weit weg ist.)
Gasoelpreise
- Gasöl ist ein an der Börse gehandeltes Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Gasöl bestimmt in hohem Maße die Preisentwicklung beim Heizöl und ist damit ein wichtiger Preispfeiler.
- Gasöl ist ein Mitteldestillat bei den Raffinerieprozessen und wird an den Warenterminbörsen gehandelt. Die Leitbörsen sind die IPE (London) und die NYMEX (New York). Mit der Verfügbarkeit der stündlichen Kontraktnotierungen ist Gasöl ein wichtiger Preisindikator für die Mineralölbranche.
Gasöl Tagespreis / Preisentwicklung
Das obige Diagramm stellt den jährlichen Verlauf der Gasölnotierungen dar. An den Ölbörsen werden die Gasoil Future Kontrakte in Dollar notiert. Das Tecson-Chart für Gasöl ist per 'Tab' im Währungsbezug umschaltbar zwischen US-Dollar und €uro und bezieht sich auf den gehandelten Preis für 1 Tonne Gasöl des aktuellen Frontmonats. Der Tab 'Gasöl in EUR' ist die wichtigste preisvorgebende Notierung für die tagesaktuelle Preisentwicklung beim Heizöl in Deutschland bzw. der Eurozone. Die Heizölhändler orientieren sich bei ihrer täglichen Preisfindung stark am morgendlichen Gasölpreis.
Marktlage und Konfliktlage
Die Ölpreise legen mit Beginn Juni wieder zu. Den Marktteilnehmern wird es mulmig, da im Iran-Konflikt außer Trump kaum noch jemand an die Möglichkeit einer nicht-militärischen Lösung glaubt. Der Iran tritt ungemein selbstbewusst und aggressiv auf.
In der ersten Juniwoche feuerte der Iran neuerlich Raketen und Drohnen auf Kuwait und Bahrain ab. Die USA und der Iran haben sich gegenseitig die intensivsten Raketengefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Der Flughafen von Kuwait musste teilweise gesperrt werden. Das US-Militär wiederum griff gezielt iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in in Golfnähe an.
Von Seiten des großen internationalen Ölhändlers VITOL heißt es, dass der Markt die Risiken eindeutig zu niedrig bewertet. Die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran sowie erfolgten Schäden an der Energie-Infrastruktur – einschließlich der Ölfelder und Raffinerien – haben dazu geführt, dass rund 14 Mio. Barrel an Lieferkapazitäten aus dem Nahen Osten fehlen, was die größte Ölversorgungskrise der Geschichte ausgelöst hat. Die Rohölförderung mag wieder anlaufen, doch wird es für das System nicht möglich sein, den Rückstand im restlichen Jahresverlauf wieder aufzuholen. Das Öl, dass die Verbraucherländer werden kaufen wollen, wird schlichtweg physisch nicht da sein.
Wiederherstellung der Ölproduktion der Golfstaaten
Bekanntlich produzieren die Ölexportländer am Persischen Golf derzeit nur in eingeschränktem Umfang ihre Ölmengen. Die Blockade der Straße von Hormus zwingt dazu. Zudem wurden in mehreren Ländern Ölförderanlagen, Raffinerien und Ölhäfen vom Iran mit Raketen und Drohnen angegriffen und beschädigt.
Beispielsweise wurden in Katar, dem weltgrößten LNG-Lieferanten, die Produktionsanlagen in schwerer Weise getroffen. Die Reparatur der Schäden wird nicht Monate sondern Jahre benötigen. Dagegen teilte 'Vitol Bahrain' mit, dass die Raffinerien am Golf ihre Auslastung innerhalb von 40 bis 60 Tagen auf etwa 90 bis 95 % ihrer Kapazität wieder hochfahren könnten.
Auf der anderen Seite könnte das OPEC-Mitglied Kuwait seine Ölproduktion bei Öffnung der Straße von Hormus binnen acht Wochen wieder hochfahren auf 70% der ursprünglichen Mengen, so die Aussage der Kuwait Petroleum Company (KPC). Die verbleibenden 30% bräuchten etwas länger.
Festzuhalten ist, dass die Freimachung der Meerenge von Hormus, inklusive der Räumung der Seeminen, deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen werde und somit auch zeitlich den Flaschenhals darstellt.
Welche Länder haben den größten Ölverbrauch:
Die zwanzig Länder mit dem größten Ölbedarf verbrauchen 80% des global produzierten Öls. In 2024 stieg die Menge noch mal relativ moderat um +0,7%, trotz des verlangsamten Wachstums und der Zunahme grüner Energiequellen. Öl bleibt weltweit die wichtigste Energiequelle.
| # | Land | Barrel/Tag | Anteil Weltverbrauch |
| 1 | USA | 19,0 Mio. | 18,7 % |
| 2 | China | 16,4 Mio. | 16,1 % |
| 3 | Indien | 5,6 Mio. | 5,5 % |
| 4 | Saudi-Arab. | 4,0 Mio. | 3,9 % |
| 5 | Russland | 3,8 Mio. | 3,8 % |
| 6 | Japan | 3,2 Mio. | 3,2 % |
| 7 | Südkorea | 2,9 Mio. | 2,9 % |
| 8 | Brasilien | 2,6 Mio. | 2,5 % |
| 9 | Kanada | 2,3 Mio. | 2,3 % |
| 10 | Deutschland | 2,1 Mio. | 2,0% |
Ölverbrauch 2024 in Mio. Barrel/Tag, laut Energy Institute
Obige 10 Länder verbrauchen 61% des jährlich produzierten Öls. Dabei verzeichnet Indien den stärksten Bedarfsanstieg. Aufgrund seiner zunehmenden Wirtschaftskraft wird auf Indien mindestens in den nächsten 5 Jahren der größte Ölnachfragezuwachs entfallen.
